Leben wir in einem aufgeklärten Europa?

Dieses Thema im Forum "Kneipe" wurde erstellt von GilbertBrown, 23 Januar 2007.

  1. GilbertBrown

    GilbertBrown Green Bay Packers Owner

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    "Super Bowl gegen die Apartheit"

    so titelt die welt nach den nfl conference finals. aufhänger war der einzug der beiden afroamerikanischen head coaches lovie smith (chicago bears) und tony dungy (indianapolis colts) in den super bowl in 2 wochen in miami. die beiden sind die ersten schwarzen head coaches, die im endspiel der nfl stehen.

    der geneigte leser muss sich doch fragen, ob es in der nfl um sportliche leistungen oder um nationalitäten oder rassendiskussionen geht. :motz:

    so ein blödsinn ist unbegreiflich. erstens möchte ich mal wissen, was die gute frau boewe unter schlüsselposition versteht. als football-laie wird sie wohl quarterback meinen. da spielen mit byron leftwich (jaguars), vince young (titans), steve mcnair (ravens), donavan mcnabb (eagles) und mike vick (falcons) 5 schwarze, nächstes jahr wird jamarcus russell von der universität von louisiana ebenfalls für ein team auflaufen. cornerbacks runningbacks und wide receiver sind zu einem großteil schwarz. warum? weil es keine schlüsselpositionen sind? blödsinn, weil man auf diesen positionen schnelligkeit braucht und schwarze bekanntlich schneller laufen. jeder spielt das, wofür er die besten voraussetzungen hat.

    und daß die schwarzen spieler am hungertuch nagen während die weißen das geld einstreichen ist vollkommener quatsch. in der nfl wird nach leistung bezahlt. die beiden besten spieler der letzten 2 jahre, shaun alexander und ladainian tomlinson sind beide schwarz und werden fürstlichst entlohnt.

    meine frage: wieso muss man ein sportliches ereignis aus aufhänger nehmen, um eine rassendiskussion aufzuwärmen, die es überhaupt nicht gibt?

    der ganze artikel aus der welt
     
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  3. vonderlahn

    vonderlahn Sprachkrümelsucher

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    Ganz einfach: Weil im allerersten Interview noch auf dem Spielfeld direkt nach der obligatorischen Gratulation von der (schwarzen) Reporterin die Frage gestellt wurde, wie stolz Lovie Smith sei, als erster Afro-Amerikaner den Superbowl zu erreichen.

    Es ist kein aufeuropäisiertes Thema sondern eines, das sich die NFL selbst macht.

    Und was Trainer betrifft, sind Schwarze doch zweifellos NICHT in dem selben Mass repräsentiert, wie sie das auf dem Feld sind.

    Desgleichen ist die Quarterback-Position die einzige, auf der Weisse die deutliche Mehrheit haben (sieht man einmal von Kicker/Punter ab, die sind alle weiss, weil man da keine Athleten braucht...).

    Die Disproportionen auf dem Trainersektor sind für die NFL so signifikant, dass es eine verbindliche Anweisung gibt, bei Neubesetzungen von Trainerpositionen MINDESTENS einen Nichtweissen als Kandidaten zu benennen und ernsthafte Gespräche mit ihm zu führen, sonst drohen empfindliche Geldstrafen.
     
  4. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Das geht doch aus deinem Artikelzitat hervor: Besitzer, Trainer und wohl andere Funktionsträger (Manager, etc.), die eben die Gewinne kassieren und nicht die, die auf dem Feld stehen (Spieler). Quaterback oder ähnliches ist damit also mit Sicherheit nicht gemeint. Geht doch ganz klar aus dem zitierten hervor.
     
  5. GilbertBrown

    GilbertBrown Green Bay Packers Owner

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    von amerikanischen medien war ich sowas gewohnt, allein ich dachte wir leben in einem aufgeklärten europa, für das rassendiskussionen nicht zum sport gehört.

    zweifelsohne sind schwarze unter den head coaches in der minderheit, wenn man den vergleich zu den spielern zieht. mit 6 von 32 (lovie smith, tony dungy, herm edwards, art shell, marvin lewis und denny green) stellen sie einen anteil von fast 20%. zum vergleich, der anteil schwarzer in amerika liegt nur bei 13%.

    die angesproche art-rooney-regel ist der größte witz. wenn ich als owner ein rassist bin, dann plauder ich 2 minuten mit einem schwarzen coach und schicke ihn weiter. und wenn es ein schwarzer coach drauf hat, findet er einen job. die chiefs haben für herm edwards sogar einen draftpick abgegeben, um ihn zu bekommen.

    schwarz schuftet, weiß kassiert steht da. und eine vielzahl schwarzer spieler kassiert wesentlich mehr als der höchstbezahlte weiße head coach :huhu:
     
  6. vonderlahn

    vonderlahn Sprachkrümelsucher

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    G.D., ich verstehe Deine Aufregung nicht.
    Der Artikel gibt die Ereignisse rund um die Finals und vor dem Superbowl doch genauso richtig wieder, wie die Stimmung.
    Das von Dir zuerst gebrachte Zitat bezog sich EINDEUTIG auf die Vergangenheit und beschrieb nicht die Aktualität.
    Und warum soll eine Qualitätszeitung, wenn sie über eine für ihre Lesern tendenziell unbekanntere Randsportart in einer fremden Kultur berichtet, nicht ALLE aktuellen Umstände des bevorstehenden Grossereignisses würdigen?
    Spielberichte und Statistiken wären nur für eine winzig kleine Minderheit interessant und verständlich gewesen (sieht man einmal davon ab, dass die Interessierten alle Informationen schon längst hatten).
    Also, wo ist das Problem?
     
  7. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    dann ließ dein Zitat doch einfach mal weiter, denn da steht: "Alle Teambesitzer sind Weiße, fast alle Schlüsselpositionen werden von Weißen besetzt. Die farbige Mehrheit der Ligaangehörigen verrichtete die niederen Dienste: Als Spieler auf dem Feld (zwei Drittel der Athleten sind schwarz) oder als unterrangiger Assistenztrainer."

    daraus geht klar hervor, was die Autorin meint: Besitzer, Trainer und wohl andere Funktionsträger (Manager, etc.=die, die kassieren), die eben die Gewinne kassieren und nicht die, die auf dem Feld stehen (Spieler=Arbeiter=die, die Schuften). Quaterback oder ähnliches ist damit also mit Sicherheit nicht gemeint. Geht doch ganz klar aus dem zitierten hervor.