Manolo ist gestorben

Dieses Thema im Forum "Borussia Mönchengladbach" wurde erstellt von André, 30 April 2008.

  1. André

    André Foren-Capo Administrator

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    Als ich zum ersten mal am Bökelberg war, konnte man direkt spüren das Manolo ein absoluter Kult war, er gab den Ton an, kein Vorsänger, keine Ultras, aber Manolo mit seiner Trommel auf dem Zaun, das war einfach geil. Wie er mit seinen Trommelschlägen Einfluss aufs Spielgeschehen nahm und wie er auch einpeitschen konnte war noch viel geiler. Manolo hat mit seiner Trommel die Stimmung im Bökelberg gelenkt.

    Manolo war ein ganz großer. :hail:

    R.I.P.

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  3. Akoa

    Akoa Moderator <br><img src="/images/Banner/star4.gif"

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    Manolo bleibt unvergessen. R.I.P. Manolo
     
  4. Dilbert

    Dilbert Zynischer Querulant

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    Schon bitter.

    Er lebte, nachdem seine Krankheit ihm das Trommeln verbot, in ziemlicher Armut in einer Pflegeeinrichung. Ich erinnere mich noch dunkel daran, dass die Fans damals Spenden gesammelt haben, um es ihm ein bisschen gemütlich machen zu können. Und dass man ihm vor ´nem Spiel bei St.Pauli mal die Trommel geklaut hat (die wurde aber zurückgegeben, und er konnte noch während des Spiels wieder ordentlich Krach machen).

    Sowas hatte der eigentlich nicht verdient. Aber: Wer hat das schon?

    Gruss
    Dilbert
     
  5. Junker

    Junker Altborusse

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    RIP Manolo :hail: habe ihn auch hier in OF schon erlebt, eines seiner wenigen Auswärtstouren glaube ich. Unvergessen wird er mit Borussia und den Bökelberg in Erinnerung bleiben:hail:
     
  6. drunkenbruno

    drunkenbruno Keyser Söze

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    Das tut echt weh.... :(

    Manolo war echter "Kult".....
     
  7. GaviaoDaFiel

    GaviaoDaFiel Last Dino Standing

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    Mann, den hab selbst ich noch vor Urzeiten aufm Boekelberg miterlebt. Die Zeit fliegt...

    RIP, Manolo...
     
  8. krueger.n

    krueger.n New Member

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    Manolo ist tot, nur eine Nachricht? Ich denke nein. Eigentlich war er immer da, egal, welcher Sender vom Bökelberg übertragen hat. Das er eigentlich schon eine längere Zeit nicht mehr im Stadion sein konnte; es macht mich ein wenig verlegen - ich habe es nicht mitbekommen. Anhänger wie Manolo braucht jede Mannschaft, egal in welcher Liga. Jetzt, da ich weiß, dass er nicht wieder kommen wird werde ich ihn vermissen, wann immer ich ein Spiel von Borussia Mönchengladbach im TV sehen werden. NKR
     
  9. Zerrwerk

    Zerrwerk Well-Known Member

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    André hat sehr Recht! Der Bökelberg war eines der wunderbarsten "Fußball"Stadien - die Stimmung aber nicht immer gerade ein Hexenkessel - doch Manolo war in der Tat der Herzschlag!

    Es stimmt vor allem wehmütig, dass er die letzten Jahren doch etwas "vergessen" war. Auch wenn es die eine oder andere Aktion gab - vielleicht hätten Fans und auch der Verein etwas fester an seiner Seite stehen sollen.

    Hier ein schönes "Interview" mit dem Stern KLICK

    Wenn Sie nächstes Jahr in Rente gehen, haben Sie ja auf jeden Fall genug Zeit für alle Spiele von Gladbach. Aber was machen Sie an den Wochentagen?
    Wenn keine Saison ist, fahre ich in die Türkei. Wenn Saison ist, gehe ich zum Training der Mannschaft. Und wenn ich darf, komme ich mit meiner Trommel.
     
  10. Ramone

    Ramone Held der Arbeit

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    R.I.P. Manolo.
    Er war für mich als kleinen Gladbachfan Ende der 80er, der mit seinem Vater vielleicht 2-3 mal im Jahr zum Bökelberg fuhr immer ein Highlight, der Fan schlechthin.
    Wie oft habe ich wohl zu meinem Vater gerufen "Da ist der Manolo", als ich ihn sah.
    Er bleibt unvergessen.
     
  11. Busti

    Busti Well-Known Member

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    Manolo war Kult, er gehörte einfach zum Bökelberg!
    Sehr schade :(
     
  12. eckham

    eckham Mit Herzblut zurück

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    Hätte er nicht wenigstens noch den Aufstieg miterleben können? :(
     
  13. Calo

    Calo The Italian Stallion

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    Ist irgendetwas vom Verein geplant? R.I.P.
     
  14. Remember '78

    Remember '78 més que un Bock

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    hmm .. auch wenn ich als Kölner Manolo immer nur vom andern Ende des Stadions aus gesehen habe, so muss ich doch sagen, dass auch ich seinen Tod sehr bedaure. Denn auch ich bin mehr oder weniger mit ihm aufgewachsen; seit Ende der 80er geh ich ins Stadion, und wenn wir gegen Gladbach gespielt haben, war Manolo immer dabei. Er war ein echtes Original, welches der gesamtdeutschen Fanszene (egal ob Freund oder Feind) von nun an fehlen wird.

    Ruhe in Frieden.
     
  15. KGBRUS

    KGBRUS SF Dschungelkönig 2016

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    Schade. R.I.P.
     
  16. Turtur

    Turtur Borusse

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    :( R.I.P.

    damit ist einer der letzten Fans von uns gegangen der auch über die Grenzen hinaus bekannt gewesen sein dürfte.
     
  17. OFC-Veiti

    OFC-Veiti Freund des Göttertroppe

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    mein herzlichstes Beileid.

    Manolo laß es da oben krachen
     
  18. GGBorusse

    GGBorusse Guest

    Manolo, du warst der Geilste!!! Mit dir ist die Seele unserer alten Nordkurve von uns gegangen. Es schmerzt mich sehr...

    R.I.P.
     
  19. forssell

    forssell Active Member

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    Manolo: Ich zöge meine Hut vor Dir, wenn ich einen hätte. Du warst und bleibst en Stück Borussia!

    Könnten die Fans für Sonntag untereinander nicht etwas absprechen. eine schweigeminute mit den wehenden Fahnen (ist doch Flag day) oder ein Gesang?
     
  20. André

    André Foren-Capo Administrator

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    Gesang gabs heute schon mehrmals. Manolo oho..., ich hatte echt Gänsehaut! :top:
     
  21. Judy59

    Judy59 SGE 4ever

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    Siehst du, jetzt rauche ich quasi mit dir die Friedenspfeife.
    Ich gebe dir voll und ganz recht, das hatte Edhem alias Manolo nicht verdient. :(
    Und fehlen wird er nicht nur den Borussen-Fans.
     
  22. MarkvanBommel

    MarkvanBommel JUL never walk alone

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    Einfach nur sehr, sehr schade. Ich erinnere mich noch, wie ich den als Kind bewundert habe. Ich bin traurig.
     
  23. forssell

    forssell Active Member

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    Habe hier noch einen Artikel aus dem Tagesspiegel gefunden.
    Quelle: Der Zaunkönig


    Der Zaunkönig

    Ins Stadion kam er ohne Eintrittskarte. Ethem Özenrenler war „Manolo“, der Mann mit der Trommel. Mit dem Tod des Mönchengladbach-Fans verschwindet auch ein Stück Fankultur. Ein Nachruf
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    Von Stefan Hermanns
    9.5.2008 0:00 Uhr Von Stefan Hermanns
    9.5.2008 0:00 Uhr

    In den Tagen vor seinem Tod war er nicht mehr ansprechbar. Laufen konnte er schon lange nicht mehr, sprechen nur noch im Flüsterton. Alles andere machte sein geschwächter Körper nicht mehr mit. Ethem Özenrenler ist als einsamer Mann gestorben, bettlägerig, diabetes- und demenzkrank, in einem Pflegeheim in Mönchengladbach. Vielleicht war Ethem Özenrenler immer schon ein einsamer Mann; aber Ethem Özenrenler hatte noch eine andere Identität, eine Wochenend-Identität. Immer wieder samstags wurde aus Ethem Özenrenler, dem Gastarbeiter aus der Türkei, Manolo, der Trommler vom Bökelberg. Den Aufstieg der Gladbacher beim 3:0-Heimsieg gegen Wehen-Wiesbaden am Mittwoch erlebte er nicht mehr mit. In der vergangenen Woche ist Ethem Özenrenler im Alter von 69 Jahren gestorben. Manolo ist schon lange tot.

    Ende der Siebzigerjahre wurde aus Ethem Özenrenler Manolo. Er ging damals ins Stadion, doch irgendwas fehlte ihm. Die Männer standen auf den Rängen, tranken ihr Bier, schimpften auf den Gegner, und manchmal schrien sie: „Vau Eff Ell!“. Aus seiner Heimat war er ganz anderen Rabatz gewohnt. Also brachte Özenrenler beim nächsten Mal eine Trommel mit, setzte sich oben auf den Zaun von Block 16 in der Nordkurve und war fortan Manolo. 25 Jahre saß er bei den Spielen von Borussia Mönchengladbach dort oben und trommelte. Manolo hat einmal gesagt, er könne mit seiner Trommelei den Rhythmus des Spiels verändern, die Spieler mit seinen Schlägen dazu auffordern, den Ball zu halten, oder sie zu überfallartigen Angriffen antreiben. Vermutlich hat er seinen Einfluss ein bisschen überschätzt. Manolos Repertoire war begrenzt: Bum-Bum-Bumbumbum. Oder: Búmbumbumbum Búmbumbumbum. Einmal wurde er während eines Spiels vom Fernsehen interviewt. Die Gladbacher hatten gerade ein Tor geschossen, die Nordkurve jubelte noch, und der Reporter fragte, ob Manolo denn wisse, wer den Ausgleich erzielt habe. „Ich nix wissen“, antwortete Manolo. „Ich mach Bum Bum. Borussia macht Tor.“

    Da war aus Manolo längst ein Medienphänomen geworden. Jahrelang trommelte er auf dem Bökelberg, ohne dass eine größere Öffentlichkeit davon Notiz genommen hätte. Zum Star wurde er erst, nachdem ihn das Fernsehen entdeckt hatte, irgendwann Mitte oder Ende der Achtziger muss das gewesen sein. Und plötzlich wagte Manolo Dinge, die er sich zuvor nicht getraut hatte. Manchmal, wenn es gut lief für Borussia, kletterte er Mitte der zweiten Halbzeit von seinem Sitz und startete zu einem Stadionrundgang. Er blieb vor der Haupttribüne stehen, trommelte – und die trägen Sitzplatzfans klatschten mit. Wenn es sehr gut lief, ging er weiter, setzte sich genau hinter dem Gästetrainer auf den Zaun und trommelte ihn in den Wahnsinn. Heute käme Manolo keine zehn Meter weit, dann würde er vom ersten Ordner zu Boden gerissen werden.

    Am vergangenen Wochenende haben die Gladbacher in Offenbach gespielt, kurz vor dem Anpfiff meldete sich der Stadionsprecher zu Wort und bat die Zuschauer auf dem Bieberer Berg um eine Schweigeminute für Manolo. Die Borussen hatten damit nichts zu tun, es war allein die Idee der Offenbacher gewesen. „Manolo besaß bundesweit eine größere Ausstrahlung als bei Borussia selbst“, sagt Thomas „Tower“ Weinmann, der Gladbacher Fanbeauftragte. „Er hatte etwas Ikonenhaftes.“

    Mit Manolo ist auch ein Stück Fankultur gestorben, die es in der modernen durchorganisierten Stadionwelt nie mehr geben wird. Der Trommler vom Bökelberg war ein Einzelgänger, er hatte nichts mit den organisierten Fans zu tun, weder mit den Kutten, den Ultras oder gar dem Fanprojekt; er saß einfach auf seinem Sitz, hoch oben am Zaun, und trommelte sein eigenes Lied. Manchmal einfach mitten in die Gesänge der Kurve hinein.

    In der Gladbacher Fanszene wurde Manolo durchaus kritisch gesehen. Dass er 1999, nach dem ersten Abstieg des Vereins, plötzlich zu Hause blieb, ist bei den echten Fans gar nicht gut angekommen. „Er wird ein bisschen glorifiziert“, sagt Thomas Weinmann, „ein bisschen zu viel.“

    Manolo genoss seine Privilegien. Eine Eintrittskarte für den Bökelberg hat er nie besessen. Wenn er mit seiner Trommel auftauchte, kam er immer ins Stadion. Er war halt Manolo. Und hatte er mal wieder eines der – nicht ganz billigen – Trommelfelle kaputt getrommelt, halfen die Spieler oder der Verein. Auch die Reisen zu Auswärtsspielen hat Manolo nie selbst bezahlt. In fremden Stadien setzte er sich dann oben auf den Zaun, so wie er es von zu Hause gewohnt war. „Und wehe, den hat ein Ordner angepackt“, sagt Thomas Weinmann, „das gab im Block mittelschwere Ausschreitungen.“

    Nur mit seiner Trommel hat sich Manolo, der von Sonntag bis Freitag Ethem Özenrenler hieß und in einer Spinnerei arbeitete, aus der Masse hervorgehoben. „Er war ein Vorzeigefan in Anführungszeichen“, sagt Weinmann. Manolo thronte über allen, und in gewisser Weise hat er damit ein Phänomen vorweggenommen, das heute in den Stadien gang und gäbe ist. Früher hat Manolo den Rhythmus vorgegeben, heute bestimmt der Vorsänger der Ultras, was die Kurve zu singen hat. Und trotzdem gibt es Unterschiede. „Die Vorsänger kannst du austauschen“, sagt Thomas Weinmann. „Manolo kannst du nicht kopieren.“ Als Manolo wegen seiner schweren Diabetes-Erkrankung irgendwann nicht mehr zum Bökelberg kam, haben die Fans abgestimmt, ob es einen neuen Trommler geben solle. „Wir haben damals verhindert, dass sich ein anderer da hinsetzt“, sagt Weinmann.

    Im neuen Stadion der Gladbacher ist Manolo nie gewesen. Die Trommel konnte er nicht mehr halten, den Stock nicht mehr schlagen, und auf den Zaun, den es gar nicht mehr gibt, wäre er erst recht nicht gekommen. Ethem Özenrenler war ein paar Mal im Borussia-Park, im Rollstuhl mit seiner Pflegerin. In der vergangenen Woche ist sein Leichnam in die Türkei überführt worden, die Kosten hat der Verein übernommen. Manolos Trommel ist in Deutschland geblieben. Sie soll einen Platz im Borussen-Museum bekommen.

    (Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 09.05.2008)
     
  24. Jonny

    Jonny LFC-Borusse

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    Endlich mal ein realer Bericht über Manolo.

    Mein ganz persönliches Erlebniss mit Ihm war mal auf einer DM (deutschen Meisterschaft der Borussia Fanclubs) in Hahnstätten wo ich ihm die halbe Nacht versucht habe den Trommeltakt zu "SIEG" beizubringen - Ohne Erfolg :weißnich: immerhin sei der Zeit grüßte Er mich immer im Stadion.


    Ruhe in Frieden Ethem
     
  25. André

    André Foren-Capo Administrator

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    Wie die Zeit vergeht. Heute vor 5 Jahren ist Manolo gestorben.

    Der Klang deiner Trommel im Ohr - Manolo Unvergessen

     
    Zuletzt bearbeitet: 9 September 2013