HSV rutscht finanziell ins Abseits

Dieses Thema im Forum "Hamburger SV" wurde erstellt von André, 14 Dezember 2012.

  1. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Man kann mit Sicherheit etliche andere Konstrukte wählen um den Restverein möglichst aus den Folgen einer Pleite der Fußballprofis rauszuhalten und muss deswegen nicht eine AG gründen.

    Wenn man letzteres macht, was ich ja auch verstehen kann, dann macht man das aber in allererster Linie um Geld einzunehmen, sprich Investoren zu werben, so wie halt andere Unternehmen auch, die sich in eine AG wandeln.

    Und da sind wir wieder da: Warum sollten die jetzt beim HSV Schlange stehen und dessen, anscheinend ja überzogenen, Forderungen bereitwillig bedienen?
     
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  3. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Der Plan war ja, dass Kühne seine "Darlehn" in Anteile umwandelt und so gleichzeitig als Türöffner für weitere Investoren fungiert. Nun stehen die HSV-Plusser vor einem Scherbenhaufen, weil Kühne auf einmal keine Lust mehr hat.

    Kühne: Ich will kein Abramowitsch werden. Ich habe jetzt wirklich schon viel zu viel Geld in dieses Hobby investiert. Beim HSV habe ich mir gesagt, mit wenigen Millionen ist es nicht gemacht. Aber ich bin kein 100-Millionen-Mann, der die absolute Führung übernehmen will. Das geht auch nach den deutschen Gesetzen nicht, der Investor hat ja überhaupt keine Rechte. In Spanien oder England wäre das etwas anderes, da könnte ich in der Tat darüber nachdenken.
    http://www.zeit.de/2014/51/klaus-michael-kuehne-erfolg-hamburg/seite-2

    Da wiederspricht sich Kühne aber selbst. Erst sagt er, er will gar kein Abrowitsch werden, dann sagt er aber, dass Problem ist, dass man in der BuLi als Investor den verein nicht übernehmen kann. Und um letzteres geht es ja wohl.

    Tja, nun ist der HSV gescheitert, weil er sich von einem spinnerten* alten Mann abhängig gemacht hat. Wie blöd kann man eigentlich sein? Es gab ja nun genung Stimmen, die den HSV gewarnt haben. Waren die HSV-Plus-Leute tatsächlich einfach nur so dumm? Traurig, traurig ist es allemal, und nun steht der HSV tatsächlich mit einem Bein in der pleite bzw. ohne Lizenz da. 100 Mio Verbindlichkeiten, Rückzahlungen an Kühne und Fans, das zu stemmen wird äußerst schwer.

    *Man sollte nicht so viele Fahrradwege einrichten. Das ist ein Albtraum, zumal es auch mein neues Hotel beeinträchtigt, das ich gerade an der Fontenay baue. Der Harvestehuder Weg wird zur Fahrradstraße, man kommt da kaum noch durch. Fahrradfahren ist eine schöne Sache, aber das sollte man eher im Grünen tun. Quelle
     
  4. Schröder

    Schröder Problembär

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    Stimmt so nicht. Ein unabhäniger Wirtschaftsprüfer hat den Wert des HSV auf 337 Mio € gesetzt. Diese Einschätzung ist für alle Unternehmen, die an die Börse gehen wollen, obligatorisch. Somit hätte Kühne für sein 25-Mio-Darlehen eben nur 8,nochwas % bekommen und nicht die 25, die er gern hätte. Eine überzogene Forderung des HSV gab es also nie, im Gegenteil scheint man bereit zu sein, Aktien auch unter dem vom Wirtschaftsprüfer veranschlagten Wert zu verkaufen.
    Irgendwie absurd: Kühnes Pech isses, das der HSV offensichtlich mehr wert ist, als er dachte. Und dem HSV drohen nun wegen der hohen externen Bewertung des eigenen Werts finanzielle Schwierigkeiten.

    Immerhin, nun weiß man, woran man ist. Da werden wohl einige "Leistungsträger" (Hüstel) im Sommer oder besser schon im Winter gehen müssen und man wird in Zukunft mit einem Etat so Größenordnung Paderborn und Freiburg planen müssen. Und da glaube ich, das man mit Zinnbauer den passenden Trainer dafür hat.
     
    Zuletzt bearbeitet: 20 Dezember 2014
  5. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Ja, Schröder, wo sind sie denn dann, all die anderen strategischen Partner, die sich nach dem hoch bewerteten HSV die Finger abschlecken?
    Nochmal: Das war der Kern des HSV Plus Plans.

    HSV Plus behauptete einfach irgendwas, das war's.
     
  6. Schröder

    Schröder Problembär

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    Ich will den Quark nicht schönreden. Das der HSV überhöhte Forderungen stellt, ist aber schlicht falsch und das hab ich angemerkt. Es wurden überhaupt noch keine Forderungen gestellt, weil der Wert der AG nicht feststand. Dieser wurde nun durch eine externe Bewertung auf 337 Mio Euro taxiert. Entsprechend liegt der Preis der Anteile, und ein Verkauf zumindest deutlich unter diesem Wert ist glaub ich nicht rechtens, weil es den Verein (der ja noch zu 100 % Anteilseigner der AG ist) übervorteilen würde.

    Vielleicht kommt es zu einer Neubewertung durch ein 2. Gutachten, wer weiß das schon. Bei 13 auslaufenden Verträgen dürfte der Wert des Kaders im Sommer ziemlich schrumpfen, da die Spieler ablösefrei werden. Im Moment sitzen wir erstmal in der Sackgasse.
     
    Zuletzt bearbeitet: 20 Dezember 2014
  7. uwin65

    uwin65 Tippspiel Europapokalsieger 2014

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    Würde mich mal interessieren wie man beim HSV auf eine solche Summe kommt. Gibt es da Infos wie sich das zusammensetzt?
     
  8. Detti04

    Detti04 The Count

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    Forbes schreibt von 326 Mio USD:

    http://www.forbes.com/pictures/mlm45fdmhj/18-hamburg-sv-3/

    Grundsaetzlich basiert das aber wohl im Wesentlichen noch auf der Saison 2012-13. Ich denke, dass die letzten 1,5 Jahre eher zu einer Verminderung des Werts des HSV gefuehrt haben sollten.
     
  9. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    So? Der neue HSV Oberfinanzer sieht das ein wenig anders: Der würde ja auch für weniger verkaufen wie oben verlinkt.
     
  10. Schalke-Königsblau

    Schalke-Königsblau Derbysieger 2012/13

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    Netter Punkt, den wir mitnehmen durften.

    Ansonsten, der Klugschiss, der über mir von blau-weiß und von FCB-Fan losgelassen wurde, ist billig bis geschenkt.
     
  11. faceman

    faceman Europapokal-Tippspielsieger 2015

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    Nur was hilft eine solche Bewertung, wenn kein Geldgeber in Sicht ist, der den HSV unterstützen will? Wert ist doch stets, was jemand bereit ist zu zahlen.
     
  12. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    War wieder lang gestern, ne? :lachweg:
     
  13. Schalke-Königsblau

    Schalke-Königsblau Derbysieger 2012/13

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    Eins vergisste denn doch zu oft mal. Dein -*Klugschissmodus aus*.
     
    Zuletzt bearbeitet: 21 Dezember 2014
  14. uwin65

    uwin65 Tippspiel Europapokalsieger 2014

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    Denke auch das sich der Wert nach unten entwickelt hat.
     
    Schalke-Königsblau gefällt das.
  15. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Klug klingt aus Deinem Mund tatsächlich lustig :D
     
  16. Schalke-Königsblau

    Schalke-Königsblau Derbysieger 2012/13

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    Und wieder haste es vergessen. :motz:
     
    Zuletzt bearbeitet: 21 Dezember 2014
  17. kthesun

    kthesun Guest

    Ich hab bei der Arbeit auch mit diesen Gutachten zu tun, die werden von Unternehmen wie Ernst & Young oder KPMG gemacht und sind für Anteile an Unternehmen, die man hält, jährlich obligatorisch.
    Die Bewertung erfolgt mittels DCF Methode (oder ähnlichem) und es wird eine aktuelle Geschäftsplanung über 10 Jahre fortgeschrieben. Das ganze wird dann mit einem Risikofaktor (dem WACC) abgezinst.

    Am Ende kommt die entsprechende Summe heraus.

    Für normale Unternehmenstypen funktioniert die Methode eigentlich recht gut, gilt sogar als sehr konservativ, heisst es kommt ein geringerer Wert heraus als bei einem Verkauf (kann auch Börsengang sein) erzielt wird.
    Fussballvereine sind allerdings keine normalen Unternehmen. Die Allianz und alle anderen Großkonzerne, die Anteile an Fussballvereinen halten müssen diese Übung aber auch jährlich machen, deshalb gehe ich mal davon aus, dass es in Deutschland eine Hand voll Leute gibt die damit Erfahrung haben.

    Problematisch bei der Bewertung ist allerdings, dass unheimlich viel Argumentationssache ist. Es ist ohne weiteres möglich für ein ein Startup, dass außer einem Businessplan nichts hat, einen Unternehmenswert von 100 Mio zu erhalten. Nämlich dann, wenn der Businessplan vorsieht innerhalb von 5 Jahren >1 Milliarde Umsatz zu machen.
    Der Risikofaktor wird dann zwar maximal hoch gewählt, aber mit entsprechender Planung kommen trotzdem noch irrsinnig hohe Unternehmenswerte heraus. Der Prüfer kann nicht in die Zukunft schauen, deshalb kann er die Planung lediglich im Detail auseinander nehmen und nachschauen ob irgendwo handwerkliche Fehler gemacht wurden (z.b. Umsatz übersteigt Maximalmarkt oder gänzlich unrealistische Wachstumsraten).

    Für den HSV heisst das folgendes: Die werden eine Hand voll neue Geschäftsfelder möglichst optimistisch mit eingeplant haben (Vom Schlage Trikotverkauf in Asien, TV Lizenzen in Südamerika und so weiter). Wenn man auf die Rückfragen der Prüfer dann gut vorbereitet ist bekommt man praktisch jede Summe durch.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 21 Dezember 2014
  18. kthesun

    kthesun Guest

    Genau so ist es.
    Was ich einen Post obendrüber erklärt habe ist echt nur eine Sache für die Steuer und den Jahresabschluss.
    Bei M&A Geschäften wird erst der Unternehmenswert ausgehandelt und hinterher lässt man die Berater diesen Wert bestätigen. Der Berater weiß nämlich auch dass ein gezahlter Wert immer stärker ist als seine Kalkulation. Der Wert des Gutachtens liegt dann eher in der Due Dilligence, also dem Durchleuchten der Risiken der Firma (Verträge mit Altlasten, mögliche Patentverletzungen etc.).
     
  19. André

    André Foren-Capo Administrator

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  20. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Noch nicht...
     
  21. Dilbert

    Dilbert Zynischer Querulant

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    Die sind verrückt, allein mit den Zinsen bestreitet Ingolstadt wahrscheinlich seinen komplette Kader.
     
  22. Kaka

    Kaka Formel 1 Weltmeister

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    Ingolstadt hat aber auch kein 57.000 Zuschauer fassendes Stadion... Und dank Audi wahrscheinlich auch das Stadion schon abbezahlt...
     
  23. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Laut wikipedia - Kosten des Volksparkstadions:
    100 Millionen € (Umbau 1998–2000), 5,2 Millionen € (Umbau zur WM 2006), 15,7 Millionen € (weitere Umbauten) - Eigentümer ist eine Tochter Gesellschaft der HSV AG

    Laut wikipedia - Kosten des Audi Sportparks:
    ca. 20 Millionen Euro - Eigentümer ist Audi

    Heisst also:
    Der FC Ingolstadt hat gar kein eigenes Stadion; der HSV schon; der HSV "doktort" seit 18 Jahren an der Belastung durch sein eigenes Stadion rum - inwieweit ist das denn nun abbezahlt?
     
  24. Kaka

    Kaka Formel 1 Weltmeister

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    Geplant war mal 2017 fertig zu sein. Da man aber lieber viel Geld für neue Sportdirektoren, Trainer und Transfers ausgegeben hat, hat man festgestellt, dass man das nicht schafft und will jetzt umschichten...
     
  25. André

    André Foren-Capo Administrator

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    Jetzt steigt ein Obsthändler ein und kauft Anteile. Damit sind die Zinszahlungen für die nächsten 12 Monate ja gesichert.
    Finanzspritze: Obsthändler Burmeister investiert in den Hamburger SV

    Gesendet von meinem Telekom Puls mit Tapatalk
     
  26. Ichsachma

    Ichsachma J'aime soleil

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    Buche einen Sponsor unserer Jugendsportwoche auf den HSV um.
     
  27. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Und ich dachte, zumindest das sagte doch der HSV Oberfinanzer, dass die Raute gar kein Einnahmenproblem hat, sondern nur eins auf der Ausgabenseite; da helfen die 4 Millionen natürlich weiter :D
    Ah, der Herr Kühne beweist ja vielleicht auch wieder wie herzensangelegen ihm die Sache ist.
     
  28. Detti04

    Detti04 The Count

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    Meiner Meinung nach bringen es diese Kleckerzahlungen nicht: Das bisschen Geld, was pro Zahlung reinkommt, macht nicht wirklich einen Unterschied, und am Ende ist das Tafelsilber trotzdem verkauft. Dies paar Millioenchen koennte man auch dadurch einnehmen/sparen, dass man die Profis 25-27 (der Kader des HSV umfasst schon wieder 31 Spieler, dabei spielt man nur Buli) verkauft und durch Nachwuchs ersetzt.
     
  29. faceman

    faceman Europapokal-Tippspielsieger 2015

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    Dazu müsste man aber eben konsequent sein und notfalls auch Abstiege mit einrechnnen. Und ich fürchte, dazu ist man nicht bereit, was irgendwo auch wieder verständlich ist. Es ist halt ein blöder Kreislauf. Und dieser muss eben irgendwann durchbrochen werden, entweder eben so oder so.
     
  30. Dilbert

    Dilbert Zynischer Querulant

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    Die kauft aber keiner. Kein Verein gibt ersthaft Geld für Spieler aus, die bei einem Abstiegskandidaten nicht zum Zug kommen. Zumals der neue Verein wohl weniger bezahlen würde als der HSV, und man dann keinen Spieler zwingen kann zu wechseln.

    Wenn ich dann noch daran denke, was man sich damals für einen Verhandlungsmarathon mit Bochum wegen dem Gregoritsch geliefert hat, um dann drei Millionen Euro für einen bisher ziemlich bundesliga-untauglichen Spieler zu bezahlen...

    Nach der Saison werden mit Rudnevs und Olic wohl zwei der besser verdienenden Spieler den HSV verlassen (Olic' Vertrag endet, Rudnevs (Vertrag endet) hat bisher zwei Saisoneinsätze (warum nicht mehr fragt sich ungefähr jeder, der die Offensive da rumstümpern sieht), und wird damit kaum zufrieden sein...). Der Vertrag von Kacar läuft meines Wissens auch aus, und der pendelte über die Jahre immer zwischen Stammelf und Suspendierung. Ebenso gehen wird Ilicevic, und ob man den ollen Klappspaten Spahic noch ein Jahr länger an sich binden will, wage ich zu bezweifeln.
     
    Zuletzt bearbeitet: 6 Februar 2016
  31. Detti04

    Detti04 The Count

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    Nimm mal das Beispiel Olic: Der hat in Wolfsburg 6 Mio verdient und verdient jetzt beim HSV etwas weniger, sagen wir mal 4 Mio. Das heisst also, dass der fuer das kommende halbe Jahr, in welchem er eh keine Rolle spielen soll, 2 Mio kostet - das ist schon die Haelfte des vom Obsthaendler erhaltenen Geldes. Im Zweifelsfall muss man eben in den sauren Apfel beissen und Olic losschlagen, indem man beim neuen Verein einen Teil seines Gehalts uebernimmt. Selbst wenn man nur 50% sparte, waere das schon 1 Mio, die der HSV gespart haette. Statt Leute loszuwerden, holt man sich aber noch einen Neuen (Drmic) und versenkt dabei eine Leihgebuehr von 1,2 Mio - und dessen Gehalt muss man ja auch noch zahlen.

    => Zusammengefasst: Am Ende bekommt der HSV (in etwa) als Gegenwert fuer das Geld des Obsthaendlers, dass Drmic fuer 5 Monate kommt und Olic weiter auf der Bank rumhaengt. Ist das ein Gegenwert, fuer den man 1,5% des Klubs verkaufen sollte?
     
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