Pro und Kontra Mindestlohn

Dieses Thema im Forum "Kneipe" wurde erstellt von Schröder, 7 April 2011.

  1. Schröder

    Schröder Problembär

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    Dazu gibt es keinen Link, ich hab die Debatte damals Live im TV verfolgt. Damals gab es auch noch keinen Mindestlohn im Wachdienst, obwohl sogar viele Arbeitgeber diesen gefordert haben, weil sie den ruinösen Preiskampf nicht mehr mitmachen wollten.

    Kann natürlich sein, das nach diesem "Skandal" im Wachschutz Mindestlöhne eingeführt wurden. Ist ja schon ´n paar Jahre her.

    Und 6 € / Stunde sind nicht realistisch. Für keinen Job ist das eine ausreichende Entlohnung. Da hab ich ja beim Zeitungsaustragen nach der Schule fast noch mehr verdient, und das ist schon über 20 Jahre her...

    Ich hab mir deinen Link nochmal angeguckt. Da steht jeweils "mehr als xy Stunden". Also kann das bei mehr als 42 auch durchaus 50 Stunden heißen. Abgesehen davon, das die wirklichen Dumpinglöhne da wohl nicht gemeldet werden.
     
    Zuletzt bearbeitet: 12 April 2011
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  3. KGBRUS

    KGBRUS SF Dschungelkönig 2016

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    6,-€ pro Stunde ist ein Witz meiner Meinung nach.

    aber da waren wir uns ja auch die ganze Zeit über einig.
     
  4. Schröder

    Schröder Problembär

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    Noch im vorletzten Beitrag waren 6 € für dich durchaus realistisch. Oder ist das jetzt ein realistischer Witz?
    Jobs unter 7 € /Stunde in Branchen, wo zusätzlich noch "Trinkgeld" anfällt und in allen anderen Branchen unter 8 € / Stunde gehören gesetzlich verboten. Aus, Fertig. Egal ob nun Zeitarbeit oder Festanstellung. Entsprechend höher bei höheren Lebenshaltungskosten. Ausnahmen kann man kurzfristig machen, wenn das Unternehmen neu gegründet wurde, sich erstmal auf dem Markt etablieren und Investionskosten vorschießen muss. Aber auch hier muss das Gehalt später nachgezahlt werden.
     
  5. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Ne, da würde ich gar keine Ausnahme machen. Wer sein Startup so kalkuliert, dass er nur mit Dumpinglöhnen klarkommt, der braucht gar nicht anzufangen.

    Mal davon abgesehen, dass es da sowieso genügend Schlupflöcher wie Vollzeitstellen, die als Praktika getarnt sind, gibt.
     
  6. KGBRUS

    KGBRUS SF Dschungelkönig 2016

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    Realistisch war daruf bezogen, das in manchen Jobs nur 6,-€ gezahlt werden. Ich personlich halte das genauso wie Du für zu wenig, deshalb sind 6,-€ für mich ein Witz.
     
  7. Schröder

    Schröder Problembär

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    @ Rupert: Genau diese "Praktikumsstellen" würde ich dann ja abschaffen.
    Aber ich hätte meinen Job hier auch nicht, wenn ich nicht zu Beginn auf etwas Gehalt verzichtet hätte (wobei das immer noch mehr ist, als ich vorher in Zeitarbeit bekommen habe). Inzwischen, 1 1/2 Jahre später, ist mein Lohn um Brutto 400 € gestiegen und die nächste Erhöhung um 200 für in 2 Jahren vorgesehen. Mann muss sich halt auch erstmal einen Kundenstamm aufbauen und gerade das Konzept dieses Unternehmens ist auf langfristige Gewinnerzielung aufgebaut.

    Also doch ein realistischer Witz. ;) Der allerdings für einige noch gut klingt. Gestern bei Maischberger ging es auch um Löhne, Zeitarbeit und Kündigungsschutz. Da hat eine Frau (Name fällt mir jetzt nicht ein) von Auswüchsen gerade im Fleischereigewerbe erzählt, wo teilweise nur noch 15 % Festangestellte zur Belegschaft gehören und der Rest in dubiosen Unter(zeitarbeits)firmen ausgegliedert und unter Druck quasi Rechtlos gemacht wurde ("Klappe halten, sonst Job weg"). Gerade bei Migranten, die sich in ihren Rechten nicht so auskennen, wird da echt Schindluder getrieben und Löhne von 2,50 / Stunde sind anscheinend dort keine Seltenheit.
     
    Zuletzt bearbeitet: 13 April 2011
  8. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Um wieder die Ausgangsfrage aufzugreifen:
    Mehr als eine festgeschriebene Summe, die für alle gilt - und das ist dann nun mal der kleinste gemeinsame Nenner - geht in meinen Augen nicht.
    Mir fällt aus dem Stand jetzt kein System ein, das auch noch Lebensumstände, Wohnort, etc. berücksichtigen könnte und nicht sehr komplex werden würde.

    Es wäre halt eine Mindestabsicherung, ob die dann ein gesichertes Leben ermöglicht, ist und bleibt unsicher.
     
  9. KGBRUS

    KGBRUS SF Dschungelkönig 2016

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    ist ja schön und gut, wenns aber nicht klappt hat man auf Gehalt verzichtet und nachher doch nix. Aus eigener Erfahrung.

    Da simmer doch wieder bei meinem Punkt: zeitarbeitsfirmen sind das Hauptübel
     
  10. Schröder

    Schröder Problembär

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    1. Die Nachzahlungen sind natürlich spätestens mit dem Ausscheiden aus dem Betrieb fällig.
    2. Und auch dagegen hilft der Mindestlohn.
     
  11. KGBRUS

    KGBRUS SF Dschungelkönig 2016

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    1. Ist Makulatur, wenn der Betrieb zu macht

    2. Ohne Zeitarbeitsfirmen bräuchten wir den ev gar nicht? (Nur damit wir uns in der Diskussion noch ein wenig im Kreis drehen :floet:)
     
  12. Schröder

    Schröder Problembär

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    Du tust ja gerade so, als wäre der Lohn nur bei Zeitarbeitsfirmen zu niedrig. Ich verweise nochmals auf die Friseure.
     
  13. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Zumal's Zeitarbeitsfirmen gibt, die auch fair zahlen.
     
  14. KGBRUS

    KGBRUS SF Dschungelkönig 2016

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    Du und deine Frisuere......
     
  15. Schröder

    Schröder Problembär

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    Sind ja nicht nur die Friseure, sondern fast alle Dienstleistungsgewerbe (Restaurants, Hotels, Reinigungsunternehmen, Billig-Discounter etc.) außerdem auch Dumping-Löhne bei Erntehelfern usw.. Aber solange du mir keinen vernünftigen Grund dafür nennen kannst, den Mindestlohn nicht einzuführen (außer den minimalen Eingriff am unteren Ende in der Tarifautonomie) ist die Diskussion eh müßig.
     
    Zuletzt bearbeitet: 13 April 2011
  16. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Wieso ist das ein Eingriff in die Tarifautonomie? Die Mindestlöhne können ja auch in den Tarifverträgen festgelegt werden.
     
  17. Schröder

    Schröder Problembär

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    Klar können sie das und werden sie dann ja auch, weil abweichende Tarifverträge unterhalb des Mindestlohns eh ungültig sind. Dafür muss dieser aber vorher gesetzlich festgelegt werden, weil es auch Branchen ohne Tarifverträge gibt.
     
  18. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Dann sollen die Branchen einfach für einen Mindeslohn streiken.
     
  19. Princewind

    Princewind Rassist und Lagerinsasse

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    nur da wird dann flugs ne neue Gewerkschaft gegründet, die dann Tarifverträge am untersten Ende abschließt, ich sagfe da nur den christlichen Gewerkschaftsbund. Gott sei dank, wurde dem nun die verhandlungsfähigkeit abgesprochen und die vom CGB ausgehandelten Tarife sind rückwirkend für null und nichtig erklärt worden.

    Folgen: Die Leiharbeitsfirmen jammern, dass die Nachzahlung des nun tariflich geltenden Lohnes und der darauf entfallenden SV-Abgaben sie in den "Ruin" stürzen würden.
     
  20. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Das könnte kompliziert werden.
     
  21. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Wieso das denn?
     
  22. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Nuja. Könnte an der Streikfähigkeit, bzw. am Streikrecht scheitern.
     
  23. Princewind

    Princewind Rassist und Lagerinsasse

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    Dann muss man halt für sein Streikrecht streiken ;)
     
  24. KGBRUS

    KGBRUS SF Dschungelkönig 2016

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    Sorry schröder, aber Du verallgemeinerst und wirfst zuviel in einen Topf. Billig- Discounter zahlen teilweise sogar sehr gut, wie zB Aldi. Erntehelfer kannst Du da auch raus nehmen, weil die Bauern den Arbeitern nicht mehr zahlen können, aufgrund der "geiz ist geil" Mentalität. Durch diese mentalität bekommen Bauern für Ihre Produkte keinen Preis der den Produktionskosten entspricht.

    Ist für mich einfach ein Grundsatz, der Staat hat nicht Tarife vorzuschreiben, am besten gar nicht. Vielmehr sollte der Staat zwingend ein Tarifvertrag vorschreiben.
     
  25. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Oder gleich die Revolotion starten.
     
  26. Schröder

    Schröder Problembär

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    Versuch mal als Zeitarbeiter zu streiken. :D Die Auftraggeber schmeißen dich schon raus, wenn du `ne Stunde früher gehen willst. ;) Und welche Gewerkschaft sollte den Streik organisieren? Die christlichen? Lächerlich, die Kirchen profitieren doch genauso von der Zeitarbeit, als Arbeitgeber.
     
  27. Schröder

    Schröder Problembär

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    Ja, teilweise. Aber frag mal die Verkäufer bei KIK. Bei den Bauern könnte der Staat durch entsprechende Subventionen aushelfen. Wird ja jetzt schon gut subventioniert. Ob er das Geld nun den Bauern gibt, damit die die Löhne zahlen können oder den Arbeitern als Hartz IV-Aufstockung, dürfte sich nicht viel machen. Aber die Demütigung, trotz schwerster körperlicher Vollzeitarbeit auf`s Amt rennen zu müssen, fiele dann weg.
     
  28. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Ganz klar: Nein.
    Der größte Topf in der EU ist die Agrarwirtschaft mit ihren Wahnsinnssubventionen. Die Folgen siehste noch heute: Riesenmastbetriebe, -milchfabriken, -und gemüseanbaukonzerne haben überlebt, die weiter den Preis drücken.

    Subventionen in der Agrarwirtschaft gehören zurückgefahren und zwar ordentlich und der Verbraucher sollte sich mal gewahr werden, welch' Mist er so in seinen Körper stopft.
     
  29. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Da muss ich nochmal einsetzen: Er schreibt jetzt schon Tarifbestandteile vor. In Form von Mindest- bzw- Höchstgrenzen. Mindesturlaub ist gesetzlich festgelegt und eine Traifangelegenheit. Höchstarbeitszeit ist gesetzlich festgelegt und eine Tarifangelegenheit.

    Das Argument, dass man nicht in die Traifhoheit eingreifen sollte, ist keins, wenn man bedenkt, dass das schon lange geschehen ist. Zwar an anderer Stelle, aber immerhin.
     
  30. Princewind

    Princewind Rassist und Lagerinsasse

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    mit dem Unterschied, dass die Christlichen Gewerkschaften keine Christlichen sind, sondern der FDP nahestehen.
     
  31. pauli09

    pauli09 2. Ewige Tabelle "1gg1"

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    darf ich noch anfügen, dass subventionierte hühnerteile nach afrika exportiert werden und dort zu einem spottpreis vertickt werden, sodass dort der redliche hühner-landwirt seine kostbaren, biologisch wertvollen hühner nicht mehr verkaufen kann.