Neuer Trend: Als Weltmeister total abkacken

Dieses Thema im Forum "EM 2016 Forum" wurde erstellt von André, 19 Juni 2014.

  1. André

    André Foren-Capo Administrator

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    Jeder sagt das Aus von Spanien sei eine Sensation, dabei ist es eher schon fast die Regel:

    Bei 3 der letzten 4 Weltmeisterschaften ist der aktuelle Weltmeister je in der Vorrunde ausgeschieden.

    Woran liegt das? Ist es die Tatsache dass man nicht mehr so hungrig ist und vielleicht unbewusst 5% fehlen, die dann von der Konkurrenz gnadenlos ausgenutzt werden?

    Oder ist es was anderes?

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  3. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Das ist sicher EIN Ansatz. Ein anderer ist, dass für einen Titel sicher auch etwas Erfahrung und Reife nötig ist und manche Schlüsselspieler 4 Jahre später schlicht zu alt sind.

    Ein Dritter, das Bayern-Dilemma: Gegen den noch amtierenden Titelträger, der ja fast zwingend mindestens Mitfavorit auf den nächsten Titel ist, ist man als Gegner wohl hin und wieder auch einen Zacken motivierter, gründlicher in der Vorbereitung bzw. Einsatz- und Lauffreudiger.
     
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  4. André

    André Foren-Capo Administrator

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    Interessant ist aber dass es früher mal scheinbar anders war. Da war das eine absolute Sensation. Auf die letzten 4 WM´s gesehen, geht es mittlerweile 75% aller Weltmeister so. ;-)
     
  5. Itchy

    Itchy Vertrauter

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    Früher war das Gefälle aber auch weitaus größer zwischen den sogenannten Großen und Kleinen.

    Wobei sowohl Frankreich als auch Italien und jetzt wohl auch Spanien den einen Ticken zu lange an zu vielen verdienten Spielern festgehalten haben. Da fehlt dann der Hunger.
     
  6. Raul Marcelo

    Raul Marcelo Well-Known Member

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    man hält zulange an den fest die viel erreicht haben und vergisst das die nicht jünger werden.

    Spanien zb hat es verpasst seine "großen" namen rauszunehmen und den jungen das vertrauen zu schenken.

    Iniesta, Xavi, Torres, etc, haben viel geschafft, aber der name allein, macht keinen titel.
     
  7. Oldschool

    Oldschool Spielgestalter Moderator

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    Spanien hat einfach Pech bei der Gruppenauslosung gehabt, die Niederlande hätten in Topf 1 gehört. Das System hinkt bei der Einteilung der Weltrangliste. Beguck dir die Gruppe E und vergleich die mal mit Gruppe B: Von den Ländern Schweiz, Ecuador und Honduras kommt eines sicher weiter, aus Gruppe B mit Spanien, Niederlande, Chile muss von vornherein eines sicher ausscheiden. Das ist doch nicht ausgewogen. :weißnich:
    Wäre Spanien im Spiel 1 mit 2:0 in Führung... aber das hatten wir schon. Chile ist auf eigenem Kontinent einfach stärker, hinzu kommt, dass sich Chile sowieso deutlich verbessert hat. Das haben wir schon im F-Spiel gegen uns bemerkt.
    Ich denke, Spaniens Ausscheiden liegt ein stückweit am System der Gruppenauslosung. In Gruppe E wären sie sicher noch dabei. :weißnich:
     
  8. Pumpkin

    Pumpkin Heimatlos und viel zu Hause Moderator

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    Im Gegensatz zu "Früher" leben wir heute im Informationszeitalter: Internet, Videoanalyse, Aufzeichnungen der Partien aller Spieler...das trägt natürlich dazu bei, der Spielweise eines aktuellen Weltmeisters wesentlich professioneller zu begegnen als in früheren Jahren. Holland und Chile wussten also, was man dem Ballbesitz-Tikitaka gekonnt entgegen zu setzen hat.
    Hinzu kam, dass Spanien dem phasenweise wie gelähmt zusah! Einfach mal schnell nach vorne dreschen - undenkbar! Der Rest ist Geschichte...
     
  9. Budmaster_Bundy

    Budmaster_Bundy Well-Known Member

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    Na die Spanier kamen ja nicht nur als amtierender Weltmeister, sondern auch als quasi zweifach amtierender Europameister nach Brasilien. Wenn's einfach nur der fehlende "Hunger" gewesen wäre hätte das ganze ja bereits nach dem ersten oder zweiten Titel auftreten können.

    Was wir momentan bei den Spaniern erleben ist meiner Meinung nach ein ganz normaler Zyklus, den alle großen Mannschaften, die eine Ära geprägt haben, durchleben. Man beginnt mit einer jungen Mannschaft, wird zum weltbesten Team, sammelt Titel. Irgendwann hält man zulange an den glorreichen Elf fest, das ganze überholt sich selbst und das Gebilde stürzt in sich zusammen. So ging es den Brasilianern nach den erfolgreichen Neunzigern nach der WM 2002, den Franzosen nach der Welt- und Europameisterschaft 1998 und 2000 und auch der deutschen Nationalmannschaft nach 1990 und 1996 mit dem Absturz bei der EM 2000.

    Den Spaniern fehlenden Hunger vorzuwerfen sehe ich also als falsch an. Wer sämtliche Titel der letzten sechs Jahre geholt hat kann so viel nichts falsch gemacht haben. Nur wenn man sieht wer da gestern wieder alles auf dem Platz gestanden hat bekommt man den Eindruck das hier versucht wurde, solange an dem "never change a winnig team"-Prinzip festzuhalten bis es halt irgendwann nicht mehr geht. Dieser Punkt ist jetzt erreicht, es wird einen Umbruch geben, und irgendwann zur EM 2020 oder WM 2022 werden die Spanier vielleicht wieder eine neue Ära beginnen.
     
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  10. Itchy

    Itchy Vertrauter

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    Nun ja, vor sechs Jahren gab es die Mittel auch schon, ebenso die Spielweise der Spanier. Hat man also sechs Jahre gebraucht, um den Code zu knacken. Und von einem schnellen Ein-, Zweikontaktspiel war Spanien meilenweit entfernt.
    Natürlich haben die Medien, die man zuhilfe nimmt auch eine Rolle gespielt, Hauptgrund bleibt aber, dass Spanien meilenweit von dem weg war, was sie vorher gezeigt haben. Auch in ihren besten Zeiten waren die Spiele gegen starke Gegner oft knappe Ergebnisse, aber eben zugunsten Spaniens. Und das ist Wille, Wollen und Selbstbewußtsein.
     
  11. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Ich weiß nicht, ob man da einen Trend ausmachen kann, dafür sind die drei Fälle (F 2002. I 2010. E 2014) zu unterschiedlich gelagert.
    Frankreich musste 2002 auf einen fitten Zidane verzichten. Und bei Italien 2010 war es ja nicht so, dass sie den Weltfußball dominiert hätten, wie die Spanier vor 2014.
    Was zumindest F 2002 und E 2014 gemeinsam haben: viele Spieler waren von einer langen, erfolgreichen Saison (vor allem im Europacup) ausgelaugt - das galt etwa für Zidane 2002 genauso wie für Ramos in diesem Jahr.
     
  12. Detti04

    Detti04 The Count

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    Das ist sowieso die groesste Gefahr, der fast alle erfolgreichen Trainer zum Opfer fallen, was aber menschlich durchaus verstaendlich ist. Zum einen fuehlt ein Trainer sich denjenigen Spielern verbunden, mit denen er schon mal Erfolge erreicht hat, zum anderen faellt eine neutrale Beurteilung der aktuellen Leistung dieser Spieler schwer, weil sie immer von vergangenen Leistungen ueberlagert wird. Und irgendwann stellt der Trainer dann den einen oder anderen Spieler nicht mehr nach der tatsaechlichen aktuellen Leistung auf, sondern nach dem, zu was der Spieler zu leisten im Stande war (aber leider nicht mehr ist) - und dann wird's eng.

    Vor Jahren, als der AC Mailand noch die Krone der Fussballschoepfung war, da hoerte oder las ich mal, dass der Verein nach jedem grossen Erfolg erst einmal einen oder zwei der verdienten Spieler verkauft, um genau dieser Gefahr der Verbundenheitsfalle vorzubeugen. Ich hielt das fuer professionell und schlau, auch wenn es vermutlich kaltherzig aussieht, und wuerde das genauso machen. Abgesehen davon sollte man so auch gut Geld generieren koennen. Aus diesem Grund haette ich an Bayerns Stelle vor dieser Saison ja auch mindestens eine Haelfte von Robben und Ribery verkauft, egal welche.
     
  13. osito

    osito Titelaspirant

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    Da wurde von allem etwas gesagt, und wenn man es zusammen tut passt es auch. Den Spaniern muss man zugute halten mit Niederlande und Chile gleich ein Paket bekommen zu haben. Haetten sie ihr erstes Spiel gegen Australien gemacht, oder gegen Chile ohne dieses Waterloo gegen die Niederlande im Gepaeck, wer weiss....
    Der Fehler faengt schon bei dieser komischen Weltrangliste an, auf der ein Griechenland bis vor dem Kolumbienspiel unter den Top 10 und Chile oder Niederlande unter fernerliefen rangieren.
     
  14. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Da ist Löw besser, der hat die Oldies - Ballack, Frings - früh rausgekickt oder auf die Bank gesetzt (Klose, Schweinsteiger).

    handgetappert by Holgy
     
  15. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Löw schaut zu del Bosque und stellt fest, dass er seinen Kopf gar nicht so weit in den Nacken legen kann.
     
  16. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Noch ein Kritikpunkt an der Planung der Roja, der hier glaube ich noch nie erwähnt wurde:
    Die Spanier schlugen ihr Quartier im kühlen Curitiba auf, und trainierten teilweise bei 10 Grad, um dann im heißen Salvador auf Holland zu treffen.
    Da kommt bei einigen hier der Verdacht auf, dass ihnen ein angenehmer Aufenthalt in Brasilien wichtiger war, als zu siegen... :suspekt:
     
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