Fans wollen ihr eigenes Haus (wz)

Dieses Thema im Forum "Kneipe" wurde erstellt von Jonny, 1 April 2005.

  1. Jonny

    Jonny Guest

    MOENCHENGLADBACH Fans wollen ihr eigenes Haus

    Nach acht Monaten im neuen Borussen-Stadion gibt es noch
    keine neue Anlaufstelle fuer die Anhaenger. Das Fanprojekt
    sorgt sich ums Thema Gewalt.

    Moenchengladbach. "So ein Boellerwurf in der eigenen Kurve,
    das waere am Boekelberg nicht moeglich gewesen", ist sich
    Thomas Ludwig, Vorsitzender des Fanprojekts, sicher. Der
    Boellerwurf eines Duelkeners, bei dem im Februar in der
    Nordkurve des neuen Borussen-Stadions fuenf Menschen
    verletzt wurden, ist nur ein Beispiel, mit dem Ludwig
    dokumentieren will, dass "die Einflussmoeglichkeiten auf die
    Borussen-Fans seit dem Umzug des Vereins in den Nordpark
    sinken". Denn obwohl der Spielbetrieb nun schon acht Monate
    an der Aachener Strasse laeuft, gibt es noch kein Domizil
    fuer das Fanprojekt in der Naehe des Borussia-Parks. Der
    gemeinnuetzige Verein sitzt stattdessen immer noch in der
    Naehe des ehemaligen Fohlen-Areals: im Fanladen am Eickener
    Markt. Und auch diese Anlaufstelle, die drei Tage waehrend
    der Woche und an Spieltagen geoeffnet ist, wird bald
    aufgegeben. Zum 30. Juni hat man gekuendigt. "Das hat keinen
    Sinn mehr hier", sagt Ludwig. Eicken ist, was die Fanszene
    angeht, tot. Der Laden produziere nur Kosten.

    Eine neue Basis in Stadionnaehe muesse her, um die
    Aufgaben, die man sich gesetzt habe, fortfuehren zu koennen.
    Das Fanprojekt ist die Interessengemeinschaft der Anhaenger
    gegenueber dem Fussballverein. Es ist Anlaufstelle fuer
    sozial Schwaechere. Aber es wurde auch vor dem Hintergrund
    gegruendet, Gewalt aus der Nordkurve herauszuhalten. "Wir
    sind praeventiv und paedagogisch taetig", erlaeutert Ludwig,
    "allein schon, weil wir die Leute zusammenbringen. Denn wenn
    man sich untereinander kennt, ist die Bereitschaft zu Gewalt
    niedrig."

    Viele Leute, die vielleicht in ihrem eigenen sozialen
    Umfeld keinen Anschluss haetten, faenden ihn beim Fussball.
    Mit Unterstuetzung des Fanprojekts sei der Zusammenhalt in
    der Szene stetig gewachsen auch auf dem "Umweg" durch die
    Zweite Bundesliga. Aus 100 Mitgliedern bei der Gruendung des
    Vereins 1988 sind 4000 geworden. "Damit steigt der
    Anspruch", sagt der 35-jaehrige Vorsitzende. Und statt mit
    6000 Plaetzen wie am Boekelberg ist man in der neuen
    Nordkurve mit 14 649 Steh- plus 6676 Sitzplaetzen im
    Oberrang konfrontiert.

    "Wir duerfen den Kontakt nicht verlieren", betont Ludwig.
    Ein Fanhaus irgendwo auf dem Brachland im Umfeld des neuen
    Stadions ist der grosse Traum. Er schien auch schon sehr
    nahe gerueckt zu sein. Denn der Verein fand Unterstuetzung
    bei der staedtischen Entwicklungsgesellschaft EWMG. Ein
    Gebaeude aus ehemaliger militaerischer Nutzung wurde
    ausgeguckt, das das Fanprojekt selbst ausbauen wuerde. Es
    liegt am Rande der Flaeche, wo eigentlich ein weiterer
    Stadion-Parkplatz geplant ist. Und eben dieser P 3 ist
    gleichzeitig das Problem.

    Der rund 2,8 Hektar grosse Parkplatz muss gebaut werden, um
    die Erschliessung des zukuenftigen Fanhauses und die noetige
    Infrastruktur zu gewaehrleisten. Aber das Ob, Wann und Wie
    ist nicht klar. Investiert jemand? Und wenn ja, wer
    investiert: Stadt, EWMG, die Parkplatzgesellschaft (PPG),
    die die anderen Stadion-Parkflaechen betreibt.

    "Wir werden dem Fanprojekt auf jeden Fall helfen, es
    uebernimmt eine wichtige und gute, eine soziale Aufgabe",
    sagt Reinhold Pillich, Geschaeftsleiter fuer Planen und
    Bauen bei der EWMG, "wir sind dafuer kontinuierlich im
    Gespraech, aber nicht Herr des Verfahrens." Der
    Flaechennutzungsplan des betroffenen Gebiets muss fuer die
    Parkplatzplaene geaendert werden. Der Zeitplan sieht bzw.
    sah bisher folgendermassen aus: Die oeffentliche Auslegung
    des Flaechennutzungsplans ist bereits im Januar und Februar
    geschehen. Es soll, so heisst es von Seiten der Stadt, keine
    Einsprueche von Buergern gegeben haben.

    Das ganze Projekt kann ohne Bebauungsplan laufen. Damit
    kann der Flaechennutzungsplan auf die Tagesordnung der
    naechsten Stadtratssitzung am 27. April. Danach muss
    allerdings die Bezirksregierung noch ihr Okay geben. Dafuer
    hat sie bis zu drei Monate Zeit.

    Nun hoffen alle Beteiligten, dass man sich diese Zeit in
    Duesseldorf nicht nimmt. Im bestmoeglichen Fall koennte dann
    zur Saison 2005/2006 der Traum vom Fanhaus wahr werden.
    "Sobald klar ist, dass es keine Widerstaende gibt, koennen
    wir sofort in die Investitionsphase einsteigen", sagt Lothar
    Backes, Chef der Parkplatzgesellschaft (PPG) ueber den P 3.

    "Sonst muessen wir Alternativen suchen, die waeren aber
    nicht so leicht machbar wie diese jetzt", ergaenzt Pillich.
    Parallel werde ueber "einen anderen Platz fuer eine
    Zwischennutzung" nachgedacht. Mit voruebergehenden Loesungen
    spielt auch das Fanprojekt gedanklich: zum Beispiel mit
    einem Zelt vor dem Stadion auf Hoehe der Nordkurve.

    01.04.05 Von Claudia Kook Moenchengladbach

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  3. André

    André Guest

    Scheiß Bürokratie! :hammer2:

    Aber hoffe trotzdem das das funktioniert, aus der Hütte kann man schön was machen! :spitze1: :prost: