Kindesmißbrauch unter dem Deckmantel der Kirche

Dieses Thema im Forum "Kneipe" wurde erstellt von André, 16 März 2010.

  1. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Wieso denn dann plötzlich der Staat?
     
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  3. Markus

    Markus Ein Bayer, der nicht mehr Schwabenland ist.

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    Nicht jeden, aber eine Menge.
    Bei einem Drittel der Kindergärten meiner Heimatgemeinde ist die Pfarrgemeinde der Träger.
    Das zweite Drittel hat die Gemeinde als Träger.
    Das dritte Drittel ist privat organisiert.

    Ich denke, dass diese Aufteilung fast exemplarisch sein dürfte für Gemeinden in Altbayern.

    Wieviel Gemeinden gibt es? Die Kommunen würden sich jedenfalls bedanken, wenn sie die Pfarrgemeinden u. die kath. Wohlfahrtsverbände nicht mehr als Partner hätten. Die haben ja teils nicht einmal Geld um die Schlaglöcher zu flicken. :rolleyes:
     
    Zuletzt bearbeitet: 26 März 2010
  4. Markus

    Markus Ein Bayer, der nicht mehr Schwabenland ist.

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    Wer denn sonst, wenn du die Kirche nimmer haben willst als Finanzier? Die klammen Kommunen?
    Bleibt nur der Steuerzahler oder private Initiative übrig.
     
  5. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Eben. Genau die. Machen sie ja jetzt auch schon. Zum großen Teil zumindest.
     
  6. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Die Kirchen mögen ja die Träger von Kindergärten sein, aber die zahlen da selber keinen Cent für.

    http://www.miprox.de/Sonstiges/Finanzierung_der_Kirchen.htm

    etwas älter, aber da hat sich nix dran geändert.

    aktueller:
    http://www.kirchensteuer.de/
     
    Zuletzt bearbeitet: 27 März 2010
  7. Markus

    Markus Ein Bayer, der nicht mehr Schwabenland ist.

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    Hier mal ein paar aktuellere Zahlen und z.T. auch detaillierter.

    Unter die Kategorie "Seelsorge" fallen auch die Aufwendungen für den Erhalt der Kirchen.
    Wenn der Erhalt der Kirchen nicht durch die Kirchensteuern finanziert werden würde, müsste es der bayerische Staat eben direkt aus dem Staatshaushalt machen (Verpflichtung gem. Art. 3 Abs. 2 der bay. Verf.).


    Übrigens, die beiden wertvollsten Grundstücke in Deutschland auf denen Kirchen stehen - beides in München: St. Michael in der Neuhauser Straße und die Frauenkirche - sind schon seit 1802 einschließlich ein Großteils des Kirchenschätze im Eigentum des bayerischen Staates.
     

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  8. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Allein das sowas in der bayrischen Verfassung steht, zeigt ja, wie weit das mit der Verflechtung von Staat und Kirche noch geht.

    Keine Staatskirche! Sofort alles abschaffen! Weg mit den Previlegien!

    Endlich die Trennung von Kirche und Staat durchsetzen!
     
  9. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Art. 3

    (1) 1 Bayern ist ein Rechts-, Kultur- und Sozialstaat. Er dient dem Gemeinwohl.

    (2) Der Staat schützt die natürlichen Lebensgrundlagen und die kulturelle Überlieferung.


    Mehr find' ich da nicht.
     
  10. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Danke! Da bin ich wohl voll auf die Überinterpretation eines Katholiken reingefallen. :D
     
  11. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Das bringen selbst wir hier nicht zustande, dass in der Verfassung explizit drinsteht:
    Der Staat zahlt die römisch-katholischen Kircheneinrichtungen.

    :D
     
  12. Markus

    Markus Ein Bayer, der nicht mehr Schwabenland ist.

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    Exakt. Der Rest zu den Religionen/Kultur findet sich so ab ca. Art. 100 (ist aber nicht so wichtig).
    Die Verpflichtung leitet sich aus dem Absatz 2 ab:
    - der Schutz muss schützen = erhalten
    - kulturelle Überlieferung: dazu gehört eindeutig auch Kulturdenkmäler, gedenkmal geschütze Gebäude.
    Im Falle der Kirchen und Klöster ist sogar der Bayerische Staat meist der Eigentümer.
    Aber auch die christliche Tradition müsste man darunter ansiedeln (zumindest teilweise). Denn der bayerische Staat ist unmittelbar mit dem Christentum (insb. kath. Kirche) verbunden und geprägt worden. Das fängt sich in der Frühstgeschichte Bayerns an: Entstehen des bayerischen Staates mit Regensburg als ersten Regierungssitz. Die Kloster- und Bistumsgründungen wie Weltenburg oder Freising waren Ausgangspunkte für die Fortwicklung des Landes.
    Ohne die Klöster gäbe es nicht das bayerische Bier!
    Die Stadtsilouette Münchens mit den Türmen von St. Peter, Frauenkirche und Theatinerkirche mit den Alpen im Hintergrund sind weltberühmt sind finden sich auf jeder zweiten Internetseite von Airlines/Reiseveranstaltern mit München/Bayern als Reiseziel.

    Der Begriff "Kulturlandschaft" kommt nicht von ungefähr.
    Im Falle Bayerns ist er nicht zum kleinen Teil auch mit der Kirche verbunden.
    Wieskirche ? Wikipedia
    Pfaffenwinkel ? Wikipedia
    Bayernhymne ? Wikipedia
     
  13. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Ja, Markus, dass der Staat sein Eigentum erhält is' ja ok, auch, dass er die Kultur mitfinanziert aber da ist ja noch ein Unterschied zu "hat jede Kapelle und jedes Marterl bis in den Rupertiwinkel zu bezahlen".

    Bissl weniger schwarz / weiß, bitteschön.
     
  14. Markus

    Markus Ein Bayer, der nicht mehr Schwabenland ist.

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    Wie schon geschrieben, der bayeriche Staat, ist doch schon längst Eigentümer der meisten Kirchen und Klöster.

    Richtig, er zahlt auch die Ausbildung der Priester etc.
    Man kann über die Abschaffung dessen diskutieren.

    Insgesamt hat man sich aber schon für einen anderen Weg entschieden:
    dass man die Ausbildung der islamischen Theologen auch in Zukunft mitfinanzieren möchte. Islamunterricht an bay. Schulen wird in mit Sicherheit bald geben, mit Finanzierung durch den bay. Staat. Auch die Neubauten von Synagogen gab es Geld vom Staat.
     
    Zuletzt bearbeitet: 28 März 2010
  15. Markus

    Markus Ein Bayer, der nicht mehr Schwabenland ist.

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    Ok, über die Richtigkeit, Nutzen der Kirchensteuer kann man bzw. muss man diskutieren. Da bin d'acoord.

    Wo ich nicht d'accord bin, ist die allgemeine Verurteilung der Kirche.
    Eines ist nämlich auch sicher, das heutige Bayern gäbe es nicht ohne der Kirche.
     
  16. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Wo ist denn da die Logik?
    Es geht darum, dass die Institution der katholischen Kirche Verbrechen wissentlich gedeckt, vielleicht sogar gefördert, hat. Das ist zu verurteilen - da ändert kein Blick in die Vergangenheit zurück zu irgendwelchen Klostergründungen etwas.
     
  17. Markus

    Markus Ein Bayer, der nicht mehr Schwabenland ist.

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    Aber deswegen diese Instutition gleich auf ewig zu schließen?
    Wäre das nicht unfair?
    Nicht jedes Mitglied der r.k.Kirche ist ein Täter.


    Mal im Ernst:
    Wie schon auf Seite 1 geschrieben und jetzt noch mal, es braucht eine gnadenlose Säuberung und Haftstrafen wo es nur geht. Entschädigungen müssen sowieso kommen. Und zudem muss die r.k. Kirche ihre Instutitionen und Regeln knallhart reformiert werden.
    Diese "letzte" Chance muss man der r.k.Kirche geben.

    Wenn sie es nicht kann oder will, muss der Staat handeln und einseitig Konsequenzen ziehen.
    Die Glaubwürdigkeit der Kirche ginge dann endgültig verloren. Und über lang wäre es auch ihr Untergang.
     
  18. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    ne, aber alle previlegien streichen, die andere karitative organisationen auch nicht haben.

    und in anbetracht der vorfälle eine verschärfte kontrolle aller kath. Einrichtungen, die mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben. das wäre das mindeste!
     
  19. Markus

    Markus Ein Bayer, der nicht mehr Schwabenland ist.

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    Ich wäre damit einverstanden.
     
  20. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Überfällig aber endlich passiert: Der Bischoff Mixa ist weg.
    Schade nur, dass die Kirche immer nur dann reagiert, wenn schon die Staatsanwaltschaft gewissermassen den Haftbefehl ans Kirchentor nagelt.