HSV - Cottbus (on Tour)

Dieses Thema im Forum "Kneipe" wurde erstellt von Dilbert, 18 März 2009.

  1. Dilbert

    Dilbert Zynischer Querulant

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    24. Spieltag 2008 - 2009

    Mahlzeit!

    Das wird ein Bericht der Sorte "kurz und schmerzlos", was sollte ich über dieses Spiel auch gross schreiben?

    Na ja, es war mal wieder Sonntag, und ich hatte mal wieder Frühdienst (der Hoffenheim-Kick fällt dann ENDLICH auf ein freies Wochenende). Natürlich hatte ich auch mal wieder viel zu wenig geschlafen und den Gladbacher Derbysieg bei den Geissböcken etwas, wenn auch nicht bis zum Abwinken gefeiert. Und natürlich brauchte der Abraham am Vorabend auch zwölf Runden, um seinen Boxkampf zu gewinnen (meiner Ansicht nach von den Bewertungen der Kampfrichter her etwas zu deutlich). Übersetzt: Ich war mal wieder zwei Stunden zu spät inner Poofe, um dann mit offenen Augen um halb sieben im Heim aufer Matte zu stehen. Zudem war ich so ´ne Art Allroundangestellter, d.h., nachdem wir die Leutchen alle aus der Koje hatten, wechselte ich noch für zwei Stunden zum Küchendienst. Nach Urinpullen, Kacke und Rentnerschweiss also noch Essensabfälle, Biotonnen und Spülmaschinenqualm... ich hab bestimmt schon besser gerochen als an diesem Tag zu Feierabend. Zeit für irgendwelche grossen Waschaktionen oder gar ´ne Dusche blieb aber nicht, denn in 20 Minuten sollte schon der Zug nach Neumünster abfahren, und ich musste mich noch stadionfein anplünnen und zum Bahnhof rennen. Also hiess es schlichtweg auf die Wirkung meines Billigdeos vertrauen.

    Am Bahnhof (sieben Minuten, neuer Rekord!) warteten schon Günni, Volker und Bastian auf mich. Daniel hat vorrübergehend neue Arbeiit gefunden, und deshalb Bastian als Vertretung seine Dauerkarte geliehen. Der Knabe ist ein ziemlicher Unterschied zu seinem Bruder, aber dazu komme ich später. Zum Glück hatte ich Günter vorher schon angerufen und ihn instruiert mir doch bitte im Bahnhofsladen ein Feierabendpils zu besorgen. Das konnte ich nach diesem durchgeknallten Arbeitstag auch wirklich gebrauchen.... auch wenn es eher lauwarm war.

    Im Zug nach Neumünster sass schon Werner, der ja immer aus Owschlag anreisen muss. Der Schaffner klärte uns dann erstal auf, dass es ja eigentlich nicht erlaubt sei, während der Fahrt mit einem Gruppenticket noch Leute "einzusammeln". Klasse, soll sich Werner jetzt immer für die zehn Minuten Fahrt von Owschlag nach Rendsburg erst ´nen Einzelfahrschein holen, damit wir dann zu fünft mit der Gruppenkarte weitergurken können? Oder ´ne halbe Stunde früher von Owschlag aus losgurken, damit er in Rendsburg den Zug wechselt und der Schaffner nichts mitbekommt? Mann Mann Mann...

    Ich muss allerdings auch mal eine Entschuldigung an die Bahn loswerden: Die Preiserhöhung auf 34 Piepen vom Wolfsburg-Kick lag nicht an deren Geldschneiderei, sondern an Günters Bedienfehler. Also: Schleswig-Holstein-Karte: 30 Euro. Man muss ja fair bleiben.

    Ansonsten hatten wir den vorderen Teil des Waggons für uns, und dementsprechend war bis Neumünster auch nichts los.

    Das hat man dann von seiner Hilfsbereitschaft. Da lässt man einer blinde Person anner Kioskkasse den Vortritt, und zu Strafe darf man dann warten bis das Bier (welches trotz Kühlregal eh schon ziemlich weit entfernt vonner idealen Trinktemperatur war) dann endgültig zur Dosensosse verkommen ist. Und warum? Weil weder Schinken, noch Gouda, noch Camenbert, noch Pute, noch Frikadelle auf dem belegten Brötchen genehm war. Nein, es musste Salami sein... das Brötchen, zu dem sich die Bedienung bis zum untersten Punkt der Brötchenbergs mit der Greifzange durchgraben musste, ohne zu wissen, ob überhaupt eins davon da war.

    Toll, wieder lauwarmes Bier...

    Im Zug nach Pinneberg passierte wieder nüscht. Wir hatten uns im vordersten Fahrradabteil eingenistet, in das sich sonst wohl keiner reingetraut hat, weil da schon einer mit ´nem ziemlich grossen schwarzen Hund reingefläzt hatte. Diese "reissende Bestie" guckte dann Volker so lange treudoof sehnsüchtig an, bis er sie hinter den grossen Ohren kraulte.

    In Pinneberg hatten wir wohl gerade die S-Bahn verpasst, weshalb es erstmal zehn Minuten warten hiess. Da Volker eh pullern musste, besorgte er unterwegs uns drei Bier (Bastian trinkt keinen Alkohol) und sich ´nen Kaffee. Endlich kühles Holsten! Danke, Volker!

    Und wo wir gerade beim kühlen Holsten sind: Danke, Knappi! Das war dann auch mein letztes Bier bis kurz nach Spielschluss. Die Bacardi-Gang war wieder nicht da, denen wird doch nix passiert sein? Oder waren wir einfach nur ´n bisschen spät dran?

    Es gibt tatsächlich noch bezahlbare Bundesligaspiele in Hamburg. Sitzplatzkarte für 17 Euro, da konnte Volker nicht meckern.

    Bei Warmmachen durfte sich Trochowski mit der Reserve herumtreiben. Jol, hatte sich für drei Stürmer entschieden, um das zu erwartende Cottbus-Abwehrbollwerk zu knacken. Das hatte sich mit dem Muskalfasserriss von Petric dann leider für ein paar Wochen erledigt. Zum Glück ist bald Länderspielpause, dann hat er ´ne Woche mehr sich zu erholen.

    Das Spiel wurde von Schiedsrichter Aytekin (sorry, falls das falsch geschrieben ist) geleitet, und der hatte nicht viel zu tun. Eigentlich hatte da auf dem Platz niemand gerade viel zu tun. Die Hamburger belagerten in der ersten Halbzeit das Tor von Tremmel fast pausenlos, ohne dass ihnen da allzuviel eingefallen wäre. Lobend herausheben muss man da mal wieder Jansen, der noch für die meiste Torgefahr in der Anfangsphase sorgte. Nach der Auswechslung von Mladen nach ca. zwanzig Minuten durfte Trocho wieder mitmischen. Scheinbar hat der mal dieses Tritt in den Hintern mit der Auswechslung in Gladbach und dem Bankplatz gegen Cottbus gebraucht, um seine zuletzt eher mauen Leistungen zu überdenken. Oder zumindest um genug Wut aufzustauen um mal wieder wirklich etwas auf dem Platz zu bringen.

    Aber erstmal war Tavares dran. Dem gelang nicht sehr viel, aber die Flanke zu Olic nach etwas mehr als einer halben Stunde war gut, so dass Ivica (das Kopfballungeheuer) mit seiner Birne reinlaufen und Tremmel erstmals überwinden konnte. Die Führung war zu diesem Zeitpunkt hochverdient, da von Cottbus wirklich überhaupt nichts kam.

    Sieben Minuten später gab es einen Freistoss rechts vor dem Strafraum. Tremmel hielt eine gut gestellt Mauer für komplett überflüssig, was Trocho dann zu seinen Gunsten nutzte. Also ehrlich, unhaltbar ist auch was anderes, aber das war uns und Piotr herzhaft wurscht. Während alles jubelte stand nur einer ganz ruhig da: Bastian. Der analysiert die Spiele auch vor der Glotze immer mit der Emotionalität eines erfahrenen Beerdigungsunternehmers, und zu mehr als ´ner kurz geballten Faust lässt er sich auch im Stadion nicht hinreissen.

    Tja, das war es dann auch schon mit Halbzeit eins.

    Der Rest ist ganz schnell erzählt: Pause: Nix los.

    Zweite Halbzeit, dreiundzwanzig Worte: Ein Cottbuser rette kurz nach dem Anpfiff auf der Linie, anschliessend taten die Hamburger gar nichts mehr, und Cottbus war zu schlecht. Ich war pullern.

    Nach dem Abpfiff dieses 45-Minuten-Langweilers und kurzem "Klatsch Klatsch" gingen wir zu Knappi. Bis zur Abfahrt des Zuges waren es noch fast zwei Stunden, deshalb blieb genug Zeit um ganz gemütlich ´ne Wurst am Lieblingsimbiss zu futtern.

    In der S-Bahn gab es dann ein Siegesbierchen, aber um in die reinzukommen, mussten wir in Eidelstedt ´ne ganze Weile doof rumstehen.

    Am Hauptbahnhof wurden dann Futteralien, Lesestoff und Getränke für die Rückfahrt besorgt. Sobald der Zug eingerollert war, besetzten wir flugs ein Abteil mit dem Ziel: Ruhe. Daraus wude allerdings nicht, weil unsere Nachbarn sich dermassen die Lichter ausgeschossen hatten, dass sie die ganze Zeit wie die Idioten im Zug rumbollerten. Bei einigen Leuten geht beim Fussball wirklich irgendwie das letzte bisschen Zivilisation flöten. Ich war / bin ja auch oft betrunken, teilweise sogar komplett besoffen. Aber auch wenn ich dann ab und zu mal Mist baue und dummes Zeug rede, so eine Randale hab ich noch nie veranstaltet. Scheint für einige Personen aber leider dazuzugehören. In Rendsburg hiess es dann erstmal nach Hause latschen und Sportclub glotzen, ehe ich mal wieder viel zu spät ins Bett ging um dann am Montag völlig übermüdet zum Frühdienst...

    Ich hab ja gesagt, dass es kurz wird.

    Gruss
    Dilbert