(on Tour) HSV - Werder 2010 - 2011

Dieses Thema im Forum "Kneipe" wurde erstellt von Dilbert, 21 Februar 2011.

  1. Dilbert

    Dilbert Zynischer Querulant

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    23. Spieltag 2010 - 2011

    Mahlzeit!

    Nach der Pleite im Derby war mehr als nur Wiedergutmachung angesagt. Alles andere als ein berauschender Sieg gegen die kriselnden Weserkapitäne wär viel zu wenig gewesen.

    Okay, berauschend ist was anderes.

    Erstmal musste man da hinkommen. Deshalb trafen Günter, Daniel und meine Rundlichkeit uns um viertel vor zwölf am Bahnhof. Daniel hatte seine Silvester-Restbierbestände geplündert, und so hatte ich, eh ich mich versah, schon ´ne Buddel Krombacher in der Hand. Okay, Flens oder Holsten wäre schöner gewesen, aber ´nem geschenkten Bier guckt man nicht inne Flasche.

    Prost!

    Zwei Stunden, zwei Holsten, ein Warsteiner und zwei Krombacher später... (normalerweise trinke ich vor dem Spiel drei Bier).. Hicks! Hallo Knappi! Am Lieblingsimbiss tummelten sich ein paar Jungs aus dem legendären Manchester-Bus und die Stammbesetzung am Tresen, weshalb es unter der wie üblich vorzüglichen Bewirtung ein paar lustige (wenn auch schweinekalte) Minuten wurden, ehe man sich in Richtung Stadion aufmachte.

    Günter und Daniel waren schonmal vorgelatscht, mit dem Auftrag von mir zwei von den Sonderangebots-Schals zu besorgen. Einen für mich, und einen für Shorty, der ja diesmal nicht mit von der Partie war. Unterwegs liefen mir direkt Harald und seiner Familie in die Arme, da war der Haufen ja fast schon komplett.

    Irrsinn im Stadion, Teil 346: Niko (Haralds Sohnemann, keine acht Jahre alt) will rein und darf nicht, weil er einen "Scheiss Bremen"-Schal ummen Hals hat. Als ob die Bremer vom Gästeblock aus lesen könnten, was Niko 140 Meter entfernt auffer Nordtribüne für ´nen Schal rumschleppt... der war ja nichtmal grün (der Schal). Auch mein Angebot das "böse Objekt" in meinem Rucksack zu verstauen, wusste die Ordner nicht zu überzeugen. Das Ding musste abgegeben werden, und dann nach dem Spiel wieder abgeholt.

    Was die Ordner nicht gesehen hatten, war allerdings mein "Danke Papa, dass ich kein Bremer geworden bin"-Schal, den ich Niko dann im Stadion umknotete. ÄTSCH!

    Wie schon gegen St.Pauli gab es auch in diesem Spiel kein Echtbier. Holsten alkoholfrei, Pfui Deibel! Okay, dieser Plörrsinn hat immerhin den Vorteil, dass man einen Haufen Biergeld spart, und während des Spiels nicht pullern muss.

    Die Stimmung ist mit mies noch gut beschrieben. Die Zaunfahnen am Unterrang hingen alle verkehrt herum, eine Etage weiter oben hatte man bis auf das Supporters-Club-Banner nur noch zwei kleine Fähnchen rumbaumeln. Und ein Banner, auf dem stand "Immer wenn man denkt, es geht nicht mehr schlimmer...." Der Anhang der Bremer zollte den "grossartigen Leistungen" seines Teams der letzten Monate auch Tribut... erstens waren die sogar zu deprimiert um uns wegen der Pleite am Mittwoch zu verarschen, und zweitens war dieses Spiel zum ersten mal seit Jahren nicht ausverkauft, was auch am übersichtlich gefüllten Gästeblock lag.

    Schiedsrichter war Florian Meyer. Na ja, besser als Perl...

    So mies wie die Stimmung auf den Rängen gestaltete sich dann zunächst auch der Kick. Wo normalerweise die Fetzen fliegen und sich die Teams gegenseitig in hitzigen Diskussionen übertreffen, war soviel Leben drin wie inner Tiefkühltruhe. Rückpass, Querpass, zwanzig Meter nach vorn, fünfundzwanzig zurück, nochmal quer und dann hallo Torwart... der eigene. Das hatte über kurz oder lang die ersten Pfiffe als Folge, was der Verunsicherung zusätzliche Nahrung gab. Zum Glück waren die Bremer derartig mit sich selbst beschäftigt, dass die gar nicht peilten, wie angeknockt der HSV daherkam.

    Warum Petric dann kurz vor der Pause noch getroffen hat, weiss wahrscheinlich niemand so genau, jedenfalls schaffte er es mit einer artistischen Leistung Mielitz zu überwinden. Jedenfalls sorgte das dann doch noch für einen Anflug von guter Laune im Publikum, sofern man keine grünen Klamotten anhatte.

    Inner Pause gab es ein von Holsten gesponsertes Torwandschiessen, das passend zum öden Kick auf dem Rasen vorher 0:0 endete. Petric hatte ja auch nicht mitgemacht.

    Ich möchte hier mal den Bremer Spielern meinen ausdrücklichen Dank aussprechen. Was die da für den HSV in der zweiten Halbzeit an Aufbauarbeit für die geschundene Kickerseele leisteten, ist gar nicht hoch bzw. aus deren Sicht niedrig genug zu werten. Gegenwehr? Null. Und weil Pizarro nicht mitspielte, bestand auch zu keiner Zeit Gefahr, dass der Ball bei uns im Tor landen könnte.

    Auf der anderen Seite hatte Guerrero seinen Spass, und machte zwei Buden. Das konnte der, weil van Nistelrooy 90 Minuten auffer Bank schmoren durfte. Als dann noch der eingewechselte Ben Hatira auf 4:0 erhöhte (hätte auch höher ausfallen können) war die Welt im HSV-Lager zumindest halbwegs wieder in Ordnung, auch wenn die Pleite gegen die Kiezkicker immer noch auf den Gemütern lag. Die Feier mit dem Spielern nach dem Abpfiff fiel jedenfalls schonmal um einiges herzlicher aus, gerade nach Siegen gegen den Nordrivalen vonner Weser. Wobei der Begriff "Rivale" für den toten Haufen eigentlich kaum passend ist. Als Bremer Fan muss man echt Angst haben, nach so einer leblosen Vorstellung. Die haben wirklich nicht im geringsten begriffen, worum es für sie inzwischen geht.

    So, Bier - Knappi! Danke!

    Anner S-Bahn Stellingen wurde dann nochmal Dosennachschub geholt. Die S-Bahn liess wegen Bauarbeiten etwas auf sich warten, und dann ging es nach Altona, weil die Züge ´gen Norden wegen eben dieser Bauarbeiten ausnahmsweise nicht vom Hauptbahnhof aus fuhren. Dort hatten wir noch mehr als genug Zeit um ein paar Futteralien zu besorgen.

    Im Zug nach Rendsburg gesellte sich ein Paar aus einer dänischen Reisegrupppe zu uns, die aus dem Urlaub in Österreich kam. Mit denen konnten wir uns dann in einer Mischung aus Deutsch und Englisch bis zu unserem Ziel unterhalten. In Rendsburg eierte ich noch kurz bei Markus vorbei, um den Schal für Shorty abzugeben. Nachdem ich da schon fast auf´m Sofa eingepennt wäre, wurde es aber wirklich Zeit für den Heimweg. Der war dann glücklicherweise nicht gerade weit.

    Gruss
    Dilbert

    P.S.: Nachtrag Sonntagabend: HEIMSIEG!!!!