"Ostfussball!"

Dieses Thema im Forum "Kneipe" wurde erstellt von U w e, 19 Mai 2010.

  1. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Die Frage ist, wen du da konkret meinst, wenn du Freiburg, Hopplaheim oder den KSC meinst, dann würde ich die Frage bejahen.

    Ansonsten, wenn du "irgendwelche" Regionalligaclubs aus diesen gegenden meinst: nicht wirklich. Aber eben auch nicht so groß wie in den "Metropolen" der etablierten Erst- und Zweitligavereine aus den alten Ländern.

    Ich glaube nicht, dass es seriös wäre, einen Verein wie Magdeburg oder Erfurt (man beachte, dass beide Städte Landeshauptstädte sind) mit Ahlen, Paderborn oder Augsburg zu vergleichen.

    Rein von ihrem politischen Status des jeweiligen Umfeldes müsste man sie eher mit Frankfurt, Stuttgart, Bremen, Hamburg, Mainz oder Hannover vergleichen können. Oder "mindestens" mit anderen größeren Fussballstandorten, wie Bochum, Nürnberg oder die schon genannten Freiburger.

    Aber da kommen wir genau drauf, was ich meine: Das geht eigentlich nicht. Weil zum einen die genannten mindestens 10, eher bis zu 30 Jahre Vorsprung haben, zum anderen jeweils ein ganz anderes Markenimage, zum dritten mehr Finanzkraft im privaten bzw. wirtschaftlichen Umfeld.

    Und da meine ich, hat in diesen Bereichen (wohlgemerkt ohne Ein-Sponsoren-Hilfe) Dresden eigentlich die besten Voraussetzungen. Bei denen kann man nämlich wenigstens mit konstant hohen Zuschauerzahlen rechnen, bei denen gibt es keine städtische und stadtnahe Konkurrenz, bei denen erreichen potentielle Sponsoren am ehesten ihre potentielle Kundschaft etcpp.. Die haben in der am jüngsten zurückliegeneden Vergangenheit des ehemaligen DDR-Fussballs auch die größten Erfolge, was Anerkennung der Leistung bzw. das int. Auftreten betrifft. Ein gewisses Markenimage ist da am ehesten auszumachen.

    Schau: Wenn Dresden in der ersten Liga ankommen (würde), dann bin ich mir sicher, ist da die Hötte stets voll. Auch gegen Bochum, Freiburg, Mainz, Hannover. Das war z.B. bei Cottbus seinerzeit nicht immer der Fall.

    Ein anderer Betrachtungswinkel ist die derzeitige Derbysituation: im Derby aus Sachsen Anhalt kommen gerademal 10.000 Leute, in Thüringen sieht es nicht viel besser aus. Nu ist das sicher nicht schlecht. Aber man kommt schon eher drauf, dass mit solchen Zahlen derzeit eher die Spitze erreicht ist und keine wesentlichen Steigerungen mehr zu erwarten sind. Denn zu den letzten Spielen von Halle beispielsweise gegen "hochklassige" Gegner, wie Schalke oder Hannover kamen nichtmal die. Bei der Erstrundenbegegnung Magdeburgs gegen Cottbus letzte Saison war die Hütte in MD auch nicht voll.

    Andererseits zeigt ja z.B. Aue, auch Cottbus, dass es auch in strukturschwachen Regionen geht. Wenn man solide arbeitet und sich die nötige Zeit lässt.

    Nur will (bzw. wollte) sich offenbar von den östlichen Traditionsvereinen keiner die nötige Zeit nehmen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 20 Mai 2010
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  3. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Ich meinte eigentlich keine Vereine sondern das wirklich regional bezogen.
    Eben.
    Jetzt weiß ich auch was du meinst. Mit "Begeisterung der Region"ist die Bereitschaft und Fähigkeit von Kommunen und Industrie gemeint Geld rein zu stecken. Und ich dachte du meinst Leute, die Fussball gucken wollen.

    Sorry, ein Missverständnis.
     
  4. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Nee, ich meine beides. Haste nix missverstanden. Nur weiss ich eben, wie die letzten Jahre DDR-Oberliga zuschauertechnisch ausgesehen haben. Nu ist das 20 und mehr Jahre her, allerdings hat sich in den Umfelden der Traditionsvereine, die ich so verfolge, die Mentalität zu jenigen m.E. nicht gravierend geändert. Da brennen eben zuwenig Leute derart, dass sie tatsächlich jede Woche hinrammeln.
     
  5. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Zuschauertechnisch waren die 80er im Westen auch nicht der Brüller. Der große Wandel setzte erst so vor 9-10 Jahren ein und ging mit entsprechenden Neu- oder Umbauten einher. Dort wo Potential war, anderswo auch nicht. Sieht man, wenn man die Bundesligatabelle von damals mit der von heute vergleicht. Da tut sich nicht mehr sehr viel, früher war meinem Eindruck nach mehr Fluktuation. Deswegen ist es auch schwer da rein zu kommen, nahezu unmöglich. Ausser man hat wirklich besondere Möglichkeiten oder gehört als "schlafender Riese" irgendwie doch zum Inventar.

    Das Umfeld hat sich nicht geändert, richtig. Lag halt daran, dass nix investiert wurde, aus welchen Gründen auch immer. Was natürlich auch dadurch behindert wurde, dass nur 2 Vereine oben reingelassen wurden. Wie schwierig es ist in Liga 2 oder 3 wieder auf die Beine zu kommen, gerade heutzutage, wenn das Umfeld nicht bereit und willens ist zu investieren (damit meine ich nicht subventionieren) und im entsprechenden Verein auch nicht die optimale Besetzung an den Hebeln sitzt, kann man auch im Westen sehen, Beispiele gibt es genug. Ist also kein reines Ostphänomen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 20 Mai 2010
  6. Oldschool

    Oldschool Spielgestalter Moderator

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    eben nicht, ich glaube eher, dass dem DFB mit seinem politisch rechts durchstrukturierten Verband samt seinen Funktionären die eher politisch links anzusiedelnden Ostvereine reichlich ungelegen kommen. Das gilt auch für den Hamburger Verein FC St.Pauli, dessen Aufstieg dem DFB sicher auch nicht in den Kram passt.
    Sportpolitische Duelle wie damals Dynamo Dresden gg. Bayern München, also links gegen rechts wird es nächste Saison wieder geben, wenn Bayern am Millerntor antreten muss. Oder auch der HSV an gleicher Stelle.
     
  7. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Eben. Genau diese 9 oder 10 Jahre fehlen heute. Und ob das aufzuholen ist? Die anderen schlafen ja auch nicht.

    Ein "reines" Ostphänomen isses hingegen sicher nicht. Mit einer Einschränkung. Und die zeigt schlicht die Landkarte. In den alten ländern gibt es eine gewisse Streuung von Etablierten Vereinen. In nahezu jeder Region gibt es mindestens einen, der sich - wie auch immer - durchsetzen konnte. Und genau diesen Durchsetzungsprozess haben wir vielleicht hier erst jetzt.
     
  8. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Dresden links? :suspekt:
    Und St. Pauli ist nicht "linker" als z.B. Werder Bremen. Wenn man sich mal das ganze Umfeld betrachtet. Und der FC Bayern ist auch nicht "rechts", jedenfalls nicht wenn man sein Standing betrachtet. Der VfB "eigentlich" auch nicht, allerdings hat da ein früherer Präsident ganze Arbeit geleistet :D
     
  9. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Das aufzuholen ist schwierig. Wie man sieht. Die Frage stellt sich nicht.
    Vielleicht hätte man ein "Ostliga bestehen lassen sollen, aber darüber zu spekulieren ist wohl müßig...

    Im Westen sind auf viele Traditionsvereine eingegangen. Wahrscheinlich aus den gleichen Gründen wie im Osten. Insofern ist es ein grundsätzliche ähnliches Phänomen.
     
  10. Keule

    Keule Geile Oma aus deiner Nähe

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    :aua:

    Dresden --> Rechts
    Bayern --> Links
    St. Pauli --> sehr, sehr Links

    ;)
     
  11. U w e

    U w e Borussia Mönchengladbach Moderator

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    Als damals aus der Ferne Beobachter - verwundert ja nicht oder? Wenn der Meister schon vor Saisonbeginn feststeht, kann sich auch keine Fußballbegeisterung breit machen.
    Die dadurch nicht beeinflusstbaren Fans sind doch jetzt höchstens 18, damit nicht sehr Finanzstark (Mearching mässig mein ich).
     
  12. Keule

    Keule Geile Oma aus deiner Nähe

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    Hab mal ein bisschen gegoogelt, dabei is mir aufgefallen, dass Aue der einziege Ostclub in einer der beiden ersten Ligen ist, der in der ewigen DDR Oberliga Tabelle in den Top 10 steht, Cottbus ist in dieser Statistik gerade mal auf Rang 24...Da sieht man, dass man sich auch in einer sozialschwachen Gegend wie der Lausitz durch harte und gute Arbeit sportlich entwickeln kann, dies gelang vielen anderen der 10 nicht, so ist der FC Vorwärts Frankfurt nur noch 6. klassig..

    ...heißt man kann sich durchaus auch als Ostclub weiter Entwickeln, hat es aber nicht so leicht...
     
  13. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Du beziehst das mal wieder nur auf die sogenannte Aktive Fanszene, und da auch nur auf vorgeblich maßgebliche Gruppen. Das ist eine etwas monochrome Sichtweise.
     
  14. Keule

    Keule Geile Oma aus deiner Nähe

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    Omg :aua:

    Ich wollte damit nur den Post von Oldscool erklären, weil du offensichtlich Dresden als die Linken davon verstanden hast...

    ..da will man helfen...:zeitung:
     
  15. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Nöö, verwundern tut das sicher nicht. Ich hab das ja auch nicht kritiisert oder so, sondern nur mal eben festgestellt. Anderersseits gibt es heuer in der Bundesliga auch eine große Begeisterung, auch wenn hier auch der Meister vor der Saison schon feststeht. ;)

    Zum anderen: Nicht unbedingt. Denn sicher auch die 6 oder 10järigen von damals hatten mit dem Rummel aus DDR-Zeiten nicht soo viel zu tun. Kann also gut sein, dass die "unnbeeinflussten" Fans heute auch schon 30 sind.
     
  16. Oldschool

    Oldschool Spielgestalter Moderator

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    Dresden rechts ? Mit einem Verein aus dem mitteldeutschen Dresden, der auch noch Dynamo heisst, assoziiere ich von vornherein eine linke Denkweise nach dem Gleichheitsprinzip wie zB in der franz.Revolution. In dem Vereinsnamen "Dynamo" steckt nach meinem Empfinden eine Dynamik als antreibende Kraft, die von der Mannschaft als Kollektiv ausgeht, also auch ein linker Standpunkt.

    Bayern links ? Mit den Figuren Hoeness, Rummenigge, Beckenbauer als Paradebeispiele für Bonzen, die ihren Einflusss überall geltend machen und sich überall einmischen, was ich sicherlich nicht als politisch links einstufe.

    St.Pauli sehr, sehr links ? Das ist mir zu radikal, zu fanatisch, ein einfaches 'links' reicht mir völlig aus. :)
     
  17. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Nee, nee... "Dynamo" waren die Bezeichnungen der Vereine der Sicherheitskräfte, vornehmelich Stasi und Polizei. Und der Name ist einfach nur aus Markengründen beibehalten worden.

    Zu DDR-Zeiten gab es große "Sportvereinigungen", denen die "Vereine", damals eher "Sportgemeinschaften", angegliedert waren. Mehr dazu hier: Link

    Edit: Ein bisschen, wenn auch nicht wesentlich, komplizierter isses dann doch. Aber durch diese beiden Links gut erklärt, meine ich: Link und Link.
     
    Zuletzt bearbeitet: 20 Mai 2010
  18. Oldschool

    Oldschool Spielgestalter Moderator

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    @ BU

    Das wusste ich so nicht, deshalb schrieb ich "nach meinem Empfinden". Dann stehen wahrscheinlich alle Vereine aus dem ehemaligen "Ostblock" für (Staats-)Sicherheit und Polizei, wenn sie denn "Dynamo" heissen. Mir fällt dazu Moskau, Kiew, Tiflis, Zagreb oder Ostberlin ein. Dennoch kann ich keine Verknüpfung von Dynamo zu Sicherheit oder Polizei ableiten. Jedenfalls danke für den link. :)
     
  19. Keule

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    Ein pasendes Plakat hielt man am letzten Spieltag bei Pauli hoch:

    Kogge versenken √
    Aufsteigebn √
    Kapitalismus vertreiben X

    ...Ich sag mal sehr links ;)
     
  20. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    So isses. Das war wohl im gesamten Ostblock so. Und die Ableitung von Dynamo zur Sicherheit? Nuja, nicht direkt, aber über 5 Ecken. Dynamo, Licht, mehr sehen, Sicherheit. Oder, Dynamo, dynamisch, beweglich, immer präsent, Polizei. Könnte zumindest so sein.

    Ansonsten: Keine Ursache. Gerne geschehen.
     
  21. Keule

    Keule Geile Oma aus deiner Nähe

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    Hansa tuts schon wieder :suspekt:

    Wieder wird im eigenen Ostsüpchen gekocht, dieses mal aber wenigstens nicht Vereinsintern, Bernd Hoffman, Ex-Geschäftsführer von Union Berlin und dem 1. FC Magdeburg, ist neue Vorstandsboss bei Hansa...
    Mal schauen...
     
  22. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Ist doch lustig, für Punkt drei wär ich auch. ;)

    Denke aber nicht, dass das die vorherrschende Richtung im Verein ist.
     
  23. Untouchable

    Untouchable Well-Known Member

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    Doch ist die vorherrschende Richtung. Zum Glück. ;)
     
  24. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    bei dynamo waren diese saison 274357 zuschauer im stadion, macht einen schnitt von 14400. Einsame spitze in der liga. Gleichzeig kündigt einer der hauptsponsoren seinen rücktritt an, falls die unfaehige vereinsfuehrung nicht zuruecktritt und faehigeren leuten platz macht. Waehrenddessen will auch die stadt nicht weiterhin millionen zuschiessen, nur weil die unfaehige vereinsfuehrung so einen schlechten stadionmietvertrag abgeschlossen hat.

    die probleme sind also, trotz der vergangenheit, durchaus hausgemacht.
     
  25. Keule

    Keule Geile Oma aus deiner Nähe

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    Klar nicht schlecht, aber wie schon angesprochen hat man dort auch ein riesiges Fanpotential, wenn man bedenk, dass man in einer Stadt mit ner halben Million Einwohner Konkurenzlos ist...
     
  26. Indipper

    Indipper Trink das, Judas Ben Hur

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    Ganz anders, das soll "Kraft durch Bewegung" heißen. Sehr sportlich also.