Mit dem Jugendschutzgesetz gegen Ultras

Dieses Thema im Forum "Kneipe" wurde erstellt von HoratioTroche, 20 Dezember 2011.

  1. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Bisher hat man es angewendet, um Kinder und Jugendliche vom Rotlicht, Spielhöllen und Trinkhallen fernzuhalten, jetzt sind anscheinend Ultragruppen "ein Ort, an dem "eine unmittelbare Gefahr für körperliche, geistige oder seelische Wohl droht"
    Keine schlechte Taktik, erst eine bekanntermaßen eher unscheinbare Ultraszene ins schlechte Bild ruecken (siehe in Kaiserslautern) und Jetzt damit kommen. Besonders hübsch ist die Aussage, "Wir können keine Sozialarbeit machen." doch Herr Romeiko, das sollen sie sogar. Sich zumindest, über die Fanprojekte nämlich, an ihr beteiligen.
    Freiburg: Fußballfans: SC Freiburg: Polizei greift gegen Kinder und Jugendliche in den Reihen der Ultras durch - badische-zeitung.de
     
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  3. kleinehexe

    kleinehexe SF-Dschungelkönigin 2011 und PTL-Meister 2015/16

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    Also, für mich ist ganz klar, Kinder/Jugendliche haben bei den Ultras nichts zu suchen.Punkt. Auch mit 13 oder 14, 15, 16... (wer mich verstehen will wirds verstehen) hat man meiner Meinung nach ohne vernünftige Begleitung (gescheite Eltern, Fanbetreuer, auch Jugendsozialarbeiter) in Blöcken nix verloren.

    Die Sozialarbeit könnte man sehr gut einbauen in Fanprojekte, die Kosten könnten die Länder übernehmen (Erziehungshilfen werden ja auch von Jugendämtern gezahlt, und in vernünftigen Clubs für die jungen Fußballfans könnte man manchmal vielleicht wertvollere Arbeit leisten als in manchen Familien mit beratungsresistenten Eltern, da beißen sich die Familienhelferinnen nämlich auch die Zähne aus).
    Welche Projekte es da vielleicht sogar schon gibt bei den Vereinen kann ich nicht abschätzen. Aber es wäre auf jeden Fall sinnvoll, wenn die Länder und/oder der Bund mal Geld reinbuttern würde.
     
  4. André

    André Foren-Capo Administrator

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    Also 13, 14 bin ich bei Dir, mit 15 oder 16 aber nicht mehr.

    Ich weiß noch wie ich mit 15 anfing zu arbeiten, dass erste was ich machte war bei den Messdienern austreten. Spätestens wenn das erste Geld verdient wird, will man auch selbst entscheiden was man damit macht. Und wer 8 - 10 Stunden arbeiten gehen darf, der darf wohl auch ins Fußballstadion.
     
  5. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Hab mir das mal in der Allianz Arena angeschaut. Da dürfen Kinder bis 12 nur in Begleitung eines Erwachsenen rein.
    Ich denke auch, es macht keinen Sinn einem 17 Jährigen zu verbieten zu einem Fußballspiel zu gehen; gerade auf Jugendliche wird es doch eine große Anziehungskraft ausüben sich zu den älteren Mädls & Jungs zu stellen, die da was losmachen, die Plakate malen, die ständig singen, usw.
    Ich seh das so, wie der HT: Da sind eben auch die verschiedenen Fangruppierungen und auch der Verein in der Pflicht sich ihrer jüngeren Anhängerschar anzunehmen und denen zu zeigen um was es geht und was geht und was nicht.
    Die mit der Polizei rauszuklauben, nur weil sie bei den angeblich "Falschen" stehen, halte ich für nix.
     
  6. FCBIA

    FCBIA New Member

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    Ich bin auch der Meinung wie Rupert!
    Ich bin auch noch nicht volljährig, war aber schon oft in der Allianz Arena und auch schon in andern Stadien ohne das meine Eltern dabei waren. Wenn ich ehrlich bin war ich immer nur mit Bekannten oder Verwandten. In der Allianz Arena hatte ich nur einmal einen Sitzplatz ansonsten stand ich immer in der Südkurve. Manchmal stand ich nur ein paar Meter neben den, aber auf mich hat da nichts abgefärbt oder so. Ich weiß was sich gehört und was nicht. Ich finde es okey den Fußball zu Leben. Aber irgendwo sind auch Grenzen.
    Ein Jugendschutz halte ich für unnötig.
     
  7. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Weiß jetzt irgendwie gar nicht wo ich anfangen soll, dir den Widerspruch in deinem Beitrag zu erklären...
    Du hast ja wirklich gar keine Ahnung, wie vernünftige Sozialarbeit beim Fussball aussieht. Und auch nicht verstanden, was ich an dem Artikel so bemerkenswert fand. Nämlich dass dieser Romeiko es auch nicht besser weiß.
    Wo es entsprechende Fanprojekte gibt und wie die Arbeiten kann der Interessierte übrigens nachlesen.
    Guck dir z. B. hier Koordinationsstelle Fanprojekte: Die Fanprojekte mal Ba-Wue an. Fällt dir was auf?
     
    Zuletzt bearbeitet: 6 Januar 2012
  8. Markus0711

    Markus0711 Well-Known Member

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    Ich denke es ist doch eher selten, dass 13 oder 14-Jährige in Ultragruppierungen auftauchen. Zumindest bei größeren Vereinen gibt es doch gewisse "Aufnahmekriterien", da kommt nicht Hinz und Kunz rein. Darüber definieren sich viele Ultragruppierungen doch auch durch Gewalt/Angriffe auf die gegnerische Anhängerschaft (manche wohl mehr als andere). Ob es da so erstrebenswert ist 13- oder 14-Jährige in den eigenen Reihen zu wissen, würde ich einmal bezweifeln.
    Ansonsten bin ich bei soweit bei André. Ich denke mit 15/16 ist ein Jugendlicher weit genug, selbstständig und ohne Eltern ins Stadion zu gehen und sich (bei Gefallen) auch einer Ultragruppierung anzuschließen.

    Ich weiß nicht im Detail wie Sozialarbeit im Fußball funktioniert. Ich bin jedoch der Meinung, dass man eine Fanbetreuung in und ums Stadion herum so organisieren könnte, dass so wenig wie möglich passiert. Dazu gehört u.a., dass jeder Verein für seine Fans verantwortlich ist (zuhause wie auch auswärts). Das hätte den Vorteil, dass sowohl Securitydienst und auch Sozialarbeiter etc. ihre Schäfchen kennen und entsprechend kontrollieren (Stichwort Pyro), die Dynamik in der Fangruppe besser einschätzen und ggf. rechtzeitig eingreifen können. Dies wäre in meinen Augen ein erster Schritt in die richtige Richtung...
    Von gezielt eingeschleusten "Spionen" innerhalb der Ultragruppierungen will ich noch gar nicht reden...
     
  9. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Schön, nur ist das keine Sozialarbeit, Markus.
     
  10. Markus0711

    Markus0711 Well-Known Member

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    Dann nenn' es anders. Hauptsache es funktioniert.
     
  11. kleinehexe

    kleinehexe SF-Dschungelkönigin 2011 und PTL-Meister 2015/16

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    Ich sehe keinen Widerspruch in meinem Beitrag, wenn ich zum einen nichts davon halte dass Kinder bei den Ultras im Block stehen und es zum anderen für sinnvoll halte wenn Sozialarbeit geleistet wird und die Länder dazu mehr Geld zur Verfügung stellen sollten.

    MIR kann es aber auch scheißegal sein. MEINE Kinder gehen mit ihrem Vater zum Fußball, da brauch ich weder Fanprojekte noch Sozialarbeiter. Von daher habe ich mich auch noch nicht darum drum gekümmert wie vernünftige Sozialarbeit im Fußball aussieht. Aber wenn sie kein Geld Ländern und Kommunen brauchen können, umso besser.
     
  12. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Was funktioniert?
     
  13. Markus0711

    Markus0711 Well-Known Member

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    Das, worüber wir hier reden.
    Dass man Jugendliche eigenverantwortlich und sicher in Stadien lassen kann.
    Dass die Polizei nicht aufgrund von an den Haaren hergezogenen Jugendschutzparagrafen wahllos Einzelpersonen herauszieht.
     
  14. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Man kann Jugendliche doch bereits eingenverantwortlich und auch sicher ins Stadion lassen oder ist das gerade unsicher?

    Es geht doch darum, wie man diese Situation aus Fanprojekten heraus unterstützen und verbessern kann.
     
  15. Markus0711

    Markus0711 Well-Known Member

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    Im Augangsposting ging es darum, dass die Polizei Kinder und Jugendliche aus den Ultragruppierungen herausgezogen hat bzw. vor hat dies in Zukunft zu tun. Und genau das gilt es zu vermeiden, da dies nur negative Auswirkungen haben wird/würde.
    Wenn dies durch Sozialarbeit, Fanprojekt what ever oder durch meinen Vorschlag vermieden werden kann, ist das genau der richtige Weg. Und wie man das Ganze am Ende nennt, spielt in meinen Augen keine Rolle.

    Fühle mich irgendwie leicht missverstanden :D
     
  16. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Der eigentliche Punkt den ich betonen wollte eingangs ist, dass man dort, wo jetzt nach Polizei und Jugendschutz gerufen wird, seit Jahren eine vernünftige Arbeit z.b. Durch ein Fanprojekt verhindert wird. Die Notwendigkeit präventiver Arbeit fällt ja leider den meisten erst hinterher auf. Dass Ultras anziehend auf jugendliche wirken ist nunmal Fakt und dem gilt es zu begegnen. Meine Erfahrung ist, dass man gerade hier mit Sozialarbeit sehr viel mehr erreicht als mit Verboten und den dann notwendigen ständigen Polizeieinsätzen. Vielleicht verstehen die Leute wenigstens, dass es auch billiger ist, drei Sozis ne volle stelle und nen raum zu geben als alle zwei Wochen Hunderte von Polizisten an- und abzufahren. Sowohl kurz- als auch langfristig.
     
  17. faceman

    faceman Europapokal-Tippspielsieger 2015

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    Aber es ist wie immer. Sozialarbeit kostet Geld, die man nicht bezahlen will. Dort wo es um Geld geht, wird in jene nur marginal investiert. Da ziehen Verbote besser. Zumindest solange, bis es richtig knallt. Dann rollen Köpfe, es wird kurzfristig Geld reingeschossen und spätestens wenn das Gras wieder hoch genug ist, wird man die Sozialarbeit wieder einstellen. Es passiert dann ja nichts mehr, weshalb also dann Sozialarbeit bezahlen?
     
  18. kleinehexe

    kleinehexe SF-Dschungelkönigin 2011 und PTL-Meister 2015/16

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    Beim Link fällt mir als erstes auf, dass es den Standort Freiburg nicht gibt (Stuttgart auch nicht).
    Die Aussage von Herrn Romeiko ist eben typisch für einen Verwaltungsleiter. Dünne Antwort und alles von sich weisen.
    Was die Sozialarbeit betrifft, das habe ich in meinem ersten Post nicht anders geschrieben.