Human Development Index

Dieses Thema im Forum "Kneipe" wurde erstellt von Detti04, 6 Oktober 2009.

  1. Detti04

    Detti04 The Count

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    Hi,

    gerade wurde der neue Human Development Index (HDI) vom Entwicklungsprogramm der UN veroeffentlicht, oder genauer: ein Ranking aller Staaten nach dem HDI. In den HDI gehen neben der Kaufkraft die Lebenserwartung sowie der Bildungsstand der Bevoelkerung ein, letztere ueber die Alphabetisierungs- und Einschulungsrate. Bevor ihr jetzt seht, auf welchem Platz Deutschland in dieser Liste landet, schaetzt doch einfach mal.
























    Naaa? Reicht es zu Platz 1?
















    Zumindest aber doch Top 5?
































    Oder etwa doch nicht?






















    Ok, um's kurz zu machen: Rang 22, u.a. praktisch hinter allen anderen westeuropaeischen Laendern. Und, fuer mich besonders witzig, sogar hinter Neuseeland.

    Die komplette Liste nach dem aktuellen Report gibts im englischsprachigen wikipedia:
    Human Development Index - Wikipedia, the free encyclopedia

    Cheers,

    Detti
     
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  3. Ichsachma

    Ichsachma J'aime soleil

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    Hätte 22 gesagt. Lief gestern im Radio rauf und runter.

    Norwegen an 1. Ein Hoch auf die Auswanderer. Was mich wundert: Island ist doch so gut wie staatsbankrott. Platz 3 wundert mich daher, wobei ich gestehe, die Berechnungsformel nicht zu verstehen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 6 Oktober 2009
  4. Raffelhüschen

    Raffelhüschen Forennutzer

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    interessant wäre auch eine Aufsplittung in alte und neue Bundesländer
     
  5. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Ich glaub' das deutsche Problem beim HDI ist die geringere Lebenserwartung und wahrscheinlich auch die Einschulungsrate, weil da auch der Kindergarten dazu zählt.
     
  6. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    ichsachmaso: Für ein halbes Jahr in Dunkelheit muss man auch was bieten.
     
  7. Detti04

    Detti04 The Count

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    Dass das im Radio lief, wusste ich natuerlich nicht; ich hatte nur einen Bericht bei der Sueddeutschen Zeitung gesehen und fand diesen sehr interssant, weil ich mich vor etwas mehr als 'ner Woche mit 'nem Kollegen genau ueber diesen Index unterhalten hatte. Mal ganz davon abgesehen, dass dessen Berechnung (vielleicht) ein bisschen wischi-waschi ist, macht der HDI naemlich klar, was mir schon seit Jahren aufgefallen ist: relativ gesehen geht es mit Deutschland bergab. Eigentlich wusste ich das natuerlich auch schon vorher, denn vor der Wiedervereinigung gabs Migration zwischen z.B. Spanien und Deutschland ja nur in eine Richtung, naemlich von Spanien nach Deutschland - heute gehts in beide Richtungen.

    Obwohl ich das alles also weiss, bin ich doch jedesmal wieder erstaunt, denn nach meinem Selbstverstaendnis (welches sich offenbar aus den Rahmenbedingungen meiner Kindheit bzw. Jugend speist) ist Deutschland immer ganz oben. Okay, nicht ganz oben: dass man mit reichen, aber einwohnerschwachen Laendern aus Skandinavien nicht mithalten kann - geschenkt. Ebenso geschenkt, dass Japan mit seiner hohen Lebenserwartung ein Sonderfall ist. Aber dass Deutschland hinter saemtlichen anderen grossen westeuropaeischen Staaten einlaeuft sowie dem frueheren Armenhaus Irland, das find ich dann doch bitter. Und dann auch noch hinter einem Land am Arsch der Welt...
     
  8. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    ich hab mich ja auch nicht weiter mit den formeln beschäftigt, aber man könnte auch sagen, D-land liegt gerade mal 0,027 Punkte hinter dem spitzenreiter. das hört sich ja nicht so viel an.

    aber das dass gesamte bildungssystem (von der grundschule bis in die universitäten) in d-land unter aller kanone ist, ist ja auch bekannt. insofern ist platz 22 ja noch gnädig...
     
  9. NK+F

    NK+F Fleisch. Moderator

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    Ich frage mich, wie es die Iren auf Platz 5 schaffen. Vor einigen Jahren hätte ich das noch verstanden, aber momentan sieht es doch dort auch recht mau aus.
     
  10. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Naja, hat ja auch in D'land in den letzten 20 Jahren schon eine sehr einschneidende Veränderung gegeben, die eben das jetzige D'land ein wenig anders darstellt als die BRD der Achtzger.

    Find' ich recht einleuchtend und auch nicht so arg bitter.
     
  11. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Ohja, deswegen finden ja auch deutsche Wissenschaftler kaum "Absatz" in anderen Ländern, weil die Ausbildung an deutschen Unis so unter aller Kanone ist.
     
  12. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    frag dich mal lieber, warum jeder, der was auf dem kasten hat, sich so schnell wie möglich aus dem deutschen universitätswesen verabschiedet, und garantiert nicht wiederkommt.
     
  13. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Eben, sehe ich ja bei meinen Kollegen: Alle Nixkönner, sind alle noch da.
    Genauso wie meine Bekannten, die in D'land promoviert haben: unter'm Durchschnitt.
     
  14. tim007

    tim007 Member

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    ich hab gestern auch nur mal so Platz 22 im Radio gehört .....
    meiner Meinung nach bull shit ...

    aus der Welt dazu:
    .....Die Daten indes, die dem diesjährigen Index zugrunde liegen - darauf weisen die UN ausdrücklich hin - stammen allesamt aus dem Jahr 2007, wurden mithin in der Zeit vor der großen Wirtschaftskreise erhoben. Ob Island nach dem Fastzusammenbruch der nationalen Wirtschaft heute tatsächlich noch die "Bronzemedaille" beanspruchen könnte, mag daher bezweifelt werden. Allerdings ist die Wirtschaftskraft auch nur eines von drei Kriterien für die Reihenfolge.

    Nur so kann es auch geschehen, dass Deutschland, seit vielen Jahren abonniert auf den Titel des Exportweltmeisters, Mitglied des Klubs der drei Größten in der Weltwirtschaft, so weit abgeschlagen ist. Und dass Japan nur den zehnten und die USA den 13. Platz einnehmen. Das Bruttosozialprodukt, ohnedies nicht das absolute, sondern das pro Kopf berechnete, schlägt für den HDI nicht stärker zu Buche als die Lebenserwartung und die Bildung.

    Für unsere Sozialsysteme wird die Überalterung der Gesellschaft, die zu einem guten Teil in der gestiegenen Lebenserwartung begründet ist, laut Experten zu einem massiven Problem - in zehn europäischen Ländern, darunter alle großen mediterranen, werden die Menschen allerdings älter, teilweise erheblich älter als in Deutschland. So kann eine Nation mithilfe einer Entwicklung, die den Sozialforschern Sorgenfalten bereitet, in der HDI-Tabelle punkten. Je mehr Hundertjährige im Land, umso besser das Ranking. Heutige Neugeborene können hierzulande im Durchschnitt erwarten, 79,8 Jahre alt zu werden. Bei 14 Ländern, in Skandinavien etwa, auch in Ostasien, liegt der Wert über 80. Japan liegt mit fast schon 83 Jahren an der Spitze.

    Besonders schlecht schneidet Deutschland bei der Bildung ab. Dabei erreicht es bei dem einen der beiden Unterkriterien, nämlich der Alphabetisierungsrate der Erwachsenen den Spitzenwert von 99 Prozent - wie die meisten der europäischen Länder. Entscheidend scheint die niedrige Rate eingeschriebener Studenten und Schulbesucher zu sein. Wobei letzteres sogar nur halb so stark gewichtet wird für die Gesamtstatistik wie die Alphabetisierung.

    Die Expertenkritik an der Erstellung des HDI setzt denn auch oftmals bei der Gewichtung des Faktors Bildung ein. Selbst wenn man Bildung als ein besonders hohes Gut ansieht, so sehen die Kritiker sie zu einem gewissen Grad eher als eine Voraussetzung für hohe Lebensqualität, weniger aber als ihre Erfüllung selbst an. Sozialforscher vermissen auch die Berücksichtigung der Tatsache, dass eine innere Dynamik eines Landes entscheidender sein kann als der Vergleich zwischen zwei Staaten. Entwicklungen eines Landes, die etwa einen Abstieg von Platz 10 auf 15 bewirken würde, können unterm Strich eine erheblich geringere Lebensqualität zur Folge haben als eine Gesellschaft, die von Platz 30 auf Platz 20 klettere. Und auch wenn die - ja allgemein herangezogene - Größe des Prokopfeinkommens gewiss mehr über die Lebensqualität aussagt als die Wirtschaftskraft eines Landes, so ist auch dieser Parameter nur begrenzt benutzbar. Zum einen sagt er nichts über die Verteilung des Einkommens, zum anderen auch nichts darüber, wie viel der Staat davon als Steuern einbehält oder als Abgaben umleitet. Ein hohes Steueraufkommen muss - theoretisch - der Lebensqualität noch nicht abträglich sein. Dies hinge allerdings stark von der Effizienz des Staates ab. Der HDI mag Anhaltspunkte liefern für die Lebensqualität, doch auch seine Aussagekraft ist begrenzt.
     
  15. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    unsere generation geht ja noch, aber der nachwuchs!

    wie sagt mein amerikanischer kollege immer so schön: holy quackamole! :D

    in welcher fachrichtung bist du denn aktiv?
     
  16. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Ich hab mal Ingenieur studiert.
     
  17. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Aber zur Vorsicht auch gleich gesagt: Ich schwing mich hier sicher nicht zum Verteidiger des deutschen Bildungssystem auf - da liegt genug im Argen.
     
  18. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    ich verbringe hier auch meine freizeit und gehe da nicht weiter drauf ein. ;)
     
    Zuletzt bearbeitet: 6 Oktober 2009
  19. Detti04

    Detti04 The Count

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    Deutsche Unis sind tatsaechlich nicht schlecht. Allerdings sind fuer den Bildungserfolg bei der Mehrheit der Bevoelkerung nicht die Unis, sondern die Schulen verantwortlich - und wieviel da in Deutschland versaut wird, speziell fuer Kinder aus aermeren Elternhaeusern, sollte klar sein.

    Abgesehen davon: auch die Akademikermigration findet nicht nur in eine Richtung statt. Ich kenne durchaus auch Akademiker aus dem Ausland, die nach Deutschland einwandern, um dort Positionen in der Industrie oder an Universitaeten zu besetzen. Oftmals haben die auslaendischen Akademiker grossartige Berufschancen, da man im Ausland seinen Master schon mit 22 Jahren erwerben kann, waehrend deutsche Master-Inhaber 2-3 Jahre aelter sind.
     
  20. Detti04

    Detti04 The Count

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    Suess, wie uns "Die Welt" weismachen will, eine hohe Lebenserwartung sei etwas schlechtes.