Kickeranalyse

Dieses Thema im Forum "Kneipe" wurde erstellt von HESSENZEBRA66, 15 Januar 2009.

  1. HESSENZEBRA66

    HESSENZEBRA66 Kinzigtaler

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    Eine knallharte & sehr gute Analyse von Bernd Bemmann im Kicker, damit ist für diese Saison eigentlich fast alles gesagt. :floet:


    Wieder der Bundesliga-Abstieg, erneut der Versuch, in der 2. Liga den Sprung zurück nach oben zu schaffen. Aber bislang ging fast alles daneben - und Trainer Rudi Bommer dabei über Bord. Der 51-Jährige musste nach der 0:1-Heimniederlage gegen Ahlen seinen Posten räumen. Die "Zebras", mit dem Ziel Aufstieg angetreten, sind nur graues Mittelmaß - noch nie waren die Anhänger so enttäuscht.


    5 neue Spieler hat Sportdirektor Bruno Hübner im Sommer verpflichtet. Nur Markus Brzenska (aus Dortmund ausgeliehen) und Cedrick Makiadi (aus Wolfsburg ausgliehen) erfüllten die Erwartungen in Abwehr und Sturm voll und ganz - eine schlechte Ausbeute. Der Rest der Neuen enttäuschte. Allen voran Stürmer Ibrahim Salou, der mit Vorschusslorbeer vom FC Brügge kam. Aber auch von Sandro Wagner, Dorge Rostand Kouemaha, Mounir Chaftar oder Chinedu Ede hatte man sich mehr versprochen. Chaftar, Atem, Avalos, Salou und Branco sollen sich einen neuen Verein suchen. Der MSV selbst legte bislang nur mit Bernd Korzynietz nach, doch ob der Ex-Wolfsburger groß helfen kann, bleibt abzuwarten. Dass die Co-Trainer Stefes (Gladbach) und Lucassen (Hoffenheim) andernorts gefragter waren und erleichtert gingen, stellte dem Verein ein schlechtes Zeugnis aus.

    Gewinner und Verlierer

    Nur drei überzeugten auf der ganzen Linie: Tom Starke, der das Torwartduell mit Marcel Herzog für sich entschied, und, wie bereits erwähnt, Cedrick Makiadi und Markus Brzenka. Die großen Verlierer sind abseits des Rasens zu finden: mit dem geschassten Bommer und Manager Bruno Hübner, der mit seiner Einkaufspolitik krass danebenlag. Bezeichnend, dass vier von ihm im Sommer verpflichtete Spieler sechs Monate später nicht mehr zum Kader gehören.

    Stärken und Schwächen

    Ein Blick auf die Torausbeute sagt viel aus: Die Marke von 24 erzielten Treffern stellt Mittelmaß dar. Dies nur an den harmlosen Stürmern festzumachen wäre aber zu billig, denn oft blieben Kouemaha und Co. zu sehr auf sich alleine gestellt, litten also an schlechten Zuliefererdiensten, auch weil die Spieleröffnung vor Fehlern strotzte. Kreative Momente im Mittelfeld blieben ebenso Mangelware, was auch die Mittelfeld-Routiniers Grlic (33) und Tararache (31) nicht zu ändern vermochten. Die Abwehr war mit ihren 19 Gegentoren noch der am besten funktionierende Mannschaftsteil.

    Trainer und Umfeld

    Rudi Bommer musste gehen, trotz der Durchhalteparolen von Chef Walter Hellmich. Dabei pflasterte die Erfolglosigkeit beider Wege. Aber auch Nachfolger Peter Neururer hatte bisher nur Sprüche ("wir gehören in die 1. Liga) zu bieten. Ganze sechs Punkte holte ser aus vier Spielen - eine radikale Kurskorrektur liest sich anders. Das Umfeld reagiert mit tiefer Depression.

    Fazit und Prognose

    An Aufstieg ist nicht zu denken - dafür reicht die Qualität nicht. Deswegen wird der MSV am Ende dort landen, wo er hingehört und momentan auch steht: im Mittelmaß der Tabelle. :(