Regelfrage: Freistoß behindern

Dieses Thema im Forum "Schiedsrichter" wurde erstellt von DiMaria, 13 August 2012.

  1. DiMaria

    DiMaria Active Member

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    Ich hätte mal eine Frage an die Schiris hier.

    Bei folgender Situation weiß ich nie wirklich, wie ich mich verhalten sollte.

    Ich werde gefoult, sehe, dass ich schnell ausführen kann um eine gefährliche Situation zu kreieren, aber ein Gegenspieler stellt sich direkt vor denn Ball.

    Jetzt kann ich natürlich 1. die Mauer stellen lassen. -> Den gefährlichen Angriff kann ich vergessen.

    2. Den Gegner anschießen. -> Folgen? Hier hab ich schon alles erlebt:
    - Wiederholung
    - Gelb für den Blockierer und Wiederholung
    - Gelb für mich und Wiederholung
    - Das Spiel läuft einfach weiter

    Kann mich mal jemand aufklären?
     
    Zuletzt bearbeitet: 13 August 2012
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  3. jambala

    jambala Moderator Moderator

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    Juristen-Antwort: Kommt drauf an.

    Wenn ersichtlich ist, daß das Anschießen dem Zweck dient, ne Verwarnung für den Verteidiger zu erzielen - Gelb für Dich und Wiederholung.
    Weiterspielen dann, wenn klar ist, daß Du die schnelle Ausführung haben wolltest und das Eingreifen nicht aktiv war (sprich, der Verteidiger verhält sich passiv und versucht nicht, auf den Ball zu gehen).
    Gelb für den Verteidiger, wenn klar ist, daß er dadurch die Ausführung verhindern wollte.
    Einfach nur Wiederholung ist streng genommen falsch.
     
  4. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Und wenn nix "klar" ist?
     
  5. jambala

    jambala Moderator Moderator

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    Gibt es schlicht nicht. Entweder der Verteidiger versucht die Ausführung zu behindern,dann Entscheidung gegen ihn. Versucht er diesnicht,womit aktive Handlungen wie Bewegungen auf den Schützen hin oder Anhebe des Beins etc. gemeint sind , geht es entweder weiter oder, wenn ein gezieltes Abschießen durch den Schützen erkennbar ist , Entscheidung gegen den Schützen hinsichtlich der pers. Strafe.
     
  6. DiMaria

    DiMaria Active Member

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    Das heißt im Endeffekt, man darf sich beim gegnerischen Freistoß einfach vor den Ball stellen um eine schnelle Ausführung nach vorne zu verhindern. Denn wenn ich als Angreifer in dem Fall versuche, den Ball nach vorne zu spielen, schieß ich den Verteidiger ja zwangsweise an.... ?

    Andererseits versucht der Verteidiger dadurch doch immer, die Ausführung zu behindern. Er weiß ja, dass man 9,15 Meter Abstand halten muss.
     
  7. dobby

    dobby Member

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    und bei einem schnell ausgeführten Freistoß hat er eben nicht die Möglichkeit so schnell 9.15m zurückzulegen.
     
  8. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Deshalb stellen sich doch sofort ein oder zwei Spieler vor den Ball, wenn der Freistoß in gefährlicher Tornähe gepfiffen wird.
     
  9. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Was eindeutig eine Behinderung ist wenn er dort vorher nicht stand aber nie als solche gepfiffen wird, obwohl es klar ist. Das meinte ich mit " klar".

    Besonders klar, eigentlich, wenn es 2 Spieler sind, beim Foul aber nur einer beteiligt war. Der zweite also nur zur Behinderung dazu kommt.

    Noch klarer wird's, wenn sich der Foulspieler den Ball schnappt, sich mit ihm entfernt und die Diskussion mit dem Schiedsrichter anfängt. Sieht man ständig, gelb gibt's nie.
     
    Zuletzt bearbeitet: 14 August 2012
  10. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Das ist halt mal wieder dem schwammigen Begriff "hindern" geschuldet.

    In den Regeln steht da folgendes:

    • "Wenn ein Spieler einen Freistoß schnell ausführen will und ein Gegner, der sich näher als 9,15 m beim Ball befindet, den Ball abfängt, lässt der Schiedsrichter die Partie weiterlaufen."
    • "Wenn ein Spieler einen Freistoß schnell ausführen will und von einem Gegner in der Nähe des Balls daran gehindert wird, verwarnt der Schiedsrichter den Gegner wegen Spielverzögerung."

    Interpretiere ich so: Stellt sich einfach einer davor, dann "hindert" er nicht, warum auch immer. Macht er irgendwelche Bewegungen oder schnappt sich den Ball, dann isses "hindern".
     
  11. jambala

    jambala Moderator Moderator

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    @Horatio: Am Fußgängerüberweg muß man auch vom Fahrrad absteigen - das weiß eigentlich jeder. Trotzdem fahren mindestens 9 von 10 Radfahrern drüber statt zu schieben.

    Daß das Ballwegtragen bzw. das Behindern durch Hinstellen zu wenig geahndet wird, speziell auch in den medial abgebildeten Spielklassen, ist leider eine Tatsache. Ändert aber nix daran, daß das Verhalten regelwidrig ist. Und es ändert nix an der Tatsache, daß es SR wie mich gibt, die so was ahnden, zuletzt diesen Sonntag geschehen. Das Gezetere war dann natürlich erst mall groß.

    @Rupert: Nein, wenn ersichtlich wird, daß dieses Verhalten nur die Ausführung verzögern soll, da der Abstand hergestellt werden muß oder dies wiederholt geschieht, ist es ebenso verwarnungswürdig (Thema "verstößt wiederholt gegen die Regeln").

    @ DiMaria: Man kann schon recht gut erkennen, ob der Schuß gezielt auf den Verteidiger gehen soll oder aber als schnelle Ausführung gedacht ist. Leider ist es aber auch so, daß die wenigsten Spieler speziell auch im Amateurbereich und in der Jugend wirklich eine schnelle Ausführung beherrschen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 14 August 2012
  12. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Hm, dann verstehe ich es nicht mehr, denn wenn sich ein Spieler 1, 2m vor den Ball stellt und da stehen bleibt, dann will er immer die Ausführung verzögern und der Abstand muss hergestellt werden, egal ob wiederholt oder nicht.

    Edit: Da gäbe es nur die Situation, dass der Spieler schon vorher da rumstand und es nicht mitbekommt, dass er zurückgehen muß - aber das wird ja selten vorkommen, behaupte ich mal, zumal man das ja dann auch deutlich sehen würde, wäre das der Fall.
     
    Zuletzt bearbeitet: 14 August 2012
  13. Dominik95

    Dominik95 Active Member

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    Es kommt auch häufig vor das ein Spieler der sich 2-3 m vor den Ball stellt sofort vom Schiedsrichter die Gelbe Karte gezeigt bekommt ohne das er angeschossen wird.