Fünfzehn Tote bei Amoklauf in Realschule

Dieses Thema im Forum "Kneipe" wurde erstellt von Schalker-Lady, 11 März 2009.

  1. Rupert

    Rupert Je suis soleil

    Beiträge:
    36.160
    Likes:
    3.173
    Behauptete ja auch kein Mensch hier, dass die Verfügbarkeit von Schusswaffen an sich der Auslöser für Amokläufe ist.
     
  2. Anzeige für Gäste


    um diese Anzeige auszublenden!.
  3. faceman

    faceman Europapokal-Tippspielsieger 2015

    Beiträge:
    15.466
    Likes:
    986
    ... was soviel heisst wie, es passiert nicht in dieser Form, richtig. Sein Ventil sucht er sich anderweitig. Und ich bin der Meinung dies wird kein Sandsack sein. Er sucht sich sein Opfer und findet sie auch. Wenn nicht so, dann aben anders.
     
  4. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

    Beiträge:
    19.922
    Likes:
    1.053
    Ich sags mal so: Es gibt Tendenzen für Forschung in diesem Thread, zu ergründen, wie es zu dieser Tat kommen konnte. Und zu dieser Tat gehören Ursachen, Anlässe, aber AUCH die Möglichkeit, bestimmte Mittel dazu zu benutzen. Und um Dritteres, die Ausschaltung der Möglichkeit des Benutzens solcher Mittel geht es AUCH in diesem Thread.

    Über die Ursachen, also das Innere des Menschen ist noch gar nicht soviel bekannt. Was ich weiss, ist, dass er in psychologischer Bahndlung war, Ego-Shooter gespielt hat und seine Tat ankündigte. Mit einem entsprechenden anklagenden Inhalt. Mehr weiss ich nicht. Und meine erste vermutung über das Seelenleben dieses Menschen habe ich ja s´schon geschrieben. Aber ich habe viel mehr erfahren über den Tathergang und über Tatsachen, die zur Möglichmachung dieses Ausmaßes der tat geführt haben. Da sind die Ermittlungen nunmal an dieser Stelle schneller. Irgendwie auch logisch. Und diese Mitteilungen über den tathergang sagen mir, dass es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zum Ausmaß dieser Tat nicht gekommen wäre, wenn der Täter nicht an eine Schusswaffe gekommen wäre. Und - ja ich finde zum einen die Tat an sich schrecklich und verabscheuenswürdig, so wie jedes Tötungsverbrechen. Aber noch viel schrecklicher finde ich das Ausmaß der Tat. Und da ist für mich eine heimtückische Vergiftung oder ein Erstechen EINES Menschen eine andere Tat als ein Amoklauf aus blinder Zerstörungswut mit 16 Toten.

    Nochmal zusammengefasst: Zu der Tat gehört der Wille zur Tat und die Möglichkeit zur Tat. Und an beidem muss man ansetzen. Und das heisst: AUCH an der Möglichkeit der Tatausführung.
     
  5. Mister-X

    Mister-X Active Member

    Beiträge:
    9.561
    Likes:
    1
    Prävention von oben verordnet? Wie soll das konkret Aussehen? Das ist nicht so schick zu machen wie bei der AIDS-Aufklärung.
    Fakt ist auch wir haben einen Verfall christlicher Werte in der Gesellschaft. Über vieles muß man sich einfach nicht mehr wundern.

    Das was man sofort machen kann ist Schusswaffen sofort zu verbieten, damit so ein Wahnsinn nicht mehr so leicht vorkommen kann. Da rentt einer mit einer Automatikwaffe durch eine Schule/Einkaufzentrum und kann einem nach dem anderen "ausknipsen" und man muß warten bis die Polizei irgendwann anrückt. Das war ein 16 jähriges Bübchen. Was hat denn eine größere Anziehungskraft für einen Jungen als der verbotene Waffenschrank des Vaters?
    So ein Bübchen ist doch garnicht fähig und hat auch nicht die Mittel sich in der Unterwelt eine Waffe zu beschaffen, wenn man Waffen verbietet. Das ist doch absurd.
    Es muss doch verhinderbar sein, dass Menschen so leicht und willkürlich/unschuldig Opfer blinder Gewalt werden. Was ist das für ein banaler Tod. Opfer von Stichverletzungen? Das sind doch meistens Attacken im privaten Umfeld oder im Discomilieu, also zumindest teils vorhersehbar oder kontrollierbar. Aber in unserem Fall geht einer los und spielt Gott.
     
  6. faceman

    faceman Europapokal-Tippspielsieger 2015

    Beiträge:
    15.466
    Likes:
    986
    Jau, nur werden die unwichtigeren Sachen stets zu erst diskutiert. In Erfurt waren es Egoshooter und Heavy Metal, jetzt ist es die Sicherheitslage mit Verschärfung von Waffengesetzen. Ich schliesse die Sachen ja nicht aus, sie sind aber im Kontext eher sekundär.
     
  7. Gaudloth

    Gaudloth Bratze

    Beiträge:
    6.855
    Likes:
    221
    Also es wurde doch nun schon mehrfach uind deutlich erwähnt, dass eine Verschärfung der Waffenproblematik keine Ursachenbekämpfung wäre, aber es gab auch noch kein Argument dagegen, dieses neben der Ursachenbekämpfung laufen zu lassen.


    EDIT: Ich hät doch erst alle Beiträge lesen sollen. I)

    Allerdings finde ich beides wichtig und da, wie BU bereits erklärte über den den psychosozialen Faktor noch zu wenig bekannt ist, bzw eine Diskussion schwieriger ist, ist der Diskussionsverlauf relativ nachvollziehbar.
     
    Zuletzt bearbeitet: 12 März 2009
  8. U w e

    U w e Borussia Mönchengladbach Moderator

    Beiträge:
    14.086
    Likes:
    2.103
    Kann man so etwas überhaupt verhindern oder kann man nur hoffen dass man nicht irgendwann selber betroffen ist?

    Hab Verwandtschaft in Winnenden, bin in Gedanken bei den Opern und Ihren Angehörigen.
     
  9. Mister-X

    Mister-X Active Member

    Beiträge:
    9.561
    Likes:
    1
    Auszug aus der Internetbotschaft des Täters:

    " Ich habe Waffen hier"
    Ja , ich kann sie sehen, sie liegen auf dem Wohnzimmertisch, ich muß sie mir nur holen, dann kann es losgehen. Morgen geh ich in die Schule oder vielleicht schieß ich einfach nur auf Passanten aus dem Fenster-

    Nochmal: Waffen im unmittelbaren oder mittelbaren Greif- und Holbereich sind ein Skandal. Hier muß man primär ansetzen.
    Ich habe früher schon immer die Leute gehasst, die mit (Gas)Pistolen vor der Nase anderer rumgespielt haben.
     
  10. André

    André Foren-Capo Administrator

    Beiträge:
    43.848
    Likes:
    2.741
    Es gibt in Deutschland paar hunderttausend Sportschützen, die müssen alle einen kleinen Waffenschein machen, da wird dann unter anderem das polizeiliche Führungszeugnis überprüft.

    Die Waffen müssen zuhause unter Verschluss gelagert werden. Klar ist es für die Kinder dieser Sportschützen ein leichtes. Der Standort eines solchen Waffenschranks lässt sich im Haus nicht verbergen, und man muss ja nur mal kurz drauf warten bis Papa mal sein Schlüsselbund liegen lässt.

    Sportschießen deshalb verbieten? Halte ich für total übertrieben. Eine Lösung, die wirklich das o.g. Problem mildern würde:

    Wieso macht man es nicht zum Gesetz, dass die Waffenschränke nur mit Fingerabdruck des Besitzers geöffnet werden können? Klar müsste jeder Sportschütze paar hundert Euro in ein solches System/schloß investieren, aber wer sein Hobby liebt und paar Tausend Euro für ein Gewehr zahlt, der wird auch sowas machen.

    Nochmal zur Schuldfrage, der Täter aus Winnenden hat ja angeblich auch Counterstrike gespielt, somit ist ja für viele klar, woran es gelegen hat.

    Ein völlig neuer Denkansatz ist das Stichwort: Psychopharmaka.
     
  11. Mister-X

    Mister-X Active Member

    Beiträge:
    9.561
    Likes:
    1
    Nur in diesem Fall lag die Waffe ja offenbar im Schlafzimmer frei zugänglich rum. Auch wenn du so ein System hast, muß der Schrank auch zugemacht werden. Und "zu Hause" ist eben "zu Hause", da lässt jeder gerne die Zügel schleifen und denkt "passiert" schon nichts.
     
  12. Junker

    Junker Altborusse

    Beiträge:
    3.901
    Likes:
    55
    Was soll man zu so einer Tat sagen. Wir überlegen, ob wir unseren Eingangsbereich im Hort verschliessen, aber ich rechne nicht wirklich mit Besuch von Mördern. Kranke Seelen gibts millionenfach und deshalb kann es jederzeit wieder passieren. Wichtig ist Kommunikation untereinander und Sensibilität für andere. Jeder Mensch ist wichtig !
     
  13. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

    Beiträge:
    29.013
    Likes:
    3.751
    Hier in Spanien hat das Ereignis von Winnenden breiten Raum in der Berichterstattung eingenommen. Traurig aber wahr: so lange und intensiv wurde schon lange nicht mehr aus Deutschland berichtet.

    In meiner Umgebung fühlen die Leute mit mir mit, sprechen mich darauf an. Vielleicht versteht man die Deutschen auch ein wenig besser, weil man an demselbem Mittwoch gerade schmerzlich an das eigene Entsetzen von vor ein paar Jahren enrinnert wurde: es war nämlich der fünfte Jahrestag des Madrider Selbsmordanschlags.
     
  14. Mister-X

    Mister-X Active Member

    Beiträge:
    9.561
    Likes:
    1
    Mal ehrlich was soll das bringen? Wenn einer klingelt geht doch sowieso einer zur Tür und macht auf.Oder ruft man bei einem Fremden, der sich vielleicht nur über den Hort informieren will, die Polizei?
     
  15. Detti04

    Detti04 The Count

    Beiträge:
    11.633
    Likes:
    1.390
    Wieso darf ich eigentlich keinen Sprengstoff zuhause rumliegen haben? So'n paar Stangen TNT waeren doch was, oder vielleicht zur Abwechslung mal ein bisschen Giftgas... Sind ja alles nur funktionierende Gegenstaende und deshalb nach Deinem Verstaendnis kein weiteres Problem.
     
  16. faceman

    faceman Europapokal-Tippspielsieger 2015

    Beiträge:
    15.466
    Likes:
    986
    Schlicht und ergreifend, weil der Besitz strafbar ist, unabhängig davon könnte das bei mir oder (ich vermute) auch Dir liegen und wir beiden würden es nicht nutzen. Warum? Bitte dahingehend auch weiterdiskutieren, denn ich habe keine Absicht gehabt, Waffen zu legalisieren, bzw. klein zu reden. Wenn es nach mir gehen würde, würde ich alle Waffen der Welt abschaffen. Nur leider bin ich nur ein User bei soccer-fans.
     
  17. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

    Beiträge:
    19.922
    Likes:
    1.053
    Wat willste denn "zuerst" diskutieren? Oder der Täter "vielleicht" psychisch krank war, "vielleicht" Ego-Shooter gespielt hat, "vielleicht" kein intaktes Elternhaus, "vielleicht" keine Kontakte zu Gleichaltrigen?

    Gestern Mittag war noch gar nix klar, ausser die Tat selber. Da bot sich gar nicht an, über den Typ zu diskutieren. Nur zu spekulieren.
     
  18. pauli09

    pauli09 2. Ewige Tabelle "1gg1"

    Beiträge:
    14.238
    Likes:
    1.901
    dass der täter krank war, ist evident.
    die umstände des waffenbesitzes/-erlangung sind spekulativ.
     
  19. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

    Beiträge:
    19.922
    Likes:
    1.053
    Tatsächlich?
     
  20. faceman

    faceman Europapokal-Tippspielsieger 2015

    Beiträge:
    15.466
    Likes:
    986
    Wenn ich die öffentliche Diskussion sehe, dann geht es primär um schärfere Waffengesetze, Metalldedektoren an den Schulen und dem Ausbau der Schulen zu Festungen. Es gibt Vorschläge soetwas umzusetzen, es gibt aber auch Widersprecher.

    Weshalb wird das Sozialsystem nicht in Frage gestellt? Genau das hat nämlich gnadenlos versagt. Weshalb wird die Forderung von mehr Unterstützung von Schülern durch Pädagogen nicht gefordert? Normalerweise lassen sich Auffälligkeiten bereits im Kindesalter erkennen und entgegensteuern (Stichwort: Gewaltprävention). Es gehören Sozialpädagogen bereits in die Kitas, in die Grundschulen bis hin zum Abschluss der Ausbildung. Sie sollen nie zur Kontrolle dienen, sondern stets als Partner, Unterstützer bzw. Vertrauensperson. Ich weiss, das kostet Geld und lässt sich vor allem auch schwer abrechnen. Hier geht es nämlich nicht nach Fertigstellungen von Projekten oder Stückzahlen. Es geht um Menschen. Ich bin felsenfest überzeugt, das unter solchen Voraussetzungen irgendjemand frühzeitig die Warnsignale des jetzigen Amokschützen mitbekommen hätte und entsprechend hätte gegensteuern könnte. Das ist aus meiner Sicht der richtigere Ansatz. Aber die Verschärfung von Waffengesetzen etc. kosten logischerweise weitaus weniger Geld und dient zudem der Beruhigung der Massen. Es wird ja etwas unternommen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 13 März 2009
  21. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

    Beiträge:
    19.922
    Likes:
    1.053
    Nun, die Ursachenseite ist zugegebenermaßen erheblich schwieriger zu durchleuchten. Und es ist auch schwieriger, hier Konsequenzen zu ziehen. Stichwort: Erziehungsauftrag der Familie, Instanzenzug, Verwaltungsakte, Eingriffszeitpunkt der Staatsgewalt.

    Guck dir den doch an. Er hatte wohl Depressionen. Er war wohl in ambulanter bzw. stationärer Behandlung. Hat diese aber abgeborchen bzw. nicht fortgesetzt.

    Natürlich habe auch seine Depressionen eine Vorgeschichte, keine Frage. Grob und weit umrissen: Manglende Zuwendung, traumatische Erlebnisse, keine oder nur wenige Erfolgserlebnisse. Und ja, auch da ist anzusetzen.

    Nur, jetzt kommt die Frage. Wie will man das organisieren. Jeder darf Nachwuchs haben, auch wenn er womöglich damit gar nicht umgehen kann bzw. auch wenn man diesem nicht die nötige Aufmerksamkeit geben kann. Die Gesellschaft hat nur beschränkte Möglichkeiten, auf die Erziehung des Nachwuchses einzuwirken. Die Gesellschaft hat auch nur beschränkte Möglichkeiten, jemanden mit einem psychologischen Krankheitsbild zur Behandlung zu zwingen.

    Und wenn man dies jeweils doch versucht, bestehen bis zum tatsächlichen Beginn solcher Maßnahmen sämtliche Rechtsmittel und Instanzen. Und dies auch durchaus zurecht.

    Man hört und liest immer mal wieder von Jugendämtern, die versagt haben, weil sie bei Problemfamilien nicht eingegriffen haben. Daneben hört und liest man aber auch immer wieder von übereifgrigen Jugendämtlern, die angeblich viel zu früh eingreifen wollen. In beiden Fällen regt sich der Zorn der Bevölkerung. Da stellt sich nun die Frage, wann denn (im Einzelfall) nun wirklich der richtige Zeitpunkt ist.

    Ähnliches gilt für Pädagogen. In den Augen der Eltern machen viel zu viele Pädagogen zu viel falsch. Entweder malen sie bei einem Kind (Schüler) den Teufel an die Wand oder sie teilen zu spät die Probleme mit. In seltenseten Fällen (zumindest die, die in der Öffentlichkeit diskutiert werden), ist der gewollte Eingriff von außen (aus Sicht der jeweiligen Eltern) zeitlich und sachlich gerechtfertigt.

    Zusammengefasst: Klar hast du recht, dass man mit Hilfe von ausgebildeten Pädagogen, die als Partner, Unterstützer und Vertrauensperson auftreten sollen, frühzeitig(er) gegensteuern können sollte. Nur, wie lässt sich das nun faktisch untersetzen? Die - auch formale - Gegenwehr (der nicht Wahrhaben-Wollenden) steht vielen dieser Maßnahmen ja schon auf der Stirn geschrieben. Wer braucht denn einen Pädagogen, der bei der Kindeserziehung hilft? Ich doch nicht! Bei mir doch nicht! Ich weiss doch, was ich tue! Und wenn doch einer kommt, dann lasse ich den abblitzen....

    Und als Betroffener sowieso! Ich habe doch keine Probleme, ich bin doch gesund! Mit mir ist doch alles in Ordnung! Ich komme doch gut (angemessen) zurecht!

    Und zwar solange, bis das Kind in den Brunnen gefallen ist. Ist bei nahezu allen psychischen Krankheitsbildern so.
     
  22. Rupert

    Rupert Je suis soleil

    Beiträge:
    36.160
    Likes:
    3.173
    Wahnsinn, wie oft denn noch?
    Das müssen sie nicht.

    Ein Sportschütze darf Schusswaffen besitzen aber nicht "führen" und der sog. "kleine Waffenschein" hat überhaupt nichts mit Schußwaffen der Gattung Gewehr, Revolver, Pistole, etc. zu tun.

    Ausserdem bringt das schärfste Waffengesetz in den Fällen nichts, wenn
    - die Menschen, die sie besitzen, nachlässig mit ihnen umgehen,
    - ihrem Umfeld nicht vermitteln worum es sich dabei handelt und wie man mit Waffen umzugehen hat,
    - im Umfeld der Besitzer andere Menschen sind, die nicht mehr davor zurückschrecken Waffen auf Menschen zu richten.

    Die ersten zwei Punkte kann man ja noch durch rigorosere Verbote regeln aber der dritte und entscheidende ist davon völlig unbetroffen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 13 März 2009
  23. Rupert

    Rupert Je suis soleil

    Beiträge:
    36.160
    Likes:
    3.173
    Ich bin sozusagen eine Waffe:
    Ein gestählter Körper, blitzschnelle Reflexe, schier unerschöpfliche Ausdauer, ...
     
  24. faceman

    faceman Europapokal-Tippspielsieger 2015

    Beiträge:
    15.466
    Likes:
    986
    Sag ich ja, das ist eine Systemfrage. Unabhängig mal dazu, es gibt genügend Möglichkeiten der Hilfe. Primäres Problem ist aber nicht die Vermittlung von Hilfen, sondern das Erkennen und richtige Behandeln von Schwächen. Sicherlich haben Eltern berechtigterweise überall Mitspracherechte und jeder möchte auch möglichst wenig von dem glauben, was von einem Pädagogen gesagt wird. Jedoch an Beurteilungen, Zeugnisssen, Leistungen, dokumentierte Verhaltensauffälligkeiten etc. und all das regelmässig und von unterschiedlichen Leuten (also vom Kindesalter an) geben ein unmissverständliches Bild. An diesen Fakten kommen auch keine Eltern vorbei. Und sind sie immer noch nicht bereit mitzuwirken, ist der Staat gefragt. Aber das erst in allerletzter Instanz. Gehen tut das schon, für mich stellt sich hier eher die Frage der Finanzierung über einen Zeitraum von wenigstens einer Generation. Sonst ist eine Nachhaltigkeit nicht gewährleistet.
     
    Zuletzt bearbeitet: 13 März 2009
  25. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

    Beiträge:
    16.475
    Likes:
    1.247
    Du kennst dich glaube ich nicht aus. Es ist durchaus möglich, dass jemand vor der Tür steht und sich die Gegebenheiten anschaut, wie Waffen gelagert werden. Allerdings kommt das viel seltener vor als es angebracht wäre. Ich glaube auch, dass da kein vernünftiger Sportschütze oder Jäger etwas dagegen hätte.
     
  26. KGBRUS

    KGBRUS SF Dschungelkönig 2016

    Beiträge:
    7.150
    Likes:
    801
    Das jetzt wohl wieder eine Disskussion über schärfere Waffengesetze kommt ist aüsserst blödsinnig, denn die Gesetzte die wir haben sind schon ausreichend. Und teilweise soger meineserachtens übertrieben.
    Wo man mehr machen kann ist mit Sicherheit eine noch genauere Überprüfung der Besitzer UND DER ANGEHÖRIGEN in kurzen Abständen.

    Und den Rufen nach Komplettverbot will ich mal folgendes entgegenhalten.

    Die Offizielle Schußwaffenanzahl wird sich dadurch vielleicht halbieren nur wüsste man dann nicht wo diese ca 5 Millonen Waffen (weil ja nicht gemeldet) sind. Und kann diese dann im Falle eines Falles nicht zurückverfolgen.

    Und dann macht mann den Amoklauf anders, man kapert einen Tanklastwagen mit Benzin und donnert in eine Schule. Und danach werden alle Benzintransporte verboten.

    So tragisch wie der Fall ist, aber so lange es Verblendete gibt finden die auch einen Weg jemanden Schaden zuzufügen.
     
  27. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

    Beiträge:
    19.922
    Likes:
    1.053
    Und genau da liegt der Hase im Pfeffer. Schon deswegen, weil sich psychische Krankheitsbilder m.E. nach nicht in eine klare Diagnose "pressen" lassen, wie eine Grippe, Masern oder Glasknochen.

    Ich habe den Tanz gerade in der Schule bei meiner Tochter. Den Kerl, der da in der ersten Klasse (!) stets und ständig randaliert kriegst du mit Einzel- und Elterngesprächen, Einzelunterricht, Sonderbetreuung und Beschwerdebriefen an die Verwaltung einfach immer noch nicht zur Räson oder zur Behandlung. Nichtmal die Mediziner sind sich einig, ob überhaupt, und wenn, welche Art von Störung da vorliegt.

    Und nu könnte man sagen, dass auch dort vieles schon zu spät ist, da mag man sogar recht haben. Nur viel früher kannst du als Gesellschaft da gar nicht eingreifen. Wenn nichtmal jetzt der Staat (konsequent und rechtswirksam, aber auch rechtsstaatlich) handeln kann, wie soll er es denn eher können?

    Nee, nee. Bei bestimmten "Problemfällen" kann man als Gesellschaft i.E. immer erst eingreifen, wenn die Symptome sichtbar werden. Und da ist hier und da vieles schon zu spät. Nur eher eingreifen kann man eben nicht, weil es zum einen keine Notwendigkeit gibt und weil es zum anderen auch gegen tragende Gesellschaftsprinzipien verstoßen würde.

    Um es mal weit überspannt auszudrücken: Der Staat hat nicht das Recht, mir vorzuschreiben, ob und wie ich mich gegen Erkältungskrankheiten, Kreislauferkrankungen, Knochenbrüchen oder Winpocken zu schützen habe. (Ausnahme: epidemieartige Infektionskrankheiten). Das ist jedem seine Sache bzw. Sache der Eltern. Ob und wie ich als Vater meiner Verantwortung für mein Kind nachgehe, wird erst deutlich, wenn das Kind entweder gesund, oder ständig krank ist.

    Auf psychische Erkrankungen übertragen heisst das: Der Staat hat nach geltenden Gesellschaftsprinzipien nicht das Recht, mir vorzuschreiben, wie ich mein Kind zu erziehen habe. Und ob ich das "richtig" mache oder falsch sieht man immer erst dann, wenn man sich das Ergebnis ansieht. Dann kann es aber schon zu spät sein.

    Ebenso kann mir keiner (auch die Gesellschaft nicht) vorschreiben, dass ich mit isolationsgefährdeten Personen Sozialkontakte knüpfen muss, dass Liebesbezeugungen erwidert werden müssen oder dass ich jedem, der mir begegnet, besondere Formen der Aufmerksamkeit und anerkennung zukommen lasse. Auch hier zeigt sich ein Defizit immer nur an Symptomen, wenn es eben schiefgelaufen ist.

    Was ich damit ausdrücken will: Genauso wie man an der einen Stelle KEINE 100%ige Sicherheit vor solchen Taten schaffen kann, kann ich es an anderer Stelle auch nicht. Ich kann "nur" schauen, dass ich für beide Handlungsfaktoren (also Erzeugung des Handlungswillens und Erzeugung der Handlungsmöglichkeit) möglichst hohe Hemmschwellen setze. Für ersteres, also dem Handlungswillen, sehe ich noch vor der "typischen" Kindeserzieheung und der schulischen bzw. pädagogischen Betreuung den Hauptansatz darin, die Reizüberflutung mit "Konfliktthemen", vor allem aber verbaler und körperlicher Gewalt, einzudämmen bzw. zurückzufahren.

    Das geht aber eigentlich auch wieder am Ansatz der "Vermeidung" psychischer Krankheiten bzwl. dem Sicherstellen "ordnungsgemäßer" Erziehung, Bildung und Betreuung vorbei. Und hier glaube ich nicht, ich kann es mir wirklich nicht vorstellen, dass die Gesellschaft in der Lage ist, in jedem Fall rechtzeitig steuernd einzugreifen. Verbessern kann man da sicher einiges bzw. vieles. Nur ohne Mitwirkung auch des Elternhauses wird man da auch nicht viel weiter kommen, als jetzt schon. Und die kannste eben nicht von vorn herein voraussetzen oder erzwingen.


    Eigentlich müsste man dafür plädieren, dass jeder, der Vater oder Mutter werden will, vorher eine "Prüfung" über die Eignung dessen abzulegen. Wäre ja nichtmal das schlechteste. Aber 100%ig nicht durchsetz- und -führbar.
     
  28. faceman

    faceman Europapokal-Tippspielsieger 2015

    Beiträge:
    15.466
    Likes:
    986
    Aber selbstverständlich kann man das. Beurteilungen sind nunmal subjektive Sachen, die Vielzahl unterschiedlicher Beurteilungen sind jedoch an der Objektivität nahe dran. Das fängt bei Einschätzungen von Lehrern, Sozialpädagogen an und hört bei Erziehern und Hortnern auf. Hier sind erste abnorme Erscheinungen durchaus klassifizierbar.

    Ich sach nur Schulgesetz und Hausordnung. Damit nagelst Du die Schule bei regelmässigen abnormen Störungen jederzeit an die Wand. Die Frage ist, ob Du das konsequent durchziehst und ob die Schule ebenso konsequent mitmacht (Stichwort: Schülerzahlen - die Berechnungsgrundlagen für Finanzierungen sind). Entscheidungen sind ja nicht zur Bestrafung angedacht, sondern Störungen haben Ursachen und diese in den Griff zu bekommen, dafür gibt es durchaus Mittel und Wege. Nur ja, es geht eben nicht von alleine, eben ein Systemproblem. Nicht meckern, sondern machen, Du bist doch Anwalt.

    Eher ist aber auch gar nicht notwendig. Ich schrieb ja, die Vielzahl von nachweislichen Gesprächen und Beurteilungen geben durchaus ein Bild der Realität. Und natürlich kann der Staat hier machen. Und der erste Satz ist nicht von der Hand zu weisen, natürlich kann man erst auf Symptome reagieren (unabhängig von Prävention), aber Du schreibst es ja, Deine Tochter ist in Klasse 1. Jetzt kann man handeln. In 10 Jahren wird es schwieriger.

    Eben das stimmt nicht, das Jugendamt und nachfolgend der Staat kann sehr wohl, wenn es die Kapazitäten hat und die Informationen.

    Will doch auch keiner.

    Und das geht wie, bzw. durch wen? Durch die gemeinsame Arbeit von Eltern und Pädagogen. Nur leider gibt es heute viele Eltern, die selbst pädagogische Hilfe benötigen. Sie sind also quasi gar nicht in der Lage, pädgagogische Arbeit zu leisten. Um so mehr, müssen hier Hilfen greifen. Für Familien gibt es sie, für die Kinder in der Schule jedoch nicht.

    Auwei, das lassen wir lieber.
     
    Zuletzt bearbeitet: 13 März 2009
  29. Mister-X

    Mister-X Active Member

    Beiträge:
    9.561
    Likes:
    1
    Der Besitz von Schusswaffen könnte auch strfabar sein. Alles eine Frage einer kleinen Gesetzesänderung.
     
  30. Mister-X

    Mister-X Active Member

    Beiträge:
    9.561
    Likes:
    1
    Genau darum geht es. Was nützt es, wenn ein Kontrolleur kommt und mal überprüft, ob die Waffen ordnungsgemäß verstaut sind. 10 min später können die Waffen wieder im Haus verstreut rumliegen. My house is my castle, da mach ich was ich will, wird schon nix passieren?

    Wer sagt, dass der Vater verantwortunsvoll handelt? Kriselt es in der Familie? usw. Alles nicht kontrollierbar.
     
  31. Rupert

    Rupert Je suis soleil

    Beiträge:
    36.160
    Likes:
    3.173
    Da widerspreche ich Dir gar nicht.

    Nur bezweifle ich halt, dass sich die Zahl der Amokläufe durch die Nichtverfügbarkeit von Schußwaffen in der Nähe entscheidend verringern lässt.
    Deswegen brachte ich ja auch irgendwo vorher das Beispiel USA, wo die Gesetze zum Waffenbesitz ja ein Witz sind im Vergleich zum deutschen Waffengesetz. Amokläufe gibt's auch in beiden Ländern. Würde es aber an der Verfügbarkeit von Schusswaffen liegen, dann müssten in USA ja die 20, 30 mal höhere Anzahl an Amokläufen pro Einwohner zu verzeichnen sein. Das ist aber meines Wissens nicht der Fall