Private Krankenversicherung?

Dieses Thema im Forum "Kneipe" wurde erstellt von André, 14 Oktober 2007.

  1. André

    André Foren-Capo Administrator

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    Ich habe mal paar Fragen zur privaten Krankenversicherung:
    • Wer von Euch ist privat versichert?
    • Welche Leistungen der Privaten Krankenversicherung sind Euch wichtig?
    • Wird man wirklich anders bzw. bevorzugt behandelt?
    • Bekommt man andere Medikamente verschrieben als der normale Kassenpatient?
    • Haltet Ihr die Bevorzugung von Privatpatienten für gerecht?
    • Welche Vorraussetzungen muss man haben um sich bei einer privaten Krankenversicherung anmelden zu können?
    • Sind die Kinder und die Ehefrau bei einer privaten Krankenversicherung automatisch mitversichert?
    In vielen Werbungen wird suggeriert das eine private Krankenversicherung nicht viel teuerer wäre als die gesetzliche Krankenversicherung, dient das nur dazu um potentielle Kunden anzulocken oder ist der Unterschied tatsächlich nur sehr marginal?

    Hoffe der ein oder andere kann mich an seinen Erfahrungen beteiligen.
     
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  3. NK+F

    NK+F Fleisch. Moderator

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    Nein......

    Edith meint noch das du wahrscheinlich ganz gut Kohle machst.:schock:
     
  4. André

    André Foren-Capo Administrator

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    Nein ganz sicher nicht, deshalb habe ich ja auch nach den Vorraussetzungen gefragt. ;)

    Mich wundern lediglich diverse Werbe-Aussagen, die Private Krankenversicherung sei monatlich kaum teurer als die Gesetzliche Krankenversicherung.

    Deshalb würde mich mal interessieren was da dran ist. Wenn es wirklich kaum ein Unterschied im Preis wäre, so würde sich doch wohl jeder privat versichern, oder? :suspekt:
     
  5. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Das System ist grundverschieden, das hat nix mit Gerechtigkeit oder Ungerechtigkeit zu tun.
    Privat versichert heißt: Du sparst Dir aus Deinen Beiträgen einen Sockel zusammen aus dem dann Deine Ausgaben bezahlt werden.
    Gesetzlich versichert heißt: Du zahlst in einen allgemeinen Topf aus dem die Ausgaben für alle anderen und Dir finanziert werden.

    Ganz vereinfachend heisst privat: Du für Dich und gesetzlich: Alle für einen, einer für alle

    Die Beiträge sind bei der privaten Versicherung zu Beginn, gerade wenn Du jung und gesund bist um einiges niedriger als die bei der gesetzlichen. Allerdings kenne ich einige Fälle von älteren Menschen, denen nun mehr fehlt, die mittlerweile extrem hohe Beiträge bei den privaten zahlen.

    Das ist ein Rechenbeispiel, das Du für Dich durchexerzieren mußt.

    Die Voraussetzungen um sich privat zu versichern:
    -Arbeitnehmer mit einem Jahres-Bruttoeinkommen von mindestens 46.800 Euro
    - Selbstständige, Freiberufler und Künstler unabhängig von der Höhe ihres Einkommens
    - Beamte und andere Beihilfeberechtigte (z.B.: Richter, Landtags- und Bundestagsabgeordnete)

    Da siehste die Unterschiede in den Leistungen mal etwas gerafft.
     
  6. André

    André Foren-Capo Administrator

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    Danke Rupert.

    Da ich an das Bruttoeinkommen nicht rankomme, hat es sich eh für mich erledigt.
    Was passiert denn, wenn ich als privat Versicherter plötzlich unrentabel für den Anbieter werde, sei es durch eine lange chronische Krankheit oder einen Unfall, der mich lange außer Gefecht setzt.

    Kann der Anbieter der Privaten Krankenversicherung mich dann rausschmeißen, und wer kommt dann für die Kosten (Arztkosten, Krankenhauskosten etc,) auf? :gruebel:
     
  7. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Puuuh...ich bin echt kein Fachmann, was Krankenversicherungen betrifft. Aber zuerst mal würde ich sagen: Dann hast Du ein fettes Problem, denn als allererstes wird Dir die Versicherung mal Deinen Beitrag kräftig erhöhen und ein Wechsel in die gesetzliche geht nicht so ohne weiteres.
    Das ist ja auch genau die Crux: So ein Wechsel in die private Krankenversicherung ist nicht so ohne, denn der Weg zurück in die gesetzliche ist nicht per se vorgesehen. Wäre auch eine ziemliche Verarschung der gesetzlichen Beitragszahler, wenn aufeinmal all diejenigen, die jahrelang nix eingezahlt haben, weil sie bei den privaten waren, von den gesetzlichen Geldern finanziert werden würden.

    Aber in der Summe haste, meiner bescheidenen Meinung nach, egal ob privat oder gesetzlich versichert, immer ein Riesenproblem, wenn Du ernsthaft und lange krank wirst und nicht selbst über die notwendigen Geldreserven verfügst.
     
  8. NK+F

    NK+F Fleisch. Moderator

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    Wenn du vorraussehen kannst das du in absehbarer Zeit schwer krank wirst, kannst du deinen Job hinschmeissen und einen auf Hartz 4 machen.Dann muss dich wieder jede stinknormale Krankenkasse aufnehmen.

    Wie du siehst kannst du nicht so tief fallen, denn seit einiger Zeit gibt es ja die krankenversicherungspflicht.

    Im übrigen schaffst du dir bei einer privaten Krankenversicherung Rücklagen für`s Alter.Ist nur Pech wenn du schon in jungen Jahren alle möglichen Gebrechen hast.
     
  9. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Und genau das beschreibt zwei der Gründe für das Dilemma in dem unser Kranken-, und auch Sozialversicherungssystem, steckt.

    Mal davon ab, daß es sowieso nicht lange gut gehen kann, zwei grundverschiedene Sicherungssysteme zu haben, wovon eines praktisch zwangsverpflichtet ist jeden aufzunehmen, während das andere rein nach marktwirtschaftlichen Prinzipien arbeiten kann.
     
  10. NK+F

    NK+F Fleisch. Moderator

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    Frage mich bitte nicht nach Quellen zu meinem folgenden Post (Spiegel wahrscheinlich).

    Ich habe gelesen das wenn man die private Krankenversicherung komplett kippen würde die allgemeine KV ohne Probleme darstehen würde und der Behandlungsstandard "insgesamt" steigen würde.

    Dort stand auch das es eben nicht so ist das die PKV durch höhere Zahlungen das allgemeine KV-System stützen würde sondern das es selbst aus marktwirtschaftlicher Sicht besser wäre (wirtschaftlich für den Staat und nicht für die PKV´s) die PKV`s abzuschaffen.
     
  11. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Also ich bin selbst privat versichert und habe es bisher nicht bereut. Ich bekomme beim Arzt jede Überweisung, ein teureres (und besseres) Blutdruckmedikament, meine Versicherung zickt nicht bei Routine-Überwachungs-Untersuchungen und Heilbehandlingen und die PKV ist ein echter Türöffner. Jedoch bekomme ich keine schnelleren Termine durch die PKV sondern sie ist eher nützlich, um überhaupt Termine zu bekommen, Stichwort Fachärztemangel.

    Allerdings kommt es - wie überall - auch darauf an, wo man versichert ist, bei welcher Gesellschaft.

    Nachteilig ist sicher, dass ich ständig mein Einkünfte der KK meiner Frau nachweisen muss, denn dort ist unsere Tochter versichert und wenn ich mit meinem Studium fertig bin, kann ich endlich meine Tochter bei mir mitversichern. Das kostet nämlich extr Beiträge, und so dicke ist unser Polster derzeit nicht. Und nachteilig wird möglicherweise der Beitrag im Alter, aber das sehe ich mal ganz gelassen und entspannt.
     
  12. Itchy

    Itchy Vertrauter

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    Für mich ist das Fördern der privaten Krankenversicherung eines der größten Verbrechen der Regierung Kohl. Der Kassen gingen die besten Versicherungsnehmer, die nachweislich auch weniger krank sind, ergo weniger kosten, verloren.
    Zum einen Solidaritätsprinzip adé, zum andern wurden die meisten nicht wirklich darüber aufgeklärt, was es heißt, auch im Alter die Beiträge blechen zu müssen.
    Ich persönlich bin freiwilliges Mitglies in der Gesetzlichen. Auch wenn ich mich oft genug ärgere, ein Wechsel zu Privaten käme nicht in Frage.
     
  13. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Geht mir genauso ich fahre ebenfalls die Schiene freiwillig in der gesetzlichen zu bleiben. Hauptsächlich deswegen, weil ich es nicht einsehe, einem System, das mich und meine Familie jahrzehntelang gut versorgt hat so mir nichts dir nichts wegen ein paar angeblichen Ersparnissen den Rücken zuzudrehen.
    Außerdem brauche ich keine Chefarztbehandlungen und dergleichen. Ein Arzt, der nur auf Privatpatienten macht, ist desweiteren auch nix für mich, da er - meiner Ansicht nach - dann seinen Beruf verfehlt hat.
    Was allerdings gut bei den privaten ist, daß der behandelnde Arzt seine Rechnung genau aufschlüsseln muß, das vermisse ich arg bei den gesetzlichen Kassen.
     
  14. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Erstens das, und zweitens bekommt man ein ganz gutes Gefühl dafür, was wieviel kostet.
    Mir wurden mal 3 Tage Augenambulanzaufenthalt statt Chirurgie berechnet. Hätte mehr als das Doppelte gekostet. Ein Kassenpatient kriegt das gar nicht mit und die Krankenkasse wohle eher auch nicht.
     
  15. Ichsachma

    Ichsachma J'aime soleil

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    Ein weiteres, entscheidendes Argument für denjenigen, der sich die Frage stellen kann, wie er sich versichert, ist der Umstand, daß ein Zurück in die gesetzliche KV nach dem Abschluß bei einer privaten weitgehend nur in den Pflichtfällen möglich ist, die der NKFrankfurter erwähnte.

    Es ist daher in aller Regel nicht möglich, in jungen Jahren von den geringeren Beiträgen in der Privaten zu profitieren, um im Alter dann zurück zu wechseln.

    Sollte mal erwähnt werden, um anschließend mit der Keule auf die PKV draufzukloppen.

    So langsam komme ich nämlich in das Alter, in dem mir regelmäßig einer abgeht, wenn ich diejenigen aussem Freundes- und Bekanntenkreis höre, die sich noch vor etwa einem Jahrzehnt über mich lustig gemacht haben, nach dem Motto:

    "Hassu zu viel Kohle? Bissu blöd?"

    Muauauauauauauauauaua.

    Solidarität, olé!
     
  16. Obi

    Obi Neuer Benutzer

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    In der Werbung sind die günstigen Preise real, ABER:

    Es werden meistens 30-jährige genannt, die gesund sind und die angestellt sind.
    Hier übernimmt der Arbeitgeber ja die Hälfte der Beiträge, deswegen können die in der Werbung nur den Arbeitnehmerbeitrag nennen.
    Und ein junger gesunder Mensch zahlt dann natürlich sehr wenig.
    Wenn der gleiche Mensch selbständig ist, hat er schon das doppelte an Beitrag!

    Je älter sein Eintrittsalter in die PKV wird, desto höher sind die Beiträge - die bei Frauen sowieso höher sind.

    In der PKV wird ein Teil des Geldes als Rücklage angespart, so dass die Beiträge im Alter nicht ganz so drastisch sind.
    Trotzdem gibt es viele Rentner, die sich heute wünschen, wieder in die GKV zu kommen, weil sie die hohen PVK Beiträge kaum mehr bezahlen können.
    Die Altersrücklage kann man inzwischen auch zu ener anderen Gesellschaft mitnehmen.

    Familienangehörige sind in der GKV beitragsfrei mitversichert, in der PKV muss man für jedes Familienmitglied extra zahlen, auch für Kinder!

    Ein Wechsel PKV -> GKV ist nicht vorgesehen, aber möglich!
    Ein Vorposter sagte schon eine Möglichkeit, eine andere wäre, wenn man als Angestellter / Arbeiter unter die Beitragsbemessungsgrenze fällt.

    Nun zu den Leistungen:
    Hier ist der bei der PKV Versicherte echt der King!
    Beim Arzt kommt man in der Regel früher dran!
    Man bekommt bessere und schonendere Medikamente, auch auf Naturheilbasis.
    Wenn man Gehhilfen, Rollis, Prothesen etc. braucht, hat man in der GKV auch bessere Modelle und Möglichkeiten.
    Bei Abschluss sollte man aber darauf achten, dass ein offener Hilfsmittelkatalog da ist.
    Offener Hilfsmittelkatalog heisst, dass alle Hilfsmittel in jeder Höhe bezahlt werden.
    Viele Anbieter geben konkrete Summen vor - z.B. Rolli bis € 1000,- - aber in 20 Jahren würde man dafür nur noch ein Rad bekommen, denn die Summen bleiben i.d.R. statisch.
    Ganz wichtig und für mich DAS Argument für eine PKV:
    man kann sich das Krankenhaus aussuchen und so in eine Spezialklinik - auch im Ausland - wo man wesentlich bessere Chancen hat.

    Ein Rausschmiss nach Krankheit ist nicht möglich und die Beiträge werden auch nicht teurer, weil man als Versicherter krank wird!
    Aber die PKV kann die Aufnahme verweigern, wenn man beirets krank oder verletzt war oder erhebt zum Teil nicht unerhebliche Risikozuschläge.
    Außerdem bieten die meisten PKV's Beitragsrückerstattungen an, wenn man z.B. 1 Jahr lang nicht krank war bzw. außer Vorsorgeuntersuchungen nicht beim Arzt war.
    Und durch den Selbstbehalt sind die Vorsorgeuntersuchungen meitens auf eigener Tasche zu bezahlen, obwohl sie Grundsätzlich bezahlt werden würden.

    Für denjenigen, der es sich leisten kann, hat die PKV eigentlich nur Vorteile!
    Nachteil: steigende Beiträge im Alter, keine mitversicherten Familienangehörige.


    Zu der Diskussion über Solidargemeinschaft etc.
    Der Staat kann einem nicht alles abnehmen und durch die katastrophale demoskopische Entwicklung funktioniert vieles nicht mehr, was früher einmal gut war oder gut gemeint war.
    Wenn ich bedenke, wie die Leute mit jeder Gesundheitsreform verarscht werden und was die gesetzliche Rente für eine Rendite in Relation zu den eingezahlten Beiträgen hat, setze ich voll auf Eigenvorsorge und bin wohl in Bälde auch in der PKV...

    Gruss

    Joe
     
  17. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Und das tut der gesetzlich Versicherte nicht. :gruebel: Ich hatte irgendwie schon den Eindruck, daß da ein nicht unerheblicher Anteil meines Geldes für drauf geht, wenn ich auf meine Gehaltsabrechnung schaue.

    Das ganze Trara um die privaten Kassen kann man getrost auf einen Nenner bringen:
    Sie kosten erst mal weniger, deswegen werden sie genommen.
     
  18. Itchy

    Itchy Vertrauter

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    Wenn man dann alt wird oder in fanzielle Not kommt, dann sind es dieser Drecksstaat und diese Drecksgesellschaft, die einen wieder mal im Stich lässt.
     
  19. André

    André Foren-Capo Administrator

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    Hört sich für mich so an: Derjenige bei dem Geld keine Rolle spielt, der sollte sich auf jeden Fall privat versichern, sonst wäre Er wohl blöd. :suspekt: