Nationales Desinteresse

Dieses Thema im Forum "Kneipe" wurde erstellt von Neutro, 19 Januar 2009.

  1. Neutro

    Neutro Member

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    Ich frage mich desöfteren, wie kann es sein das Fussballdeutschland Hertha nur ganz am Rande der Wahrnehmung, äh, wahrnimmt :D ???

    Das im Forum der einzigste Bundesligathread, in dem dieses Jahr (bis zu diesem Zeitpunkt) noch kein Wort geschrieben wurde, ausgerechnet Herthas ist, verzeichnet symbolisch die Richtigkeit des "Phänomens". Wo liegt Berlin, neben Königsberg? Steht die Mauer noch im Kopf um der Stadt? Wo liegen die Gründe begraben?

    Den sportlichen Aspekt lasse ich nicht gelten. Seit der Saison 97/98 in der Liga, hat sich die Mannschaft bereits im zweiten Jahr für die CL qualifiziert - also ab der 3. Saison (99/00) international spielend. Danach folgten 6 Uefa-Cup Qualifikationen in 8 Jahren. Die aktuelle Saison lassen wir besser außen vor. Das von Mittelmaß oder grauer Maus die Rede war/ist, kann nur ein schlechter Witz sein. Wie viele Mannschaften haben eine ähnliche Bilanz in dem Zeitraum? So viele sind des net.

    Dazu kommt, Berlin ist nicht irgendeine Stadt, sie ist die Hauptstadt. In den Straßenschluchten wird meist sehr viel über Hertha geredet oder geschrieben. Es scheint aber, am Ortsausgangsschild hört das abrupt auf.

    Am Ende wundern sich dann alle, wie wo was, Platz 3 ??? Wie geht das denn?
    Bundesweite Beachtung findet der Klub wohl nur bei Knatsch im Gebälk oder bei der Verpflichtung eines bekannten Spielers. Aber sonst?

    Diese Saison bildet keine Ausnahme, mal abgesehen von der guten Platzierung, sind es erneut andere Mannschaften die im Fokus der Nation stehen. Ich glaube fast, selbst wenn eines Tages die Meisterschaft erspielt werden sollte, wäre das nur eine Tickermeldung wert :zahnluec:

    Ich bin da eigentlich recht ratlos...
     
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  3. Busti

    Busti Well-Known Member

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    Ich kann nur für mich sprechen, aber mir ist die Hertha recht egal.
    Ich kann nicht behaupten, dass ich den Verein mag, ebenso aber kann ich auch nicht behaupten, dass ich den Verein nicht mag.
    Mir geht der Verein einfach am Allerwertesten vorbei, ohne das böse zu meinen.
     
  4. Neutro

    Neutro Member

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    Ja, so wie dir geht es wohl einigen im Lande. Die Erklärung dafür ist halt das "virtually Impossible". Liegt es schlicht und ergreifend an historischen Strukturen, das West- und Gesamtberlin erst seit der Wende zur BRD gehören (gefühlt)? Fehlen diese 2-3 Generationen heute in der Betrachtung?

    Oder sind es doch andere Faktoren die einem entweder nicht bewusst oder nie genannt werden?
     
  5. kleinehexe

    kleinehexe SF-Dschungelkönigin 2011 und PTL-Meister 2015/16

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    bei hertha finde ich nur pantelic interessant.:)
     
  6. Neutro

    Neutro Member

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    Na dann, er steht auf der Transferliste ;) Schnapp ihn dir oder überzeug die ausführenden Personen. Bei der richtigen Summe kannst du ihn dir sofort abholen.
     
  7. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Berlin selbst ist schon nicht so sehr auf die Hertha fokussiert wie z.B. Köln auf seine Geißböcke oder Dortmund auf den BVB, da wundert's mich nicht, daß das Interesse ausserhalb der eigenen Stadt geringer bleibt. Außerdem ist die Hertha-Geschichte in Berlin auch eher eine lokale Angelegenheit, denk' ich. In der ehemaligen Ost-Hälfte wird die Begeisterung für die Hertha ziemlich gering sein.
    Eine große Zahl der Berliner hat halt keine Lust auf diesen alles zudeckenden Fußball-Tamtam, vielleicht auch, weil's in Berlin noch genug anderes zu tun gibt am Samstag.
     
  8. JayJay

    JayJay Well-Known Member

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    Nun... ich glaube es hat auch mit dem Kader zu tun.
    Außer Pantelic ist da absolut kein Name vorhanden, der in irgendeiner Weise "groß" klingt. Dazu passt dann auch der Trainer: Ein ruhiger Schweizer.

    Klar spielt Hertha regelmäßig international. Aber mehr oder weniger im Verborgenen. Man qualifiziert sich meist gerade so für den UEFA-Cup und die Spiele dort sind dann eher trist.

    Es fehlen einfach die Reizpole. Es gibt nichts, was für Furore/Glamour/Dramatik sorgt. Keine großen Namen, keine besondere Fanszene, kein besonderer Trainer, keine großen Erfolge.

    Die einzigen interessanten (im Sinne von nennenswert) Stichwörter bei Hertha sind:

    Pantelic, Hoeneß, Olympiastadion.


    Dasselbe Syndrom herrscht wahrscheinlich auch bei Bielefeld (Stichwort Wichniarek) und Bochum (Da fällt mir nicht mal was ein).
     
  9. Neutro

    Neutro Member

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    @Rupert
    Ja, die Berliner denken nicht automatisch an Hertha. Das liegt an der Berliner Sporttradition - überall, in jeder Ecke, gibt es Alternativen. Früher war Hertha tatsächlich nur ein Klub unter der großen Masse. Das hat sich im letzten Jahrzehnt etwas gewandelt. Der Verein wird mittlerweile in Gesamtberlin und in Teilen Brandenburgs als Marke wie Alba oder de Eisbären wahrgenommen. Darüber hinaus stimmt es natürlich, die ganz große Begeisterung ist nicht vorhanden, was alleine die Zuschauerzahlen zeigen. Das Interesse an Neuigkeiten oder Informationen ist jedoch da - geschwatzt wird. Und die Berliner Medien zerreißen sich förmlich Woche für Woche.

    Die Berliner Aufmerksamkeit würde ich als normal, nicht ausufernd bezeichnen. Was hat das aber mit der Wahrnehmung im Rest des Landes zu tun? Über Cottbus wird doch schließlich auch diskutiert...
     
    Zuletzt bearbeitet: 19 Januar 2009
  10. Busti

    Busti Well-Known Member

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    Das Stadion, zu groß, keine Stimmung...
     
  11. Neutro

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    Ich weiß nicht recht, bei der Betrachtung sind ja mehrere Jahre heranzuziehen. Schillernde Personen wie Marcelinho, Alex Alves (das Tor von der Mittellinie), Luizao, Bobic, Deisler, Bastürk, Wosz, Kiraly (man denke an den Schlapperhosen-Kult) oder oder oder...da gibts genügend Namen. Stevens als Trainer wäre auch zu nennen.

    He he, lese eine Woche den Berliner Kurier, die Bild-Ausgabe aus der Hauptstadt oder BZ, Berliner Morgenpost und Co. ... da findest du so viel Dramatik und Theater wie in einem Monat auf Schalke :D
    Ruhige Entspannung wie in Bochum, Bielefeld oder Wolfsburg findest du im Hertha-Umfeld unter Garantie nicht.

    Das mit dem Trainer ist so eine Sache...ich denke das Lucien Favre nicht als "besonders" in Erscheinung tritt, weil Hertha kaum in Erscheinung tritt in der Republik. Wer hat schon einen Trainer in der Buli der noch nie gefeuert wurde sondern seine Ziele immer erreichte??? Klar fehlen die großen Stationen...aber ich bin mir sicher das so etwas in Hamburg oder München bundesweit als Sensation verkauft werden würde.

    Allgemein würde ich sagen, die meisten Geschichten und Reize verhallen im Land. Was anderswo 2 Wochen bundesweiter Diskussion nachsichzieht, da ist bei Hertha nach 2 Minuten Schluss - obwohl in Berlin die 2 Wochen locker um die Ecke gebracht weren.

    Man kennt diese Argumente ja...doch stimmen sie?...Das ist eben die Frage.
     
    Zuletzt bearbeitet: 19 Januar 2009
  12. Neutro

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    Ein gutes Beispiel! Nehmen wir mal Herthas bekannteste Figur heraus - Pantelic.

    Das Wechseltheater um Podolski ist in aller Munde. Das aber seit rund 1 Jahr über Pantelics Verbleib oder Wechsel bei Hertha dramatisch, mal hysterisch oder sogar beleidigend berichtet wird (Dauerfehde in der Berliner Presse), das wird doch außerhalb der Stadt allerhöchstens am Rande beachtet. Oder nicht?

    Nur einmal habe ich eine große Aufmerksamkeit bemerkt...als er von Favre suspendiert wurde. Da schauten plötzlich alle auf...das Davor und Danach jedoch, da war was? :D
     
  13. Mister-X

    Mister-X Active Member

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    Das war doch schon immer so. Selbst zu Zeiten Norbert Nigburs und Granitzas. So richtig sprang der Funke nie über. Im Grunde geht es nur über den totalen Erfolg, wie bei den Bayern ja auch. Würden die Bayern über Jahre im Mittelfeld krebsen, würde sich auch niemand für sie interessieren.

    Dann würden die Leute Golf spielen oder auf andere events gehen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 19 Januar 2009
  14. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Die Hertha hat gerade in der "Szene" in Berlin ein schlechtes Image und gilt vielen als bieder und provinziell. Der Vergleich mit München ist gar nicht so verkehrt: in einer so großen Stadt mit so vielen anderen Möglichkeiten hat es ein Verein schwer, der nicht regelmäßig um die Meisterschaft mitspielt. So ähnlich geht es ja auch PSG oder zu meiner Zeit der Roma, als sie noch ein typischer Tabellenmittelfeld-Verein war. In einer kleineren Stadt würde ein Verein mit so vielen Uefacup-Teilnahmen in den letzten Jahren sicherlich positiver gesehen werden.

    Bin aber nicht ganz einverstanden damit, dass die Hertha nun außerhalb Berlins völlig unbeachtet sei. Abgesehen davon, dass sie kein besonders gutes Image hat (was auch auf Dieter Hoeneß zurückzuführen ist) genießt sie für mich genau die Aufmerksamkeit, die ihr nach ihren Leistungen und Platzierungen auch zusteht. Man darf nicht vergessen, dass die Hertha gerade im Uefacup in den letzten Jahren zum Teil miserable Vorstellungen geboten hat.
     
  15. Neutro

    Neutro Member

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    Das können aber auch nur Großstädter sagen! Ich lebe in Brandenburg mitten in der Provinz. Wie klingt das denn, ja ja, die da mit ihrem provinziellen Image :D ... da kann ich mich ja gleich selber auslachen. Mensch, der Verein sitzt am Nabel der Welt :D ...mitten in der größten deutschen Stadt.
    Bei uns stehen gleich hinter allen Ortseingangsschildern blaue gut sichtbare Schilder mit der Aufschrift "Partnerstadt von Hertha BSC" plus Vereinssymbol. Das lässt sich mittlerweile an vielen Stellen vorfinden im Land. Wir besitzen sogar einen Fanshop, bei einem der Bäckerläden integriert :D:D
    Ach ja...Idylle halt...

    Das Image könnte besser sein, da hast du absolut recht. Wo hier allerdings die Gründe für liegen, mh. Hoeneß selbst hat damals mit seinem Amtsantritt eine Euphorie ausgelöst sondersgleichen. Er hat aus einem Skandalklub der 80iger und anfänglichen 90iger Jahre einen professionellen mit modernen Strukturen bestückten Verein kreiert. Nein, ich würde nicht sagen das er hauptsächlich verantwortlich ist für das biedere Image. Das Wahrnehmung und Image zusammenhängen, würde ich unterstreichen...

    Ihr seit also mehrheitlich der Meinung, wenn Hertha jede Woche mehr als 60.000 Fans ins Stadion ziehen könnte - die dort eine bebende Stimmung verbreiten - wäre die nationale Wahrnehmung eine andere, und bald darauf auch das Image?

    Das stimmt, mit Ruhm hat man sich da nicht bekleckert. Aber war das denn vorher anders? Gut, es gab definitiv einen Hype nach dem Aufstieg und der CL-Saison. Das war's dann aber auch...in den folgenden Jahren, als sich Hertha immer zwischen Platz 4-7 eingliederte (bis zum Fastabstieg), war es so wie heute, jedenfalls nach meiner Wahrnehmung. Vielleicht sehe ich das auch etwas falsch...
     
  16. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Ich spreche mal für München :D
    - In München war man schon immer der ehemaligen Hauptstadt des preussischen Königreichs sehr skeptisch eingestellt und hat immer versucht Berlin zu ignorieren - was ja nicht unbedingt immer so klappte ;) - und das zieht sich ein bisschen bis ins Jetzt.
    - Ausserdem war die Hertha niemals Konkurrenz zum FC Bayern oder 1860 und wird deswegen schon nicht wahrgenommen.
    - Richtige Kracherskandale über die man sich lustig machen könnte gibt's auch nicht, was auch zu keiner Diskussion führt.
    - Ausserdem trägt die Tatsache, daß der kleine Bruder vom Uli da managed nicht unbedingt dazu bei, daß Reizpole entstehen und somit wird auch kein Interesse gefördert.

    Summa summarum: Der Münchner Fußballfan fährt gerne mal in die große Stadt und staunt über deren Größe und Möglichkeiten, die sich im Millionendorf nicht bieten, der Berliner Fußball ist ihm aber gänzlich wurscht, weil es keine Berührungspunkte gibt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 19 Januar 2009
  17. HoratioTroche

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    Ich bin ja ab und zu in Berlin, wirklich fußballbegeistert und auch sonst sportinteressiert. Bevor ich da aber zur Hertha gehe, fallen mir aber ein paar andere Fußballvereine und Sportarten ein, wo ich eher hingehen würde. Weil im Olympiastadion war ich schon mal.
     
  18. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Nicht schlecht. Hätte ich ja nicht gedacht, dass die Hertha in Brandenburg so viele eingefleischte Fans hat. Das sind doch Wessis... ;)

    Aber du hast schon recht, der Großstadtmensch tickt da anders, erst recht wenn er nicht aus Berlin selbst stammt, wie so viele. Ich hab ja auch 10 Jahre in Berlin gewohnt, aber im Gegensatz zu anderen Wohnorten, an denen ich gewohnt habe, konnte ich in Berlin eigentlich nie eine emotionale Beziehung zu der heimischen Mannschaft aufbauen.

    Allerdings könnte ich auch niemals wirklich Anti-Hertha sein - sie ist nun mal der einzige Buli-Vertreter aus der geilsten Stadt der Welt. :D

    Dieter Hoeneß hat zweifellos seine Verdienste, vor allem angesichts dessen, wie es vor ihm bei der Hertha aussah. Aber alles hat er sicherlich auch nicht richtig gemacht in den letzten Jahren, und manchmal kommt er mir nicht sehr souverän vor.

    Außerdem denke ich, seine Art und sein Auftreten sind nicht gerade dazu angetan, Sympathien zu wecken. Teilweise hat er schon etwas von der Arroganz seines Bruders - aber andererseits fehlt ihm wieder dessen Zielstrebigkeit und Cleverness.

    Wirklich etwas ändern würde sich nur, wenn sie häufiger in der CL mitspielen oder gar einen Titel holen würden, denke ich.
     
  19. Neutro

    Neutro Member

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    Genau, das Fleisch hat seine Grenzen. Würde Union in der Buli spielen, bei den Derbys wäre Brandenburg plötzlich ganz ganz EISERN. Das versteht sich von selbst, da kommen dann doch die Emotionen hoch. Auch gegen Cottbus ist es kein normales Spiel...da bete ich vorher das es ja kein Unentschieden wird. Alles andere geht in Ordnung. Ansonsten ist die alte Dame pur angesagt. Hertha bemüht sich seit 19 Jahren so rührig um uns Märker, da konnten wir gar nicht anders als Hertha-Fans werden. :D

    Da sagst du was... WIE recht du doch hast. Und auf welchem fruchtbaren Boden steht die Stadt? Jenau, mitten auf Brandenburger Sand. :zahnluec:

    Hat er nicht, stimmt. Dafür ist er von Anfang an mit dem Herzen dabei gewesen. Das wird immer verkannt. Er ist eben ein typischer Machtmensch mit Selbstdarstellungscharakter, dat is so un jut. Ich persönlich hätte nichts dagegen, sollte er nach 2010 seine Arbeit fortsetzen. Bis dahin muss sich Hertha aber richtig arg anstrengen. Ein Titel bis nächsten Sommer muss einfach drin sein für seinen großen Abschied. Das wäre die richtige Krönung für all sein Bemühen, und auch das richtige Timing. Zu gönnen wäre es ihm, ja und Hertha sowieso :floet:
    Ich kann nur für mich sprechen, bei mir hat er alle nötigen Sympathiewerte, der ist so, der macht Spaß so und das wird auch immer so bleiben. Sehen vor allen Dingen die launischen Berliner anders, ich weiß.

    Mh, der 2-fache Ligapokalsieg hat jedenfalls nicht gereicht :rolleyes:, so viel steht fest. Das ist aber auch ein Teufelskreis. Den leichtesten erreichbaren Titel kann Hertha schon mal nicht holen, den DFB Pokal. Da läuft doch irgendwas mit dem DFB (ihr Endspiel austragen, ihr aber nie erreichen, sonst kein Enspiel mehr, kapiesche!). So oft kann man doch gar nicht scheitern *lach*, und dann auch noch meistens gegen 3-4 Klässige.

    Ich denke aber auch, ohne Titel kein Hingucker. Mh, aber vielleicht kommt ja noch wer um die Ecke und enthüllt DEN Grund schlechthin, weswegen Hertha national kaum bis schlecht wahrgenommen wird. Ok, bei den Münchenern ist mir das klar. Das beruht übrigens auf Gegenseitigkeit. Wahrscheinlich würde ich Bayern München ebenfalls nicht sonderlich beachten ohne deren herausragende Bilanz. En Bayer und nen Preuß verehren sich eben net gegenseitig. Gott sei Dank liegt dazwischen das zänkische Bergvolk als Puffer.

    Aber keine Sorge Rupert, ich bin immer wieder gerne in Bayern, besonders um Füssen herum - herrliche Gegend.
     
  20. Herthingo

    Herthingo Höha, schnella, Hertha

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    Zuerst mal Lob für den Thread; nach meinem ersten Gedanken ("boah, schon schlimm genug, daß es so ist, man muß doch nicht noch alle drauf aufmerksam machen..."), finde ich die Antworten doch sehr interessant bisher.

    Ja genau, weil die Berliner ja alle so launisch sind, wissen sie die Verdienste von Dieter Hoeneß nicht zu schätzen, Ein Hoch auf die Verallgemeinerung :rolleyes: Im Gegensatz zu hinzugekommenen Brandenburgern (Verallgemeinern kann ich auch ;) ), habe ich eben nicht vergessen, wer in der Aufstiegssaison 1997 Manager bei Hertha war... willkommen im Club derer, denen Dieter erfolgreich seine leicht geschönte Biografie untergejubelt hat :huhu: Richtig ist, daß er sehr viel bewegt hat im Verein; richtig ist aber auch, daß die Impulse in vielen Fällen von seinem Vorgänger Rühl ausgingen. Und seine ja wohl unbestrittene großkotzige Arroganz hat dem Verein auch oft genug geschadet.
     
  21. Neutro

    Neutro Member

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    @Herthaner
    Nun nimm das doch nicht gleich wortwörtlich für bare Münze. Ich wollte damit nur zum Ausdruck bringen das man die Arbeit von DH in Berlin deutlich kritischer beäugt als im Umland. Das fällt mir immer wieder auf. Darüber hinaus gehe ich davon aus das alle Herthaner von den Qualitäten und erbrachten Leistungen des Dieter Hoeness informiert sind, und diese Arbeit auch Schätzen.
    Wahrscheinlich störte dich der Zusatz "launisch", kann das sein? Mach dir nichts draus, Urberliner heissen bei mir "launische Brummbären". Das hat keinen negativen Hintergrund, im Gegenteil. Das macht Berliner doch erst sympathisch.

    Das es auch ein Herthaleben vor Hoeneß gab, logisch. Er hat die Zivilisation nicht in die Stadt gebracht. Aber er hat den Verein komplett modernisiert und als Marke wieder in der Bundesliga etabliert. Man erinnere sich:

    Rühl tritt zurück - Hoeneß auf dem Sprung : Textarchiv : Berliner Zeitung Archiv
    Rühls Arbeit nicht abwertend...aber Hoeneß war von Anfang an seines Engagements der Strippenzieher.

    Dieter polarisiert eben, die einen mögen das, die anderen weniger.
     
  22. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Merci, merci.
    Berlin ist ja auch eine beeindruckende und lässige Stadt; ich bin auch immer wieder sehr gerne da. Nur der Fußball ist halt dann von null Interesse.
     
  23. huelin

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    Ich bin auch ein großer Bayern-Fan - solange damit kein Fußballclub gemeint ist! :D
     
  24. Detti04

    Detti04 The Count

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    Zum einzigen Mal war Hertha sowas aehnliches wie interessant, als Marcelinho dort spielte. Der war naemlich ein bunter Typ und toller Fussballer und damit genau das Gegenteil von Hertha BSC: die Hertha ist naemlich ein grauer Klub mit nichtssagendem Fussball. Da helfen auch UEFA-Cup-Teilnahmen nichts, denn in den UEFA-Cup kommen ja selbst Teams wie Bochum manchmal.

    UEFA-Cup-Teilnahmen wuerden nur dann helfen, wenn man es auch mal vernuenftig weit (bis - sagenwamal - ins Halbfinale oder mindestens Viertelfinale) braechte und dann vielleicht der einzige noch verbliebene deutsche Verein waere. Hertha aber scheidet ueblicherweise zu einem Zeitpunkt aus, wenn noch 3 oder 4 andere deutsche Teams international aktiv sind; wie sollte Hertha so nationales Interesse wecken? Da die Hertha auch ansonsten nirgends wirklich in Titelnaehe kommt, bleibt sie eben uninteressant. Oder zumindest wird sie so nicht wesentlich interessanter als z.B. der Vfl Wolfsburg.
     
  25. SaintWorm

    SaintWorm Bolminator Moderator

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    Wusst ich's doch, dass du ein alter CSUler bist! :D
     
  26. pauli09

    pauli09 2. Ewige Tabelle "1gg1"

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    mir geht es ähnlich:
    wenn ich in münchen bin, in dieser wohlfühlstadt, kommen mir viele ideen, nur nicht die, ins fußballstadion zu gehen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 20 Januar 2009
  27. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Finde ich nicht. Nur gibt es wie ich finde interessantere Spiele zu gucken als die der Hertha.
    In München gibt es dagegen nicht mal die.
     
  28. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Bundesliga-Marktführer, Chaos-Pleiteklub oder A-Klasse.
    Dazwischen gibt's halt nix, wenn dann machen wir das hier gescheit :D
     
  29. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    ich wohne jetzt ja schon viele jahre in berlin. und mit der hertha und den berlinern ist das ja so: wer nicht in berlin geboren wurde, sondern wie ich eingewandert ist, der hat ja schon seinen verein, und ich kenne keinen, der auf die hertha umgeschwenkt ist oder ihr auch nur ein fünkchen sympathie entgegenbringt. der ostberliner ist auch nur in seltenen ausnahmefällen herthafan (geworden). der harte kern der herthafans ist nach meiner beobachtung der überzeugte BZ-Leser (west). wobei da auch viele bayernfans drunter sind. so richtig angedockt hat die hertha komischerweise nicht in berlin. wie das in brandenburg aussieht, weiß ich nicht.

    liegt aber am verein selber. denen ist es nie gelungen irgendein identifikationsbild zu schaffen. wofür steht denn die hertha? am passendsten wäre ein bodenständiges Schultheiss&Buletten-Berliner Images, aber das ist den herren Hoenes&Co wohl nicht fein genug. aber etwas anderes zu etablieren ist ihnen auch nicht gelungen.

    dem beitrag mit marcelinho stimme ich zu. das war auch die einzige zeit, wo ich der hertha etwas beachtung schenkte.
     
  30. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Da fällt mir eigentlich nur Alba ein. Eishockey interessiert mich nicht, und Regionalligafußball erst recht nicht.
     
  31. Oldschool

    Oldschool Spielgestalter Moderator

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    Kann auch daran liegen, dass die Mehrzahl der user dieses boardes über Vereine links des Rheins und nördlich der Ruhr lieber diskutieren. Selbst einige in Berlin ansässige user haben ihre Favoriten ausserhalb der Hauptstadt.
    Bisschen schwerfällig kommt die Hertha daher, nicht von ungefähr wird sie auch "Alte Dame von der Spree" genannt. Hat aber andere Gründe, in den 60igern wurde ein Maskottchen geschaffen, das eine Blondine auf einem Fussball sitzend darstellt. Und die Blondine ist eben jetzt in die Jahre gekommen.
    Hertha BSC hat einfach zu wenig Fürsprecher und/oder Gegner hier im board, die sich reiben könnten. Oder keine Reibungspunkte, so wie früher das ewige Thema D.Hoeness vs. Trainer, egal wer das war ( Röber, Götz, Stevens ) :weißnich: