Nicht-Beachtete Regeln

Dieses Thema im Forum "Kneipe" wurde erstellt von #99, 7 Januar 2011.

  1. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Siehste. Und genau das habe ich nicht gemeint. Und das ist auch nicht meine Wahrnehmung bei den Spielen, zu denen ich gehe. Denn da haben die Zuscheuer um mich drumrum schon eine gewisse Regelkenntnis und meckern nicht gegen einen Abseitspfiff, wenn es Abseits war oder fordern einen solchen, wenn es erkennbar kein Abseits ist.

    In der Ecke des "Pöbels" mag das anders sein, keine Frage. Das ist aber nicht mein Maßstab. Der ist nämlich, dass die entsprechenden Zuschauer eine gewisse Objektivität mitbringen.
     
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  3. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Beim Halleschen FC ist es ja auch einfacher zu erkennen, da ist die Geschwindigkeit des Spiels ja schon um die Hälfte langsamer :D
     
  4. Untouchable

    Untouchable Well-Known Member

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    Entschuldigung, ich wusste nicht, dass du ein Stadiontourist bist.
     
  5. Brock_Lesnar

    Brock_Lesnar Active Member

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    Das ist natürlich völliger Blödsinn. Manchmal sieht man's ja auch, dass ein Torwart sich den Aussetzer leistet und einen Ball, den er schon abgelegt hat, noch einmal aufhebt, was mit indirektem Freistoß geahndet wird. Julio Cesar ist das letztes Jahr mal in einem Spiel gegen die Roma passiert, falls du ein Fallbeispiel auch noch brauchst. ;)
    Wie BU schon geschrieben hat: 6 Sekunden sind verdammt lange. So lange hält normalerweise kein Torwart den Ball in der Hand (natürlich auch wegen dem Wissen, dass er es nicht darf).
     
  6. #99

    #99 Active Member

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    ouh, da wär ich mir garnichtmal so sicher.., klar sind sechs sekunden lag. aber achtet mal drauf. durch das andauernde aufprallen sieht es wahrscheinlich nicht so aus, aber ich bin mir sicher, dass es sehr oft welche machen dass sie den ball länger festhalten..
    also nächstes spiel: alle auf die 6sekundenregel achten.;)
     
  7. jambala

    jambala Moderator Moderator

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    Hallo.

    Leuts, werft doch bitte nicht verschiedene Sachen durcheinander.

    "im Zweifel für den Angreifer" gibts net. Im Falle des Abseits nennt sich die Regelauslegung und Anweisung "wait and see". Sprich, als Assistent und auch SR wenn man alleine pfeift soll man darauf achten, ob ein Spieler, der abseits im Moment der Ballabgabe steht, auch ins Spiel eingreift, wie es die Regel 11 fordert. Nicht jede Abseitsstellung ist automatisch strafbar und genau das vergessen die Zuschauer, die sich nicht mit den Regeln auseinandersetzen (also rund 98 %) in diesen Situationen. Das hat aber nichts damit zu tun, daß man dem Angreifer einen Vorteil zugesteht. Erst wenn der Angreifer den Ball mit dem Fuß spielt, einen Gegner irritiert oder sonst wie auf das Spiel aktiv einwirkt (hierzu zählt z. B. auch das Verstellen der Sicht) wird es ein strafbares Abseits, das gepfiffen werden muß.

    Die Sechs-Sekunden-Regel wird sehr wohl durchgezogen - allerdings wie schon mehrfach hier angesprochen kommt es im Regelfall nicht vor. Daneben gilt die Anweisung, daß man ein einmaliges Überziehen nicht direkt ahnden soll - ich betone soll - da der TW eventuell in seinem Bewegungsablauf gestört wurde und daher nicht abgeschlagen hat.
    Wie schon richtig angemerkt gilt die Zeitspanne sechs Sekunden ab dem Zeitpunkt, ab dem der TW den Ball kontrolliert - und dies ist der Zeitpunkt, an dem er den Ball mit der Hand berührt. In diesen sechs Sekunden darf er dann mit dem Ball machen, was er möchte - ihn festhalten, aufditschen, hochwerfen, egal.

    Was er nicht darf, ist ihn richtig freigeben und dann noch mal aufnehmen. Und das, Brock, ist das was in dem von Dir geschilderten Fall geahndet wurde, nämlich wiederholte Ballkontrolle, ohne daß ein weiterer Spieler den Ball berührt hat.

    In diesen sechs Sekunden, in denen der TW den Ball kontrolliert, darf er vom Angreifer nicht angegangen werden. Daher auch der Fall mit dem Wegköpfen aus der Hand durch den Stürmer, was abgepfiffen und mit dem indirekten FS fortgesetzt wird.

    Hält der TW ihn länger, wird es als Zeitspiel (und damit Unsportlichkeit) gewertet.Folge ist der indirekte FS gegen den TW und Verwarnung.
     
  8. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Das eine hat m.E. nix mit dem anderen zu tun. Ich meine, mal gelesen zu haben, dass die Schiedsrichtergilde Weisung bekommen hat, für den Fall, dass es Zweifel an einer "aktiven, d.h. ahndbaren Abseitsstellung gibt, das Spiel lieber laufen zu lassen, statt abzupfeifen. Kann dafür allerdings keine Quelle liefern.

    Wait and See ist was anderes. Das trifft nämlich nur zu, wenn die Abseitsstellung schon (sicher) vorliegt, es aber noch nicht raus ist, ob diese auch ahndbar ist.

    Was die 6-Sekunden-Regel anbelangt: Nachdem ja nun geklärt ist, dass der gesamte Zeitraum vom erstmaligen "Berühren" des Balles bis zum Letztmaligen als "Festhalten" zählt, und zwar als EIN Festhalten, müsste man wirklich mal aufpassen, wie oft sowas pro Spiel übertreten wird. Dann nämlich meine ich sind 6 Sekunden gar nicht soo viel. Manche brauchen schon so lange, um aufzustehen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 7 Januar 2011
  9. jambala

    jambala Moderator Moderator

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    Eine ähnliche Lehrmeinung gab es zu Zeiten des passiven Abseits mal, die ist aber mit der Vereinfachung der Abseitsregel (in Anführungsstrichen) quasi gekippt und durch eben jenes wait and see ersetzt worden.

    Ich kann aus meiner aktiven Erfahrung als SR und Assitent sagen, daß die meisten Torhüter in den Amateurklassen um die vier bis fünf Sekunden brauchen effektiv bis zum Abschlag. Und sechs Sekunden sind schon recht lange - probiers mal aus, indem Du zu jemandem sagst, er soll stumm und in normalem Tempo sechs Sekunden abzählen (einundzwanzig,zweiundzwanzig...) und Du stoppst ihn, wenn Du meinst, daß es sechs Sekunden waren. Ist das gleiche mit 9,15 m Abstand. Solch kleine Experimente bringen erstaunliche Erkenntnisse hervor.
     
  10. #99

    #99 Active Member

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    ja, aber gibt es nicht auch eine ansage an die schiedsrichter dass sie bei unsicherheit, eher nicht auf abseits entscheiden sollen?
     
  11. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Dafür braucht's keine Ansage, wenn ein Schiedsrichter nicht sicher ist, dann entscheidet er ja auch nicht, weder bei Abseits, Foul, Tor, etc.
     
  12. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Klar entscheidet er auch. Nämlich eben auf "Nicht-" jeweils.

    Dennoch glaube ich das nicht so richtig, dass er nur bei sicheren Sachverhalten pfeift. Ich kann mir schon vorstellen, dass es etliche Situationen gibt, die "strittig" - auch für den Schiri - sind, und bei denen er entscheiden muss, ob der pfeift oder nicht. Und weiterhin glaube ich, dass er bei einer gehörigen Quote derer dann lieber pfeift. Und ich meine - gerade das sollte mit der Botschaft der "Im Zweifel für den Angreifer"-Regelung deutlich geklärt werden. Nämlich dass bei strittigen Abseits-Sachverhalten nicht abgewogen werden soll, sondern eindeutlig laufen gelassen werden soll.
     
  13. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Und bei 'nem Elfer, bei dem er sich nicht sicher ist, entscheidet er eher oder bei 'nem Tor an dem er zweifelt?

    Reine Spekulation Deinerseis, die ausserdem den Schiedsrichter in Frage stellen würde, nach dem Motto: Beim Abseits könnt Ihr mal Unsicherheit zugeben.
     
  14. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Eine Torregel gibt es, die eine Zweifelsfreiheit erfordert. Bei Elfer siehts man doch, dass da hin und wieder auch die "Die kann man geben, (muss man aber nicht)"-Elfer gepfiffen werden, nicht nur eindeutige.
     
  15. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Eben, ist sich der Schiedsrichter sicher, dass es ein Tor, ein Elfer, ein Abseits ist, reagiert er. Ist er es sich nicht, reagiert er nicht. Dazu bedarf es für's Abseits keine besondere Regelung.

    Es gab auch schon Tore, die wurden gegeben, weil sich der Schiedsrichter halt sicher war, auch wenn die Realität eine andere war.
     
  16. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Das stimmt natürlich. Es gibt Entscheidungen, bei denen sich der Schiri sicher ist, und die dennoch falsch waren. Das streitet ja keiner ab. Und die Zweifelsfreiheit bei Abseitsentscheidungen ist ja auch keine "Regel", sondern eine "Weisung", soweit ich informiert bin.

    Es gibt aber auch Regel-Formulierungen bei denen "nach Ansicht des Schiedsrichters" im Text auftaucht. Das liest sich schon wie ein größerer Ermessensspielraum, als bei der Formulierung "zweifelsfrei". Oder warum - meinst du - gibt es da mal die eine, mal die andere Formulierung?
     
  17. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Weil es in der Realität ohnehin irrelevant ist. Der Schiedrichter pfeifft, wenn er sich sicher ist, isser's nicht, pfeifft er nicht.
     
  18. Oldschool

    Oldschool Spielgestalter Moderator

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    :weißnich: Genau so denkbar wäre die umgekehrte Version: Er pfeift nicht, wenn er sich sicher ist ( zB Schwalbe ) und wenn er unsicher ist, dann pfeift er ( zB weil der Schiri-Assi gewunken hat )
     
  19. #99

    #99 Active Member

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    wenn er sicher ist, pfeift er, oder er pfeift nicht. wenn er unsicher ist, pfeift er eher nicht. aber trotzdem manchmal.
     
  20. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Von mir aus auch so. Aber das regelste nicht mit Formulierungen in einem Reglewerk.
     
  21. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Das wiederum glaube ich nicht so recht, wenn ich mir so manche Szenen ansehe.
     
  22. Schröder

    Schröder Problembär

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    Die wohl gröbsten Fehlentscheidungen der Schiedsrichter gibt es doch nicht beim Elfmeterpfiff, Abseits oder Zeitspiel, sondern beim Ausführen des Elfers. Das da mal gepfiffen wird, wenn Spieler zu früh reinrennen oder der Torwart schon vor`m Schuss 2 Meter vor der Linie steht, ist doch eher selten. Dabei sind hier die Regeln klar. Normalerweise müssten 60-70 % der gehaltenen und ca 30 % der verwandelten Elfmeter wiederholt werden.
     
  23. Untouchable

    Untouchable Well-Known Member

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    Heute beim Asian Cup gabs wieder einige Verstöße gegen die "6-Sekunden-Regel". Hab extra genau aufgepasst. Dauert schon mal bis zu 10, 11 oder 12 Sekunden, bis der Ball den Torwart wieder verlässt.
     
  24. Schröder

    Schröder Problembär

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    Kommt drauf an, wo der Torwart ihn hat. Am Fuß kann er damit 45 Minuten durch`n Strafraum marschieren, wenn`s ihm passt.
     
  25. pauli09

    pauli09 2. Ewige Tabelle "1gg1"

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    ich dachte immer, der schiri pfeift oder pfeift nicht, wenn er entsprechend geschmiert wurde.
     
  26. pro

    pro Active Member

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    Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich ein Beispiel für die 6-Sekunden-Regel kenne:
    Bei der WM 2006 hat England in Frankfurt gegen Paraguay gespielt und ich bin mir ziemlich sicher, dass der paraguayanische Torwart da den Ball um die 9 Sekunden gehalten hat und der Schiri dann einen indirekten Freistoß gegeben hat.
    Allerdings finde ich dafür grade keinen Beweis, als Quelle kann ich nur meine Erinnerung angeben :D

    Auf jeden Fall war in einem England-Spiel solch ein Verstoß gegeben, das weiß ich zu 100% (vorher kannte ich die Regel gar nicht). Dass es gegen Paraguay war, da bin ich mir zu 85% sicher...

    €: vielleicht erinnert sich ja irgendwer daran?
     
  27. Untouchable

    Untouchable Well-Known Member

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    Über die Regeldefinition sind wir längst hinaus. :)
     
  28. #99

    #99 Active Member

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    wie ich es von anfang an gesagt habe. ;)
     
  29. eckham

    eckham Mit Herzblut zurück

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    Falscher Einwurf und Spieler beim Elfer zu früh im Strafraum bzw. Tormann zu früh von der Linie werden kaum gepfiffen.
     
  30. alditüte

    alditüte HSVer

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    Mich stört vor allem, dass folgendes oft nicht geahndet (bzw. geahndet) wird:
    – Spieler laufen beim Elfer zu früh rein
    – Torwart steht beim Elfer nicht auf der Linie
    – Elfmeter werden „zu selten“ gegeben (für mich ist Foul Foul, egal ob in oder außerhalb des Strafraums)
    – 6-Sekunden-Regel beim Torwart wird jedes Spiel geschätzte zehnmal umgangen

    Außerdem gibt es meiner Meinung nach oftmals zu wenig Nachspielzeit. Als Richtlinie (nicht als Regel!) sind, wie ich irgendwo mal gelesen hab, jeweils eine halbe Minute pro Auswechslung und pro Tor empfohlen. Ich finde sehr schade, dass sich (England mal ausgenommen) kaum ein Schiri daran hält. Zumal ein Spiel nicht 90 Minuten sondern nur 60 Minuten dauert (einfach mal mit Stoppuhr bei einem Fußballspiel dabei sein und bei jeder Unterbrechung – und sei es nur ein paar Sekunden bei einem Einwurf – Stopp drücken; hab ich zweimal bei verschiedenen Spielen jeweils eine Halbzeit lang gemacht und ich kam jeweils auf etwas mehr als 30 Minuten)!

    Zudem kotzt es mich an, wenn Schiris Torschützen Gelb wegen ihres Jubels geben. Aber das ist ja leider regelkonform...
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 10 September 2013
  31. Schröder

    Schröder Problembär

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    Stimm ich dir zu. Mit einer Einschränkung: Liegen wir hinten, ist die Nachspielzeit immer zu kurz. Liegen wir vorn, isse immer zu lang. ;)
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 10 September 2013