Pro und Kontra Mindestlohn

Dieses Thema im Forum "Kneipe" wurde erstellt von Schröder, 7 April 2011.

  1. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Keine Ahnung welche da zuständig ist. Als Arbeitnehmer muss man sich organisieren, geschenkt gibt es nix und geschenkt gab es noch nie was. Und als Arbeitnehmer nur nach dem Staat zu schreien, bringt gar nichts, wie man immer wieder sieht.
     
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  3. Schröder

    Schröder Problembär

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    Es gibt keine zuständige Gewerkschaft. Und es wird auch keine geben, weil es für Zeitarbeiter unmöglich ist, sich zu organisieren. Dafür ist die Fluktuation viel zu hoch, als da erstmal Verbände gründen und Beiträge für die "Streikkasse" eintreiben zu können. Die Leute bekommen ja kein Geld, wenn sie nicht arbeiten (allein deswegen können sie sich das gar nicht leisten, zu streiken). Und gerade ungelernte Hilfskräfte, die von zu niedrigen Löhnen am meisten betroffen sind, werden schnell ersetzt. Vor allem, wenn sie irgendwelche Rechte einfordern.
     
    Zuletzt bearbeitet: 14 April 2011
  4. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Ich würde mal sagen, dass die Branchengewerkschaften zuständig sind, in der der Leiharbeiter arbeitet. Isses ein Leih-Bauarbeiter issesdie IG BAU usw.
     
  5. Princewind

    Princewind Rassist und Lagerinsasse

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    Es gab mein Lieber, es gab, bis diese dann als nicht tariffähig erklärt wurde.

    Bundesarbeitsgericht: Christliche Gewerkschaften sind nicht tariffähig | Wirtschaft | ZEIT ONLINE

    Wirtschaft: Zeitarbeit: Christen sind keine Gewerkschaft - badische-zeitung.de


    klar, wo kämen wir denn hin, wenn Arbeitgeber die Gewerkschaften steuern würden.
     
  6. Schröder

    Schröder Problembär

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    Also als zuständige Gewerkschaft, die für die Rechte der Arbeitnehmer eingetreten sind, würde ich die nicht bezeichnen.
    Früher nicht und heute erst Recht nicht mehr. Das waren ja auch keine von betroffenenen Arbeitnehmern gegründeten Verbände, wo man Mitglied werden konnte.
     
  7. Schröder

    Schröder Problembär

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    Ich will ja auch nicht die Produkte subventionieren, sondern einen gewissen Ausgleich für die Löhne schaffen. D. h. die Subvention richtet sich nach der Zahl der Arbeiter (quasi ein Lohnkostenzuschuss) und wird nicht pro Tonne Kartoffeln etc. gezahlt. Bei den Produkten würd ich die Subventionen wirklich zurückschrauben.
     
  8. Princewind

    Princewind Rassist und Lagerinsasse

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    ähm, du hast mein Post komplett gelesen? Dann wüsstest du, das wir da das selbe meinen. Eine Gewerkschaft war das, die nicht nur von den Arbeitgebern gelenkt wurde, sondern von diesen auch gezielt mit dem Ziel des Lohndumpings gegründet wurde. Und viele Zeitarbeitsfirmen haben dich , zumindest hier im Osten, nur eingestellt, wenn du gleichzeitig den "christlichen" beigetreten bist.

    Deswegen ist es prima, das die Tarife dieser Gewerkschaften für Null und Nichtig erklärt wurden.

    Das viele Zeitarbeiter sich nicht in Gewerkschaften organisieren hängt mmn auch mit den Druck zusammen, der auch von den ARGEN ausgeübt wird. "Arbeite! AUch fürn Hungerlohn oder wir kürzen die Stützte".

    DIe haben einfach Schiss und die Propagandamaschine "Bild" läuft da mit ihren Zugpferden Westerwelle und Sarrazin ja auch auf hochtouren.
     
  9. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Dann gehen ja die Nicht-Agrarfabriken erst recht drauf, denn da arbeiten keine Hunderte sondern nur 2, 3 bis vielleicht 20 Menschen.

    Solange die Produkte für einen Spottpreis, der auch noch staatlich gedrückt wird, auf den Markt geschmissen werden, ändert sich da gar nichts.

    Gutes Produkt ---> höherer Preis anders geht's nicht.
     
    Zuletzt bearbeitet: 14 April 2011
  10. Princewind

    Princewind Rassist und Lagerinsasse

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    Das ist aber nicht nur beim Produkt so, sondern auch bei der Arbeitsleistung. Gute Arbeit, gutes Gehalt. Und da dann auch dort die Subventionen durch den Staat einstellen (Aufstockung, Wohngeld,Kindergeld, Werbungskosten, insb. Fahrten Wohnung-Arbeit) und dies über anständige Löhne ordnen.
     
  11. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Nimm Produkt mal als Überbegriff ;)

    Es gibt schon ein paar "Produkte" wo ich staatliche Zuschüsse für gerechtfertigt halte, weil sie eben da sein müssen und wenn möglich auch ohne komplett Kosten- und Konkurrenzdruck ausgesetzt zu sein: Der ganze Medizin- und Pflegeapparat, z.B.
     
  12. Schröder

    Schröder Problembär

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    Es soll ja auch nur ein Ausgleich sein, keine komplette Gehaltsübernahme. Und schon gar nicht sollte damit zusätzlicher Gewinn gemacht werden.
    Also wenn jetzt ein Arbeiter für 5 € / Stunde erntet und dann bei Einführung des Mindestlohns für 8 € sollte der Staat diese Mehrkosten z. T. auffangen und dafür bei den Subventionen, die die Produkte selbst betreffen, einsparen. Auf diese Weise wird Arbeit höher subventioniert als Ertrag, was den Massen"fabriken" in der Landwirtschaft eher nix bringt, wohl aber den Kleinbetrieben.
     
  13. Princewind

    Princewind Rassist und Lagerinsasse

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    Warum nur für Erntearbeiter, kann der Leiharbeiter, der eh zu nicht mehr als Hilfsarbeit taugt, ja auch Aufstockung beantragen. Alternative soll er jeden Abend bei mir vorbeikommen, bekommt er was vom Abendbrot ab.

    Ne Schröder, wer mit seinem Betrieb Gewinn machen will, der soll auch anständigen Lohn bezahlen, ansosnten ist sein Betrieb nämlich eh zum Scheitern verurteil. Und in die eigene Kalkulation Subvention, Dumpinglöhne o.ä. aufzunehmen ist für mich nicht nur grob fahrlässig sondern ist Betrug am Volk, welches für soclhe Affen die Zeche zahlen muss.
     
  14. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Nein, das ändert nichts am Kernproblem, dass das Produkt dann zu zu niedrigen Preisen auf den Markt kommt und Unternehmen, die kostendeckend produzieren, verdrängt werden.
     
  15. Schröder

    Schröder Problembär

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    Die "Subvention" beantragen nicht die Erntearbeiter sonderen deren Arbeitgeber. Problem ist ja wirklich, das Agrarprodukte weltweit gehandelt werden und auch der deutsche Bauer eine Chance gegenüber seinen z. B. polnischen Konkurrenten haben muss.

    Der Erntearbeiter bekommt seinen vollen Lohn von 8 € unabhängig davon vom Arbeitgeber. Genau wie die Hilfsarbeiter.
     
  16. Schröder

    Schröder Problembär

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    Warum werden die verdrängt? Die bekommen doch die Lohnsubventionen wegen des höheren Mindestlohns genauso.
     
  17. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Eben, der deutsche Bauer kämpft mit zwei Problemen:
    a) Subventionen und Kontingenten der EU - das gehört abgestellt und zwar komplett und auch nicht mit Subventionen auf den Lohn seiner Angestellten nur umgeschichtet
    b) der billiger Produzierenden in anderen Ländern - hier muss er durch die angebotenen Produkte, die Qualität seiner Arbeit und die Nähe zu seinen Verbrauchern punkten. Das ist schlicht seine unternehmerische Aufgabe

    Ich halte in punkto Subventionen bei der Landwirtschaft nur Unterstützungszahlungen für zulässig wo es um Landschaftspflege und -erhalt geht. Aber nicht für landwirtschaftliche Betriebe in "normaler" Umgebung.
     
    Zuletzt bearbeitet: 14 April 2011
  18. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Weil ein Großbetrieb mit 100 Angestellten entschieden mehr bündeln und optimieren kann als ein kleiner Betrieb mit 4 Mann.
    Desweitern sind viele bäuerliche Kleinbetriebe Familienbetriebe - die haben gar keine Angestellten - und die sind dann komplett platt, wenn nun die Agrarfabriken nun auch noch direkte Lohnhilfen erhalten.

    Ausserdem, wenn es alle bekommen: Dann kann man genauso gut alle Zuzahlungen stoppen, macht ja keinen Unterschied.

    Man kann einen Betrieb "anschubfinanzieren", wenn er auf rentablere und sinnvollere Produkte umstellt, das liesse ich mir eingehen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 14 April 2011
  19. Princewind

    Princewind Rassist und Lagerinsasse

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    Dafür gabs früher mal Zölle....

    Und nun, da wir vorschnell jedes Rumpelland aufgenommen haben, machen die halt schamlos mit ihren Niedriglöhnen Druck. Und bekommen dafür nebenbei noch saftige Subventionen. Anders ausgedrückt: Wir zahlen denen Subventionen für ihre Betriebe, damit die uns hier den Markt kaputt machen können.....
     
  20. Schröder

    Schröder Problembär

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    Das ist kaum machbar. Wie willst du "die Qualität seiner Arbeit" bewerten? Meinst du, die polnische Rübe steht der deutschen in irgendeiner Hinsicht in was nach? Die wachsen doch so ziemlich beide auf dem selben Boden. Und Nähe zum Verbraucher ist in Zeiten der Tiefkühlung auch nicht mehr ausschlaggebend. Für den Verbraucher schon gar nicht, der schaut in 1. Linie auf den Preis.
     
  21. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Die Qualität bewerte ich sehr rasch: Schmeiß ein 20 Cent Schnitzel in die Pfanne und dann eins, das von einer "glücklichen" Sau vom Bauernhof kommt. Trink 'n Glas 30 Cent H-Milch von der Milch AG, probiere eins von einer lokalen Molkerei. Kauf 'nen Feldsalat beim Lidl oder beiß mal in einen der vom Gärtner um die Ecke kommt.
    Wenn sich der Verbraucher aber nur nach dem Preis entscheidet und es ihm - wie schon mal gesagt wurscht ist - ob er sich nun eine 30 Cent Milch aus irgendwo reinzieht und er auf die Qualität seiner beheimateten Produzenten pfeifft, dann ist auch dieses Produkt nicht mehr marktfähig.

    Zur Zuckerrübe:
    Dann braucht keiner mehr die dt. Zuckerrübe, wenn sie sich durch nichts von der ukrainischen unterscheidet.

    Zusammenfassung: Wäre dem so, dann bedarf es keiner Landwirtschaft in D'land mehr. Es unterstützt auch kein Mensch die Holzfassherstellung, weil es eben so gut wie keiner Holzfässer mehr bedarf.
     
    Zuletzt bearbeitet: 14 April 2011
  22. KGBRUS

    KGBRUS SF Dschungelkönig 2016

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    Wie gesagt die "Geiz ist Geil mentalität" ist scheisse, da sollten alle die stolzen Pfennigfuchser mal drüber nachdenken. Wieviele Arbeitsplätze dewegen hier den Bach runtergehen.
    So ist es aber doch oder?
    Der Vergleich hinkt. Holzfässer werden nicht mehr gebraucht, Nahrungsmittel aber schon!
     
  23. Schröder

    Schröder Problembär

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    Ist nicht nur eine Sache des Preises, sondern halt auch der Verfügbarkeit. Ich kann hier nicht erst 20 Kilometer bis zum nächsten Bauernhof radeln und die Sau vorm Schlachten fragen ob sie (bis heute) glücklich ist. Ich kann auch nicht meine Milch direkt bei der Molkerei kaufen, weil hier keine in der Umgebung ist.

    Ich kann auf den Wochenmarkt gehen (wenn meine Mittagspause das zulässt). Aber wo das Zeug herkommt, weiß heutzutage auch keiner mehr. mal abgesehen davon sind doch die Dumpinglöhne mitschuld daran, das es sich einige gar nicht leisten können, woanders einzukaufen als beim Lidl oder Penny. Das ist doch die Krux des Ganzen: Die Billigläden machen sich ihre Kundschaft durch die Dumpinglöhne selber. Wer in so´nem Groschengrab arbeitet, wird sich keine anderen Klamotten leisten können als solche vom KiK. Und wer bei KiK arbeitet, wird sich nix anderes leisten können als 30 Cent-Milch von Penny.
     
    Zuletzt bearbeitet: 14 April 2011
  24. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Du, das war auch mehr eine Polemik dahingehend, dass, wenn die Nachfrage nach einen bestimmten Produkt weg ist, auch das Produkt verschwindet.

    Ausserdem gibt's ja dann auch immer noch Lebensmittel. Also kein Problem, verhungern muss keiner.
     
  25. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Keiner spricht davon, dass Du zum Bauernhof radeln sollst, keiner spricht davon, dass Du die Milch von der Kuh zapfen sollst.
    Aber Du kannst sehr wohl - auch in einem normalen Supermarkt - Produkte kaufen, die gewissen Qualitätsanforderungen entsprechen und damit halt auch mal höhere Preisanforderungen erfüllen. In München ist das möglich, in Stuttgart, in Hamburg und deswegen, schätze ich mal schwer, auch in Offenbach.
    Die Frage ist schlicht die: Willst Du den höheren Preis dafür zahlen und willst Du Dich informieren?
     
    Zuletzt bearbeitet: 14 April 2011
  26. KGBRUS

    KGBRUS SF Dschungelkönig 2016

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    Ja billig aus Billigländern, was hier die Preise und somit die Löhne kaputt macht
     
  27. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Jupp, was man aber dann nicht ändern kann, wenn sich die Deutschen nur auf das Billigste stürzen.

    Ist mittlerweile ausserdem keine Diskussion mehr um den Mindestlohn.
     
  28. KGBRUS

    KGBRUS SF Dschungelkönig 2016

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    Wieso? Steht doch in einem Zusammenhang oder?
    Wenn für einige Produkte, gerade aus der Landwirtschaft, angemessene Preise zu erzielen wäre würde auch ein gerechterer Lohn gezahlt werden, womit man keinen Mindestlohn bräuchte.
     
  29. Schröder

    Schröder Problembär

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    Mach dir um mich mal keine Sorgen. Wenn´s irgend geht, kauf ich meine Sachen auch lieber aus der Frische-Theke. ;)
     
  30. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Nicht nur, die Dumpingpreise entstanden ja auch zu gutem Teil aus der verunglückten Subventionspolitik der EU.
     
  31. Princewind

    Princewind Rassist und Lagerinsasse

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    Das Polenfleisch? ;)