Hoyzer Freispruch?

Dieses Thema im Forum "Kneipe" wurde erstellt von vonderlahn, 28 November 2006.

  1. vonderlahn

    vonderlahn Sprachkrümelsucher

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    Laut sport1.de steht eine Sensation bevor.

    Die Anklagevertretung soll im Revisionsverfahren auf Freispruch pädieren, weil KEIN BETRUG vorliege!

    Dabei bezieht man sich auf ein BGH Urteil von 1961, bei dem jemand bei Pferdewetten Wettbüros ausgebremst hat, weil es eine Telefonverbindung zum Rennplatz hatte und die Ergebnisse VOR dem Wettbüro erhielt und dann in "letzter Sekunde" noch richtig wettete, bevor dort der Einlauf bekannt wurde.

    Juristisch ist das Ganze sicher schön spitzfindig und, wenn man sich die Tatbestandsmerkmale des Betrugs ansieht, sogar halbwegs nachvollziehbar, aber dem Rechtsbewusstsein des gemeinen Bürgers wohl weniger zuträglich...
     
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  3. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Das fände ich jetzt nicht wirklich sensationell. Sensationell wäre es gewesen, Spiele zu wiederholen, deren Ausgang manipuliert wurde, wofür die Schiedsrichter verurteilt wurden (womit der Betrug ja quasi amtlich anerkannt ist). Vor der WM den Mob zufriedengestellt, hinterher klammheimlich zurücknehmen, unter den Teppich kehren... wie gesagt, keine Sensation.

    Ich frage mich nur gerade, was das mit dem Pferdewetten-Urteil zu tun hat. Was ist denn schon daran verwerflich zu finden, schneller als andere telefonieren zu können?

    Aber erklär doch mal, wieso das anhand der Tatbestandsmerkmale des Betrugs nachvollziehbar ist. Verstehe ich nicht.

    Und zum Rechtsbewusstsein des gemeinen Bürgers: Dass sollte nun wirklich besser kein Maßstab für ein Gericht sein.
     
  4. faceman

    faceman Europapokal-Tippspielsieger 2015

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    Hoyzer und die neverending story. Heute nun der nächste Teil. Wie definieren wir das, was die Zocker des Cafe King getan haben? Betrug? Gaunerei? Erschleichung? Hier mal ein Argumentation

    Was hat das mit Hoyzer zu tun? Nun ja, diese Argumentation bringt Herr Schneider, seines Zeichens Oberstaatsanwalt, ins Spiel. Das heisst im Klartext, Hoyzer hätte keine Straftat begangen, sondern eher eine Gaunerei begangen. Ach und ja, wie in den Staaten, wurde darauf hingewiesen, "dass der Wettanbieter seine allgemeinen Geschäftsbedingen verändern und auf die Ahndung von Manipulationen hinweisen würde."

    Guten Tag auch. :suspekt:


    Quelle
     
  5. fabsi1977

    fabsi1977 Theoretiker

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    Ich versteh es auch nicht so ganz, so wie ich das gelesen und verstanden habe, tun sich die Herren Oberstaatsanwälte schwer damit, das was Hoyzer und Co da so getrieben haben unter dem strafrechtlich relevanten Begriff des Beruges zu subsumieren. Ich frag mich bloß, was es sonst sein soll wenn man versucht Fußballspiele zu manipulieren um damit bei Wetten abzukassieren:gruebel:

    Was mich zudem wundert ist, dass nach dem ersten Urteil kein Aufschrei in Juristenkreisen zu vernehemen war. Ich kann mich zumindest nicht daran erinner dass das erste Urteil juristisch umstritten war. Von demher wundert mich diese Entwicklung schon sehr, vor allem weil es von der Anklageseite kommt.
     
  6. pauli09

    pauli09 2. Ewige Tabelle "1gg1"

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    ich habs boch nicht gelesen, aber vermutlich fehlt es am merkmal der täuschung.
     
  7. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Jo, auf NTV steht's auch schon, daß die Bundesamwaltschaft einen Freispruch fordert, da das Urteil von "bemerkenswerter Oberflächlichkeit" sei.
    Da drängt sich mir doch auch glatt die Frage auf, ob da vor einem Jahr eintliche Damen und Herren nicht ein wenig zu übereifrig waren im Zuge des größten Ereignisses das uns da vor der Hautür stand.
     
  8. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Gibt's schon hier
     
  9. Herr_Tank

    Herr_Tank Sympathieträger

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    So kurz ist der Weg von der "Katastrophe für den deutschen Fussball" bis zum juristischen "war ja gar nix".
     
  10. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Bin auch schon ganz gespannt, ob, wann und wie sich unser G-14 Mittelstürmer äussern wird :auslach:
     
  11. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Wieso, das war doch klar. Die Art und Weise, wie RH (der angebliche "Einzelfall") als Bauernopfer den Bösewicht geben musste war schon ziemlich offensichtlich. Da wollte man schnell ne saubere Weste vorzeigen können.
     
  12. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Sorry, da muss der Student ran:

    §263 STGB: Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, dass er durch Vorspielung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält...

    Das ist der Tatbestand.

    Aufgebröselt heisst das:

    1. eigener Vermögensvorteil ODER Vermögensvorteil eines Dritten ODER Vermögensbeschädigung eines anderen

    und zwar dadurch, dass er

    2. falsche Tatsachen vorspielt ODER wahre Tatsachen entstellt oder unterdrückt

    und dadurch

    3. einen Irrtum erregt ODER unterhält

    ...der handelt betrügerisch im Sinne des Gesetzes. Jetzt kann bis zur Urteilsbegründung darüber philosophiert werden, an welcher Stelle der Hoyzer den Tatbestand nicht erfüllt hat. Mein Tipp: 2. und 3. ist strittig, denn niemand kann hinterher nachvollziehen, wie die Spiele ohne seine Einflussnahme ausgegangen wären, also konkret, ob seine Einflussnahme überhaupt zu einer Manipulation im Rechtssinne geführt hat.

    Ich bin aber auch auf die Urteilsbegründung gespannt.
     
  13. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    vor allem, weil Hoyzer (bzw. Marks) gepfiffen, aber Sapina gewettet hat. So wie ich Laie das verstehe läuft die Argumentation darauf hinaus, dass Sapina auf Spiele gewettet hat deren Ausgang er sagen wir mal recht sicher wusste. Dass allein ist offenbar gar kein Betrug - siehe die Analogie zu dem Pferdewettenurteil. Dass er auf die Herbeiführung des Ergebnisses Einfluss genommen hat spielt aber juristisch gar keine Rolle (was jetzt den Wettbetrug angeht), weil das in den AGB gar nicht vorgesehen ist.
    Und auf die Schiedsrichter trifft das dann auch nicht zu. Die könnten dann höchstens wegen Bestechlichkeit aus der Schiedsrichterzunft fliegen.

    Sehe ich das so halbwegs richtig? Auf das Urteil und die Begründung bin ich auch mal gespannt. Immerhin hat das Theater dann mal bald ein Ende, ist ja wohl die letzte mögliche Instanz.

    /edit: wie ich heute abend gelesen habe, geht die Verhandlung wieder zurück an die Instanz davor *lol* wir können uns also noch länger an dieser Posse erfreuen.
    Fuffziger ist übrigens "entsetzt". Der Ärmste.
     
  14. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Klar...der muss ja auch entsetzt sein.....das ist sein Job....

    Ich hab mir übrigens überlegt, dass schon Punkt 1, srich die Verschaffung eines Vermögensvorteils oder der Vermögensnachteil anderer äusserst strittig ist. Denn wer kann schon mit Sicherheit sagen, dass die Spiele ohne Einflussnahme anders ausgegangen wären?...
     
  15. vonderlahn

    vonderlahn Sprachkrümelsucher

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    Schon die Täuschung wackelt.

    Die Wettanbieter wurden ja nicht über das Endergebnis der Spiele getäuscht, und schon gar nicht von Ante S., denn die Partien die gingen ja tatsächlich so aus.

    Kämen noch Bestechung und Bestechlichkeit in Frage, wie sie im Geschäftsverkehr ja inzwischen auch unter Strafe stehen.

    Da muss aber ein Funktions- respekt. Entscheidungsträger in einem Unternehmen betroffen sein, der dann Entscheidungen trifft, die zu einem Vermögensnachteil SEINES Unternehmens führen.

    Hoyzer ist aber nicht bei den Wettanbietern angestellt, sondern steht im Vertragsverhältnis mit dem DFB, welcher wiederum nicht geschädigt wurde.

    Schon lustig, das Ganze.

    Bereits bei der Aufdeckung dieses Skandals hatte ich mir so meine juristischen Gedanken gemacht und war auf ähnliche Ergebnisse gekommen; aber im Vorfeld der WM durfte die Justiz ja sich und den Fussball an sich nicht blamieren und musste mit Kanonen auf (strafrechtlich gesehen) Spatzen schiessen.

    Der einzige Tatbestand, der mir dabei einfiel, war Betrug von Hoyzer zu Lasten des DFB in Bezug auf sein Honorar.
    Er wurde dafür bezahlt, Spiele objektiv zu leiten, was er vorsätzlich nicht tat.
     
  16. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Ich hab übrigen gelesen (ich glaube in der taz), dass nur bei 4 von 10 Spielen, bei denen Ante S. manipuliert hat, dass Ergebnis so war, wie er gewettet hat.
     
  17. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Dann ist das Ganze vielleicht so was ähnliches wie Insiderhandel? :gruebel:
     
  18. Detti04

    Detti04 The Count

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    Meiner Meinung nach ist das alles Stuss. Hoyzers Fall ist sicher nicht mit dem Fall des "Spätwetters" vergleichbar, der zu einem Zeitpunkt wettet, da das Ergebnis schon bekannt ist. Wenn das Wettbüro unfähig ist, zum richtigen Zeitpunkt an seine Ergebnisse zu kommen (nämlich direkt nach Renn- oder Spielende), ist es selber Schuld. Es fände ja auch jeder albern, wenn man auf den Ausgang von Samstagsspielen der Bundesliga noch bis samstags, 18.00, wetten kann.

    Hoyzers Falll ist dagegen sicher vergleichbar mit dem Fall eines Wetters auf Pferderennen, der einen Jockey bestochen hatte (den gab's in den 70-ern). Damals ist das (zurecht natürlich) als Betrug gewertet worden: schließlich wurde dabei (wie auch von Hoyzer) der Ausgang des Ereignisses durch unerlaubte Absprachen manipuliert, um sich (wie das hier schon so schön formuliert worden ist) einen Vermögensvorteil zu verschaffen. Und was die zum Betrug notwenige Behauptung falscher Tatsachen betrifft: die wird dadurch begangen, dass die Grundlage sämtlicher Wetterei ist, dass die Ereignisse "ergebnisoffen" statfinden. Hoyzer und Konsorten haben aber genau diesen Grundsatz außer Kraft gestellt.

    Jedes andere Rechtsverständnis ist Juristenquatsch. Sollte sich dieser durchsetzen, wandere ich aus.
     
  19. Ichsachma

    Ichsachma J'aime soleil

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    Wie ja durchgesickert ist, hakt's offenbar (schon, letztlich aber wohl nicht nur) daran, daß keine Täuschungshandlung von Ante begangen wurde, und zwar deswegen nicht, weil die jeweiligen Wettbüros in ihren Spielbedingungen die Auszahlungen für den Fall der Manipulation eines bewetteten Ereignisses nicht ausgeschlossen haben.

    Ich verstehe das so und wiederhole meine diesbezügliche Argumentation in anderem Zusammenhang (Fehlende Erforderlichkeit von Spielwiederholungen) von damals: Niemand weiß, wie Spiele ohne Manipulation ausgegangen wären. Insofern ist schon fraglich, ob der kaum beweisbare Erfolg der Manipulation - schließlich hätten Spiele auch ohne Robbies Mithilfe so laufen können, wie sie gelaufen sind - überhaupt eine "Tatsache" i.S.d. Betrugstatbestands darstellt.

    Dem annehmenden Wettanbieter isses nämlich im Einzelfall bei Annahme der Wette ohnehin Latte, wie ein Spiel ausgeht, denn die Kehrseite der Manipulation, sofern sie sich in Abweichung von der Realität überhaupt ausgewirkt hat, ist ja, daß es auch eine ganze Reihen von Wettern gegeben haben dürfte, die z.B. auf einen Pokal-Auswärtssieg des HSV in Paderborn getippt und damit Geld verschenkt haben.

    Und diesen Tippern hat doch sicher niemand ihren - nur theoretisch - entgangenen Gewinn ausgekehrt.

    Und weil das so ist, macht sich der annehmende Wettfuzzie bei Annahme des Wettscheins überhaupt keine Gedanken über Manipulationen. Vereinfacht gesagt: Wer über nichts nachdenkt, kann auch schwer getäuscht werden und infolge dessen noch schwerer irren.

    Wäre aber in den Spielbedingungen vereinbart worden, daß keine Wettgewinne durch Manipulationen erzielt werden dürfen, DANN darf und kann der Wettanbieter bei jeder angenommenen Wette davon ausgehen, daß der Wetter gleichzeitig erklärt:

    "Ich habe nicht daran rumgedoktert."

    Und wenn Ante nicht dran ist, ist Robbie als Gehilfe eben erst recht außen vor.
     
  20. Detti04

    Detti04 The Count

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    Tach Ichsachma,

    schön, dass Du jetzt auch hier am Start bist. Leider seh ich das oben Zitierte grundsätzlich anders - wir können das ja mal auf's Lotto übertragen:

    Angenommen, ich habe der Lottofee (wie heißt die doch gleich - Franziska Reichenbacher?) ein paar Zehntausen Euro gegeben, damit meine 6 Zahlen gezogen werden. Diese werden dann auch gezogen (weil Franzi die Kugeln mit magischer "Zieh mich-Creme" eingeschmiert hat), und ich werde stinkreich. Fändest Du, das wäre kein Betrug? Deine Argumentation von oben würde ja in diesem Beispiel genauso gelten:
    meine Zahlen hätten ja auch ohne Franzis Hilfe gezogen werden können und
    Lotto hätte auch bei anderen Zahlen irgendwelche Beträge an andere Spieler auszahlen müssen.

    Glaubst Du ernsthaft, dass irgendjemand Franzis und mein Verhalten nicht als Betrug auslegen würde?

    Gruß

    Detti
     
  21. Ichsachma

    Ichsachma J'aime soleil

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    Moin Detti,

    danke für die kuschelige Begrüßung. Ich glaube nicht, daß irgendjemand Franzis und Dein Verhalten nicht als strafbare Handlung ansehen würde.

    Weil nämmich:

    http://www.westlotto.de/media/pdf-f...3PJnHWCyK0V3sks6rls9N6BxFG9DgG1hQtzK!-2180617

    Guckma dort, § 13, Ziffern ölf und zwülf.

    Könnte schon reichen.

    Im übrigen verbietet sich in diesem Bereich das Vorschieben scheinbar gleichgelagerter Fälle als Argumentationsgrundlagen. Wäre ja noch schöner, wenn man hier alles immer richtig prüfen müßte. Den Gewinn allerdings würde ich Dir von Herzen gönnen :zahnluec:. Ggf. würde ich allerdings meine Beteiligung für's Stillhalten erpresserisch einfordern.

    Jedenfalls das wäre dann möglicherweise strafbar. Hinge aber davon ab, wie ich's anstellte.

    Und zu diesem dental vorgeschädigten Smiley muß ich sagen: Der sieht wirklich zimmich Scheiße aus.
     
  22. WhiteEagle

    WhiteEagle Dauernörgler

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    Und da frage ich: Spielt dies überhaupt keine Rolle?

    Denn du hast ja so schön zitiert:

    "Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen"


    Und genau dies hat er getan.

    Also ist doch die weitere Diskussion gar nicht mehr notwendig. Wie man sich da rauswinden will, ist mir einfach unklar...
     
  23. Ichsachma

    Ichsachma J'aime soleil

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    Und da offenbart sich dann der Unterschied zwischen der einen und der anderen Ausbildung:


    "Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen"...


    ...an einen Zaun pinkelt, ist kein Betrüger.

    Fazit: Immer schön nach der Reihe prüfen. Wenn man's denn, wie BU, kann.
     
  24. WhiteEagle

    WhiteEagle Dauernörgler

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    An einen Zaun zu pinkeln ist ein rechtswidriger Vermögensvorteil?
    In welchem Bananenstaat soll das denn sein?!
     
  25. Ichsachma

    Ichsachma J'aime soleil

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    Nö. Das Wasserlassen ist aber mal zuallerst keine TÄUSCHUNG.
     
  26. Herr_Tank

    Herr_Tank Sympathieträger

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    Sondern Verunreinigung von Grundwasser?
     
  27. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Das ist ein alarmierendes Zeichen der weiteren Verarmung großer Teile unserer Gesellschaft: Welcher Haushalt kann sich denn auch noch diese unverschähmten Sanitär-Installateur-Preise leisten?
     
  28. fabsi1977

    fabsi1977 Theoretiker

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    Machen wir es mal klausurtechnisch. Der Kroate S. wettet Geldbaträge auf Fussballspiele. Um sicher zu gehen, dass die Spiele dem von ihm gewünschten Ausgang haben, bietet er dem Schiedsrichter H. Geld an, damit dieser dafür sorgt, dass die Spiele entsprechend ausgehen. H. nimmt das Geld an.

    Möglicher Tatbestand also § 263 StGB

    Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, dass er durch Vorspielung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält...

    S hat die Absicht sich eines Vermögensvorteiles zu bedienen. Der dürfte aber nicht rechtswidrig siren, solange die Wetten an sich legal sind. Aber es könnte ein Vermögensnachteil eins dritten sein. Gehen wir der Einfachheit halber mal davon aus, dass ein Vernögensnachtel bejaht werden kann, da die Wettgewinne ausbezahlt werden müssen. Das Vorspielen oder Entstellen falscher Tatsachen ist für mich zu bejahen, da eine an sich ergebnissoffene Partie so gestaltet werden soll, dass ein vorher festgelegter Sieger aus dieser hervorgeht.

    Kleine Anmerrkung: Schon hier könnte man aus meiner Sicht schon ohne Probleme anders agieren, aber ich will ja dass er bestraft wird, also lege ich in meinem Sinne aus, bzw, versuche es.

    So, jetzt kommt der letzte TB, der Irrtum. Und da fällt mir auch nicht ein, wie man diesen Begründen sollte. Denn da ich ja vorher nicht weiß, wie das Spiel ausgeht, kann ich über das tatsächliche Ergebnis, auch wenn er durch einen Elfmeter der keiner war und trotzdem im Wissen dessen gepfiffen wurde, nicht getäuscht sein.

    Ergebnis: Kein Betrug im Sinne des § 263 StGB, da nicht alle TB erfüllt sind.


    Ich dachte ja auch erst, das kann nicht sein, das ist doch Betrug was die gemacht haben, aber da wusste ich ehrlich gesagt auch noch nicht, wie denn der Betrug nach dem StGB überhaupt definiert ist. Und da liegt eben meist der Fehler wenn sich Nichtjuristen über juristische Sachverhalte unterhalten, sie wissen gar nicht was im Gestz steht und wie dieses ggf auszulegen ist. Diesen Fehler hab ich am Anfang übrigens auch gemacht.
     
  29. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Ähnlich verhält es sich übrigens oft, wenn Leute über Regelfragen diskutieren, die noch nie ein Regelheft aufgeschlagen haben.
     
  30. HESSENZEBRA66

    HESSENZEBRA66 Kinzigtaler

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    Wundern würde mich seit dem Ackermann Fall gestern leider nix mehr! :hammer2:
     
  31. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Schöne Reise...und schreib mal ne Mail von dort, wo du dann eingewandert bist, und vor allem erzähl uns mal, ob es dort dann anders ist...

    Nix da....Es müssen alle drei Tatbestände erfüllt sein, um die Rechtsfolge auszulösen....die Absicht zu betrügen reicht als Tatbestand nicht aus, zumindest nicht für den von mir zitierten Paragraphen, und deswegean war er ja angeklagt...