Pro und Kontra Mindestlohn

Dieses Thema im Forum "Kneipe" wurde erstellt von Schröder, 7 April 2011.

  1. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Ich geh gar nicht mehr; unterstütz doch nicht diese neureichen Schnösel:
    http://www.der-postillon.com/2015/01/1470-brutto-dank-mindestlohn-neureiche.html?m=1
     
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  3. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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  4. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Im November hab ich folgenden Beitrag zu der für 2015 beschlossenen Erhöhung des Mindestlohns auf 15 Dollar in Seattle gesehen:
    http://www.ndr.de/fernsehen/sendung...hste-Mindestlohn-der-Welt,weltbilder4066.HTML

    Hab dazu mal aktuellere Beiträge über die ersten Erfahrungen damit gesucht, allerdings nichts auf Deutsch gefunden. Hier ein englischer Text, wobei man wissen muss: "casualty" heißt so viel wie "Opfer".
    http://shiftwa.org/first-casualty-of-seattles-15-minimum-wage/
    In anderen Worten, eine Firma hat deshalb inzwischen 100 Arbeitsplätze (20% ihrer Belegschaft) aus Seattle abgezogen.
     
  5. Detti04

    Detti04 The Count

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    Allerdings sind die Klagen ungerechtfertigt, wenn die entsprechenden Arbeitgeber vorher Loehne gezahlt haben, von denen man nicht leben konnte. Hier gibt es einen Vergleich zwischen Seattle und Reno:

    http://www.numbeo.com/cost-of-livin...nited+States&city1=Reno,+NV&city2=Seattle,+WA

    Achte vor allem mal auf die Mietpreise und die durchschnittlichen verfuegbaren Einkommen:

    Apartment (1 bedroom) Outside of Centre - Reno 612$ - Seattle 1183$
    Average Monthly Disposable Salary (After Tax) - Reno 1450$ - Seattle 4378$

    Ein Stundenlohn von 12$ mit einem resultierenden Monatslohn (vor Steuern) von etwa 2000$ bleibt dann doch ein ganz kleines bisschen unter dem nachsteurlichen Durchschnitt von 4378$...
     
  6. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Boah, sind die reich da in Seattle... muss ganz schön teuer sein die Stadt! :staun:
     
  7. Detti04

    Detti04 The Count

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    Nach nochmaligem Nachdenken muss da was faul sein, oder die Seite vergleicht irgendwie Aepfel mit Birnen. Oder ich hab's irgendwie versaut. Aber Forbes sagt immerhin:

    Median Haushaltseinkommen: 70700 (Seattle), 50500 (Reno)
    Lebenshaltungskosten: 20,8% ueber versus 0,6% unter dem landesweiten Durchschnitt
     
  8. Schröder

    Schröder Problembär

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    Naja, Durchschnitt sagt nicht viel aus. 1 Einkommensmillionär drückt den Hungerlohn von 20 Hilfsarbeitern über diese Grenze. Und da Seattle ich glaube in allen wichtigen Sportarten der USA ein Profi-Team hat, dürften allein einige Sportler dort über 1 Mio verdienen.
     
  9. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Stimmt. Wohnt Bill Gates nicht in Seattle? ;)
     
  10. Schröder

    Schröder Problembär

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    Das weiß ich nicht. Ich trau nur diesen Durchschnittswerten nicht. Lt. dem wären die Deutschen stinkreich glaub ich, aber leider gehören 5% der Bevölkerung 90 % des Reichtums.
     
  11. Detti04

    Detti04 The Count

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    Deshalb hab ich ja beim 2. Beitrag nicht den Mittelwert angegeben, sondern den Median. (Falls der Median unbekannt ist: Die Haelfte der Werte liegt unter dem Median, die andere Haelfte liegt drueber.)

    Seattle hat uebrigens viel (High)-Tech-Jobs, deshalb sind die Einkommen da vermutlich so hoch.
     
  12. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Hoch lebe Dan Price!

    Dan Price verdient als Vorstandsvorsitzender der US-Firma Gravity Payments ein Millionengehalt. Doch das will er jetzt ändern: Um seinen Angestellten mindestens ein Jahresgehalt von 70000 Dollar zahlen zu können, will er sein eigenes Einkommen drastisch kürzen.

    Nämlich auf ebenfalls 70.000 per anno. Reicht ja auch. Und außerdem macht das glücklich:

    Auslöser dieser Idee soll eine Studie zum Thema Glück gewesen sein, die Price gelesen hat. Laut der Studie steigt die Zufriedenheit eines Menschen, wenn sein Gehalt steigt. Das passiert allerdings nur bis zu einer Grenze von etwa 75000 Dollar pro Jahr. Verdient der Angestellte noch mehr, steigt sein Glück nicht mehr entsprechend zum Geld.

    http://www.noz.de/deutschland-welt/...zt-sein-gehalt-um-angestellten-mehr-zu-zahlen

    Passender Name btw. :D
     
  13. Catweezle

    Catweezle Geißbock

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    tja gehen wir mal von ein Mindeslohn 8.50 aus was ja die armen Firmen ja sooo unter druck setzt ..was ist mit denn Menschen ... die werden da durch ech stinkreich bekommen eine rente die sie ernäht im renten alter...und alles dafür das man was gelernt hat ...
    ach spinnen wir mal weiter ...wird man früh zeitig krank kann mann sich alle 14 tage etwas über 200 euro abholen von der aok oder sonst wem ...
    tja da kann man sich ausrechnen was ein mindeslohn im alter bringt !!!:fress:
    nur das blickt nur keiner weil die meisten hier davon nicht betroffen sind ...klar ein Ulli ist der herld unterschlägt einige Millionen spendet paar und das ist ein vorzeige mensch ...und alle heulen mit ihn ...
    die armen Leiharbeiter usw. die unterstützen die steuern weil sie jeden monat ihre steuer zahlen obwohl sie wissen das sie keine rente bekommen ...dank unser popliegen 8.50zig... nur weil paar ideoten meinen das wer gut das menschen noch weniger verdinnen soll ...damit paar meinen mehr in ihre tasche zu scheffeln ..um noch mehr ach so tolle arbeitsplätze zu schaffen um die armen menschen noch mehr zu veraschen ...


    und wie dumm ist eine Gesellschaft um dafür noch ein contra zu finden ...können wir gleich die Schulepflicht abschaffen und im Mittelalter weiter leben ...oder wie im gelobenden land USA wo die leute mehre jobs haben also wie im mittelalter ...

    gruß
     
    Zuletzt bearbeitet: 17 April 2015
  14. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Schland ist ja immer noch nicht untergegangen, obwohl es den Mindestlohn nun schon ein paar Monate gibt. Es laufen auch nicht alle mit langen Haaren rum, obwohl sich ja niemand mehr eine Frisur leisten können dürfte.

    Das kann dann wohl nur eins bedeuten: Die Arbeitgeber bescheißen alle, oder wie?
     
  15. Schröder

    Schröder Problembär

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    Gibt genug Tricksereien der Arbeitgeber. Außerdem ist der Mindestlohn von 8,50 längst noch nicht in allen Branchen gültig.
     
  16. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    solange sich auch keiner bzw. zu wenige dran stören...

    Der Deutsche neigt wohl zur Selbstausbeutung. Anders kann ich mir das nicht erklären, dass Arbeitnehmer den Erfolg ihrer Betriebe feiern, obwohl sie selber mehr arbeiten als sie müssten und weniger verdienen als sie könnten.
     
  17. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Und jetzt will die SPD auch noch den 8-Stunden-Tag abschaffen. :vogel:
     
  18. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Die sollten mal in ihre Parteigeschichtsbücher schauen, wofür sie sich früher so alles eingesetzt haben. Und wofür ihre Mitglieder zum Teil gestorben sind.
     
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  19. Chris1983

    Chris1983 Well-Known Member

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    Warum die SPD? soweit ich weiß die Arbeitgeber...

    http://www.neuepresse.de/Nachrichte...t/Arbeitgeber-wollen-8-Stunden-Tag-abschaffen

    http://www.faz.net/aktuell/wirtscha...den-arbeitstag-nicht-abschaffen-13716889.html
     
  20. Schröder

    Schröder Problembär

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    Vielleicht weil Arbeitsplätze in erfolgreichen Betrieben generell etwas sicherer sind, als wenn das Unternehmen kurz vor der Insolvenz steht. Erhöht auch die Chancen auf geregelte Auszahlung des Lohns und künftige Lohnerhöhungen beträchtlich. Ist zumindest bei meinem AG so.
     
  21. KGBRUS

    KGBRUS SF Dschungelkönig 2016

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    Formel sollte lauten. Der AN partizipiert am Erfolg des AG. ist nur leider nicht sehr häufig. Deshalb bin ich für ein kleines Grundgehalt + Erfolg abhängige Zahlungen die sich aus der eigenen Arbeit und dem Unternehmenserfolg zusammen setzen.
     
  22. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Das ist eine schöne Theorie, die aber an mehreren Ecken scheitert:
    1) Mit einem Mini-Grundgehalt bekommt man keine Planungssicherheit um mal halbwegs sowas wie eine Vorsorge in die Zukunft aufzubauen
    2) Unternehmerisches Risiko wird auf Angestellte abgewälzt ohne dass die aber die Vorteile eines selbstständigen Unternehmers haben
    3) Die Festlegung der Ziele, die man erreichen soll um den Bonus zu bekommen, ist in vielen Bereichen kaum transparent, objektiv und fair zu verwirklichen
     
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  23. KGBRUS

    KGBRUS SF Dschungelkönig 2016

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    Das ist eine Frage der Höhe. Um in der Theorie zu bleiben sagen wir mal ungefähr den Mindestlohn

    Welche Vorteile hat ein Unternehmer denn, gegenüber dem AN, wenn der AN verhältnissmäßig am Unternehmensgewinn beteiligt ist.
    Das ist ja genau das was ich meine läufts gut gibts mehr, läufts schlecht halt weniger

    Das ist auch wieder eine Frage der Umsetzung. Man kann das auch einfach und transparent gestalten

    Aber wie Du schon richtig sagtest, alles graue Theorie.
     
  24. Schröder

    Schröder Problembär

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    Na dann bewerte mal die Arbeit z. B. eines Buchhalters und seinen Anteil am Unternehmenserfolg bzw. wie er diesen durch seine Arbeit beeinflussen kann. Der arbeitet an einer Bilanz mit 2 mio Verlust genausolange wie an einer mit 2 Mio Gewinn.
     
  25. Chris1983

    Chris1983 Well-Known Member

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    Dann werden aber einige mMn (noch) mehr in die Schiene kommen auf Teufel komm raus die Zahlen des Betriebes hochzuschrauben. Und ob das dann immer so gut ist...naja...ich stell es mal in Frage.

    Unabhängig davon: was ist denn wenn alle Angestellten mit ihrem Grundgehalt sich den Poppes das ganze Jahr über aufreißen, geackert haben ohne Ende und am Ende steht aus welchen Gründen auch immer beim AG +/- Null? Dann buckelste das ganze Jahr über und gehst trotzdem mit ein paar Kröten nach Hause mit denen du maximal ggf. deine Existenz sichern kannst.

    Wie gesagt, für mich kein Zukunftsmodell.
     
  26. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Ein Ziel muss quantifizierbar und für das Individuum auch erfüllbar sein, wenn sich danach seine Bezahlung richtet und da ist eben "Unternehmenserfolg" total untauglich, denn einzelne können einen Bombenjob machen und dennoch kann die Company ihre Ziele nicht erreichen.
    Desweiteren lässt sich nicht jede Arbeit in solche quantifizierbaren Metriken pressen sondern sie kann oft nur qualitativ bewertet werden.
     
  27. Schalke-Königsblau

    Schalke-Königsblau Derbysieger 2012/13

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    Dank dem Mindestlohn haben die Arbeiter, die vor der Einführung weniger an Stundenlohn bekommen haben, z.B. Firmen die für die Post arbeiten, Taxifahrer, Friseur usw..........nur mehr Arbeit, aber nicht mehr Geld.
    Es wird da überall an Arbeitnehmern oder/und Zeit gespart.
    Vor allem die meisten nicht mehr ganz so jungen Arbeitnehmer (viele schon im Alter von über 40J.) schaffen es einfach nicht.
    Das geht so weit, dass der eine und andere freiwillig hinschmeisst, weil die Arbeit einfach nicht zu schaffen ist und der Druck zu groß wird.
    Dann sollen gerne jüngere leistungsfähigere Arbeiter geholt werden.
    Das ist das, was ich seit der Einführung des Mindestlohns ( 8,50 Euronen ) feststellen durfte, bzw. in meinem Umfeld zu hören bekam.
     
    Zuletzt bearbeitet: 28 Juli 2015
  28. NK+F

    NK+F Fleisch. Moderator

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    Komisches Umfeld.
    8,50 € sind 8,50 € pro Stunde.
    Was hat das mit länger arbeiten zu tun ?
    Ich habs ja hier ganz nah.
    Meine Frau muß bei ihrem 450€ Job jetzt weniger arbeiten, da sie 1 € pro Stunde mehr verdient.
    Vll. arbeiten deine Bekannten bei Lohnschindern und Ausbeuter.
    Da hilft nur diese Leute anzuzeigen.
    Natürlich anonym. Den Denunziant mag ja keiner, auch wenn er nicht wirklich einer ist.
     
  29. Schröder

    Schröder Problembär

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    Wenn die im Zustellgewerbe arbeiten, liegt die Chance auf Lohnschinderei und Ausbeutung sehr hoch. Ist dummerweise auch noch gesetzlich legal, da es den Unternehmen überlassen bleibt.,die Zeittaktung (wieviele Briefe der AN beispielsweise in 1 Stunde austragen muss) selbst festzulegen. Natürlich sind die Vorgaben in der Regel zu hoch, so dass der AN entsprechend länger braucht (wenn er seine Arbeit nicht trotz schwerer Tasche im Vollsprint erledigen und dabei seine Gesundheit ruinieren will). Diese Zeit wird aber nicht bezahlt, weil man annimmt, er hätte absichtlich getrödelt.Und Pausen sind schon mal gar nicht drin.

    Auf diese Weise bekommt der AN dann eben nur 7 statt 8,50 / Stunde. Er muss in der gleichen Zeit wie früher jetzt mehr leisten, und wenn er es nicht schafft, geht das zu seinen Lasten,
     
    Zuletzt bearbeitet: 29 Juli 2015
  30. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Wenn sich jeder alles nach Hause liefern lassen will und das nicht mehr kosten darf als im Laden (und sogar das Zurücksenden kostenlos sein soll, also für den Kunden) ist das irgendwie auch ne logische Folge.

    Wie übrigens auch eine rechte Autobahnspur voller Lastwagen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 30 Juli 2015
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  31. Schröder

    Schröder Problembär

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    Das schiebt ja nur den schwarzen Peter weiter.
    Natürlich, dieses "Ich will alles bequem und umsonst" spielt da mit rein. Allerdings hat der Online-Kunde ja nicht die Alternative seine Sachen da zu bestellen, wo er sicher sein kann, das die Zulieferer auch gerecht bezahlt werden. Und wenn er gar nichts mehr bestellt, geht´s den Lieferanten auch nicht besser.

    Beim Lohn muss angesetzt werden. Das macht die Lieferung teurer, aber dann kann man immer noch prüfen, ob die Leute bereit sind, für die Zustellung zu bezahlen. Kostenlos nach Hause und zurück gibt´s dann halt nicht mehr. Da muss man für seine Bequemlichkeit mal was abdrücken. Wer dazu bereit ist, bestellt weiter - wer nicht, muss selbst laufen. Das hilft dann jedenfalls dem Einzelhandel.
     
    Zuletzt bearbeitet: 30 Juli 2015