(on Tour) HSV - Freiburg (Pokal)

Dieses Thema im Forum "Kneipe" wurde erstellt von Dilbert, 9 November 2007.

  1. Dilbert

    Dilbert Zynischer Querulant

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    DFB-Pokal 2007 - 2008 (2. Runde)

    Mahlzeit!

    Ja, es war eine antrengende Woche. Der Mittwoch stellte dabei wohl den grössten "Kraftakt" dar.

    Nachdem ich nur zwei Stunden geschlafen hatte, musste ich schon wieder zur Arbeit. Dort eierte ich dann ziemlich daddelig im Kopp mein Pensum runter, es ist doch ab und zu ganz gut, einfach nur Routinejobs zu haben. Da meine Vorgesetzte sah, dass ich, nachdem wir die Leute alle zur Mittagpause inner Koje waren, irgendwie kurz davor war im Stehen einzupennen, liess sie mich zu Gunsten einer Pause zwischen Arbeit und Fussball schon etwas früher nach Hause latschen.

    Dort wollte ich dann eigentlich noch ´n kleines Nickerchen machen, aber inzwischen war ich vom Tagesablauf her doch ziemlich überdreht, weshalb der kurze Schnarch in´s Wasser fiel. Okay, also die Stadionklamotten rausgekramt, und ab zum Bahnhof.

    Dort war die Fraktion der Raute Rendsburg eher übersichtlich, weil sie ehrlich gesagt nur aus mir bestand. Den Präsi hatte ich am Vortag verzweifelt anrufen wollen, aber der ging nicht an´s Telefon, und der Rest musste arbeiten. Irgendwie erschien es mir sinnlos teuer, nur für mich allein ´ne Fahrkarte zu kaufen, weshalb ich mich nach kurzer Suche für fünf Euro an ein HSV-Pärchen ranhängte.

    Was sollte man lassen, wenn man total übermüdet ist? Genau Bier saufen! Und was macht der olle Dilbert? Genau, Prost...

    Ich Idiot...

    Nach einigem Hin und Her (die einen wollten schon in Elmshorn raus, die anderen nicht) war ich am Hauptbahnhof angekommen, wo mein Weg mich zu Hansi innen Zapfhahn führte. Irgendwer musste Günni, Volker und den Rest ja vertreten. Zwei Halbe und eine Pinkelpause später latschte ich zur S-Bahn runter, und es ging nach Stellingen.

    Dort war es draussen schon zappenduster, und nicht zum letzten mal auf dieser Tour ging etwas schief. Na ja, wenn es einer schafft, sich auf einem Weg zum Stadion zu verlaufen, den er schon über zehnmal gelatscht ist, dann bin ich das! Denn, wie Martina Schwarzmann mal sagte: "Wenn ich das nicht bringe, dann macht´s ja gar keiner, also muss ich das wohl machen." Jedenfalls latschte ich dummerweise einmal geradeaus anstatt rechts abzubiegen, und fand mich so auf einer lustigen Wanderschaft einmal ummen Volkspark wieder. Hä? Süd?! Autsch!

    Nachdem ich mir also die Füsse durch eigene Dusseligkeit plattgelaufen hatte, brauchte ich dringend eine flüssige Stärkung... und davor eine Eintrittskarte. Für letzteres gingen zehn Euro für ´nen Stehplatz im 23 A drauf, für das erste gibt es natürlich Knappi, wo noch schnell zwei Halbe verhaftet wurden. Anschliessend war ich durch den Schlafmangel gepaart mit den Büchsenbrötchen ehrlich gesagt ziemlich neben der Spur, und ehrlich gesagt hätte ich mich nicht beschweren dürfen, wenn die Ordner mich nicht reingelassen hätten. Ich bezweifle auch, dass ich da gross Protest angemeldet hätte.

    So, nun würde ich euch gern irgendwelche Sachen vom Drumherum des Spiels schreiben, aber ich hatte alle Hände und Füsse voll zu tun, um nicht stehend einzuschnarchen. Aber keine Panik, ich war noch wach genug um mich über unsere anscheinend auch leicht verschlafene Abwehr beim 0:1 von Matmour zu ärgern. Und ebenso war noch ein erleichtertes "JAAAAA!" drin, als wir fast postwendend den Ausgleich kickten. Verantwortlich dafür war der beste Mann auf´m Platz, Trochowski. Wisst ihr was: Ich glaube, der kriegt bei uns doch noch die Kurve. Seine Leistungen während van der Vaarts Verletzungspause waren durchweg ansprechend, das hat der vorher nie über einige Wochen hingelegt.

    Nach noch der einen oder anderen Chance für uns war Halzeit, und ich musste auch wirklich ziemlich dringend mal Bier wegbringen. Leider war ich auch doof genug mir gleich wieder ein neues zu holen.

    Die zweite Halbzeit war gerade wieder angepfiffen, da stand es auch schon 2:1. Die Vorlage per Ecke kam von Trochowski, der Kopfball von Olic, der nach zähem Einstand inner letzten Rückrunde in dieser Saison endlich zeigt, warum man ihn geholt hat. Vielleicht klappt das ja mit Zidan in der kommenden Rückrunde genauso, denn der ging gegen Freiburg doch etwas unter. Nicht wirklich unter ging dagegen der SC Freiburg, der bis zum Schluss versuchte mitzuspielen, auch wenn man kaum einmal das Gefühl hatte, es könne noch etwas anbrennen. Da konnte es sich Stevens auch leisten, dem zuletzt angeknockten van der Vaart noch ´ne viertel Stunde Spielpraxis zu verschaffen, was sich am Ende auch ergebnistechnisch noch lohnte. Der gab der Partie nämlich mit einem Elfmetertor in der Schlussminute den Schlusspunkt. Gross anstrengen musste sich das Team nicht, eigentlich war die Kiste nach dem 2:1 gelaufen.

    Nach kurzem Gejubel machte ich mich auf zu Uwes Fuss, wo das Treffen mit meinen Fahrkartenleuten geplant war. Das haute auch hin und musste wie der Sieg gefeiert werden, und dazu gibbet halt nur Knappi. Allerdings verweilte ich da nicht lange, schliesslich wurde gerade das Gladbach-Spiel bei Hansi im Zapfhahn übertragen. Auf dem Weg zur S-Bahn steckte mir jemand, dass Luca Toni gerade zwei Buden gemacht hätte. Dementsprechend wurde mir schlecht, und ein Teil meines Mageninhalts entleerte sich in die Botanik. Blärgs!

    Als ich bei Hansi ankam hatten die Gladbacher gerade das 2:1 geschossen, und es keimte wieder Hoffnung auf, ebenso wie das Verlangen nach ´nem Dunkelbier. Obwohl sich die Borussen bis zum Schlusspfiff redlich bemühten, das Spiel noch zu drehen, waren die Bayern halt doch ´ne Ecke abgewichster, weshalb das Spiel dann mit 3:1 für die Bazis endete. Schade, aber ich habe schon einige Mannschaften gesehen, die sich in München schlimmer angestellt hatten als meine tapferen Gladbacher.

    Bevor mein Zug in Richtung Neumünster abfahren sollte, suchte ich noch den McDoof auf um etwas festes in den Magen zu kriegen. Das schien mir nach der Göbelaktion im Vorfeld inzwischen dringend angeraten, weil ich diese nicht im Zug wiederholen wollte. Was ich nicht bedachte: Voller Bauch macht müde, und müde war ich ja eh schon den ganzen Tag.

    Es kam, wie es kommen musste. Den Umstieg in Neumünster bekam ich noch auf die Reihe, aber dann gaben mir Bier, Futter und Übernächtigung den Komaschuss. Das nächste, woran ich mich erinnere, sind drei oder vier grüngekleidete Typen mit Funkgeräten und die Frage nach meinem Personalausweis. Hää, was? Ausweis? Kannste haben... "Wo möchten sie denn hin?" - "Nach Rendsburg." - "Da sind wir schon durch." - "Ach, Kacke!"

    Hätten die mich nicht fünf Minuten vorher für ´nen Penner halten können? Na gut, ich bin froh, dass mich niemand nach ´ner Fahrkarte gefragt hat, denn die beiden, die mich mit ihrem Ticket mitgenommen hatten, hab ich zwischendurch verloren. Vielleicht hatten sie auch nur inzwischen gemerkt, dass mit mir kein Blumentopf mehr zu gewinnen war, verstehen könnte ich das.

    Nun war guter Rat teuer. Die nächste Station war Owschlag, aber eine Nacht in Owschlag erschien mir wenig reizvoll. Deshalb gurkte ich weiter nach Schleswig, und hatte damit einen Volltreffer gelandet.

    Wenn ihr mal aus Versehen an Rendsburg vorbeigefahren seid, und nicht wisst wo ihr pennen sollt: Am Schleswiger Bahnhof gibbet einen grossen gemauerten, windgeschützen Unterstand mit herrliche geraden, langen Holzbänken, nicht irgendwelchen krummen Drahtsesseln. Ein Rucksack als Kopfkissen und dann: Gute Nacht.

    Da die Nacht ziemlich mild temperiert war, wachte ich gegen viertel nach Vier nicht frierend, aber dafür mit einem mordmässigen Brummschädel wieder auf. Da ich keine Lust hatte, auf dem Rückweg noch Ärger wegen Schwarzfahrens zu bekommen, schnappte ich mir meinen Rucksack und schlurfte dann in die Bahnhofshalle. Wann fährt eigentlich der Zug? 4.37 Uhr, prima, das waren nur noch 20 Minuten. Eine Fahrkarte konnte ich dann allerdings doch nicht kaufen, da ich nur noch ´nen Fünfziger inner Tasche hatte, und der Automat mit solchen Geldmengen nicht zurechtkam. Ich glaubte nicht, dass irgendwer begeistert wäre, wenn ich um die Uhrzeit anner Haustür klingelte und nach Wechselgeld fragte. Deshalb setzte ich mich einfach in den Zug und hoffte auf das beste.

    Da wahrscheinlich um die Zeit auch kein Zugbegleiter wirklich motiviert bei der Arbeit ist, kam ich unbehelligt nach Rendsburg. Dort schoss ich die Überlegung ein Taxi zu nehmen in den Wind, mein Geruchsaroma wollte ich nun wirklich keinem antun, ausserdem isset nach Hause ja selbst mit dickem Kopp nicht allzu weit. In meiner Bude schmiss ich als letzte Amtshandlungen dieser Tour erst meine komplette Klamottage inne Waschmaschine und dann mich inne Koje. Mit dem festen Vorsatz, es am Samstag gegen Hertha besser zu machen.

    Gruss
    Dilbert
     
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  3. eckham

    eckham Mit Herzblut zurück

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    Ich hätte zwischendrin noch die Wäsche aufgehängt :floet: