Piratenpartei - überhaupt noch wählbar?

Dieses Thema im Forum "Kneipe" wurde erstellt von Nestor BSC, 1 August 2013.

?

Wäre es überhaupt noch zumutbar, die Piraten zu wählen?

  1. *

    ja, auf jeden Fall

    4 Stimme(n)
    40,0%
  2. nein, niemals

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    10,0%
  3. nein, sie sind schon heillos zerstritten

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    20,0%
  4. nein, die Piraten haben kein Profil

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    10,0%
  5. nein, sie haben keine Struktur und keinen Kurs

    2 Stimme(n)
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  6. nein, eine Ein-Themen-Partei wähle ich niemals

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    10,0%
  7. was will ich mit so einer Internetpartei?

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  8. sind für mich nur Nerds

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  9. Piraten? Gehen mir am Arsch vorbei

    4 Stimme(n)
    40,0%
Eine Auswahl mehrerer Antworten ist erlaubt.
  1. Nestor BSC

    Nestor BSC Der Hauptstadt-Patriot

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    Wäre die Piratenpartei für euch überhaupt noch wählbar?

    Bzw., wäre es überhaupt noch zumutbar, den Piraten die Stimme zu geben, wo sie sich zum Teil zerfleischen?
     
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  3. Ichsachma

    Ichsachma J'aime soleil

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    Klar, wenn Käpt'n Blaubär den Vorsitz übernimmt.
     
  4. Raffelhüschen

    Raffelhüschen Forennutzer

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    Was ist dir lieber? Inhaltliche Debatten (von den persönlichen Animositäten mal abgesehen) oder ein Kanzlerinnen-Wahlverein, bei der genau einer/eine sagt, wo es langgeht?
     
    faceman gefällt das.
  5. Ichsachma

    Ichsachma J'aime soleil

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    Wenn die Frage an mich ging: Letzteres, unabhängig, ob es Merkel- oder Peer100-Verein ist.

    Debatten sind die grässlichste Art der Profilierung, ohne in aller Regel irgendetwas zu bewegen. Schönschwätzerei eben.
     
  6. Raffelhüschen

    Raffelhüschen Forennutzer

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    Sehe ich nicht so. Das hängt ganz von den Diskutanten ab. Aber eigentlich ist die Frage an Nestor gestellt.
     
  7. Nestor BSC

    Nestor BSC Der Hauptstadt-Patriot

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    Wenn du mich so frägst, dann eher inhaltliche Debatten! ;)
     
  8. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Debatten können sicherlich nervig sein, aber die gibt's doch auch im CDU-Ortsverein. Ganz ohne Debatten, das gibt's nur beim Militär.

    Als ich an der Uni war, hab ich mal eine Frau aus einer K-Gruppe kennengelernt, die lud mich eines Abends zu einer von deren Sitzungen ein. Die hatten wirklich beides: Debatte und einer, der sagt, wo's lang geht. Das ganze lief so ab: der Obermacker stellte seinen Standpunkt vor (natürlich gemäß der Parteilinie) und meinte, jetzt sollten wir mal alle darüber diskutieren. Nach zwei Stunden Diskussion fasste er das ganze dann zusammen - mit genau dem gleichen Standpunkt, den er am Anfang vorgestellt hatte. :D
     
  9. pauli09

    pauli09 2. Ewige Tabelle "1gg1"

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    dann war ja noch alles gut - bis auf die 2 std. zeitvergeudung. ;)
     
  10. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    K-Gruppe hatte ja auch nix mit Demokratie zu tun.
     
  11. klopp <3

    klopp <3 Active Member

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    Die Piraten sind ein Haufen diletantischer Amateure. Das macht sie für manche sympathisch, aber es sollte um Fähigkeiten und nicht um Sympathie gehen.

    Leute, die einen tiefen Hass auf alle etablierten Parteien haben werden darüber hinwegsehen und sie trotzdem wählen. Bezweifle dennoch das es für 5% reicht.
     
    Zuletzt bearbeitet: 2 August 2013
  12. Raffelhüschen

    Raffelhüschen Forennutzer

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    Also du kannst da ganz sicher nicht alle über einen Kamm scheren. Ich alleine kenne schon mehrere, die ordentlich was auf dem geistigen Kerbholz haben. Ich würde keinesfalls behaupten, dass die Piratenmitglieder im Schnitt ungebildeter sind als die der großen Parteien. Und Erfahrung in der politischen Arbeit bekommtst du nur durch Erfahrung. Das dauert. Ich stelle mir eher die Frage, ob es in der Mehrzahl Leute sind, die die Ausdauer für einen auf Jahre doch ziemlich bürokratischen Job in einem Parlament haben. Aber das ist spekulativ.
     
    Zuletzt bearbeitet: 2 August 2013
  13. klopp <3

    klopp <3 Active Member

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    Ich würde niemals behaupten dass PP-Mitglieder dumm oder gar unbebildet seien, habe ich auch nicht...Diletantismus hat überhaupt nichts mit dem Bildungslevel sondern der Erfahrung im entsprechenden Bereich zu tun.

    Die PP-Mitglieder haben mehrheitlich keine Erfahrung in politischer Arbeit, zumindest nicht in professioneller, und das gilt leider auch für die Führungsfiguren und das ist das problematische. Das ist nachprüfbar und ein Fakt. Und dann kommt eben so etwas dabei heraus wie man in den letzten Monaten in den Zeitungen verfolgen konnte. Diletantismus, ineffizienz, peinliche Presse, Skandälchen (ich erinnere mich noch vage an eine führende PP-Politikerin, die nach 6 Monaten in der Politik natürlich direkt ein Buch schreiben musste hat und derren Verlag gegen Raubkopierer rechtlich vorging :D ).

    An der Spitze der etablierten Parteien stehen Leute mit 20-40-jähriger Erfahrung im Politikgeschäft. Diese Leute sind auch nicht unbebildet oder dumm. Man darf schon annehmen, dass die in den vergangenen Jahrzehnten eine ganze Menge darüber gelernt haben wie man als Partei effizient zu arbeiten hat.
    Bei den Piraten...nunja. Die beliebteste Parteichefin war eine Psychologiestudentin, die Frau hatte noch nichtmal Berufserfahrung. Das ist doch an Lächerlichkeit nicht mehr zu überbieten. Die aktuelle Parteispitze ist zwar nicht mehr ganz so unbedarft, aber trotzdem meilenweit davon entfernt die Erfahrung mitzubringen die man braucht um zu wissen wie der Hase läuft. Und wie hieß nochmal dieser durchgeknallte arbeitslose Lebenskünstler, der vor einiger Zeit noch irgendein hohes Amt bekleidete und mit dem sich der Rest der Partei eine permanente höchst-peinliche Schlammschlacht über die Twitter lieferte? :lachweg:

    Und klar, Erfahrung erwirbt man mit der Zeit. Blöd nur, dass die PP, sobald sie ausreichend Erfahrung gesammelt hat um eine ernst zu nehmende Partei zu sein sich hinsichtlich ihrer Strukturen nicht mehr von den etablierten Parteien unterscheiden wird. Den Prozess den die jetzt im Schnelldurchlauf durchmachen haben andere halt in 40-Jahren stetigem Wandel durchgemacht.
    Mal sehen wie sie dann inhaltlich aufgestellt sein werden. Kann halt alles mögliche werden, weil das Kernthema Datenschutz, zu dem die Mitglieder wohl auch eine halbwegs einheitliche Linie haben, halt nicht zur Orientierung in den meisten anderen Bereichen genutzt werden kann. Die Grünen haben es damals geschafft, allerdings gab derren Kernthema halt auch deutlich mehr her.
    Außerdem war das vor fast 25 Jahren...damals haben Politiker in Talkshows geraucht und Profi-Fussballer haben während der Halbzeitpause des Pokalfinales ein schnelles Bierchen in der VIP-Loge gekippt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 2 August 2013
  14. Raffelhüschen

    Raffelhüschen Forennutzer

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    Naja, das ist eine Hypothese. Und die anderen Parteien waren in der Mehrzahl nicht in der Form strukturiert, wie es die Piraten sind. Jedenfalls kann ich mich nicht daran erinnern.
    Zum anderen: Naja, wie du schon schreibst, ist das eine Sache von Erfahrung und Lernen. Leute mit Erfahrung im Parlaments- Rat- und Ausschussbetrieb wirst du in einer kleinen Partei zwar auch, aber weniger finden als in großen Parteien, wo es bestimmt anteilsmäßig mehr Leute gibt, die sich für eine Parteikarriere und Politik als Berufsfeld entschieden haben.
     
  15. klopp <3

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    Das Problem liegt darin, dass die Philosophie der Partei daraus besteht das Amateure Politik machen. Siehe dein letzter Satz:

    Das ist doch genau das was viele Wähler der PP so toll finden, nämlich das die Politik von Leuten wie du und mir gemacht wird und nicht von geradlinigen Berufspolitikern.
     
  16. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Das ist mal ne Abstimmung bisher. Jede Antwort genau eine Stimme, nur der Arsch (vorbei) hat zwei... :D
     
  17. Raffelhüschen

    Raffelhüschen Forennutzer

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    Nun, wenn man für Demokratie eintritt (muss man nicht), dann zählt zu Demokratie auch politische Partizipation und Beteiligung, ohne bestimmte Gruppen von vornherein auszuschließen. Mit Partizipation und Beteiligung ist nicht alleine die Ausübung des Wahlrechts alle paar Jahre gemeint. Es ist möglicherweise sogar wünschenswert, dass Entscheidungen aus einem Abstimmungsprozess politischer Entscheidungsträger und an einer Thematik aufgrund von Betroffenheit oder Fachkenntnis Interessierter hervor gehen. Der Sachverhalt, dass demokratische Entscheidungen und Verantwortung einher gehen, ist in einer partizipativen Demokratie imo ausgeprägter als in einer rein parlamentarischen.
     
  18. pauli09

    pauli09 2. Ewige Tabelle "1gg1"

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    zu dem thema hat die distel gerade ein schönes programm:

    Home - Kabarett-Theater DISTEL Berlin - Politische Satire und Unterhaltung

    sehens- und hörenswert!
     
  19. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Das ist ja das Trauerspiel: Die meisten sind Berufspolitiker, die ausser Parteikarriere nie was anderes gemacht haben.
     
  20. Detti04

    Detti04 The Count

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    Aeh, tschuldigung, aber es ist das Grundprinzip der Demokratie, dass Politik von Leuten wie dir und mir gemacht wird. Wenn das heute oftmals nicht mehr so ist, also wenn heute eine Politikerkaste "dir und mir"-fern entscheidet und regiert, dann spricht das nur dafuer, dass irgendetwas mit der Demokratie nicht mehr in Ordnung ist.
     
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  21. klopp <3

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    Warum ist das ein Problem?

    Welchen Mehrwert würdest du dir z.B. von einem 50-Jährigen Fließbandarbeiter erwarten, der in die Poltik einsteigt?
    Es ist ja jetzt nicht so als wären die Gedanken, Probleme und Bedürfnisse der einzelnen Bevölkerungsgruppen so kompliziert zu verstehen. Du weisst doch selbst dass es in der Politik kein Patentrezept gibt. Alles was eine Gruppe bevorteilt, benachteiligt eine andere oder hat sonstige negative langfristige Konsequenzen.
    Davon abgesehen darf man in der Politik ohnehin niemals subjektiv anhand eigener Erfahrungen entscheiden. Wobei "darf" eher "kann" heissen muss, einem professionellen Debatierungssystem sei dank.
     
    Zuletzt bearbeitet: 3 August 2013
  22. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Weil ich Menschen, die mit 16 schon begannen sich nur um ihre Parteikarriere zu kümmern und die dann mit 35, 40 nichts anderes kennen als ihre Partei, für zu eingeschränkt in ihrer Sicht halte und ihnen zudem vorwerfe, dass ihnen ein gehöriges Stück Lebenserfahrung ausserhalb ihrer Partei fehlt.
     
  23. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Eben - warum zieht dann bei den etablierten Partein das Patentrezept "sei erstmal 20 Jahre inner Partei" so gut?
     
  24. klopp <3

    klopp <3 Active Member

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    Also mit Patentrezept meinte ich, dass es in der Politik keine offensichtlichen Lösungen gibt, die alle Anspruchsgruppen vereint. Ich meinte damit nicht das es kein Patentrezept zum Politiker werden gebe.

    Die Antwort auf die Frage warum man erst 10 Jahre Parteierfahrung haben sollte bevor man ein höheres Amt bekleiden kann ist die gleiche wie auf die Frage warum ein niedrigranginger Angestellter nicht von seinem Sachbearbeiterjob in den Vorstand wechseln kann: Soft Skills, Netzwerk, Vertrauen, Erfahrung.

    Und nur so nebenbei: Warum sind viele Juristen unter den Politikern? Weil das gesamte Politikgeschäft integratives Verhandeln ist, eine Teildisziplin der Juristerei. Ich bekomm langsam das Gefühl hier würde angenommen Politik sei ja eigentlich ganz einfach, weil es von Außen ja auch ziemlich einfach aussieht...
     
    Zuletzt bearbeitet: 3 August 2013
  25. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Nope, isses nicht - es ist schlicht so, dass sich ein kaum durchdringlicher Parteiklüngel entwickelt hat, in dem es zuerst einmal heisst sich als Wasserträger über Jahrzehnte hochzudienen. Deswegen geben ja auch etliche, engagierte Menschen oft auch auf, wenn sie nach 2, 3 Jahren politischer Arbeit feststellen, dass es nicht um Inhalte und Überzeugung geht sondern um: Spezlwirtschaft.
     
  26. klopp <3

    klopp <3 Active Member

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    Ist in Unternehmen nicht anders.
    Optimal ist das nicht, aber die Folge müsste dann sein Parteien abzuschaffen.
     
  27. Raffelhüschen

    Raffelhüschen Forennutzer

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    Das ziehe ich mal in Zweifel. Deren Kernthema Datenschutz i.V. mit Demokratie und bürgerlichen Freiheiten wird in Zukunft sehr viele Anknüpfungspunkte zu den Aspekten des Lebens haben. Wir haben eine wachsende Informationsökonomie, die in immer mehr Bereiche des Lebens eindringt. Wir haben eine Verschmelzung von Internet und Real Life. Daher sind Netz- und Internetthemen eben keine Spartenthemen mehr. Ob es allerdings auf politischer Ebene entscheidende Weichenstellungen geben wird? Eher vermute ich, dass die technologische Innovationsentwicklung auch die Politik, für die das Internet ja teilweise Neuland ist, verlocken und überrollen wird.

    Ob es die Piraten allerdings en gros schaffen, das nach außen zu transportieren, da habe ich meine Zweifel.
     
    Zuletzt bearbeitet: 3 August 2013
  28. Keule

    Keule Geile Oma aus deiner Nähe

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    1. Irgendwie ironisch "dilettantisch" falsch zu schreiben.
    2. Sind die anderen Parteien weniger dilettantisch? Haben sie Ahnung von ihrem Fachgebiet? Was hat "Dr. Med. Phillipp Rösler", unser Wirtschaftsminister, noch gleich studiert?
    3. Woran machst du ihr Dilettantentum fest?
    4. Liegt ihr - wenn es denn vorhanden ist - Dilettantentum nicht schlicht an der Unerfahrenheit im Fraktionsalltag? Du weißt schon, dieses "ich kriege keinen Job, weil ich keine Erfahrung habe, weil ich keinen Job kriege"-Ding? Wäre dann nicht die einzige Möglichkeit ihrem Dilettantentum entgegen zu wirken ihnen eine Chance zu geben sich einzuarbeiten?
    5. Welche Alternativen gibt es für dich?
     
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  29. klopp <3

    klopp <3 Active Member

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    Klar, das Internet wird wichtiger, in allen möglichen Bereichen. Ich denke auch, dass der Prism-Skandal PR-technisch für die Piraten zur genau richtigen Zeit kommt. Wenn sie trotz Prism keinen deutlichen Stimmenzuwachs verzeichnen können haben sie aber ein großes Identitäts- und Markenproblem. Und ehrlich gesagt gehe ich momentan davon aus. Das liegt meiner Meinung nach auch daran, dass es beim Thema Datenschutz einen gewaltigen Unterschied zwischen dem was Menschen sagen und dem was sie tun gibt. Es ist ja nicht so als gebe es so ziemlich alle Webangebote auch in der Datenschutz-Variante. Es gibt z.B. eine Webseite die, die für dich eine Google-Suche initiiert und so komplett verhindert dass Google irgendwelche Daten bekommt was du suchst, ohne das die Qualität der Suchergebnisse schlechter wäre, es sind ja diesselben. Wenn 40% der Internetnutzer angeben dass sie ein Problem damit haben, wenn es auf Google Servern eine Suchhistorie gibt, dann frage ich mich warum diese 40% der Internetnutzer nicht einfach diese Alternative nutzen? Die Wechselkosten sind nahe 0, der Nutzer müsste nur anstelle von Google, www.xyz.de eingeben (ich weiß die domain nicht mehr).
    Das Fazit ist: Was Menschen sagen ist nice to know, aber es zählt was sie tun. Mach mal ne Survey und frage Menschen ob es ihnen wichtig ist sich qualitativ hochwertig zu ernähren und schau dir dann an welches Preiskonzept bei Lebensmitteln in Deutschland funktioniert und welches nicht ;-) In der Survey wird trotzdem fast jeder ja sagen. Warum? Weil es gesellschaftlich erwartet wird. Es ist negativ zu äußern dass man durchaus das Schrottfleisch von Wiesenhof kauft, weil es halt billiger ist. Ebenso ist es negativ zuzugeben, dass es einem zwar nicht ganz so Recht ist, dass ein NSA Beamter die eigenen E-Mails lesen könnte, aber das dieses Problem auf der Liste der Probleme irgendwo zwischen "ich glaube mir sind 10 Cent zwischen die Kissen auf der Couch gerutscht" und "die Milch in meinem Kühlschrank müsste bald abgelaufen sein" rangiert.

    Da ist jetzt natürlich einiges an persönlicher Meinung drin, dass ich nicht zur Zielgruppe der Piratenpartei gehöre weiß ich, deshalb bin ich auch ein schlechter Gesprächspartner. Aber einige Teile sind durchaus belegbar, z.B. die Sache mit Meinungsäußerung und tatsächlichem Verhalten.

    Aber ich drifte gewaltig ab. Ich bin wie gesagt gespannt zu sehen wie stark der Wählerzuwachs nach dem Prism-Skandal ist.
     
  30. Detti04

    Detti04 The Count

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    Was soll an Politik schwierig sein? Natuerlich abgesehen vom Parteikluengel, der Otto Normalbuerger eine Teilnahme an der Politik nahezu unmoeglich und seine Stimme unhoerbar macht, wenn er eben keiner der Parteien angehoert?

    Bei Politik geht es um Austausch von Meinungen und das Finden von Kompromissen. Alles nicht sehr schwierieg (beides tut ein normaler Mensch jeden Tag, z.B. in einer Familie); schwierig wird es nur, wenn - wieder Dank Parteiengekluengel - man aus taktischen Gruenden Entscheidungen blockiert, sich auf Kuhhaendel einlaesst ("wir stimmen bei A zu, damit ihr dann B mit uns durchdrueckt"), sich (entgegen moeglicherweise eigener Ueberzeugung) klientelfreundlich verhalten muss oder sich im Vorfeld von Wahlen "waehlerfreundlich" praesentieren will (und den ganzen waehlerfreundlichen Scheiss nach der Wahl wieder rueckgaengig machen muss). Kompliziert mag eine judikative Beurteilung der Frage sein, ob ein gewisses Gesetz nun eingehalten wurde oder nicht (weil man, selbst bei genauester Ausformulierung eines Gesetzes (bzw. einer Frage), immer Grenzbereiche finden wird, in denen die Antwort uneindeutig ist*), aber die exekutive Ausarbeitung eines Gesetzes sollte doch eher uebersichtlich sein, weil man die Spezifizierung bei einer beliebigen Genauigkeit abbrechen kann.

    * Falls das jemand nicht glaubt: Ich biete ein Spiel an, in welchem ich eine einfache Frage stelle und um eine moeglichst spezifizierte Antwort bitte. Anschliessend bringe ich ein Beispiel, welches zeigt, dass die Antwort entweder nicht spezifisch genug war, d.h. mindestens ein falsches Beispiel nicht ausschliesst, oder ueberspezifiziert, d.h. mindestens ein richtiges Beispiel ausschliesst. Und hier die einfache Frage: Was ist ein Haus?
     
  31. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    @Detti: Stimme dir zu, aber das Spiel finde ich interessant. Mal sehen, ob man das ohne gravierende Auslegungsprobleme hinbekommt. Muss doch zu schaffen sein:

    Haus: eine künstlich geschaffene, während der Nutzung ortsunveränderliche und mit dem Erdboden, Meeresgrund oder über andere Vorrichtungen oder Gegenstände über Umwege mit dem Boden auf längere Zeit fest verbundene und häufig mit verschliessbaren Öffnungen versehene, feste Umhüllunng eines Raumes, der zur Aufbewahrung von Gegenständen, zur Beherbergung bzw. Bewirtschaftung von Tieren oder zum Wohnen, Erholen, Arbeiten bzw. zum bloßen Aufenthalt dient.

    Gleich zur Klarstellung: Ein Carport bzw. ein Hausboot sind a) für mich und b) eben dieser Definition gemäß dann keine Häuser.
     
    Zuletzt bearbeitet: 4 August 2013