Meinungsfreiheit?

Dieses Thema im Forum "Kneipe" wurde erstellt von U w e, 14 Mai 2011.

  1. TRK

    TRK Well-Known Member

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    Ich ging nicht von Deutschland aus und habe das als "Vorgabe" genommen was ich denke (= nicht wissen, das Thema interessiert mich dann doch nicht so arg) aus diversen TV Berichten über US Gefängnisse im Hinterkopf zu haben.
    Und da hiess es, das ca. 65% aller Insassen rückfällig werden und wieder im Knast landen, früher oder später.

    Das keiner (oder: 99,99%) nicht wieder in den Knast wollen, setze ich einfachmal vorraus.
    Ob diese als ex-Knackis aber überhaupt eine Chance haben ein anständiges Leben zu führen ?

    In meinem erweiterten Bekanntenkreis ist ein ex-Knacki.
    Er war einige Jahre wegen Auto-Diebstahl im Knast und ist alles andere als auf den Kopf gefallen, noch dazu handwerklich begabt und bekommt dennoch kaum einen Job mit dem er sich über Wasser halten kann.

    Der Knabe hat immerhin das Glück HANDWERKLICH begabt zu sein und verdient eben somit einiges an Kohle nebenbei.

    Glück eben insoweit, das er sein schmales Einkmmen nicht mit illegalen Aktionen aufbessern muss.

    Der Nebenverdienst wird aber nicht versteuert, ergo bekommt er auf dieser Grundlage keinen Kredit und es fliesst auch nichts in die spätere Rente ein.
     
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  3. TRK

    TRK Well-Known Member

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    Im Prinzip: ja, wie die Gulags oder (Achtung: Böses Wort: Konzentrationslager).
    Nur eben selektiver. Soll heissen: nicht jeder der stört, sondern lediglich die absolut extremsten Fälle.
    Und nicht gezieles/geplantes Ermorden der Verstossenen.

    Alternative: die Verbrecher landen in 3 Sterne Gefängnissen mit Weiterbildungskursen, Internetanbindung und "Pärchenzellen"...
     
  4. faceman

    faceman Europapokal-Tippspielsieger 2015

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    Na da haste ja endlich mal insgesamt keine pauschale Aussage getätigt. Darüber kann man diskutieren. [​IMG]

    Das Problem ist, er ist dann aber ein Opfer. Natürlich kann z.B. eine schwierige Kindheit ein Grund für spätere Verhaltensweisen sein. Jemand der eine entsprechende Norm von Sozialverhalten nicht kennengelernt hat, ist ein Opfer und ja, dem billige ich u.U. auch eine Strafmilderung zu. Das liegt aber ganz am Fall und an der Tat.

    Anders, und da gebe ich Dir Recht, sehe ich das mit Alkohol. Hier pflichte ich Dir bei. Wer sich betrinkt und/oder und eine Straftat begeht ist auch für mich voll schuldfähig.

    Ich bin schon gespannt darauf.
     
  5. Itchy

    Itchy Vertrauter

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    Suppi. Und es wird so auf Forenbasis entschieden wer und was die extremsten Fälle sind, ja?
     
  6. faceman

    faceman Europapokal-Tippspielsieger 2015

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    Das lässt sich mit einem Daumen noch viel unkomplizierter lösen.
     
  7. Princewind

    Princewind Rassist und Lagerinsasse

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    Gladbachfans z.b. ;)

    Oder Ironieresistente.
     
  8. Itchy

    Itchy Vertrauter

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    Dann darf ich ja doppelt.
     
  9. Litti

    Litti Krawallbruder

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    Nein. Der Kopf. :D
     
  10. Detti04

    Detti04 The Count

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    In Deutschland betraegt die Quote der Rueckfalltaeter (d.h. derjenigen Ex-Knastis, die wieder vor Gericht landen) etwa 50%, die der Rueckkehrer in den Knast ca. 35%; wie nicht anders zu erwarten, sind die Rueckfallquoten bei Leuten, die wegen Drogendelikten einsassen, am groessten. Das heisst auf der anderen Seite vereinfacht auch: In der Haelfte aller Faelle hat die Gefaengnisstrafe aus einem Verbrecher einen gesetzestreuen Buerger gemacht.
     
  11. osito

    osito Titelaspirant

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    Also wer einem Menschen ein Leid an tut, und sich hinter dem Mantel einer schrecklichen Kindheit versteckt, haette bei Dir mit Strafmilderung zu rechnen? Ich hoffe es wird nie jemanden etwas schlimmes passieren aus Deinem Umfeld. Jeder ob mit schlechter Kindheit oder guter Kinderstube, ob nuechtern oder betrunken sollte mit den folgen seines tun rechnen muessen. Dafuer sollte geworben und abgeschreckend Beispiele hinzu gezogen werden, das jedem bewusst wird das er fuer sein Handeln selber verantwortlich ist. Wenn morgen meiner Frau etwas passieren sollte, dann spucke ich auf diese Ansichten von Sozialverhalten und Verhaltensweisen.
     
  12. faceman

    faceman Europapokal-Tippspielsieger 2015

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    Dahinter versteckt sich niemand, sondern sowas wird extern beurteilt. Nur weil Du sagst, dass Du eine schreckliche Kindheitheit hattest, wird das noch lange nicht so angenommen. Hier gibt es in der Regel Aktenberge bei Jugendämtern, Jugendhilfeeinrichtungen, sozial-psychiatrischen Diensten, diversen Psychologen, Unterlagen über Auffälligkeiten in Kitas und Schulen etcpp. Du scheinst wiederum die abnorme Entwicklung von Menschen nie erlebt zu haben. Damit meine ich nicht nur durch einen sozialen Brennpunkt zu fahren, sondern sich mit Schicksalen mal zu beschäftigen. Einfachmal verstehen, wie sich sowas entwickelt, wie sowas beurteilt wird. Natürlich sind jene Opfer. Opfer ihres Umfeldes, Opfer ihrer Gesellschaft und je nach Entwicklung (-srückständen) billige ich selbstredend Strafmilderung zu.
    Was machst Du denn mit jemandem, der 25 Jahre alt ist, eine Tankstelle überfallen hat und dabei einen Familienvater verletzt hat und dabei ein Entwicklungsstand (aufgrund von frühkindlichen Misshandlungen - der aus seiner Sicht endlich mal austeilt, statt ständig für alles verprügelt wurde?) von einem 14jährigen hat? Den bestrafst Du genauso wie jemanden, der im selben Fall sich seiner Tat zu 100% bewusst war?

    Das hoffe ich auch.

    Das klingt ja so, als ob dem nicht so ist. Jeder ist grundsätzlich für sein Handeln verantwortlich. Die Schwere einer Tat und die Schwere einer Schuld gilt es zu bemessen und hier bin ich wiederum froh nie urteilen zu müssen. Gerecht zu urteilen ist so ziemlich das schwerste, was es gibt. Nach Recht zu urteilen ist unwesentlich anders.

    Genau deswegen gibt es in unserem System eben Richter, die sachlich urteilen (machen sie aus Deiner Sicht nicht, steht eben noch der weitere Rechtsweg offen) und dabei Opferemotionen weitestgehend ausblenden. Ansonsten würdest Du nämlich in einer ähnlichen Situation stecken, wie die Frau, die Ihren Peiniger verblenden will. Rache und Vergeltung, statt Strafe, ich nenne es gar lieber Konsequenz. Eine grössere Konsequenz, weil nachhaltiger als ein Gefängnisaufenthalt, ist für mich z.B. ein Opfer-Täterausgleich und das möglichst nicht auf finanzieller Basis.
     
    Zuletzt bearbeitet: 17 Mai 2011
  13. Schröder

    Schröder Problembär

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    1. Wenn es all diese Aktenberge von Psychologen, Schulämtern, Jugendämtern und Jugendhilfeeinrichtungen geben würde, hätte man den Täter doch schon viel früher aus seiner prekären Lage herausholen können. Leider ist sowas Utopie, weil diese Institutionen in der Regel total überlastet sind und sich um Einzelschicksale kaum kümmern können. Da klingelt dann ´n halbes Jahr nachdem der Schüler ununterbrochen mit blauen Flecken zum Sportunterricht erschienen ist mal einer vom Jugendamt an der Tür (sofern die Schule das überhaupt meldet, wer hat schon gern Ärger mit den Erziehungsberechtigten? Und dann der ganze bürokratische Aufwand...), und wenn die Eltern ihn nicht reinlassen oder behaupten, der Sohnemann sei grad nicht da, zieht er halt wieder ab, macht ´n Aktenvermerk "nicht angetroffen" und das war´s dann. Ist ja nicht so, das verhaltensauffällige Kinder per Gesetz ´n Betreuer zugewiesen bekommen. Das passiert meist erst, wenn´s zu spät ist. Sonst hätten wir nicht jedes Jahr verhungerte und verwahrloste Kinder von drogensüchtigen Eltern, die mit der Erziehung entweder komplett überfordert sind oder denen die Kohle für den nächste Schuss halt wichtiger ist als für den Nachwuchs was zu essen zu kaufen.

    2. Warum nicht mal Rache und Vergeltung als Strafe?

    3. Und wie soll das aussehen mit dem Täter-Opfer-Ausgleich? Meinste, ein 15jähriges Mädchen möchte mit ihrem Vergewaltiger noch ellenlange Gespräche führen, warum er das getan hat oder das er ihr den Rasen mäht? ´n Strauß Blumen als Entschuldigung, die sowieso nicht ernst gemeint ist, sondern nur dazu dient, vor Gericht mit ´ner geringeren Strafe davonzukommen?

    Die ist doch froh, wenn der Peiniger ihr nie wieder über den Weg läuft. Und dafür wär´s am besten, den Mistkerl lebenslang hinter Gitter zu sperren. Die hat kein Interesse an irgendeinem "Ausgleich" für etwas, was eh nicht auszugleichen ist.
     
    Zuletzt bearbeitet: 17 Mai 2011
  14. Itchy

    Itchy Vertrauter

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    1. Ach Schröder, das wieder mal plakativ zugegebenermaßen nicht nur vereinzelt vorkommende Missstände als allgemein herrschende Verhältnisse darzustellen. Da herrschen in zu vielen Fällen Ignoranz und menschliches Versagen, aber die vielen Fälle, wo die Zuständigen ihre Arbeit richtig machen, davon hört und liest man auch nie.

    2. Weil Rache und Vergeltung nur den Betroffenen, nicht aber einer objektiv zu urteilenden Institution zustehen.

    3. Teilweise siehe 1., teilweise gebe ich Dir da recht. Aber wenn ein unabhängiger Mensch (=Richter) nicht in der Lage ist, ehrliche Reue und strafmindernde Berechnung zu unterscheiden, wie soll er dann in der Lage sein, zu bestimmen, wer den Tod und wer das Leben verdient?
     
  15. Schröder

    Schröder Problembär

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    1. Mir geht es nicht darum, die "Zuständigen" anzuprangern. Aber das in Deutschland die Jugendämter unterbesetzt sind, ist doch kein Geheimnis. Ebensowenig, das eben nicht alle Verhaltensauffäligkeiten auch von den Schulen z. B. aktenkundig gemacht werden.

    2. Wenn die mal objektiv beurteilen würden. Aber dummerweise gehen sie in den meisten Punkten halt von "im Zweifel für den Angeklagten" aus. Damit meine ich nicht die Überführung einer Straftat, sondern auch die Umstände, die zu dieser Tat führten. Unser System "Resozialisierung statt Strafe" funktioniert jedenfalls auch nicht.

    3. Für ehrliche Reue gibt es aus meiner Sicht ein richtungsweisendes Indiz: Es wird vorher nicht versucht, das Gericht mit falschen Alibis etc. zu täuschen oder gar jemand anderen die Schuld in die Schuhe zu schieben. Wer also nicht von sich aus zugibt, das er der Täter war (ohne das er schon zweifelsfrei überführt ist), kann auch die hingemurmelte Entschuldigung (evt. noch unter vorheriger Anweisung des Verteidigers) nicht ernst meinen. Sonst würde er zu seiner Tat stehen, die Strafe akzeptieren und dem Opfer peinliche Fragen oder Verhöre vor Gericht ersparen.

    Von "Leben oder Tod" war auch nicht die Rede. Aber empfindlich sollte ein Strafe schon sein, und zwar gleich beim 1. Vergehen. Wenn selbst beim 3. Mal noch Bewährung gegeben wird, lacht sich doch jeder Gewalttäter tot über unsere Gerichtsbarkeit.
     
    Zuletzt bearbeitet: 17 Mai 2011
  16. Itchy

    Itchy Vertrauter

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    1. Dein Vorpost (#72)hörte sich nicht nach "nicht alle", sondern nach "überall" an.

    2. Nun stellt sich die Frage, ob ein "im Zweifel für den Angeklagten" nicht schon mehr Menschen vor ungerechtigeter Strafe geschützt oder vor der gerechten bewahrt hat. Weißt du die Antwort? Mal abgesehen von der philosophischen Frage, ob die Rechte eines Unschuldigen bei einer objektiven Urteilsfindung nicht über der Strafe von 10 stehen.

    3. Erstmal abstreiten ist ein ganz normaler menschlicher Impuls. Hast Du noch nie getan? Und das ist maßgebend für Reue oder nicht? Es gibt auch die "Mein-Fehler"-Strategie.

    Die Frage "Leben oder Tod" stellt sich sehr wohl, aber ich habe auch Thread-übergreifend gedacht. Sorry.
     
  17. Gaudloth

    Gaudloth Bratze

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    Sowas wie Meinungsfreiheit gibts doch gar nicht. Frag mal die Amis, die sich das auf die Fahnen geschrieben haben.
    Da wirst du von der Polizei abgeführt und sogar getasert, wenn du deine Meinung sagst und sie den entsprechenden Leuten nicht passt.

    Rächen kann man sich auch auf andere Weise. Wenn die Politik über verschärfte Strafen spricht, dann gehts da meistens auch nur um Rache.
     
    Zuletzt bearbeitet: 17 Mai 2011
  18. U w e

    U w e Borussia Mönchengladbach Moderator

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    Hat jemand gestern zufällig Beckmann geschaut? Die Sendung hat doch eindeutig die Sichtweise unserer Rechtssprechung dargelegt - die anwesenden "Opfer" konnten nur den Kopf schütteln! Vater und Schwester eines von 5 in die Falle gelockten und totgeschlagenen Burschen müssen im Prozess mit einer Verurteilung auf Bewährung klarkommen. Nicht einer hat auch nur einen Tag im Knast verbracht. Begründung - Körperverletzung mit Todesfolge.
    Oder Opfer Nr.2 der 2 Jugendliche davon abgehalten hat einen alten Mann weiter zu verprügeln und dem dann ein Ziegelstein aus 2 Metern Entfernung mit Anlauf (quasi Sprungwurf wie beim Handball) ins Gesicht gedonnert wurde, hier wurde der Täter nur verurteilt weil diese Tat gerade in die Bewährungszeit fiel. 2 Jahre waren es für einen Polzeibekannten und mehrfach auffällig gewordenen Kriminellen.
    Das ist kein Zeichen setzten - sondern einfach nur lächerlich!
     
  19. Gaudloth

    Gaudloth Bratze

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    Im neuen Testament wird dann aber gegenteiliges propagiert hab ich mir sagen lassen (hab die Bibel aber nicht komplett gelesen).

    Und das ist auch gut so. Es sollte niemals nicht vorkommen, dass jemand für etwas bestraft wird, das er nicht getan hat.
    Natürlich muss da "Zweifel" richtig interpretiert werden. Wenn die Indizien ausreichen, dass jeder intelligent denkende Mensch entsprechend schlussfolgern kann, dann muss das reichen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 17 Mai 2011
  20. BoardUser

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    Wenn du dir nicht nur die Auftritte in der Presse dazu ansieht, sondern - vor allem - die Urteilsbegründungen, dann wirst du erkennen, worin da die Systematik liegt.

    Bei "Körperverletzung mit Todesfolge" ist nämlich der Tod vom Vorsatz ausgeschlossen. Das Töten wollen oder inkauf nehmen, ist bei bestimmten Taten eben nicht so einfach nachweisbar.

    Zum Zweiten kann ich nur den Kopf schütteln. Denn dass der Täter "nur" deswegen verurteilt wurde, weil er schon bewährung hatte und die Tat in diese Zeit fiel, ist zunächst mal eine subjektive Schilderung und letztlich ausserhalb dessen auch nur aus der Urteilsbegründung konkret ersichtlich. Dessen ungeachtet ist der Satz auch faktisch falsch, denn auch eine Bewährungsstrafe ist ein "Urteil", obwohl du sicher meinst, dass er einrücken musste.

    Lange Rede, kurzer Sinn: Bei der Diskussion um die Angemessenheit von Strafe bei gewissen Delikten ist die Sicht des Opfers und seiner Angehörigen stets zutiefst subjektiv. Und die Journaille stürzt sich da natürlich drauf, macht ja Quote. Besser isses da, sich ganz konkret die Urteile anzusehen.
     
  21. U w e

    U w e Borussia Mönchengladbach Moderator

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    Die Systematik wurde von einer Richterin und so eine Art Gerichtsbeobachterin auch erläutert.

    Man versucht diese Jugendstraftäter wieder in die Gesellschaft einzugliedern ohne sie weg zu sperren, da wird nicht sanktioniert sondern man wird zu 5 Tagen Gras zusammenkehren im Park verdonnert.
    Nur bei vorsetztlichen Mord bekommt man bis zu höchstens 10 Jahren Jugendknast alle anderen Delikte werdem zur Bewährung ausgesetzt - ein Freibrief für Intensivtäter die dann nach der Urteilssprechung noch den Betroffenen höhnisch ins Gesicht lachen.
     
  22. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Naja. Beide werden wissen, was der Unterschied zwischen Totschlag und KV mit Todesfolge ist und dann darf man sich wundern, weshalb sie dann - entgegen der richterlichen Feststellung - von "totschlagen" so reden, als wäre dies eine Tatsache. Ich mein, so wie du das schilderst, haben die das so dargestellt. Wenn sie hingegen ausdrücklich sagen würden, dass das Gericht den Tötungsvorsatz nicht bejaht hat, die beiden aber der Meinung (!!) sind, die Tötung war vorsätzlich, was sie ja meinen können, was aber auch nicht objektiv sein muss, dann kommen wir schon ein Stück weiter.

    Ist also ähnlich wie hier. In dem Moment, wo man nicht mehr deutlich sagt, dass man etwas meint, und dies dann eben duch Rhetorik als Tatsache hinstellt, wirds mit dem Verstehen auf der anderen Seite immer kompliziert.
     
    Zuletzt bearbeitet: 17 Mai 2011
  23. U w e

    U w e Borussia Mönchengladbach Moderator

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    Die haben es schon so erklärt wie Du es auch tust. Körperverletzung mit Todesfolge ist nicht vorsätzliche Tötung.
    Ich frag mich ja nicht warum man, von Seiten der Justiz, so urteilen kann. Sondern warum solche Gesetzte überhaupt so lasch ausgelegt werden.
     
  24. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Naja. Das ist schon etwas schwierig und man müsste weit ausholen. Zunächst haben wir in großen Teilen ein Vorsatzstrafrecht. Der überwiegende Teil der Straftaten, die genormt sind, sind nur bei Vorsatz strafbar. Hinzu kommen bei bestimmten, schweren Delikten auch Fahrlässigkeitsstraftaten, z.B. die fahrlässige Tötung.

    Und damit man die Lücken zwischen "relativ" harmlosen Straftaten und richtig heftigen Taten schliesst, gibt es auch Vorsatztaten, die bei besonderen Tatfolgen eine schwerere Strafe als die eigentliche Vorsatztat, aber eine mildere als die Vorsatztat der schwereren Folge vorsehen, also quasi ein Mittelding. Sowas ist z.B. die KV mit Todesfolge. Wenn du nämlich "sonst" die Todesfolge unbeachtet lassen müsstest, bspw. weil der Tötungsvorsatz nicht nachweisbar ist, Totschlag also nicht in Frage kommt, dann wärst du bei normaler bzw. "gefährlicher" Körperverletzung. Und das wäre noch milder als das, was jetzt ist.

    Die Frage ist nicht etwa unbedingt, was da genormt und wie es ausgelegt wird, sondern eher, was das gericht tatsächlich festgestellt hat und über welche Begründungen die Strafzumessung erfolgt ist. Aber dass festgestellt wurde, dass das, was da passiert ist, kein Totschlag, sondern KV mit Todesfolge war, das wäre m.E. nur dann beanstandungswürdig, wenn der Staatsanwalt und der Richter gmeinsam den leichten, schnellen Weg gegangen sein sollten. Das ist aber so ohne weiteres nicht ersichtlich.

    Was die Zumessung anbelangt, da gehe ich zuweilen accord. Der Meowin Fröhlich, derzeit Knastinsasse wegen KV und gefährlicher KV, wegen Verstoß gegen die Bewährungsauflagen, ist gerade eben wieder wegen KV verurteilt worden. Und der Richter bescheinigte ihm ein großes Gewaltpotential. Und nu rate mal, was er bekommen hat? Richtig, Bewährung. Nuja....
     
  25. Schröder

    Schröder Problembär

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    Is doch lachhaft. In Deutschland wird ein Jugendlicher erst bei aufgesetztem Kopfschuss wegen Mordes verurteilt. Ansonsten werden solange die absurdesten Theorien aufgebaut, wonach das Opfer vielleicht hätte noch überleben können, und schon ist es "nur" Körperverletzung mit Todesfolge und schon gibt es Bewährung. Man muss als Jugendlicher sich in Deutschland schon sehr blöde anstellen, um beim 1. Tötungsdelikt auch wirklich ins Gefängnis zu kommen. Steinigen reicht dafür nicht aus, und wenn das Opfer unter 2 Zentnern Backsteinen begraben wird.
     
  26. faceman

    faceman Europapokal-Tippspielsieger 2015

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    Wie immer Schröder, sehr plakativ. Mord ist deutlich definiert. Stimmen de Merkmale dann ist eine Tötung ein Mord. Das hat also nichts damit zu tun, unter welchen Umtänden ein Opfer hätte überleben können. Zudem gibt es für eine Körperverletzung mit Todesfolge auch keine Bewährungsstrafe, selbst nicht in minderschweren Fällen. klick
     
  27. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Naja. DAS ist aber Erwachsenenstrafrecht. Bei Jugendlichen sieht das dann doch noch anders aus. Meistens milder. Ein Zeichen dafür, dass Strafe eben nicht nur Reche und Sühne sein soll.
    Ungeachtet dessen ist es schwierig, das Erwachsenenstrafrecht und das Jugendstrafrecht seriös miteinander zu vergleichen. Denn beide folgen vom Grundsatz her anderer Zielsetzungen.
     
  28. faceman

    faceman Europapokal-Tippspielsieger 2015

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    Nuja, aber die Mordmerkmale unterscheiden sich zwischen Erwachsenen- und Jugendstrafrecht aber nicht. Der Unterschied ist bei der Konsequenzfestsetzung aufgrund der unterschiedlichen Zielsetzungen.
     
  29. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Das stimmt allerdings. Ich meine allerdings den letzten Satz von dir.
     
  30. faceman

    faceman Europapokal-Tippspielsieger 2015

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    Das stimmt, wobei hier natürlich auch erst wieder, neben dem Alter (klick) die persönlichen Umstände herangezogen werden, ob er überhaupt schon nach Erwachsenenstrafrecht beurteilt werden kann. Auch das halte ich für richtig, auch wenn das ein Opfer aus seiner subjektiv-emotionalen Sicht selten verstehen kann. Aber ich gebe Dir Recht, die Strafen sehen im Jugendstrafrecht aufgrund der anderen Zielsetzung anders aus. Hier müsste man sich jedoch Fälle heranziehen, um eine Meinung zu kolportieren. Pauschale Aussagen mag ich in diesem Bereich überhaupt nicht, weil sie aus meiner Sicht nur der Stimmungmache dienen und daher selten sachlich.
     
  31. Schröder

    Schröder Problembär

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    Du willst Fakten? Hier bitte:
    Jugendgewalt: Totschlag aus Frust - 16-Jähriger gesteht - Welt - Tagesspiegel

    Auszug:
    Hövelmann sagte: "Die Brutalität, die in dieser Tat und ähnlichen Vorfällen an den Tag gelegt wird, ist erschreckend". Zugleich betonte er die Verantwortung von Strafverfolgungsbehörden und Gerichten. Es müsse schnell und unmissverständlich deutlich gemacht werden, wie die Antwort der Gesellschaft auf solche Gewaltexzesse aussehe. Schiemann forderte, das Jugendstrafrecht müsse konsequenter angewandt und "anders akzentuiert" werden als bisher. Es dürfe nicht sein, dass nur rund 20 Prozent der Jugendlichen, die schwere Straftaten begangen haben, überhaupt bestraft werden.

    Oder hier:

    Strafrecht: Junge Gewalttäter werden selten bestraft

    Und warum sitzen diese beiden nicht schon längst für 5 Jahre hinter Gittern?

    Schwerpunkt Jugendgewalt: Die Prügler haben dicke Akten | RP ONLINE

    Hier wird jemand freigelassen, nach dem er an 1 Mord beteiligt war und zu weiteren Morden aufgerufen hat:

    Münchner S-Bahn-Mord: Gericht verhängt Jugendstrafe im Fall Brunner | Gesellschaft | ZEIT ONLINE

    Hier, solche Urteile brauchen wir:
    http://www.morgenpost.de/vermischte...aus-England-muss-23-Jahre-in-Haft.html#reqRSS
     
    Zuletzt bearbeitet: 18 Mai 2011