Griechenland: Die Lichter gehen aus...

Dieses Thema im Forum "Kneipe" wurde erstellt von theog, 9 Februar 2012.

  1. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Ich glaube, er meinte eher "marode Volkswirtschaften".
    Da es um Spanien ging: was die Banken vor allem gemacht haben, war Hypothekenkredite an fast jeden zu vergeben, auch wenn er nur wenig verdiente oder wenig Sicherheiten bot.
    Und das wurde von der Politik eindeutig gefördert, weil die steigenden Immobilienpreise die Wirtschaft kurzfristig am Laufen hielten. Wie gesagt: nach mir die Sintflut...
     
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  3. Litti

    Litti Krawallbruder

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    War eben noch beim Griechen, die Souvlaki waren köstlich wie immer.
     
    pauli09 gefällt das.
  4. DeWollä

    DeWollä Real Life Junkie

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    weil Du das gerade ansprichst, ich habe höchste Achtung vor Menschen in diesen Jobs, egal welcher Nationalität oder welchen Migrationshintergrund sie haben. Eine ausgebildete Pflegekraft ist ein Segen, ich habe das in der Intensivstation mitbekommen, da sitzt jeder Handgriff, alles macht Sinn. (war allerdings eine Deutsche vom Land, ca. 40 Jahre)

    Der beste Krankenpfleger auf der Station war ein Italiener ( sensationell ), die beste Putzfrau eine Türkin ( die hat überall richtig geputzt) und meine Lieblings- Ärztin schätze ich mal Ukrainerin (vom Namen hergeleitet).

    Und genau in diesen Bereichen wird alles totgespart, man merkt das als Patient extrem. Einmal war sogar kein Arzt da, um eine Infusionsnadel zu legen....dennoch bin ich dankbar, sie geben ihr Bestes, solange sie da sind.


    übrigens war auf der Intensiv ein griechischer Assistenzarzt, um den die Schwestern wie Motten im Licht herumschwirrten. Da ich ja ständig auf starken Morphiumpräparaten war kann ich nicht 100% schwören, was ich da alles mitbekommen habe ;)
     
  5. Schröder

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    Weil die Staaten sich ihr Geld halt auch irgendwo leihen, in der Regel halt bei Banken. Und die leihen sich das Geld dann auch bei ausländischen Banken, wenn die eigene Kohle nicht reicht.

    Jetzt gibt es die Möglichkeit für die defizitären Staaten, bei besonders schlechter Wirtschaftslage das Geld ohne Absicherung von Bürgen zu leihen, was zu horrenden Zinsen führen würde, um das hohe Ausfallrisiko auszugleichen. Im Falle Griechenlands hätte ich denen ohne Sicherheiten kein Geld unter 20% Zinsen geliehen, da hätte ich die Kohle in 4-5 Jahren über Zins und Zinseszins wieder drin und könnte den Forderungsausfall der Kreditsumme schon verkraften. Oder aber ich lasse mir die Forderung zumindest zum Teil von anderen Staaten absichern, das minimiert das Ausfallrisiko und senkt damit die Zinsen.

    Diese Sicherung ist nun wohl in Kraft getreten. Andere Staaten haften für die Griechen mit. Die Banken bekommen entsprechend ihren Anteil an der Griechenland-Hilfe. Wie man es auch immer dreht, am Ende muss die Gemeinschaft für die Schulden der Gemeinschaft gerade stehen. Entweder die einzelnen Mitglieder der Gemeinschaft leihen sich untereinander das Geld, dann trifft sie der Forderungsausfall aber auch zu 100%. Oder sie schalten Banken dazwischen und zahlen für den eventuellen Forderungsausfall aus der Gemeinschaftskasse zurück. In jedem Fall ist die Kohle futsch.

    Den Banken kann es doch egal sein, von wem sie ihr Geld bekommen. Das es ihr Geld ist, dürfte unstrittig sein, denn sie haben damals das Geld ja auch verliehen. Und es kann Ihnen egal sein, was aus den Schuldnerstaaten wird. Sie sind ihren Aktionären verpflichtet, sonst keinem.
     
    Zuletzt bearbeitet: 2 März 2015
  6. Detti04

    Detti04 The Count

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    Griechische Staatsanleihen bringen momentan je nach Laufzeit zwischen 5% und 15%. Zum Vergleich: Deutsche Staatsanleihen bringen zwischen -(!)0.2% und 1%.
     
  7. Raffelhüschen

    Raffelhüschen Forennutzer

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    Meine Frage war keine des Verständnisses, sondern ob es sich strukturell rechtfertigen lässt.
     
  8. Schröder

    Schröder Problembär

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    Das Risiko eines Ausfalls ist in Griechenland ja auch 15-20x höher. Gerade jetzt, wo der Verbleib in der Euro-Zone auf der Kippe steht, wären auch 20-25% angemessen.
     
  9. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Also halten wir fest: Sie machen es, weil sie es können.

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  10. DeWollä

    DeWollä Real Life Junkie

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    es hieß doch immer.....geringes Verlust Risiko, geringer Zins, hohes Verlust-Risiko, hoher Zins

    gilt das ? Was passiert mit Staatsanleihen, wenn der Staat Pleite ist? Verfallen die, oder wartet man eben ab, bis das nächste "Hilfspaket" kommt?
     
  11. Schröder

    Schröder Problembär

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    Wer macht was, weil er es kann?
     
  12. Schröder

    Schröder Problembär

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    dafür müsste die Staatspleite ja erstmal festgestellt werden, d. h. der Staat in die Insolvenz gehen. Da wird die Insolvenzmasse an die Gläubiger verteilt und wenn das Verfahren abgewickelt ist, sind die übrigen Forderungen weg. Aber alles, was während des Verfahrens an Geldern reinkommt, geht natürlich in die Insolvenzmasse rein und wird ebenfalls verteilt. Solange das nicht passiert, bleiben natürlich die Forderungen erhalten und verzinsen sich weiter.
     
  13. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Hiess die Frage nicht:
    Da sach ich: Weil sie es können.
     
  14. Schröder

    Schröder Problembär

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    Achso ja. Dann stimmt die Antwort natürlich. Kleine Gegenfrage: Wenn nicht die Banken, wer soll es sonst machen? Andere Staaten? Selbst Deutschlands Schulden wachsen, das Geld, was wir zur Begleichung der griechischen Schulden aufbringen, müssen wir uns selbst irgendwo leihen. Irgendwo beißt sich da die Katze in'n Schwanz. Raus kommste nur, wenn die Haushalte zumindest ausgeglichen sind. Also Einnahmen erhöhen (= Steuern rauf) oder eben Sparen.
     
  15. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Raus kommste in dieser Systematik gar nicht.
     
  16. Schröder

    Schröder Problembär

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    Dann wäre die Antwort nicht: "Weil sie es können" sondern "Weil sie es müssen".

    Im Übrigen gäbe es einen Ausweg, wenn sich alle Staaten einig wären. Dann könnte man die Steuerflucht weltweit bekämpfen, was jedes Jahr 3stellige Milliardenbeträge in die öffentlichen Kassen spülen würde. Das vernünftig auf die Staaten verteilt macht jedem Haushaltsdefizit den Garaus. Was wieder zur Steuersenkung führen würde, weil keine Zinsen mehr den Haushalt belasten.
     
  17. DeWollä

    DeWollä Real Life Junkie

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    Der Rubel muss rollen, Scheißt auf Zinsen, wenn jeder raushaut was er hat, dann braucht der Kreislauf keine neuen Mittel seit Installation des Betrugs. Modern und zivilisiert, vermoderte Syphillis bis zum nächsten Overkill...so isset doch....net?

    Gibts einen alten christlichen Spruch:"Verkauft alles und gebts den Armen!".... so wäre es gelaufen, es steht aber auch "Die Wurzel allen Übels ist die Habgier" und was nütze es Dir, wenn Du die ganze Welt gewönnest, aber trügest Schaden an Deiner Seele...tja, ich kanns hin und her wägen seit Jahrzehnten. Im Metaphysischen Bereich sind keine anderen Lösungen möglich, es sei denn der Mensch verschwände, oder zumindest würde endlich mal einen Schritt zu höheren Bewußtseinszuständen machen (ohne Mittelchen)

    Ich denke mir mal, wir werden immer und ewig die gleiche Scheiße fressen, bis dieses Menschengeschlecht weggefegt wird von irgendeinem Ereignis, vielleicht sogar selbst verursacht, das würde passen!
     
  18. theogBVB

    theogBVB Drachmenbesitzer

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    Och, die ach so lieben Spaganier...:keks:

    Ein Nazibild reicht nicht aus, um zu pauschalisieren, wie sehr gerne die deutschen Blätter es tun...
     
  19. DeWollä

    DeWollä Real Life Junkie

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    Letzte Reserven werden zusammengekratzt.

    Es wird interessant die nächste Woche, persönlich kann ich mir nicht vorstellen, dass die Geldgeber den Hahn endgültig zudrehen, aber vielleicht kommt eine Eigendynamik auf die kein Einfluss mehr möglich ist.
     
  20. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Warum sollten sie ihn zudrehen. Der Bund hat von 2010 bis 2014 insgesamt 360 Mio € an Zinszahlungen erhalten.
    Banken retten und es sich vom "Staat", also der Bevölkerung zurückholen ist doch ein einträgliches Geschäft.
     
  21. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Ob das so das Bombengeschäft ist für den Bund?
    Weiß nicht so recht:
    http://deutsche-wirtschafts-nachric...redite-kein-gutes-geschaeft-fuer-deutschland/

    Allerdings sollte es ja auch nicht um ein kurz- bis mittelfristiges ertragreiches Geschäft gehen - zumindest stelle ich mir das in meiner kindlichen Welt so vor.
     
  22. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Es sollte auch mehr ein Hinweis sein, dass D da nicht nur Geld auf Nimmerwiedersehen versenkt damit der Durchschnittsgrieche am Strand liegen kann.
    Einige scheinen dieser Meinung zu sein.
     
  23. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Wie, was? DWN als Quelle? Dachte, die sind nicht so seriös....
     
  24. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Dann lies halt die Zeit oder die FAZ, die beschreiben das auch.
    Verschiedene Zeitungen muss man natürlich schon auch mal in die Hand nehmen und nicht nur googlen.
     
  25. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Aso.... ich vergaß. Wenn DWN und FAZ dasselbe schreiben ist mehr dran als wenn es nur DWN schreibt.

    Mir solls recht sein. Ich lese zu gewissen Themen eh lieber 30 Quellen von allen möglichen Seiten als nur 3.

    Hab mich eben nur ein bischen gewundert, dass DWN jetzt zitierwürdig ist, nachdem jemand hier erst vor einigen Tagen die Quelle noch als "abstrus" - untertrieben gesagt - benannt hat.
     
  26. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Jo, schon recht.

    Dann fräs Dich mal durch Deine 30 Quellen und vergiss die statistische Auswertung samt Varianz und Standardabweichung nicht.
     
  27. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Wau, es gibt 30 verschiedene Seiten beim Streit zwischen Schland gegen Griechenland? :beifall:
     
  28. DeWollä

    DeWollä Real Life Junkie

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    also ca. 90 Mios pro Jahr----wie hoch ist dann die Darlehenssumme`? Gehe davon aus, dass GR unter 5% Zinsen zahlt.

    Aber was ist das alles gegen die 100 Milliarden von der EZB an GR? 62% des BSP

    Faß ohne Boden, ich sage mal, wenn GR-Staat so reagiert wie sein Steuerzahler (der nicht zahlt), dann war der Zinssatz Deutschlands für Kredite an Griechenland eine Fehlkalkulation.

    Machen wir uns mal den Sand aus den Augen, ist doch glasklar, dass irgendwer dafür Arbeit, Zeit und Geld abgeben muß, Lebensqualität minimieren muss....ich als armes deutsches Solidaritäts und Umsatz-Steuersklavenschwein im Würgegriff der Energie- und Mietwirtschaft etwa?
     
  29. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Ich verstehe deinen Unmut, gebe aber zu bedenken, dass es auch kaum die Lösung sein kann, einen großen Teil der Bevölkerung ans Existenzminimum zu drängen, deren Steuervolumen sich nur leider in Grenzen hält. An die Großzahler muss man doch in erster Linie ran. Die Kleinzahler sind nachrangig.

    Und zu deiner zweiten Frage: Ja, genau du. Du hängst nämlich mit drin. Ist doof aber ist so.
     
  30. Raffelhüschen

    Raffelhüschen Forennutzer

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    Schulden stehen immer Vermögen gegenüber. Die Besteuerung oder Entwertung von Vermögen oder das Nichtbedienen von Forderungen ist ein folgender Schritt, wenn Schulden nicht mehr bedient werden können. Gegenwärtig passieren jedoch vor allem Umschuldungsmaßnahmen von privaten Geldanlegern auf öffentliche verbunden mit mehr und weniger konkreten Strukturveränderungsprogrammen, die Griechenland durchzuführen hat, damit es außenwirtschaftlich durch höhere Wirtschaftlichkeit konkurrenzfähiger wird (Zahlungsbilanzsalden sind jedoch länderübergreifend ein Nullsummenspiel) und die staatlichen Ausgaben verringert werden, auf Kosten eines großen Teils der dort lebenden Bevölkerung.

    Da die privaten institutionellen Geldanleger, welche Staatsanleihen halten, ihr dafür nötiges Kapital von der EZB leihen, könnte die EZB theoretisch auf die Forderungen gegenüber den privaten institutionellen Geldanlegern verzichten, da sie ja Geld selbst schöpfen kann. Die Frage wäre dann jedoch, wo das Geld der nicht bedienten Forderungen geblieben ist. Es hängt aber von der Politik der EZB und weiteren finanzpolitischen Institutionen ab, inwieweit Staaten dazu gezwungen sind, ein guter zahlungsfähiger Schuldner zu sein oder in bestimmter Form finanzpolitisch zu agieren.
     
  31. theogBVB

    theogBVB Drachmenbesitzer

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    "Fass ohne Boden" und "GR-Staat so reagiert wie sein Steuerzahler (der nicht zahlt)" und tralala --> BILD dir deine Meinung...:beifall:Deine sich staendig und ohne nix neues wiederholenden Beitraege sind um Welten schlimmer als die dämlichsten Beitraege bei den BLOED Artikeln zum Thema...

    "Lebensqualität": Die Preise hier sind bei vielen wichtigen Sachen, insb. Grundnahrungsmitteln für Kinder, genauso teuer und zum Teil teurer (Milch) als in D. Meine erste Stromrechnung, z.B., war 130 Oliven für den Zeitraum von 2 Monaten. Gut, wegen Neuanschaffung gibts einmalige Steuer und Zusatz-Steuer und Dingenssteuer, dachte ich. Bei der 2. Stromrechnung - sie ist zwar geringer - die sich nicht ableitbaren Zusatz- und Dingenssteuern sind geblieben. Bei der Gasrechnung heisst einer der unerklaerbaren Steuer "extra" ("speziell", ich weiss nicht wie ich es genau auf deutsch übersetzen soll, frag mal Troika...).

    Es sei denn: wie du nun mal Lebensqualitaet definierst bzw. im Vergleich zu was! Gut, im Vergleich zu den armen von Afrika leben wir hier in Griechenland in der Tat wie Oligarchen!