Relativiert MP Mac-Poms die DDR??

Dieses Thema im Forum "Kneipe" wurde erstellt von BoardUser, 22 März 2009.

  1. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Klar, aber dann wäre dieser Vorwurf schwachsinnig.
     
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  3. Mister-X

    Mister-X Active Member

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    Was für ein naiver Ansatz. Die Justiz sucht Fehler, das ist ja was ganz neues. In solchen Fällen kannst du nur noch auf die 4. Gewalt , die Medien, hoffen.

    Mach dir mal keine Illusionen, dass man dich auch in unserem Staat rückstandslos entfernt, wenn du zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort bist. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist zwar äußerst gering, aber wenn du zwischen bestimmet Fronten gerätst, ist dein Leben zu Ende.
     
  4. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Du hast aber den Kontext, in dem ich das geschrieben habe, schon verstanden. Oder?
     
  5. Mister-X

    Mister-X Active Member

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    Na klar: Unrechtsstaatkomponenten des westlichen Systems.
     
  6. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Falsch.
     
  7. Mister-X

    Mister-X Active Member

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    Dann war es unklar formuliert!
     
  8. Indipper

    Indipper Trink das, Judas Ben Hur

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    Da spricht der Experte. :D
     
  9. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Ich krame das mal wieder aus. Denn just eins, zwei Wochen nach den strittigen Äußerungen des MP aus den Morden Ostdeutschlands kommt auch Infratest/Dimap mit einer repräsentativen Umfrage zu der Erkenntnis, dass es etliche in unserem Lade gibt, die der Auffassung sind, die DDR sei bis heute zu Unrecht so untergebuttert wurden, wie sie es wurde. Hier der Link zum entsprechenden Bericht.

    Demnach findet die Hälfte der Deutschen, dass man viele "Errungenschaften" hätte bewahren sollen und dass das westliche System der DDR aufgezwungen wurde. Gleichzeitig sinkt bei den Deutschen die Bedeutung des Freiheitswertes, allderdings auf hohem Niveau.

    Bedenklich findet der FDP-Stiftungschef Gerhard, der die Umfrage in Auftrag gegeben hat, die Entwicklung. Um gleich hinterher die Agitationskeule zu schwingen: "Für die Freunde der Freiheit liegt eine Menge Überzeugungsarbeit auf dem Weg."
     
  10. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Dazu gehöre ich auch. Aber was hat das damit zu tun, die DDR als Unrechtsstaat nicht schönzureden? Das muss man t r e n n e n können.
     
  11. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Ja, da hast du schon recht. Aber schau dir mal die Kommentare unter dem verlinkten Beitrag an. Einer ist da für mich bezeichnend. Nämlich, dass es in der Politik Leute gibt, die sofort Schum vor den Mund bekommen, wenn sie nur DDR lesen oder hören.

    Und das ist das, was ich in meinen unzähligen Debatten, die ich ich so mitbekomme, eben auch erfahren habe. Nimmt einer den Begriff DDR in den Mund, um ein Beispiel einer guten Sozial- oder Bildungspolitik (beispielsweise) aufzuführen, dann kommen gleich zig andere aus der Ecke geschossen und rufen: "Verherrlichung", "Verhöhnung der Opfer", "Relativierung des Unrechtsstaates". Auch wenn der vorherige Redner überhaupt nix "relativiert" hat.

    Es ist in diesem Land einfach knapp 20 Jahre lang politischer Stil (gewesen), alles, was in der DDR war, schon wegen der zweifellos desaströs schlechten Seiten der DDR, schlechtzumachen. Das Umgekehrte gehört nämlich auch zur Trennung.
     
  12. Princewind

    Princewind Rassist und Lagerinsasse

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    Ich glaube eine Moderatorin wurde wegen ähnlicher Vergleiche eines Unrechtsstaates in eine ganz andere Ecke geschoben.
    Nun stelle ich dann doch wirklich mal die Frage ob diese Institutionen in der DDR so doll waren, vor allem wenn ich nun denke warum es diese Institutionen gab und was dort an "Wissen" vermittelt wurde. Spätestens dann platzt nämlich die Blase vom tollen Sozial- und Bildungssystem der DDR. War Mittel zum Zweck.
    Da hat wieder nen Politiker dummes Zeugs gelabert ohne sich wirklich Gedanken über den Hintergrund des Ganzen zu machen.
     
  13. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Meinste, das, was heute gelehrt wird, ist nicht auch "Mittel zum Zweck"?
     
  14. Princewind

    Princewind Rassist und Lagerinsasse

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    Bildungsmäßig ja, aber es ging ja nicht nur ausschließlich ums gelehrte sondern auch um den Zweck der dahinter steckt, nicht nur die politische Erziehung und Doktirnierung, sondernauch das Freisetzen der weiblichen Arbeitskräfte.

    Mal davon abgesehen, daß Kinder unter der Kontrolle politischer Erzieher nicht auf dumme Gedanken kamen.

    Also ums kurz zu machen, das Ganze diente lediglich dem System und gehörte zum politischen Apparat.
     
  15. Ichsachma

    Ichsachma J'aime soleil

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    Die Umfrage ist "Rosinenpicken".

    Nach allem, was tradiert ist, war es - und das klang an verschiedenen Stellen an - früher im Osten beschaulich, bisweilen lustig, einfallsreich, zwischenmenschlich vielleicht sogar fortschrittlich, soweit das Leben beschrieben wird, Stichwort: "Sonnenallee".

    Das dürften diejenigen im Auge haben, die z.B. dem Sozialismus gerne noch mal eine Chance geben würden. Die Mehrheit derer sagt sich offenbar:

    War geil, der Urlaub in Pferch am See, mit gemundraubten Maiskolben auffem Grill und einmal in der Woche Club-Cola. Ich finde: Das, was man daraus machte, war bestimmt in Ordnung, wird heute aber überbewertet und - vor allem - als "gute Zeit" angesehen, auf deren Basis man das gesamte Drumherum, also auch den Sozialismus als ein gutgeheißenes Schlagwort, welches für die Zeit steht, in einem anderen Lichte betrachtet.

    Vielleicht lege ich mich jetzt zu weit aussem Fensterund möglicherweise klingt es provokant, aber man möge die Rückgewandten doch mal fragen, ob sie sich beispielsweise die Errungenschaften der Planwirtschaft auch zurück wünschen.

    So isses für mich:

    Man sucht sich das Positive, macht es an Schlagwörtern, die man mit einer Epoche verbindet, fest und betrachtet all das, was an Positivem durch den Fall der Mauer gekommen ist, als Selbstverständlichkeit, die selbstverständlich auch im Kleide des Sozialismus selbstverständlich sein müßte.

    So ähnlich habe ich im Alter von 9 Jahren gedacht:

    Warum gibt's Geld? Warum kann sich nicht einfach jeder das nehmen, was er braucht und möchte?
     
    Zuletzt bearbeitet: 31 März 2009
  16. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Ich sehe nicht, was daran kritikwürdig ist. Im einzelnen:

    Sicher geht es AUCH um den Zweck, der hinter einem Bildungsauftrag steckt. Aber so wie du im letzten Absatz einen versteckten Vorwurf machst, das Ganze diente damals "lediglich" dem System, genauso kann man das heute zum heutigen Bildungssystem auch so sagen.

    Also muss man sich den Zweck genau ansehen. Einzig zu sagen, es diente "nur" dem politischen System, ist da zu einfach.

    Zum zweiten: Die Kontrolle durch "politische" Erzieher hab ich nicht bemerkt und wahrgenommen. Es gab sicher im Lehrkörper Personen, die auch politisch motiviert den Pflichtlehrstoff rübergebracht haben (oder es zumindest versucht haben). Andererseits ist das heute nicht anders. Ein konservativer Lehrer bringt den Lehrstoff nunmal anders rüber als ein linker Lehrer. Ist zumindest meine Erfahrung. Für den Lehrstoff hingegen kannst du die Lehrer nicht verantwortlich machen. Der Lehrstoff wird vom System vorgegeben.

    Zu behaupten, dass auch ausserhalb der Schule die Erzieher stets politisch motiviert waren, ist aus meinen Augen absurd. Das Gegenteil ist m.E. der Fall. Eine Vielzahl von Freizeitaktivitäten, die man durchführen konnte, haben mit politischer Motivation überhaupt nix zu tun gehabt. Oder: Wenn das damals alles politisch motiviert war, dann ist es das heute auch, und somit wiederum überhaupt nicht kritikwürdig.

    Zumindest kann ich hinter Bastelnachmittagen, Zoobesuchen, hinter einem Besuch in Buchenwald, hinter einer Klassenfahrt in eine Jugendherberge, hinter einer Sportgemeinschaft, hinter Besuchen im Planetarium oder des Botanischen Gartens jeweils kein verwerfliches politisches Motiv erklennen.

    Was du mit dem "Freisetzen" weiblicher Arbeitskräfte meinst, erschliesst sich mir hingegen gar nicht.
     
  17. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Stümmt. Und ich fand es im Nachhinein gut, beides gehabt zu haben. Das erleichtert die Bildung einer eigenen Meinung doch ungemein. Wenn das das Lernziel ist.
     
  18. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Ja, so geht es mir auch. Und bei mir war es möglicherweise noch krasser. Ich habe z.B. den Geschichtsunterricht (über die Zeit ab der frz. Revolution) in der DRR und in der BRD erlebt.

    Ein Unterschied wie Tag und Nacht. Das relativiert allerdings beide Lehrinhalte bzw. die Betrachtung der Geschichte.
     
  19. Princewind

    Princewind Rassist und Lagerinsasse

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    Ab in die Fabrik zu den VEBs, schuften (und den Kindern keine unerwünschten Flausen in den Kopf setzen)

    Ne, war ja nun auch nicht mit der Keule (daß jeder sofort weis was Sache ist) sondern auf die subtile Tour.

    Nicht wirklich, in der DDR wurden auch die Lehrer vom System vorgegeben, d.h. politische Abweichler oder gar Regimekritiker wurden auf keinen Fall Lehrer oder Erzieher.
     
  20. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Und das ist heute anders?
     
  21. Princewind

    Princewind Rassist und Lagerinsasse

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    Nö, ist heute genauso, Regimekritiker wandern nach Bautzen, Abweichler werden ins demokratische Ausland gegen harte Währung verschachert.

    Und wenn die Kinder nicht im BDM oder der HJ sind, dann steht der nette Herr vom Staatsschutz vor der Tür mit ner Einladung zum Urlaub in Stadelheim.

    Ne hast Recht, war schon schön die DDR. Vor allem weil sie drüben und weit weg war.
     
  22. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Lass doch mal die Polemik.

    Gab es in der BRD keine politisch motivierten Berufsverbote? Gibt es keinen Amtseid auf die Verfassung und Führungszeugnisse, deren Reinheit Einstellungskriterium für den öffentlichen Dienst sind?

    Kann es sein, dass die politische Erziehung der Kinder und Jugendlichen heute auch nur deswegen nicht bemerkt wird, weil sie nur subtil, oder vielleicht sogar noch subtiler als früher durchgeführt wird?

    Kann es sein, das ein wesentliches Unterscheidungskriterium darin besteht, dass ich mir heute viel mehr erlauben kann als früher, dass aber die Gemeinsamkeit ist, dass beim Überschreiten der Grenze die dann folgenden Konsequenzen, die da heissen: Überwachung, strafrechtliche Verfolgung, Generalverdacht bei fast allen Handlungen ähnlich sind, wie früher, nicht so scharf, das mag sein, aber dennoch ähnlich?
     
  23. Princewind

    Princewind Rassist und Lagerinsasse

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    Ist ja wohl nun ein Unterschied ob ich Mitglied der regierenden Partei und linientreu sein muss oder aber ob ich die Grundsätze einer freien und demokratischen Gesellschaftsordnung (mit mehreren politischen und geselslchaftlichen Strömungen) akzeptiere. Und das Lehrer/Betreuer/Kindergärtner nicht wegen Gewalt an Kindern/Jugendlichen vorbestraft sein dürfen, das ist ja wohl unstrittig.

    Kenne jedenfalls keinen Lehrer, der wegen seiner SPD-Zugehörigkeit von seinem CDU-Dienstherren gefeuert wurde bzw. garnicht erst eingestellt wurde.
     
  24. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Jep. Das ist ein Unterschied. Kein Unterschied gibt es aber dahingehend, dass man in diesem Beruf nur arbeiten kann, wenn man das System als Solches anerkennt. Und das Leute, die das System ablehnen, (und möglicherweise sogar dagegen anarbeiten), mindestens aus diesen Berufen entfernt werden. Hüben wie drüben.

    Ich kenne hingegen Lehrer (aus der DDR), die damals nicht Mitglied der SED, sondern Mitglied einer anderen Partei waren. Und die unterrichtet haben. Gab es also offenbar auch in der DDR.
     
  25. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Was gab es ín der DDR? Parteienvielfalt? :lachweg: Das klingt gerade ziemlich relativierend.
     
  26. Princewind

    Princewind Rassist und Lagerinsasse

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    Also wer gegen Freiheit und Demokratie anarbeitet (was im Umkehrschluss bedeutet er arbeitet dafür daß seine Überzeugung die einzig wahre werden soll, welchen allen anderen Menschen aufgedrückt werden soll, ohne daß diese die Entscheidungsfreiheit haben) wird aus diesen Berufen entfernt?

    Hört sich für mich ziemlich vernünftig an.
     
  27. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Zumindest gab es mehrere Parteien. Das Argument, nur Mitglieder der SED durften Lehrer sein, zieht also nicht.

    Aber man kann das auch abkürzen:

    Man sollte durchaus das, was nach heutigem Menschen- und Gesellschaftsbild als "verwerflich" bezeichnet wird, auch so bezeichnen. Damit habe ich gar kein Problem.

    Man sollte aber auch, und damit haben offenbar viele ein Problem, das, was an sich überhaupt nicht "verabscheuenswürdig ist", nicht immer nur zum Zwecke des "Abbügelns" im Zusammenhang mit dem Verabscheuenswürdigen benennen und deswegen geißeln. Und vor allem sollte man nicht nur mit Antipathie und Abscheu (und der Erkenntnis, man müsse agitieren, denn das ist ja gerade offenbar etwas Verwerfliches) zur Kenntnis nehmen, dass es eine signifikante Anzahl von Leuten gibt, die gerade die Schwarzweissmalerei nicht wollen, die heute immernoch betrieben wird.
     
  28. kleinehexe

    kleinehexe SF-Dschungelkönigin 2011 und PTL-Meister 2015/16

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    Und wie sah es in der Praxis aus, das würde mich jetzt schon interessieren. Wie viele Lehrer waren denn nicht in der SED sondern in einer anderen Partei, nur eine grobe Prozentzahl, das würde mir schon genügen.
     
  29. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Vor allem, wodurch zeichnete sich denn die Mitgliedschaft in so einer anderen Partei aus? Etwa Oppositionsarbeit? :lachweg:
     
  30. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Das kann ich nicht beantworten. An meiner Schule, an der ich unterrichtet wurde, in einer industriellen Großstadt, gab es mindestens vier Lehrer, die einer anderen Partei als der SED anghörten. Hinzu kommen bestimmt noch einige Parteilose. Und: Wir hatten grob geschätzt 25 Klassen in unserer Schule mit ähnlich vielen Lehrern, lass es 30 sein. Als "richtig linientreu" galten sicher die Schulleitung, und auch 4 oder 5 Lehrer, die ich insgesamt hatte, haben das so ausgestrahlt.

    Und da ich nachvollziehen kann, dass der Verwaltungsapparat mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht ausgerechnet alle parteilosen oder Nicht-SED-Mitglieder ausgerechnet an meiner Schule zusammengepfercht hat, denke ich mir so, dass es zumindest ähnliche Quoten auch an anderen Schulen gab.

    In anderen Gegenden, z.B. im Eichsfeld war die Quote der SED-Lehrer vermutlich noch geringer.

    Aber ich denke, darum gehts auch gar nicht im Einzelfall. Die Aussage war, nur SED-Mitglieder und linientreue Leute konnten unterrichten. Und zumindest was die Mitgliedschaft in der SED anbelangt, kann ich das nicht mit meiner eigenen Erfahrung in Einklang bringen. Eine "gewisse" Linientreue hingegen war schon Pflicht, die ist (in einem noch weiterem Rahmen allerdings heute auch nötig). Auch wenn man die in bestimmten Fällen gar nicht benötigte. Für den Mathematikunterricht, für "Werken", Musik, Biologie und auch für Physik und Chemie war dies sicher nicht so nötig, wie für Geschichte, Staatsbürgerkunde (später "Gesellschaftskunde") und Deutsch.

    Aber ich kann mir heute auch nicht vorstellen, dass jemand Gesellschaftskunde unterrichtet, der das derzeitige politische und gesellschaftliche System ablehnt.
     
  31. kleinehexe

    kleinehexe SF-Dschungelkönigin 2011 und PTL-Meister 2015/16

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    Danke für die Info. Das war mich nicht bewusst, dass in der DDR tatsächlich auch von Lehrern unterrichtet wurde, die in anderen Parteien waren. Obwohl ich eine Lehrerin sehr gut kenne aus der ehemaligen DDR, und jetzt fällt mir ein , diese Freundin war auch nicht in der SED, aber eben gar nicht politisch engagiert bzw. einer Partei zugehörig.

    Ich denke Lehrer sollten für die freiheitlich, demokratische Grundordnung eintreten, Parteizugehörigkeit natürlich egal.
    Auch wenn das ein oder andere Parteibuch nicht gerne gesehen ist - dann lieber gar keines oder das richtige (das richtige natürlich nur wenn man schnell befördert werden will).
    Ich lege schon Wert darauf dass meine Kinder in der Schule nicht mit Lehrkräften konfrontiert werden die ein extremes Weltbild haben - egal ob gesellschaftlich, politisch oder religiös.