Langsam kotzt mich der Fussball an

Dieses Thema im Forum "Fussball Stammtisch" wurde erstellt von faceman, 29 Januar 2013.

  1. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Logisch liegts am Alter, waren wir junger, wussten wir ja nicht aus eigener Erfahrung dass es frueher besser war.
    Wenn sie mein Alter haben, finde ich das auch bedenklich. Aber das sind dann eher so Kandidaten, die mich vor 2005 noch schräge angeschaut haben, wenn ich gesagt hab ich hab ne Dauerkarte bei nem Zweitligisten.

    ich fuer meinen Teil bin froh, 20 Jahre im guten Fussball verbracht haben zu dürfen. Jetzt ist es mir nicht mehr sooo wichtig, ich hab viel erlebt was man nur sehr selten erlebt und so ziemlich alles was es zu erleben gibt. Dafür bin ich dankbar. Wer 25 Jahre junger ist, wird es so eher nicht erleben. Aber er wird es nicht als Verlust wahrnehmen, weil er es ja nicht anders kennt.

    hab grad ne Eintrittskarte von einem der wenigen Laenderspiele die ich besucht habe vor mir. 2001, WM-Quali gegen England, fuer 35 Mark. Irgendwas ist kurz drauf wohl schief gelaufen.

    Die Randaspekte die Face anspricht, sind lange ausdiskutiert, auch von mir. Inzwischen steh ich da drueber. Was nicht heißt, dass ich nicht mitrede, wenn ich der Meinung bin eine zu haben.

    - - - Aktualisiert - - -

    Nee, hulle. Du bist ein Kommerzheini und WM/EM-Kunde. Wissen wir. :)

    Und dass du "Knallerpaarung" am Namen der Mannschaften festmachst und nicht am Spiel dass dann rauskommt, ebenfalls. Du hast wahrscheinlich bei Uerdingen-Dresden nicht mal eingeschaltet. So ein Langweiler aber auch, so ein Spiel.
     
    Zuletzt bearbeitet: 29 Januar 2013
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  3. GilbertBrown

    GilbertBrown Green Bay Packers Owner

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    Dass die Preise insgesamt kräftig angezogen haben steht außer Frage, aber WM/EM Tickets waren früher schon teuer. Für den Vorrundenkick Deutschland-Iran waren es damals bei der WM 1998 90 Mark, für einen Platz hinter dem Tor.
     
  4. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Das ist für mich schon ein Widerspruch in sich. ;)

    Nee, im Ernst, ich geh ja nicht auf Fanmeilen, und im TV ist die WM für mich immer noch wie vor 40 Jahren.

    Doch, hab ich natürlich gesehen. Schwache Abwehrleistungen... :D

    Ansonsten ist es natürlich unverzeihlich, wenn man ein Spiel wie Tiflis gegen Jena nicht so prickelnd findet. :isklar:
     
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  5. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Das weiß man eben erst hinterher, mehr will ich nicht sagen. Ich hab auch schon von Barca viele Langweiler gesehen. Liegt in der Natur des Spiels, dass 70% im Nachhinein langweilig sind. Aber die 30% weiß man ja vorher nicht, und deswegen ist Tiflis - Jena im Vorhinein nicht unattraktiver. Also fuer mich. Fuer dich eben nicht. Wie ich ja sagte.
     
  6. pauli09

    pauli09 2. Ewige Tabelle "1gg1"

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    hätte ich im traum nicht eingeschaltet.
    aber horatio schon! ;)
     
  7. Detti04

    Detti04 The Count

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    1) Was praktisch nie passierte und deshalb dazu fuehrte, dass der Pokal der Landesmeister schoen in Serie gewonnen wurde:

    Liste der UEFA-Champions-League-Endspiele

    Langweilig!

    2) Alle diejenigen, die sich ueber Hoffenheim, Red Bull und Scheichs aufregen, sollten sich mal anschauen, wie denn z.B. Fortuna Koeln, Wattenscheid oder der FC Homburg ihre Existenz im Profifussball finanziert haben. Kleiner Tipp: Jean Loering, Klaus Steilmann, Udo Geitlinger / Manfred Ommer.

    3) Wenn der Stadionbesuch frueher so billig war - wieso sind die damaligen Zuschauerzahlen der Buli halb so hoch wie die heutigen? War vielleicht doch nicht so geil, bei 4 Grad und Nieselregen in der unueberdachten Kurve 70 m vom eigenen und 170 m vom gegenueberliegenden Tor entfernt zu stehen, was? Von der 2. Liga, in welcher frueher im Schnitt etwa 5.000 Zuschauer pro Spiel kamen, hab ich dabei noch gar nicht geredet.

    4) Natuerlich war frueher auch die Fussballberichterstattung viel besser. Reicht doch, wenn die Sportschau nur Bilder von 3 oder 4 Spielen pro Spieltag zeigt, denn wer will schon solchen Quatsch wie Mainz-Hannover sehen? Ein Bericht vom Spiel der Bayern, einer fuer den BVB, ein dritter fuer Schalke, und dann noch einer von einem beliebigen Spiel - ist doch absolut genug. Ausserdem braucht man ja schliesslich ein bisschen Sendezeit fuer Galopprennen, Speedway und Radball. Ueberhaupt: Fussball in voller Laenge - wer braucht so'n Quatsch? Das machen wir bestenfalls fuer den UEFA-Cup.
     
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  8. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Jetzt sind wir aber bei einem anderen Thema, das an sich nichts mit Kommerz zu tun hat. Ja, ich gebe zu, ich sehe lieber Mannschaften und Spieler, bei denen ich weiß, dass sie richtig Fußball spielen können. Andererseits ziehe ich mir auch den Afrika-Cup rein, obwohl die Qualität da sicher nicht so vorhanden ist. Ist einfach eine Frage der fußballerischen Präferenzen.
     
  9. Detti04

    Detti04 The Count

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    Das war frueher natuerlich anders, denn damals gab es schlichtweg keine Interviews. Wenn Du Dir von einem Interview nach dem Spiel tatsaechlich Erkenntnisse erwartest, dann liegt das Problem bei Dir, nicht beim Spieler, der Floskeln absondert.
     
  10. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Oder Leverkusen... ;)
     
  11. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Wohl eher, weil du damals auf dem Gymnasium als Vollasi galtest, wenn du am Samstag ins Stadion gingst. Und kicker-Leser bei Lehrern noch unter Perry-Rhodan-Freunden standen. Fußball war nicht hip, und das war auch gut so.

    Und bei der Gelegenheit fällt mir ein, dass das geilste Spiel bei 4 Grad im Nieselregen ohne Dach stattfand. Da kann man dann übrigens auch recht sicher sein, dass die Leute um einen rum ähnlich schräg drauf sind. Was der Stimmung auch dann nicht abträglich ist, wenn der Block nicht voll ist. Für Anja und Tanja musste Fussball damals auch gar nicht geil sein.
    - - - Aktualisiert - - -

    Toepperwien - Thon?
     
    Zuletzt bearbeitet: 30 Januar 2013
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  12. Detti04

    Detti04 The Count

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    Reicht doch schon, wenn man beim CL-Spiel um 20.45 Uhr ein- und nach dem Abpfiff ausschaltet. Wer sich Vor- und Nachlauf anschaut und sich dann darueber beschwert, dass die ganzen Interviews nichts bringen und dass es zuviel Fussball im TV gibt, der ist an seiner Unzufriedenheit eben selber Schuld.

    - - - Aktualisiert - - -

    Ich kaufe Schals, denn die sind werbefrei. Meistens kaufe ich sie mir als Andenken an spezielle (touristische) Stadionbesuche oder Sportarten.

    - - - Aktualisiert - - -

    Ich fand Leverkusen anfangs auch bloed, selbst beim Gewinn des UEFA-Cups 1988. Allerdings hab ich irgendwann festgestellt, dass Leverkusen im Schnitt viel attraktiveren Fussball bietet als die allermeisten Mannschaften der Liga. Daher hab ich lieber ein spielstarkes Leverkusen in der Liga als z.B. die ach-so-sympathischen Maurermeister aus Unterhaching oder eine beliebige graue Maus, welche zur Attraktivitaet der Liga bestenfalls namentlich beitragen kann und will.
     
    Zuletzt bearbeitet: 30 Januar 2013
  13. Detti04

    Detti04 The Count

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    Das war ja auch eines der genau 3 Spiele einer deutschen Fussballsaison, welche man damals in voller Laenge im Fernsehen sehen konnte. (Ich glaube sogar, dass die Liveuebertragung der Halbfinals damals erst eingefuehrt wurde oder zumindest noch nicht lange her war.) Wenn ich mich richtig erinnere, dann gab es nicht einmal das Wiederholungsspiel in diesem DFB-Pokalhalbfinale in voller Laenge zu sehen, sondern nur in Ausschnitten in, vor oder nach den Tagesthemen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 30 Januar 2013
  14. faceman

    faceman Europapokal-Tippspielsieger 2015

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    Respekt, ich hätte nicht gedacht, dass es soviele Kommentare dazu gibt. Nachdem ich hier nun etliche Statements gelesen habe, möchte ich zumindest auf zwei eingehen:

    Jap, das trifft es. Ich mache all das nicht mehr mit. Ich habe einst für den Fussball gelebt. Bin auswärts gefahren, war in unzählig vielen Stadien. Ich habe mir jedes Fussballspiel im TV reingezogen und dabei gar nicht gemerkt, dass ich u.U. weitaus interessantere Dinge verpasse. Heute schaue ich mir selten ein Spiel über 90 Minuten vor dem Fernseher an, um ehrlich zu sein, weiss ich gar nicht, wann es das letzte war. Ich bin hin und wieder im Stadion, das kann man aber auch an einer Hand abzählen. Mich belastet es dabei sogar, wenn ich nach dem Spiel endlos auf irgendwelche S-Bahnen warten muss, um noch ne knappe Stunde (bei einem Heimspiel) mich durch den Berliner S-Bahn-Dschungel zu kämpfen. Die schöne Zeit. Ja, ich habe das drastisch runtergefahren. Selbst WM Spiele schaue ich mir mittlerweile nur noch an, wenn ein Sympathieträger (für mich war es 2006 z.B. Trinidad & Tobago) spielt. Ansonsten höre ich mir Fussballspiele eher an, weil ich dann nebenbei noch in der Werkstatt werkeln, laufen gehen oder alternative Dinge machen kann. Ich bin vielmehr stolz auf das, was ich in dieser Zeit erreiche, als dass ich stolz auf eine Leistung eines Teams bin, für die ich nichts getan habe. Ja, der Fussball ist lange nicht mehr Nummer 1.

    Ich glaube das trifft es ganz gut. Ja, es ist ne Reizüberflutung. Und nein, der kann man sich nicht komplett entziehen. Fahre ich in der S-Bahn hängen da die Monitore oben dran und berichten über jeden Dreck. Du siehst zwangsläufig hin (ein Buch lesen ist aufgrund von mehrfachen Umsteigen eher schwierig). Internet, Zeitungen oder TV sieht es nicht anders aus. Ich möchte ja gar nicht auf den kompletten Fussball verzichten, ich hasse dieses Breittreten von jedem analen Windzug, der auf den Boden der Fussballfans verbreitet wird. Das wird dann auch noch als Ursache für fehlerhaftes Spiel den Fans suggeriert und regelrecht Stimmung pro/contra verbreitet. Das wird dann auch noch Berichterstattung genannt. Fürchterlich. Ich habe mich einst gefragt, wie das Vereinsfernsehen von Real Madrid oder Barca aussehen muss. Heute bin ich so, dass ich es gar nicht wissen möchte. Ich stelle mir das nicht anders vor, wie das Nachmittags-TV auf RTL. Ja, Reizüberflutung trifft es glaube ich recht gut. Hier stelle ich für mich fest, dass der Fussball auf klassischer Weise auf dem Weg ist aus dem Sport eine Show für das Publiukum (mit allen dazugehörigen Snacks) zu bieten. Es fehlt nur noch, dass ein Vorhang fällt. Es fehlt die Bodenhaftung, der Volkssport entfernt sich von seinem Begriff.
     
    Zuletzt bearbeitet: 30 Januar 2013
  15. André

    André Foren-Capo Administrator

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    Was halt wirklich nervt sind Modefans. Ich kenne einige die gehen ins Stadion, können sich aber gar nicht so innerlich richtig für Fußball begeistern. Die lassen dann halt die 90 Minuten über sich ergehen, denn der Triumph kommt erst später am Abend, nämlich dann wenn man erzählen kann, "Du, wir waren heute Nachmittag im Stadion. Business Seat. Du, die haben eine neue Champagner Sorte, die solltest Du mal unbedingt probieren. Und der Jogi, der hat nur 15 Reihen vor uns gesessen."

    Ja klar die Leute bringen fett Kohle, aber halt keine Stimmung und keine Leidenschaft, und das Wort Hexenkessel muss ein Relikt vergangener Tage sein. Welche moderne Arena ist denn heute noch ein Hexenkessel? Das Wort erinnert schon fast an Grimms Märchen ...

    Ich sehe es wie HT, ich habe noch den guten alten Bökelberg erlebt, ich weiß wie es sich anfühlt wenn 98% der Zuschauer in einem Stadion zu einer Einheit verschweißen, richtig geil war es tatsächlich bei Nieselregen unterm Flutlicht. Es gab kein Dach, ich hab auch nie eins vermisst, bin ja nicht aus Zucker. Das war jedenfalls Leidenschaft und Emotion, und Du konntest Dir sicher sein, alle anderen die hier stehen, sind nicht hier weil es cool, schick oder hipp ist, sondern sie sind hier weil sie genau so an Deinem Verein hängen wie Du selbst!

    Was war das geil! :jubel:
     
  16. Detti04

    Detti04 The Count

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    Echt? Wann war denn das, Andre? War das - sagenwamal - 88/89, als Gladbach 6. wurde, dabei aber in der Zuschauertabelle mit einem Schnitt von 13.294 (Zahl von weltfussball.de) nur auf Rang 14 lag? Als sich im spannenden Fernduell um den UEFA-Cup-Platz am drittletzten Spieltag gegen den KSC satte 6.700 Zuschauer (nein, da fehlt keine Stelle) einfanden? Zwei Wochen vorher gegen Bochum waren es uebrigens 8.000 Zuschauer gewesen, nochmal 2 Wochen vorher im Derby (falls das eines ist) gegen Uerdingen 11.000. Tatsaechlich, der Boekelberg war ein wahrer Hexenkessel, Woche fuer Woche. Selbst im Spiel gegen Koeln kamen gerade mal 18.000 Zuschauer. Aber immerhin war das Stadion gegen die Bayern voll...

    Nee, was fuer eine Verklaerung der Vergangenheit. Ich rede mir ja auch gerne ein, dass zu frueheren Schalker Zeiten selbst in der 2. Liga immer 30.000 Zuschauer kamen, nur - das entspricht leider nicht der Wahrheit.
     
  17. André

    André Foren-Capo Administrator

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    Ne so alt bin ich noch nicht. ;-)

    Das war zwischen 1994 und 2004. 2004 kam ja dann der Borussia Park. Klar, der Schnitt ist direkt mal um 20.000 hochgeschossen, aber gleichzeitig war dann auch die Stimmung weg. Natürlich nicht ganz, aber an den Bökelberg kams halt nie wieder ran.
     
  18. Ichsachma

    Ichsachma J'aime soleil

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    Das war doch voll geil! 8000 Zuschauer im zugigen Rheinstadion.

    Ok, zugig ist relativ, es dürfte schließlich Mai gewesen sein.

    - - - Aktualisiert - - -

    Das war auch voll geil! Kurz nach den Sommerferien gegen Uerdingen auf Stehplatz Ost Mitte in der Sonne SITZEN zu können (weil man Ost Rand gar nicht öffnen mußte) und ein 0:4 zu genießen. War besser als Solarium!
     
    Zuletzt bearbeitet: 30 Januar 2013
  19. Ichsachma

    Ichsachma J'aime soleil

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    Ich möchte jetzt was recht Persönliches von mir offenbaren:

    Ich war bei Gladbacher Spielen meist aufgeregt, also mit Ausnahme der Zeit, als ich mich Anfang der 90er vom Fußball zurückgezogen hatte. Das war übrigens die Folge einer Verkettung von Lebensumständen, nämlich Oberstufe in der Schule mehr DEG-Erfolgsfan, danach Bw-Zeit im Allgäu, Oberstdorf, "Weinklause", häha, damals ging so einiges. Unmittelbar danach lernte ich meine heutige Gattin kennen. Da ging dann erst einmal anderes, jedenfalls "koa Fuppes net", obwohl ich wieder hier war. Erst mit Bernd Krauss fand ich wieder "in die Spur". Seitdem, also seit etwas 92/93, ist es mir wieder ein Greuel, wenn ich nicht zeitnah oder eben live per Radio oder im Stadion über die Ergebnisse von Gladbach informiert bin, was zu jenen Zeiten im Auslandsurlaub ohne Internet etc. schon recht schwer sein konnte. Im Regelfall habe ich mein Hallo-Telefonat an Eltern dann auf die Zeit nach dem Abpfiff gepackt.

    Es folgte dann für ein paar Jahre die Dauerkartenzeit. Als die beendet war, kam irgendwann in diesem Jahrtausend die Zeit, da konnte ich es wegen der Erfolgslosigkeit nicht mehr ertragen, die Radioübertragung zu verfolgen. Ich habe tatsächlich die Samstagsspiele häufig vor dem Videotext verbracht und kam mir vor wie Achim Stocker, dem es im Stadion auch immer zu aufregend war.

    Trotz allem Mist, den sich Gladbach in der Folge zurecht stiefelte, hat sich das bis heute nicht mehr verändert; es ist heutzutage aber einfach leichter, an Infos zu kommen, ja, manchmal werden sie einem auch aufgedrängt. Bin ich mal während einem Spiel in der Öffentlichkeit verabredet, wehre ich mich nicht gegen den in der Kneipe laufenden Bildschirm oder dagegen, dass ein Kumpel mit dem Smartphone mich auf dem Laufenden hält, wenn ich selbst keinen Empfang habe...

    Dann kam "Endstufe": ich nahm vor dem ersten Spiel von Favre Sky, als wenn ich geahnt hätte, dass ab diesem Zeitpunkt sich so ziemlich alles in MG ändern wird. Seit letzten Sommer habe ich auch noch "Sky Go" für's Tablet. Meine Frau hat mittlerweile 'nen Haken dran gemacht, weil auch der Sohn nicht ohne kann.

    Und jetzt komme ich zu meiner "Reizüberflutung":

    Seit ich SKY habe, bin ich bei Spielen tatsächlich körperlich völlig aufgeladen, mit teilweise schwindelerregender Nervosität. Ich würde sagen: ich giere mit innerlicher Verbissenheit nach Gladbacher Erfolg und bin bei Mißerfolge masslos enttäuscht, allerdings seit einiger Zeit dabei, mich zu mäßigen. Das macht in der Tat "verrückt" und das sogar, obwohl ich den ganzen von Dir angesprochenen Nebenkriegsschauplätzen nur geringe Beachtung schenke.
     
  20. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Unterschreibe ich vollumfänglich :D
    Mehr als bestenfalls Unverständnis hat man da in Achtzgern nicht geerntet für einen Stadionbesuch und die Mädls fanden es auch alle eher saublöd.

    - - - Aktualisiert - - -

    Die nerven mich null, denn ich kenne keine Leute, die das erzählen und zu einer Einheit ist auch das Olympiastadion so gut wie nie verschweißt.
    Jetzt isses halt eher so, dass es als was Besonderes gilt, wenn man erzählen kann, dass man in der AA war, weil's ja so gut wie keine Karten mehr zu erstehen gibt. Was ich bejahen würde, ist, dass es sicher etlichen weniger ums reine Fußballspiel geht sondern mehr ums "Gesamtpackage" und dass nun eben auch die "VIPs" da draussen sind.
    Das finde ich auch immer seltsam, denn das Spiel ist ja immer noch der gleiche "Assosport" aber asso ist jetzt anscheinend in, man "bricht mal aus." :D
     
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  21. Detti04

    Detti04 The Count

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    Ich sehe, wir verstehen uns.

    Deine Beschreibung des Spiels gegen Uerdingen erinnert mich uebrigens an meinen allerersten Besuch bei den Kickers (gegen Duesseldorf). Mein Kumpel (VfB-Fan) und ich sind als bundesligaerfahrene Zuschauer etwas mehr als eine Stunde vorm Spiel im Stadion aufgeschlagen, weil man sich ja einen vernuenftigen Stehplatz sichern muss. Bloed nur, dass die Kickers damals 2. Liga spielten und ausser uns noch genau 2 andere Typen so frueh im Block hinterm Tor waren... Als naechstes kam dann ein Paerchen mit Kind, welches tatsaechlich eine Kuehlbox dabei hatte und erst einmal ein kleines Picknick veranstaltete. Ich fand das alles besonders nett und bin auch prompt zum naechsten Spiel (und den naechsten 3 Jahren) wiedergekommen, aber mit "geil" hatte das echt mal gar nichts zu tun, sondern eher mit Fussball auf dem Dorf.

    "Geile" Spiele gab es bei den Kickers zwar auch (z.B. im Pokal gegen den BVB), aber fuer diese musste die kleine Huette dann schon (ziemlich) voll sein. Die damals ueblichen 4.000 Hansel bei den Zweitligaspielen reichen selbst in einem so kleinen Stadion wie in Degerloch fuer "geil" nicht wirklich aus.
     
  22. lenz

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    Ja natürlich. Interviews sind meistens dämlich, und Vorberichterstattung braucht jetzt wirklich keiner, ausserdem dauert dann der TV-Abend viel zu lange.
     
  23. Ichsachma

    Ichsachma J'aime soleil

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    Sowieso.

    Wobei ich den Uru auch verstehe - in der Vorschau kann man nicht wissen, was in der Nachbetrachtung als geil empfunden wird. Ich habe mir schließlich beides angetan, einmal Hautbräune und einmal TV. Da war ich ja noch sooooo klein, damals, als der Hans von der Glashütte seine Schäfchen in Düsseldorf um sich scharte.
     
  24. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Was meinst du mit damals, die 80er? Da war ich zwar schon lange nicht mehr auf dem Gymnasium, aber ich hatte immer genug Kumpels, mit denen ich in Münster oder Dortmund ins Stadion gehen konnte. Klar war Fußball nicht so "hip" wie heute, aber das war mir ehrlich gesagt scheißegal. Wenn gerade kein Spiel lief, war Fußball eh nicht so wichtig für mich - erst recht nicht, wenn Frauen in der Nähe waren. ;)
     
  25. U w e

    U w e Borussia Mönchengladbach Moderator

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    Jahre lang zum Bökelberg gefahren, bei Wind und Wetter, bei jedem Gegner. Man kannte die Familien- und Lebensgeschichte jedes einzelnen Spielers. Man kannte die Ergebnisse und Aufstellungen der letzten 5 Jahre auswendig. Ganz ohne Internet und Dauerberieselung im TV.
    Man kam entweder mit Sonnenbrand oder total durchnässt nach Hause. Die Bratwurst für 1,50 DM. Die Ordner an den Einlässen kannte man persönlich und plauderte vor den Spielen mit Ihnen. Das Spiel bekann und man war mit allen Emotionen dabei, man jubelte oder heulte nach Spielschluss und dieses Gefühl dauerte 3 Tage an. Europapokal Tage waren ein Highlight, Livespiele deutscher Mannschaften gegen Real, Liverpool, Ajax, Inter waren wie wenn Ostern und Weihnachten auf einen Tag fielen.
    Und heute - Tristesse. Man schaut sich die Spiele ohne grosse Emotionen vom gemütlichen Fernsehsessel an und vermisst die Stadionatmosphäre überhaupt nicht. War 2 mal im Borusen Park, das ganze ist nicht mehr meine Welt. Wann wurde das letzte Mal bei einem Tor gejubelt, Relegation gegen Bochum vielleicht, wirklich keine Ahnung mehr. Das Ergebnis hat auf´s Wochenende keinen Einfluss mehr.
    Gewonnen schön, verloren unschön (dann noch einen Kommentar im Forum abgeben, was einem so alles nicht gefallen hat) und weiter geht der Lauf des Lebens. Woran das fast schon "Desintresse" liegen mag? Am Alter, am Stress im Alltag, Sorgen um die Familie und die eigene Zukunft? Gibt wichtigere Dinge im Leben als ein Fussballspiel, obwohl ich mich bemühe mir die Borussen Spiele alle anzuschauen.
    CL, EL - alles ohne MG Beteiligung uninteressant. Kein Barcelona kein Real kein Manchester, früher undenkbar heute Gewohnheit.
    Übersättigung?
     
  26. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Das ist alles hier ein Jammertal der Generation "Geboren in den Siebzgern und davor" :D
     
    12 : 0 und kleinehexe gefällt das.
  27. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Dem ich mich allerdings nicht anschließen möchte. Ich finde, es gibt schlimmere Aspekte der heutigen Zeit als der gestiegene Fußball-Hype.
     
  28. Princewind

    Princewind Rassist und Lagerinsasse

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    Jup, z.B. Staatsfussball, wenn Vereine nicht überlebensfähig sind (Valencia), dass finde ich noch schlimmer als Mäzen- und Scheichtum.
     
  29. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Ich jammere nicht. Ich sagte, ich bin dankbar dass ich es damals anders erleben durfte, als Jüngere es heute erleben und nicht anders kennen.
     
  30. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Also so wie in Kaiserslautern damals? ;)

    Ich meinte allerdings eher außerfußballerische Dinge.
     
  31. Princewind

    Princewind Rassist und Lagerinsasse

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    Jep, ich habe damals für die Auflösung plädiert, ich tue es heute noch ;)