Jan Ullrich - Karriereende

Dieses Thema im Forum "Sport" wurde erstellt von André, 26 Februar 2007.

  1. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Man kann ja von Doping und/oder Ullrich halten, was man will, aber in einem hat er wohl recht: Im Radsport haben alle gedopt, also gegenüber wem soll er sich ein Vorteil verschafft haben? Unappetitlich war und ist ja eher dieses Verleugnen von Doping, obwohl es doch sowieso alle wissen...
     
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  3. faceman

    faceman Europapokal-Tippspielsieger 2015

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    Gegen wen? Na eben gegen jene, die nicht gedopt haben und seien es nur Amataure die aufgrunddessen den Sprung nach oben niemals geschafft haben.
     
  4. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Radsportler, die nicht gedopt haben? Der war gut! :D Gibt es doch gar nicht.
     
  5. Schröder

    Schröder Problembär

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    Du glaubst, im Amateurradsport wird nicht gedopt? Ich glaub, die dopen noch mehr als die Profis.
     
  6. NK+F

    NK+F Fleisch. Moderator

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    Vor allen Dingen wohl unkontrollierter, was vll. noch gefährlicher ist.
     
  7. Untouchable

    Untouchable Well-Known Member

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    Das "Rad-" kannst du weg lassen und durch "Profi-" ersetzen. :)

    Im Amateurbereich wird schon aufgrund finanzieller Engpässe viel weniger gedopt. Natürlich wird auch hier viel gemacht aber nicht so geballt wie im Profibereich.
     
  8. Litti

    Litti Krawallbruder

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    Noch mal zum mitschreiben. Also ist dem komischen Ullrich jetzt eigentlich nichts vorzuwerfen, weil alle anderen ja auch gedopt haben? Er hat sich ja keinen Vorteil verschafft?

    Dann gilt das aber für alle anderen Dopingsünder doch auch, oder nicht? Armstrong wollte doch auch nur mit den anderen mithalten können. Oder wie?

    Also warum Doping überhaupt bestrafen?
     
  9. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Keine Ahnung wie das in anderen Sportarten ist, aber beim Radfahren isses ja wohl so. Und wie gesagt: Man kann ja zum Dopen stehen wie man will, aber das sich alle auf Ullrich einschießen und sich jeden Furz, den der lässt, wieder und wieder durch die Nase ziehen...

    Die interessante Frage ist doch einzig und allein: Ist das in allen Profisportarten so? Und ich habe da die Vermuteng, die auch untouchable anspricht: ja. Wo es um Geld geht, um viel Geld, und um die Existenzen der Sportler, solange deswegen ein Zwang zum Erfolg da ist, solange werden alle Mittel genutzt um zu gewinnen. Dass es nicht aufliegt, liegt einzig und allein daran, das zu wenig und zu schlecht kontrolliert wird. Und das ist wahrscheinlich beabsichtigt. Der DFB (nur mal als Beispiel) wird wohl kaum wollen, dass reihenweise Dopingsünder auffliegen, und sein Premiumprodukt kaputt machen. Die TdF hat ja gezeigt, was dann passiert.

    Bei Fuentes wurden doch auch jede Menge Fußballer gedopt, die Namen und Mannschften aber nie genannt und alles schön unter den Teppich gekehrt... Aber es wird immer nur mit dem Finger auf die (Ex-)Radsportler gezeigt.


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    Zuletzt bearbeitet: 23 Juni 2013
  10. Keule

    Keule Geile Oma aus deiner Nähe

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    Achtunf Flachwitz: Tour de France ist wie Amsterdam, ein Haufen Leute auf Drogen die Fahrrad fahren. :lachweg:
     
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  11. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Nicht ganz.

    Betrug im juristischen Sinne sicher nicht.

    Dopingvergehen, möglicherweise Schadenersatzansprüche, moralische Geißelung, das alles schon. Und völlig zurecht bzw. legitim.
     
  12. klopp <3

    klopp <3 Active Member

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    Die grundsätzliche Überlegung teile ich: Wo es um viel Geld und viel Ruhm geht wird alles getan um daran zu kommen. Es gibt zudem genügend psychologische Studien, die beweisen, dass ein Mensch unmoralisch, gar ungesetzlich handelt wenn er überzeugt ist, dass es geheim bleibt. Das passt nicht ins Weltbild gewisser Ideologien, ist aber halt so.
    Ich stimme auch zu, dass die FIFA mit sicherheit vieles tun würde um einen Dopingskandal unter der Decke zu halten.

    Dass es im Fussball wirklich so düster aussieht glaub ich aber trotzdem nicht. Im Fussball geht es im Gegensatz zu vielen anderen Sportarten nur am Rande um Körperliches. Die Ausdauer, die ein Fussballer benötigt erreicht man mit konsequentem Fitnesstraining auch ohne Doping. Und ob z.B. ein Großkreutz so verdammt viel rennt weil er eine so viel bessere Fitness als die anderen hat bezweifle ich. Die Laufleistung hängt wohl eher mit der Position, der Motivation und dem Spielertyp zusammen.
    Wenn man dazu dann noch bedenkt, dass eine 2-Jahres-Sperre inklusive Vertragsauflösung für einen Profifussballer aufgrund des sehr geringen Zeitfensters zum Geldverdienen je nach Zeitpunkt fast als Karriereende aufgefasst werden kann weiß ich nicht ob sich ein normaler Fussballprofi da nicht denkt, dass das Risiko den Benefit nicht wert ist. Davon ausgenommen sind Spieler, die typbedingt vielleicht mehr schwierigkeiten mit der eigenen Fitness haben als andere und die dann auch einen hohen Anreiz haben ihr Defizit mit Doping aufzuholen.
     
  13. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Hatten wir ja schon zigmal durchgekaut in anderen Threads:
    - Die Dopingkontrollen im Profifußball sind ein Witz
    - Doping hilft Erholungs- und Verletzungspausen zu verkürzen
    - Doping im Fußball kam schon hoch in Italien, in Spanien und in D'land nur wurde es blitzschnell unter den Teppich gekehrt.

    --> Die dopen natürlich auch mächtig im Profifußball
     
  14. Untouchable

    Untouchable Well-Known Member

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    Ein Mensch oder ein Arsch? ;)

    Doping für mehr Laufleistung wäre völlig schwachsinnig. Die Laufstrecken eines Großkreutz schaffe ich für 90 Minuten auch. Ja, auch mit Sprints. Das schaffen auch (fettleibige) Schiedsrichter ohne große Probleme.

    Was ich nicht kann: Wöchentlich zwei mal abspulen, bei höheren Geschwindigkeiten, höherem Körpergewicht (= für Laufen unnötiger Ballast; selbst Messi ist schwerer als ich), besserer Beweglichkeit und ständiger Konzentration.


    Zu glauben, dass man durch Doping einfach nur länger und schneller laufen kann, ist ein bisschen veraltet. Man nimmt Amphetamin, Ephedrin, Captagon, Kokain, THC, Koffein, Clenbuterol, Nandrolon, Dianabol, Stanozolol, Kortison, Morphin, Erythropoetin, Wachstumshormone, etc. nicht, um mehr laufen zu können.
     
  15. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Um das mal zu präzisieren: Studien zeigen, dass sich etwa 75% unmoralisch verhalten und zwar in einer Marktsituation (und nicht einfach "nur geheim"), in anderen dagegen weniger. Einfach gesagt: Marktwirtschaft (Kapitalismus) macht unmoralisch. Das mag nicht in jedermanns Weltbild passen, ist aber nun mal wissenschaftlich erwiesen.

    radioeins - Märkte und Moral

    Passt daher auf Sport sehr gut. Sieht man ja permanent. Es werden ja auch diverse kleine Betrügereien von vielen (wahrscheinlich 75% :D) Fans als Cleverness gefeiert. Und die großen Betrügereien sind meisten nur beim Gegner schlecht.

    Und das die Mehrheit dann auch dopt, sollte nicht überraschen.
     
  16. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Und das ist ein Spiegelbild der Gesellschaft. Gleiches passiert nämlich an anderer Stelle auch.

    Ob nun die BA die Statistiken schönt, indem sie leicht vermittelbare besser betreut als schwer vermittelbare, indem Azubiübernahmen als erfolgreiche Vermittlungen gezählt werden, ob Regierungen ihre Bilanzen schönreden und Misserfolge unterdrücken, ob Aufdecker von Misständen strafversetzt werden, ob polizeiliche Ermittlungsstatistiken frisiert, Unfallzahlen heruntergerechnet, erwartete Einnahmen zu optimistisch angesetzt oder in der Wirtschaft Umsätze erfunden werden. All dies ist im Prinzip das gleiche: Sich besser darstellen als man ist.
     
  17. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Ja sicher, das sagte ich ja: Das ist sogar wissenschaftlich bewiesen. 75% werden in einer Marktwirtschaft unmoralisch und 25% bleiben moralisch.
     
  18. tob05

    tob05 Active Member

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    In der Wirtschaft werden keine Umsätze erfunden, da dies denn Gewinn erhöhen würde und man mehr Steuern zahlen würde. :)

    @Holgy: Aber ist das denn alles so schlecht? Mal ein Gegenbeispiel: Nehmen wir einen Bäckermeister. Dieser möchte so viel Brötchen verkaufen wie geht um somit seinen Profit zu erhöhen. In erster Linie erreicht er dies in dem er qualitative gute Ware anbieten und seine Kunden dann wiederkommen. Also ist seine Profitmaximierungsstrategie gut für uns.
     
  19. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Schön wär's!
    75% der Bäcker bescheißen aber und machen dadurch mehr Profit. Das ist doch der Kern der Sache, den sogar die Wissenschaft belegt hat.

    (Und als Berliner weiß ich im Hinblick auf Bäckereien aus eigener Erfahrung ganz sicher, dass das stimmt :D)
     
  20. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Falsch. Google mal nach "Umsätze erfunden"

    Da hagelt es Beispiele.
     
    Zuletzt bearbeitet: 24 Juni 2013
  21. Schröder

    Schröder Problembär

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    In der Wirtschaft werden durchaus Umsätze erfunden. Wenn zum Bleistift ein Konzern einen Wirtschaftsstandort aufgeben möchte, werden Umsätze anderer Standorte über fingierte Rechnungen jenem zugeschoben, den man gerne verkaufen möchte. Das schönt die Zahlen und macht diesen für potenzielle Käufer attraktiver, was den Preis in die Höhe treibt. Außerdem kann man ein kurzfristig verlustreiches Geschäft mit gemogelten Umsätzen besser darstellen, um an (billigere) Kredite zu kommen und so den Finanz. Engpass zu umschiffen. Auch den eigenen Lastschriftrahmen (man kann über einen gewissen Zeitraum nur eine bestimmte Summe per Lastschrift bei seinen Kunden einziehen, weil diese eine 6-wöchige Widerspruchsfrist haben) kann man auf diese Weise erhöhen.

    Und zu guter Letzt kann man Umsatzsteuerzahlungen in die Zukunft schieben, wenn sich Ist-Besteuerer von befreundeten Unternehmen gegenseitig Rechnungen ausstellen. Die Vorsteuer ist nämlich bei Rechnungseingang abzugsfähig, während für den jeweils anderen die USt erst bei Zahlung angegeben werden muss.
     
    Zuletzt bearbeitet: 24 Juni 2013
  22. tob05

    tob05 Active Member

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    Ok so drastisch dass es das gar nicht gibt, war es schlecht aus gedrückt. Aber in der Regel würde ich eher vom Gegenteil ausgehen.

    @Holgy. Aber das schöne an der Marktwirtschaft ist doch du musst dann nicht zu diesen Bäckern gehen, sondern kannst zu einem andren gehen, wenn dir seine Praktiken nicht gefallen. Natürlich weiß man ja nicht immer ob jemand bescheißt. :p

    @Schröder. Danke für das Beispiel :) Aber wie gesagt, ohne sich groß Gedanken zu machen, wäre ich eher vom Gegenteil ausgegangen. Umsatz gering halten und weniger Steuern zahlen.
     
  23. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    a) genau, man weiß nicht, wer bescheißt und b) ist das prinzip der marktwirtschaft ja, dass sich der billigste durchsetzt. die guten=teureren bäcker gehen pleite (jedenfalls in Berlin). bis auf ganz wenige. aber jeden morgen eine stunde u-bahnfahren ist mir einfach zu aufwendig und meine brötchen bei amazon zu bestellen dauert mir zu lange. ;)
     
  24. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Das Prinzip erkenne ich jetzt nicht bei: Apple, BMW, Louis Vuitton, etc.
     
  25. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Ich steche mit: aldi, lidl, penny.

    Ausnahmen bestätigen die Regel, bzw. gibt es ja noch andere Wirkmechanismen. Da spielen bei den Dir genannten Firmen ja die Exklusivität eine Rolle, die werden gekauft, weil sie teuer sind, um zu ziegen, dass man reich ist. wer nur auf den gebrauchswert schaut, wird sich keine Vuitton Unterhose kaufen. Zudem "bescheißen" die ja auch, indem sie ihr Zeug völlig überteuert anbieten.
     
    Zuletzt bearbeitet: 27 Juni 2013
  26. theog

    theog Guest

    Ein Pillenannehmer hat doch keinen eigenen Thread verdient...:hammer2: Was heisst da "karriere"? :suspekt: Seine Karriere an Medikamenten- und Pillennehmer? :suspekt:
     
  27. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Die dämlichsten Dpopingausreden des Radsports: Die rätselhafte Welt des Sport: NSA, übernehmen Sie! - taz.de

    Mein Favorit: die deutsche Mountainbike-Nationalmannschaftsfahrerin Ivonne Kraft. Die war vor ein paar Jahren mit einem bizarr überhöhten Blutwert der Einnahme des Asthma-Mittels Fenoterol überführt worden. Ihre Ausrede: Ihre Mutter sei Asthmatikerin und auf dieses Mittel angewiesen. Als sie gemeinsam kurz vor dem Radrennen am Tisch gesessen seien, sei die Asthma-Spraydose &#8222;plötzlich explodiert&#8220; und so habe sie &#8222;eine Überdosis eingeatmet&#8220;.

    Alles klar! :D