Fünfzehn Tote bei Amoklauf in Realschule

Dieses Thema im Forum "Kneipe" wurde erstellt von Schalker-Lady, 11 März 2009.

  1. faceman

    faceman Europapokal-Tippspielsieger 2015

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    ... und bei einem psychischen Defekt kannst Du eingreifen, ohne die Persönlichkeitrechte zu verletzen. Wichtig ist aber eher sowas frühzeitig zu erkennen. Und daran mangelt es in Deutschland extrem. Hier fühlt sich nämlich niemand verantwortlich. Die Eltern erkennen es nicht oder wollen es nicht erkennen, die Erzieher in Kita und Schule führen eventuell jeweils Gespräche, die aber im Sand verlaufen, weil nicht weitergearbeitet wird (es wird weder nachhaltig dokumentiert, noch werden Erkenntnisse ausgewertet) und die Lehrer haben heute die Aufgabe Wissen zu vermitteln. Wer also macht diesen Job?
     
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  3. BoardUser

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    Noch besser: rechtzeitig.

    Denn frühzeitig ruft natürlich die auf den Plan, die der Auffassung sind, da sei gar nix. Vom Betroffenen selbst über die Eltern, den ehegatten, oder anderen Verwandten und Sorgebrechtigten bis hin zu deren Rechtsbeiständen. Und schon geht das Gezanke los.
     
  4. Mister-X

    Mister-X Active Member

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    Unterstellt du hast Recht, hieße dies doch,dass es sich hier im Grunde um Waffenfetischisten handelt und nicht um harmlose Sportschützen- Also wäre doch die Konsequenz, diese mit aller Gesetzeshärte zu treffen.
     
  5. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Verstehe ich jetzt, ehrlich gesagt, nicht so recht.
    Wenn jemand 20 Büchsen im Schrank hat, dann ist er hart zu bestrafen?
     
  6. Mister-X

    Mister-X Active Member

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    Nein! Ich meinte,dass man dann Waffen total verbieten sollte, wenn es soviele Waffenfetsichistem gibt.
     
  7. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Dann sind sie teilweise weg die Waffen. Der restliche Teil wird aber leider genügen den nächsten Amokläufer zu bestücken.

    Ich fühle mich ja jetzt nicht bedroht vom nächsten Amoklauf, aber mehr Sicherheit gäbe es mir auch nicht, wenn dem so wäre.
     
  8. Mister-X

    Mister-X Active Member

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    Schau dir das Bübchen an von letzter Woche. Kontaktstörungen, wahrscheinlich kein Geld etc. Wie wird der bestückt? ODer begeht der dann nicht einfach einen ganz normalen Selbstmord?
     
  9. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Ich denke, der greift dann 2, 3 Jahre später zur Waffe (schrieb ich aber schon etliche Beiträge zuvor mal) - zumal so 'ne Puffe ja keine Tausende von Euros kostet.
     
  10. Mister-X

    Mister-X Active Member

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    Das mag sein. Aber in den 2-3 Jahren lernt er ja vielleicht noch ne Freundinn kennen und kommt auf andere Gedanken. So kann der Entschluss sofort wahrgemacht werden.
     
  11. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Denke ich weniger, wenn ich mir die Charakteristika durchlese.

    Aber das soll's jetzt auch gewesen sein von meiner Seite aus mit'm Spekulieren.
     
  12. Mister-X

    Mister-X Active Member

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    die Ursachen liegen ja nach diesem Link im Dunkeln. Die Konsequnezen (Waffenverbot) ist aber hiernach eindeutig, da unbeschränkter Waffenbesitz überwiegend Voraussetzung ist.
     
  13. faceman

    faceman Europapokal-Tippspielsieger 2015

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    Interessant, was die Süddeutsche schreibt, dem kann ich nur zustimmen.
     
  14. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Die Kernsätze für mich: "So entschieden, wie seine Eltern eine Behandlung zurückweisen, liegt der Verdacht nahe: Für sie wäre ein psychisch kranker Sohn der Beleg für ihr eigenes Scheitern. Ein Beleg für das unsinnige Stigma, mit dem Psychotherapie und Psychiatrie in unserer Gesellschaft noch immer belegt sind."

    "Schlimm ist es, wenn ein junger Mann wie Tim K. mit seinen Problemen alleine bleibt. Ein Einzelgänger, der sich als Verlierer fühlt, der in der Schule ausgegrenzt und gemobbt wird (oder es zumindest so empfindet), der unter Weltschmerz leidet und manchmal die ganze Welt hasst: So jemand hätte in psychotherapeutischer Behandlung sein müssen."

    "Doch der Umgang mit der Thematik wirft das Licht auf ein größeres Problem: Psychotherapeutische Behandlung wird noch immer als Schande angesehen. Es ist das große Tabuthema."

    "Von "Klapse" und "Seelenklempnern" ist die Rede. Denjenigen, die freiwillig dorthin gehen, ist das oft nach wie vor peinlich. Nach außen schieben sie daher lieber körperliche Schmerzen vor, Rückenprobleme etwa. Viele gehen erst gar nicht hin - und versuchen, den Kampf mit den inneren Dämonen mit sich selbst auszumachen."
     
  15. Gaudloth

    Gaudloth Bratze

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    Es sollte einfach nicht erlaubt sein, wozu braucht ein einfacher Sportschütze, das gesamte Waffenarsenal der Bundeswahr in seiner Hütte?
    Mal ungeachtet der Amoklaufgeschichte finde ich das schon ein bisschen unnormal.
    Schade dass ich meinen Kriegsdienstverweigerungsantrag hier nirgends mehr hab, ich will nicht nochmal nen Aufsatz dazu schreiben was ich von Tötungswerkzeugen halte. (aber vermutlich wills auch gar keiner lesen... :rotwerd: )
     
  16. faceman

    faceman Europapokal-Tippspielsieger 2015

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    @BU

    Das alles hat eben nichts mit schärferen Waffengesetzen zu tun. Und es trifft genau das, was ich bereits erwähnte, all das hat niemand mitbekommen? Er war der unscheinbare Junge von nebenan?
     
    Zuletzt bearbeitet: 16 März 2009
  17. Mister-X

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    Folgt man Ruperts Quelle, ließen sich AMOKläufe dieser Art durch entsprechende Waffenverbote vermeiden. In dem Beitrag wird auch versteckt darauf hingewiesen, dass eine Gesetzesänderung wegen des Widerstandes der Waffenlobyisten nicht zu machen sei. Habe neulich die Ursula van der Leyen in der Talkshow gesehen, wie sie immer vom Thema Waffen wegwollte. Kein Wunder, ich sehe ihren Vater Albrecht-seinerzeit MP in Niedersachsen-noch heute mit seinem Jägergrünen Anzug vor mir.
     
  18. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Nein, es hat nix mit Waffengesetzen zu tun.

    Aber die Frage darf doch erlaubt sein, ob ein anderer Junge mit gleichen bzw. ähnlichen von außen offensichtlichen Verhaltensweisen (Einzelgänger), der womöglich über seine Gefühle nicht reden kann oder will (aus welchen Gründen auch immer), der subjektiv etwas empfindet, was objektiv vielleicht gar nicht so war, wirklich ein Fall für eine psychotherapeutische Behandlung ist.

    Andersrum: Ich kann dir aus dem Hut mindestens 3 Personen nennen, deren subjektive Gefühlslage ähnlich ist, wie sie hier beschrieben wurde. Alles Fälle für die Couch?

    Ja, wenn, und das ausdrücklich, wenn sie selbst diese Möglichkeit in Erwägung ziehen und sich aus freien Stücken dahin begeben, wenn sie "einsehen", dass ihr Verhalten, ihre Einstellungen therapiebedürftig sind. Wenn sie daran was ändern wollen.

    Nein, wenn diese Leute ihr Verhalten als völlig normal, nur eben anders empfinden, wenn sie keine Hilfesignale aussenden oder Hilfsangebote (auch ein erstes Antasten) brüskiert zurückweisen. Und ein zurückgezogenes, introvertiertes Leben, so wie es von den Schulkameraden des Jungen beschrieben wurde, ist mitnichten per sé unnormal oder therapiebedürftig. Da haste es auch mit einem Eingiff von aussen schwer, das durchzubringen.

    Aber machen wir es konkret. Die Aussagen der Leute, die ihn kannten, hiessen bisher sinngemäß: Einzelgänger, wollte Freunde durch eigene Großzügigkeit gewinnen, hat öfter Partys in seinem Keller gegeben, konnte seine Hobbys nicht auf andere transferieren, guter Tischtennisspieler, aber bald das Interesse daran verloren, unauffällig, introvertiert, nicht gewalttätig, unemotional, keiner hatte eine echte Freundschaft mit ihm, etc. pp..

    Das sind, so von aussen betrachtet, für mich alles (auch in der Summe) keine Merkmale, die darauf schliessen lassen, der Junge sei schwerst depressiv gewesen.
     
  19. faceman

    faceman Europapokal-Tippspielsieger 2015

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    Alleine diese letzte Frage schreckt genau jene zurück. Sie benötigen Hilfe, ja, sind aber eben kein Fall für eine Couch. Das suggeriert nämlich genau jenen Irren. Was glaubst Du wieviel Leute heutzutage zum Psychiater gehen? Und das nbur aus stressbedingten Gründen?

    Udn genau der Rest den Du meinst, trifft auf eher "fertige" Kinder und Jugendliche zu. Das hier die Überzeugungsarbeit wesentlich schwerer ist, bestreite ich ja gar nicht, deswegen war ja meine Forderung, so früh wie möglich damit zu beginnen. Die Annahme von Hilfe und sei sie vom Psychologen oder Therapeuten ist nämlich alles andere als etwas negatives. Aber daran muss sich die Gesellschaft eben auch erst gewöhnen. Ein Kind hat damit sicherlich noch keine Probleme.
     
    Zuletzt bearbeitet: 16 März 2009
  20. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Dabei war die Frage völlig wertfrei gemeint.....
     
  21. faceman

    faceman Europapokal-Tippspielsieger 2015

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    Das nehme ich Dir sogar ab, nur verstehen eben die Opfer das völlig anders.
     
  22. SaintWorm

    SaintWorm Bolminator Moderator

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    Naja, wenn dich die Couch-Formulierung stört, würde ich die Betroffenen auch nicht "Opfer" nennen. ;)
     
  23. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Interessant. Ich las in diesem Artikel, dass die "Waffennähe" nur ein Grund unter vielen sein kann. Du erhebst es zum einzigen Grund.

    Naja...


    Wiedersehen.
     
  24. Markus

    Markus Ein Bayer, der nicht mehr Schwabenland ist.

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    Mittlerweile bin ich auch für ein privates Waffenverbot.
    Oder zumindest ein Verbot von Munition zuhause zu lagern + unangekündigte Kontrollen zur Überprüfung, ob die Waffen ordnungsgemäß verstaut sind; Verstoße dagegen sollten mit Freiheitsstrafen belegt sein.

    Ein Witz, bei der Bundeswehr ist der Umgang/Tragen von Waffen strenger geregelt (wehe, es fehlt eine Patrone) als bei Privatpersonen.


    Über ein Verbot von Ballerspielen sollte man aus meiner Sicht ebenfalls ernsthaft diskutieren. Bei labilen Personen senken derartige Spiele durchaus die Tötungshemmschwelle. Mir kann keiner erzählen, dass sich dies bei labilen Personen nicht auf Dauer auswirkt.
     
  25. Mister-X

    Mister-X Active Member

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    Deine Quelle:

    Ein schneller Zugriff zu Waffen - so die allseits anerkannte allgemeine Erkenntnis - erhöht die Wahrscheinlichkeit von Suiziden mittels Waffen aber auch von Amoktaten. Die Konsequenzen liegen auf der Hand, werden aber von verschiedenen Interessen(-Gruppierungen) bisher erfolgreich unterlaufen.
    -------------------------------------------------------------------------

    Von Grund habe ich gar nicht gesprochen. Ist auch in diesem Zusammenhang kein Thema!
    Deine Quelle spricht von allseits erkannter Erkenntnis! Mir ging es nur darum zu sagen, dass ein Waffenverbot wirksam ist. Ich nehme das Wort " vermeiden" hiermit offiziel zurück und ersetze es durch das Wort "verringern".
     
  26. faceman

    faceman Europapokal-Tippspielsieger 2015

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    Hilf mir mal bitte, wie verbietest Du es denn? Du meinst da kommt man da nicht mehr ran? Unabhängig mal davon stellst Du damit die anderen 99% ebenfalls unter einen Generalverdacht. Welches Ziel soll das verfolgen? Ich sehe da keine wirkungsvolle Methode solche Spiele, so sie denn überhaupt relevant sind, dieser Zielgruppe nicht zuträglich zu machen.
     
  27. Mister-X

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    Dass solche Spiele Schaden anrichten bei Menschen mit entsprechender Disposition ist unumstriiten. Nur ein Verbot ist natürlich leicht zu unterlaufen, weil heute ja alles auf einen Rohling passt und in der Schule hin- und her geschmissen wird.Das stimmt. Waffen sind leichter wirkungsvoll zu verbieten!
     
  28. faceman

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    Eben das stimmt nicht. Es gibt keine gesicherte Studien über einen Zusammenhang von Gewalt im Alltag mit Egoshootern oder Gewaltpornos/-filmen/-spielen, sondern wenn überhaupt Meinungen. Aber bitte ich lasse mich gern überzeugen. Bring mir doch bitte seriöse Quellen darüber. Ich bin hochinteressiert daran.
     
  29. Mister-X

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    Müßte ich raussuchen. Ich habe aber nicht gesagt, dass es diesen Zusammenhang allgemein gibt, wie du schreibst, sondern, dass nur bei Menschen, die vorbelastet sind, die Agressionen und Gewaltphantasien gesteigert werden.
    Gesunde Menschen macht das nichts aus.
     
  30. faceman

    faceman Europapokal-Tippspielsieger 2015

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    Gut einigen wir uns darauf. Bitte, bring mir eine seriöse Studie für diese Aussage. Bei dieser Aussage stellt sich mir nämlich die Frage, weshalb es so wenig Amokläufe gibt. Sie werden nämlich kurioserweise bei keinem Verbrechen benannt, sondern stets nur dann, wenn sowas wie letzten Mittwoch passiert ist.
     
  31. Gaudloth

    Gaudloth Bratze

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    Hat er das, sehe ich nicht so. Diese Spiele zu verbieten nimmt den andern 99% übrigens auch nur einen absolut sinnlosen Zeitvertreib, von daher wär das in der Hinsicht ja auch nicht dramatisch.