Nationalelf und Gesellschaft

Dieses Thema im Forum "Nationalmannschaften" wurde erstellt von Vollzahler, 22 November 2013.

  1. Vollzahler

    Vollzahler Active Member

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    Deutschland spielt seit Jahren nun schon einen doch,unterm Strich,recht erfolgreichen Fussball.
    Stop ! - werden die Einen sagen, wo sind die Titel ??
    Ich sage, eine Mannschaft,die in den letzten 6 Jahren, dreimal mindestens im Halbfinale eines großen Turniers stand,und jedesmal souverän und ohne Niederlage durch die Quali kommt,würde ich schon als sehr erfolgreich bezeichnen ! Hinzu kommen Länderspielerfolge gegen die Niederlande oder England.
    Meiner Meinung nach liegt es nicht nur am Kader der Deutschen,sondern auch am mentalen Geist,einen starken Background zu haben im Zusammenspiel mit der deutschen Gesellschaft und vor allem der Witschaft !
    Schaut man sich das politische Europa an,dürfte es ausser Frage stehen,daß zb Griechenland,der Balkan oder eigentlich Gesamt-Osteuropa weitaus schlechtere Grundvoraussetzungen für richtig erfolgreichen Fussball haben !
    Aber auch Nationen wie Frankreich oder Portugal sind schon lange nicht mehr so erfolgreich,wenn man sich sowohl Turnierplatzierungen,als auch Weltrangliste anschaut. Typisch für beide Länder sind aber ebenso starke innergesellschaftliche Krisen ! Portugal ist im Grunde in der EU ein armes Land.
    Es bleibt im Spekulativen,ob der deutsche Fussball so erfolgreich wäre,hätten wir bsw Zustände im Land wie in den EU Krisenländern....
    Klar reden wir über Profis. Aber auch die haben Familie,Bekannte,Freunde. Ich glaube,ein griechischer oder slowenischer Fussballer ist im Kopf nie so frei wie ein Deutscher.
    Um so bemerkenswerter ist da die fussballerische Leistung der Spanier oder Italiener zu sehen !
    Beides auch relative EU Krisenstaaten mit zt hoher Jugendarbeislosigkeit !
    Da merkt man,daß in diesen Ländern ( wie sicher auch in Südamerika) der Fussball gelebt wird,ungeachtet dessen,wie die gesellschaftliche Lage im Land ist.
    Ich glaube,das würden wir vergleichbar in Deutschland nicht vorfinden !
    Deutschland ist auch immer dann Weltmeister geworden,wenn ein gewisse Aufbruchstimmung das Land erfasste : Nach dem Weltkrieg als der Neuanfang im Gange war, in den boomenden 70ern und unmittelbar nach der Wiedervereinigung !
    Auch heute steht die unmittelbare Nähe zur Wirtschaft und Politik,von Commerzbank über Addidas bis zur Bundeskanzlerin fast zementiert für mentalste Stärke !

    Mich würde mal interessieren,ob die anderen Nationalmannschaften auch diesen Background in Industrie,Wirtschaft und Politik haben wie unsere DFB Elf.
     
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  3. Raffelhüschen

    Raffelhüschen Forennutzer

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    Sorry, der Beitrag ist imo etwas wirr, um darauf vielversprechend zu antworten. Auch vermischst du Feststellungen mit Thesen bzw. lässt sie unbegründet im Raum stehen oder findest selbst einige Gegenbeispiele. Du definierst nicht aus, was du unter "mentalem Geist" und "mentaler Stärke" oder "Background" verstehst. Wenn du deinen Artikel etwas aufdröselt und in Inhalt und Form strukturierst, ließe sich gegebenenfalls darüber sprechen, wenn es User hier interessiert.

    Ich persönliche sehe keine Belege für deine Behauptungen.
     
  4. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Geht nicht nur Dir so - ich stand auch etwas rätselnd davor.
     
  5. StepMuc

    StepMuc Well-Known Member

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    Hm...Wenn ich dich richtig verstehe versuchst du die Leistung der Nationalmannschaft in Zusammenhang mit innergesellschaftlichen Problemen der jeweiligen Länder zu stellen.
    Versuchen wir das mal zu analysieren. Ich sag jetzt mal dass die Leistung hängt hauptsächlich von der Stärke der Spieler ab und den Fähigkeiten des Trainers ab.

    Ob ein Land gute Spieler hat hängt davon ab wie viele Kinder Fussball spielen und ob sie eine gute fussballerische Ausbildung bekommen.
    Die Leistung des Trainers hängt vom Verband ab. Pestige vorhanden um einen guten zu bekommen? Sind die Strukturen des Verbands leistungsfördernd oder besteht er aus 100 alten Männern die eine erfolgreiche Arbeit (unwissentlich) boykottieren?

    Mir fällt jetzt kein Land ein mit dem ich mit diesen Kriterien nicht die Leistung bestimmen kann. Solche "saisonalen" Dingen wie Schuldenkrise in Griechenland, Jugendarbeitslosigkeit in Spanien etc. fallen dabei kaum ins Gewicht, beeinflussen aber halt langfristig Infrastruktur, Verband etc. Möglicherweise auch die Anzahl potentieller Fussballspieler.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 25 November 2013
  6. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Ich würde mal sagen: je durchkommerzialisierter eine Liga ist, je mehr Kohle die Vereine machen und je mehr die Spieler verdienen können, desto weiter oben spielen auch die Nationalmannschaften mit. Ausnahme: England :D
     
  7. Vollzahler

    Vollzahler Active Member

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    Oh, Überforderung allenthalben.....

    Starke ,stabile deutsche Wirtschaft, daraus resultierende optimale Bedingungen in Training und Wettkampf unserer Spieler gepaart mit doch recht stabilen sozialen Verhältnissen im Land.....da sieht keiner einen Zusammenhang mit hoher sportlicher Leistungsstärke ?
    Und eben einen gewissen Vorteil generell gegenüber dem Balkan,Osteuropa,Griechenland aber auch Portugal.
     
  8. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Genau die Verbindung kriege ich nicht so recht hin, denn wie käme es sonst, dass Brasilien, Italien und Spanien die letzten Weltmeister stellten und Griechenland und Spanien die Europameister. Das sind alles Länder deren Wirtschaft, noch, weniger stabil und leistungsfähig ist gemessen an der deutschen.

    Dass Geld im Überfluß für Training & Wettkampf ein Vorteil ist, denke ich schon aber der Vorteil entwickelt sich, so denke ich auch, nicht linear nach oben.
     
  9. GaviaoDaFiel

    GaviaoDaFiel Last Dino Standing

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    Ichsachnur: Brasilien, die letzten 55 Jahre.
     
  10. StepMuc

    StepMuc Well-Known Member

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    Warum liest du denn nicht meinen Beitrag?
    Natürlich gibt es da einen Zusammenhang.
    Wenn du es noch einfacher haben willst: Je mehr Geld, desto besser im Sport, weil es im Sport auf die Ausbildung/Förderung ankommt und die nunmal Geld kostet. Instabile soziale Verhältnisse sind fast immer die Folge von zu wenig Geld. Wenn man noch weiter verfeinern möchte könnte man noch sagen, dass es eigentlich: Je mehr Geld für den Sport, desto besser im Sport, heissen müsste. In den meisten Demokratien ist das Budget das man dem Sport zugesteht aber in etwas gleich. Gibt aber natürlich immer ein paar Diktaturen die unnatürlich viel Geld in Sportförderung investieren und dann auch ganz gut abschneiden. Dafür ist Fussball aber nicht sonderlich gut geeignet, da nimmt man dann lieber Leichtathletik.

    Wenn du jetzt mit "ja aber spanien" kommst: Spanien ist kein armes Land!! Die haben da gerade (hoffentlich) temporär eine Wirtschaftskrise und das wars dann auch schon. Absolut kein Vergleich zu diversen asiatischen oder afrikanischen Ländern. Das osteuropäische Länder so schlecht abschneiden obwohl sie wirtschaftlich immer mehr an die Spitzengruppe anschluss finden liegt daran dass der Aufbau von guten Förderungsstrukturen halt Zeit dauert. In Spanien, deutschland, Frankreich etc. wurde viele Jahrzehnte mit hohen Resourceneinsatz am Aufbau dieser System gearbeitet. Das kann man nicht so einfach nachbauen, auch wenn man 10 jahre lang das 5-fache investiert.
     
  11. Detti04

    Detti04 The Count

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    Zu einem aehnlichen Thema hatte ich mich schon mal geaeussert, naemlich hier und hier. In dem Sinne: Die deutsche NM ist erfolgreich, weil Fussball in Deutschland wichtig ist (und zwar wichtiger als Fussball das z.B. in England ist) und weil Deutschland eine hohe Bevoelkerungszahl aufweist. Dass Deutschland reich ist und die Wichtigkeit dazu fuehrt, dass mehr Geld in den Fussball fliessen kann als in einem armen Land, in welchem Fussball ebenso wichtig ist und die Bevoelkerung ebenso hoch, das schadet sicher nicht.

    Der "traditionelle" Vorteil gegenueber Osteuropa liegt aber auch in der frueher fehlenden Chance des sozialen Aufstiegs begruendet: Hinter dem eisernen Vorhang konnte niemand durch Fussball reich werden, womit es unwahrscheinlicher wird, die fuer die Verfolgung einer Profikarriere noetige Risikobereitschaft aufzubringen. Wieso sollte jemand das Risiko einer Karriere als Fussballprofi eingehen, wenn z.B. ein Studium nicht nur sicherer ist, sondern auf Dauer auch ein (finanziell) besseres Leben erlaubt?
     
    Vitax gefällt das.
  12. Vitax

    Vitax Member

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    Das.

    Abgesehen davon würde ich sportlichen Erfolg nur bedingt als Zeichen irgendeiner Aufbruchstimmung oder Zeitgeist oder sonst irgendetwas deklarieren.
    Das ist immer das Problem mit Korrelation und Kausalität. Nur weil irgendwelche Dinge gemeinsam auftreten, heißt das nicht, dass sie in Beziehung zueinander stehen (bezogen auf die erwähnte deutsche "Aufbruchstimmung).
     
  13. faceman

    faceman Europapokal-Tippspielsieger 2015

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    Also der "Vorteil" dürfte lange dahin sein, wenn es den denn überhaupt gab. Nicht jeder Fussballspieler hatte nämlich ein Studium oder besser dotierten Job in Aussicht. Zumal der Fussballer im Osten per se eigentlich als Priveligierter galt, so lange er (politisch) halbwegs tragbar war. Und ob ein alternativer Job besser bezahlt war, als der eines Fussballspielers darf dann auch näher betrachtet werden. Das ist aber mehr als 20 Jahre her. Mittlerweile spielt die Generation nach dem eisernen Vorhang und glaube mal, die haben alle sehr schnell gelernt, welches Risiko sie eingehen müssen/sollen/können um mehr Geld zu verdienen. Bei Risikobereitschaft haben für mich viel mehr die Deutschen (nicht nur die Fussballer) extremen Nachholebedarf.
     
  14. Chris1983

    Chris1983 Well-Known Member

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    Ich sehe das recht ähnlich. In Ländern wo halt nicht so ein finanzieller Background ist müssen Talente ggf. alles auf die karte Fussball setzen und gehen ihren Zielen wohlmöglich noch ehrgeiziger nach. Gerade weil es doch oft dann die einzige Chance ist aus ggf. ärmeren Verhältnissen rauszukommen.
     
  15. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Das war ja auch früher die gängige These, unter anderem um zu erklären, warum in Schland der "nationale Nachwuchs" ausbleibt: Die haben viel bessere Alternativen, warum sollen die Profis werden? Woanders oder für Migranten ist das dagegen eine der wenigen, wenn die einzige Chance an das große Geld zu kommen.

    Jetzt ist der Nachwuchs wieder da. These falsch? Ist es doch "nur" die professionellere Nachwuchs- und Erwachsenenschulung?
     
  16. KGBRUS

    KGBRUS SF Dschungelkönig 2016

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    Ausserdem stimmen die Recherchen nicht wirklich, da wir 74 alles andere als ein "Aufbruchstimmung" hatten:

    Ich sehe da keinen oder nur maginalen Zusammenhang. Wirtschaft ist ein Baustein für den Erfolg aber nur einer von vielen.