Habt ihr "Ticks"?

Dieses Thema im Forum "Kneipe" wurde erstellt von Dilbert, 5 Oktober 2009.

  1. jung

    jung Well-Known Member

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    servus,

    ich hab auch nen extremen tick:

    immer wenn ich gladbacher sehe, habe ich den drang, denen auf die fresse zu hauen.
    wenn ich diesem drang nicht nachkomme, muss ich kotzen.

    ;)

    so long.
     
    Zuletzt bearbeitet: 7 Oktober 2009
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  3. Itchy

    Itchy Vertrauter

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    :taetschel::taetschel:

    Da gibt es nette Medikamente gegen.

    Fast ohne Nebenwirkungen - zumindest für andere.
     
  4. Junker

    Junker Altborusse

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    Die Glücksbringer

    Kennt Ihr das auch?

    Es ist Freitagabend. Die Gedanken gehen zum bevorstehenden Spiel. Langsam beginnen die Vorbereitungen, denn d i e s m a l muß alles stimmen, denn ein
    S i e g muß her. Koste es was es wolle.

    Der Blick geht durch das Zimmer. Die Fanschals hängen am Regal und werden erst am nächsten Morgen in die Tasche gepackt. Denn einmal habe ich sie schon abends abgehängt und eingepackt und...wir haben verloren.
    Glücklicherweise weiss das außer mir niemand, denn sonst wäre ich wahrscheinlich vom Zentralrat der Fans von weiteren Fahrten ausgeschlossen worden. Oder ein Bild von mir wäre in der Fanzeitung abgedruckt worden, mit der Überschrift : Wer kennt diesen Fan ?

    Die Vorüberlegungen gehen weiter. Welche Schals nehme ich mit und welche müssen zuhause bleiben ? Mühsam versuche ich mich daran zu erinnern, welche Schals ich beim letzten Sieg anhatte. War es der grüne. der weiß - grüne, der weiss-grün-rote Schal, oder der graue, den die anderen als silbernen bezeichnen ?
    Mein Gehirn arbeitet fieberhaft und ich entscheide mich ersteinmal alle mitzunehmen und erst am Stadion zu entscheiden, welche Schals ich anziehe.

    Hoffentlich bringt d a s kein Unglück !!! Die nächste wichtige Entscheidung stellt sich mir. Was ziehe ich morgen an ?
    Das Vereinstrikot, das bisher wenige magische Fähigkeiten gezeigt hat, oder kleide ich mich wiedereinmal in Grün, da ja noch Hoffnung ist, das nächste Spiel zu gewinnen, wenn...ja wenn alles andere stimmt.
    Das heißt die anderen Fans müssten jetzt auch so wie ich dassitzen und Ihre wichtigen Entscheidungen treffen. Müssen sich zusammenreissen, in sich gehen, um alles so zu machen, wie beim letzten Sieg. Aber wann war der ?
    Ein Blick in den Spiegel wirft die nächste Frage auf, die e i n Mosaikstein zum Sieg sein könnte.
    Rasiere ich mich heute abend, morgen früh, oder überhaupt nicht ?
    Wenn ich selber mitspielen würde, wäre die Beantwortung einfacher, denn : Wer sich rasiert- verliert, sagen die Profis, aber ich ?
    Doch kann ich mich auch morgen früh rasieren und damit vertage ich auch diese Entscheidung, denn nun ist Wichtigeres zu klären :

    Wer fährt diesmal mit zum Spiel ? Ein Anruf bringt fürchterliche Neuigkeiten. Ein Bekannter unseres Fahrers will unbedingt mit uns zum Spiel. Eine böse Vorahnung zieht langsam, wie eine kleine schwarze Wolke in meine Gedankenwelt ein. Denn E r ist kein Fan unserer Mannschaft. Gönnt er uns nicht den wichtigen Sieg ?
    Will er uns L e i d e n sehen? Was für eine egoistische Idee von ihm, denke ich und verfluche ihn schon jetzt. Obwohl ich ihn nicht kenne ist mir dieser Mensch unsympathisch.
    Die richtigen Fans überlegen sich, ob sie f r e i w i l l i g zuhause bleiben, wenn es Niederlagen in Spielen gab, als sie dabei waren und vielleicht etwas falsch gemacht haben bei ihren Vorbereitungen. D a s nenne ich Heldenhaft, Selbstaufopferung, eben W a h r e s FanBEWUSSTsein. Was bildete er sich eigentlich ein?
    Dann müssen wir uns einen stärkeren Glücksbringer überlegen, der seine negative Schwingungen neutralisiert. Doch möglicherweise bringt er uns ja Glück, da er das erste Mal dabei ist. Dann müssen wir ihn bitten auch das Nächste Mal mitzufahren. Ich versuche seinem Egoismus etwas Positives abzugewinnen. Doch überzeugt bin ich nicht. Die Nacht verbringe ich in der frisch gewaschenen Vereinsbettwäsche träume von Voodoopuppen in den Trikots der gegnerischen Mannschaft, in denen ich Nadeln hineinbohre, Glückspfennigen, die auf uns niederprasseln und von einem knappen Sieg. Erleichtert wache ich auf. Viele gute Omen. Alles wird gut.
    Es ist Samstagmorgen.
    Den morgendlichen Kaffee trinke ich aus der Vereinstasse, die Wurst wird, obwohl mir das am Morgen garnicht schmeckt, mit dem Vereinssenf dünn bestrichen. Können die Werbestrategen denn keine Vereinsmarmelade auf den Markt bringen ? Schnell husche ich ins vereinsfarbene Bad, putze mir mit der grünen Bürste die Zähne, und stelle mit einem Blick in den Vereinsspiegel erleichtert fest, das meine Zähne noch nicht schwarz - weiß - grün sind.
    Noch was vergessen? Ich nehme meine Tasche. Nein, alles dabei. Es kann losgehen. Ich fahre in der sorgfältig ausgesuchten Fankleidung durch die Stadt zum Treffpunkt. Alle sind schon da, auch der „ Neue“
    Ich versuche der Tatsache etwas Positives abzugewinnen.
    Doch bin ich immer noch nicht überzeugt.
    Wir unterhalten uns über unsere Vorbereitungen für das wichtige Spiel und ich bin beruhigt, daá jeder sich ähnliche Gedanken gemacht hat, wie ich. Einer hat schon wieder Kopfschmerzen. Wenn das mal kein schlechtes Omen ist, denke ich während wir unsere seit Jahren festgelegten Plätze im Auto einnehmen.
    Ich darf immer noch nicht vorne sitzen.
    Wir fahren los. Die Sonne scheint und die Schals flattern im Wind.
    Sind es auch alle ? Na ja ihr wißt schon...

    Hier kommt der VFL...

    Die Raststätten werden strategisch ausgewählt. „ Nein, da können wir nicht anhalten, denn das letzte Mal haben wir das Spiel 0:3 verloren. Aber ich muß doch mal so dringend....
    Jetzt reiß dich zusammen, oder willst Du das wir wieder verlieren? Na siehste ! Geht doch“
    Vereinslieder werden angestimmt, die von erfolgreichen Zeiten erzählen. Die Stimmung ist gut. Bierdosen unseres Sponsors werden geöffnet. Heute kann nichts passieren. Prost. Wir sind siegessicher.
    Der Beifahrer erzählt, d e n seiner Meinung nach
    e i n l e u c h t e n d e n Grund, warum das so sein wird:
    Ich habe d i e Unterhose vom letzten Sieg an.
    Schweigen und Naserümpfen. Wir überlegen, ob er sie auch nicht....
    Wann war der letzte Sieg? Aus Taktgründen ersparen wir uns ein genaueres Nachfragen. Stolz erzählt jemand, das er die Fanclubfahne dabei habe. Ein Sturm des Protests bricht über ihn herein. Kleinlaut räumt er ein, das er sie nicht in der Kurve aufhängen wird. Erleichterung bei uns.
    Das Stadion ist erreicht. Die Wahl der Schals entscheidet sich schnell. Drei Schals, weil wir D r e i Punkte brauchen. Dringend. Das Spiel kann beginnen.

    WE LOVE BORUSSIA - WE DO - VFL VFL VFL –

    Wir haben alles richtig gemacht.

    Immer wieder, immer wieder immer wieder VFL...

    Hoffentlich auch ihr...
     
  5. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    ich habe nur einen tick: ich tippe nie, nie, nie niemals nicht gegen werder!

    und dann bestimmt noch ein paar. :D
     
  6. Dilbert

    Dilbert Zynischer Querulant

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    Den ganzen Kram kann ich fast komplett unterschreiben (wie ja auch in meinem Beitrag schon mit den Schals, Trikots und Socken angedeutet), aber eine Frage habe ich:

    Wurst mit Marmelade?!
    WÜRG!

    Ein paar andere Dinger hab ich auch noch...

    Ich kann nicht ohne Buch vor der Nase pennen (nichtmal besoffen klappt das halbwegs), wenn ich kein Buch habe und keine Funzel brennt, langweile ich mich zu Tode, und wenn ich mich langweile, kann ich auch nicht pennen. Was mit meiner Ex-Freundin, die es gern stockduster hatte, für mich zu vielen schlaflosen Nächten und letztlich meinen Umzug auf´s Sofa führte, damit ich bei der Arbeit nicht mit dem Kopp ins Steckbecken kippe.

    Ich kann nicht aufhören mir irgendwelchen Schorf von den Wunden zu pulen, selbst wenn es danach wieder blutet.

    Ich muss immer etwas zu trinken bei mir haben. Am Tag vernichte ich wohl so um die fünf Liter. Und laut einem Zuckertest hab ich trotzdem keinen Diabetes (ständiger Durst ist da ein Anzeichen für).

    Meine CDs sind nach Band und Erscheinungsjahr geordnet. Da mein CD-Ständer inzwischen aus allen Nähten platzt finde ich allerdings nicht immer die zweite CD von irgendeiner Gruppe, das macht mich dann ziemlich gnatzig. Ausserdem müssen alle CDs von einer Band auch in einer Reihe stehen. Haut das nicht hin, dann wird so lange umgestellt bis es irgendwie passt.

    Ich kann keine Eintrittskarten wegschmeissen, egal wie kacke das Spiel / die Veranstaltung war. Überhaupt hebe ich ziemlich viele Schnipsel und Kleinkram auf, selbst Trikotetiketten, wenn da das Vereinslogo drauf ist, kosten mich beim Wegwerfen viel Überwindung. Ich hab wohl etwas von ´nem leichten Messi in mir, auch wenn es zum Glück nicht soweit geht, dass ich irgendwelchen kaputten Schrott aufhebe.
     
    Zuletzt bearbeitet: 7 Oktober 2009
  7. Rossi

    Rossi Berliner Nachteule Moderator

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    Mein Auto schließe ich schätzungsweise durchschnittlich dreimal ab und gucke zweimal, ob auch alle Blinker dreimal blinken, was "geschlossen" bedeutet. :D

    Schließen und Öffnen erfolgt per Taster auf dem Schlüssel und ich kann mich meistens schon nach 2 Sek. nicht mehr sicher erinnern, ob ich da nun draufgedrückt habe oder nicht.

    Glücklicherweise habe ich diese Macke nur beim Auto. Soll ja Leute geben, die 10x zur Wohnungstür zurücklaufen, um alles wieder auf- und zuzuschließen und permanent am Griff zu rütteln.

    Beim Augenschminken fange ich immer mit dem rechten an.

    Aber ich denke, das meiste läuft wirklich unter Gewohnheit - so richtige Zwänge oder Ticks sind es wohl nicht.

    Tics können lustig sein (OK, wohl kaum für den Betroffenen)...in der Schule hatte ich mal einen, der andauernd wie eine Rakete von seinem Stuhl aufstand/-schoss und z.B. laut "Ey Aule!" rief. - Man gewöhnt sich an alles, irgendwann war das eben normal.


    @Junker - schöne Geschichte. :top: - Überhaupt, ganz lustige Spleens dabei. :D
     
  8. Junker

    Junker Altborusse

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    @Dilbert Das ist die Freiheit des Schriftstellers
    @Rossi Danke, den Artikel hab ich mal für die Nordkurve geschrieben und fiel mir bei dem Thema ein, ein Sammelsrium von eigenen und Ticks von anderen
     
  9. Dilbert

    Dilbert Zynischer Querulant

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    Ticks, also irgendwelche Schrulligkeiten.

    Tics sind krankhaft, die finde ich nicht mehr witzig. Hab auffer Arbeit genug mit zwanghaftem Verhalten zu tun, und das kann den Menschen selbst und auch seine Mitmenschen stark belasten.
     
  10. JayJay

    JayJay Well-Known Member

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    Dann hat der Tisch vielleicht noch irgendwo Linien... oder es liegt etwas anderes auf dem Tisch, womit man Symmetrie herstellen kann.


    Bah! Da krieg ich sofort Gänsehaut und Würgereiz, wenn ich das lese.:suspekt: