Eure zuletzt geschauten Filme + Bewertung!

Dieses Thema im Forum "Multimedia" wurde erstellt von André, 3 Dezember 2005.

  1. Dilbert

    Dilbert Zynischer Querulant

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    Ich wollte den Film als er noch lief in meine Schundfilm-Ecke setzen, aber sooo blöd war er am Ende dann doch nicht...

    "Splice - Das Gen Experiment"

    Tele5 serviert uns heute mal wieder einen wirklich durchgeknallten Wirrsinn der Sonderklasse. Seit seinem Beginn ist der Film sich irgendwie selbst nicht einig, ob er nun eine Art Horrorstreifen, ein etwas anderes Familiendrama mit Schluchzfaktor 6, oder einfach nur eine ziemlich alberne Love-Story sein will.

    Ich fang am besten mal von vorn an (andersrum wäre es dämlich, weil ich das Ende ja noch nicht kenne).

    Aaaalso: Ein junges Wissenschaftlerpaar hat zusammen mit einigen Kollegen in einem Versuchslabor zwei seltsame Speckwürmer gezüchtet, die sich auch anfangs ganz gut miteinander verstehen und irgendwelche Gene in sich tragen die eventuell mal was gegen den Krebs sein könnten. Da die Finanzierung der Versuchsreihe auf wackeligen Füssen steht, und in einigen Wochen eine wichtige Präsentation stattfindet, ist das uch bitter nötig.

    Da junge Wissenschaftler in Filmen aber meist 1. sehr ehrgeizig, und 2. ziemlich dämlich sind, erschaffen sie illegal einen neuen Klon mit menschlicher DNA. Der sieht dann erstmal aus wie ein riesiger Senioren-Sack mit Stachel. Später schlüpft aus dem Ding ein zweibeiniges Wesen mit Stachel, welches von den beiden Doofköppen eingefangen und dann insgeheim in einem abgeschiedenen Laborbereich aufgezogen wird. Am Anfang sieht das Vieh auch noch ganz nett getrickst aus, später umgeht man viele Tricks indem man einfach den (weiblichen) Mutanten immer menschlicher werden lässt.

    Bei der mit Spannung erwarteten Vorführung der beiden Speckwürmer geht dann leider alles schief. Statt wie zu Beginn einander zu liebkosen faheren sie Stachel aus und metzeln sich gegenseitig in Stücke, wobei auch Teile des Publikums mit Mutantenblut besudelt werden. Das Labor hängt also völlig in der Grütze, und eine grössere Durchsuchung steht an. Das Weibchen wird von den doofen Wissenschaftlern in eine entlegene Waldgegend in das Elterhaus von Elsa (Wissenschaftlerin) gebracht und weiter aufgezogen, wobei es auf eine Art immer menschlicher wird und eher an einen Teenie in der Pubertät als an ein Monster erinnert (inklusive Zickigkeit), andererseits aber auch solche Sachen wie Flughäute entwickelt... Und eher ungünstige Gefühle ihrem "Vater" gegenüber.

    Wir sind gerade in der vierten Werbepause. (Und seit wann hat Miracoli diese dämliche Handpuppen-Comedy?!). Der Film ist... öhm... schräg. Wie oben erwähnt sind die Tricks (sofern nötig) wirklich gut und meiner Ansicht nach besser gelungen als in so manchem mit Computeranimationen zugemüllten Streifen. Ruhige Phasen und (abgesehen von der Szene als die beidem Speckwürmer sich gegenseitig abstechen) eher gediegene Grusel- / Horrorelemente wechseln sich ab, wobei die ruhigen Phasen meist überwiegen. Meganervig finde ich bei der ganzen Nummer Elsa, die noch mehr rumzickt als das Mutantenviech, und an allem was ihr Kerl tut rumnörgelt (obwohl sie ja selbst den ganzen Scheiss erst angefangen hat), wobei er zumindest zu Beginn eindeutig der "vernünftigere" (sofern es so etwas in so einem Film gibt) Part bei der ganzen Chose ist. Leider dämmert mir nach einer Szene von vorhin, dass man auch in diesem Film am Ende nicht auf die inzwischen zum Standard gewordene "Etwas hat überlebt"-Nummer verzichtet hat...

    Gegen Ende kommt dann doch die Horrorschiene wieder mehr durch.

    Und die Moral von der Geschicht: Idioten lassen das Klonen nicht. (Und Frauen warten mit dem Hauen bis der Mutanten ihre Klauen doch das Happy End versauen...)

    P.S.: Ich hatte natürlich Recht mit "Etwas hat überlebt"

    Wertung?*grübel... 5,5 von 10 Reagenzgläsern (und ein Taschentuch)
     
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  3. Ostmiez

    Ostmiez Fußballgott a.D.

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    Habe diesen Film auch gesehen, meiner Meinung nach war dies eine Botschaft an die Menschheit.
    Man sollte dies mit der Genmanipulation am besten sein lassen. Es kann keinesfalls was Gutes daraus
    entstehen. Abgesehen vom Fabelwesen mit den Flügeln, hätte man diese (die Flügel)weg gelassen, konnte man
    durchaus etwas Realistisches an dieser Kreatur erkennen. Ich bin immer der Meinung, hinter jedem Film
    steckt ein Hauch Realität und wenn dies so dargestellt wird ist die Wissenschaft schon ein ganzes Stück weiter.
    Gilt bestimmt auch für andere Filme. Wenn man frühere SF-Filme anschaut, so kann man in der heutigen Zeit schon vieles wieder erkennen. Ist bestimmt schon passiert, dass genmanipulierte Menschen unter uns weilen :oma:
     
  4. Dilbert

    Dilbert Zynischer Querulant

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    Ostmiez, die Botschaft von wegen "Genmanipulation ist ´ne ziemlich dämliche Idee" befindet sich in nahezu jedem Film, der irgendwelche herbeigezüchteten Mutationen zum Thema hat.
     
  5. Pumpkin

    Pumpkin Heimatlos und viel zu Hause Moderator

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    Wobei: wenn ich mir manche Zeitgenossen so ansehe, z.B. bei "Frauentausch", " Schwiegertochter gesucht" oder hier in der Pommesbude umme Ecke, ist Genmanipulation eigentlich eine gute Idee!
     
  6. GaviaoDaFiel

    GaviaoDaFiel Last Dino Standing

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    Oder die Zeitgenossen, die hier immer über Pappenheimer rumjammern.
    Bei denen ist aber Genmanipulation Zeitverschwendung - da jibbet einfach nix zu manipulieren.
     
  7. Dilbert

    Dilbert Zynischer Querulant

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    Das ist das Ergebnis der Gen-Manipulation...
     
  8. Dilbert

    Dilbert Zynischer Querulant

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    "Ong Bak 2"

    Baah, wat mach ich denn nun mit diesem Film?

    Verreissen? Gründe gäbe es mehr als genug.

    Loben: Ja, auch dafür bestände Anlass...

    Ich komme mal zur (eigentlich kaum existenten) Handlung: Der Film hat mit dem grandiosen Kloppstreifen "Ong Bak" ausser dem Namen, dem Hauptdarsteller Tony Jaa und dem Namen der Hauptfigur eigentlich so gut wie gar nichts gemeinsam. Einmal spielt er irgendwann im 15. Jahrhundert (der erste Teil spielt in der Gegenwart), und zweitens taucht auch die Buddha-Figur Ong Bak nur am Ende mal auf und wird noch nicht einmal so genannt.

    Na ja, also ein Mann flieht mit seinem Sohn auf dem Gaul vor den Häschern von keine Ahnung wem. Er erreicht den Hof mit Müh und Not - Der Knabe lebt, das Pferd ist tot. Den Knaben hat er nämlich in dem Wissen wohl nur noch geschätzte 32 Sekunden zu leben zu haben unterwegs vom Galopper geschmissen. Sohnemann hat sich also im Busch verkrochen, wo er von irgendwelchen Barbaren aufgegabelt wird und zur Belustigung der Allgemeinheit einen Ringkampf gegen ein Krokodil inner Matschgrube bestreiten soll. Daran hat Ting (der Bengel) verständlicherweise wenig Interesse und verteilt erstmal ein paar Ohrfeigen, muss sich dann aber doch der Übermacht beugen und landet in der Kroko-Grube. Seine Aufmümpfigkeit hat allerdings einen Banditen beeindruckt, der mit seinem Haufen 1. die Barbaren aufmischt, und 2. Ting ein Messer zuwirft, damit dieser sich gegen die Echse besser verteidigen kann. Das Ergebnis ist ein totes Krokodil, und Ting, der von den Ganoven aufgenommen und zu einem mal so richtig granatigen Kämpfer trainiert wird.

    (SPOILER!)

    Und dann hakt es irgendwo. Der Film eiert mit etlichen seltsamen Gestalten vor sich hin, bis es zum grossen Finalkampf kommt, bei dem der Häuptling der Barbaren mit seiner Restmeute Rache üben will, und Ting deshalb mal so etwa 50 Leute auf den Pelz schickt. Selbiger Endkampf, der aber irgendwie gar keiner ist, nimmt dann die letzten geschätzten 20 Minuten des Films ein, und dann kommt heraus, dass der Bandit der Ting aufgezogen und trainiert hat auch der Mörder seines Vaters war. Er opfert sich um Tings Leben zu retten, allerdings sind noch ein paar hundert Gegner übrig und Ting ist doch mehr oder weniger ´ne gerade noch atmende Mischung aus Steak blutig und Thüringer Mett. Der Barbarenkönig befiehlt noch "Lasst ihn nicht zu schnell sterben, er soll Schmerzen haben!" oder so ähnlich, und als jeder irgendeine wundersame Befreiungsaktion erwartet, folgt der Abspann...

    HÄ?!

    Nun gut, es gibt noch einen dritten Teil, aber den gab es beim Second-Hand-Shop nicht... Wie soll man denn auch wissen, dass die einen auf "Zurück in die Zukunft" machen, und einem mehr oder weniger mitten im Film aus der Handlung reissen die eh kaum vorhanden ist?

    So, was ist an dem Film gut... Die Story? Nö. Die Kostüme? Ausbaufähig... Die Figuren? Nicht so wirklich. Die Kämpfe? Verdammte Hacke: JA(A)

    Die Kloppereien sind der einzige Grund, sich das Gemetzel anzusehen. Leider gefielen mir die Hauereien im ersten Film, als sich der Ting der Gegenwart auf der Suche nach der heiligen Buddha-Birne durch Bankok beult, viel besser, weil er sich da hauptsächlich mit Muay Thai-Kämpfen durch die zumindest rudimentär nachvollziehbare Handlung prügelte. Ebenso in "Revenge of the Warrior", wobei er da seinen Stil etwas abwandelte. Das war anders, das sah verdammt echt aus, das war von den Kämpfen her brilliant choreografiert. Gut sind die hier auch, nur eben nicht so aussergewöhnlich, und der Stil wird durch den Einsatz von Schwertern und anderer Waffen eben stark verwässert.

    Insgesamt bin ich schon etwas enttäuscht von "Ong Bak 2". Mal gucken, ob ich den dritten Film in irgendeinem anderen Second-Hand-Shop finde. Den Vollpreis isser mir nicht wert, obwohl er von der Kritik immerhin besser aufgenommen wurde als Teil 2.

    Ich vergebe mal gut gemeinte 6 von 10 Blutergüssen.
     
  9. Dilbert

    Dilbert Zynischer Querulant

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    "Ong Bak"

    Nachdem ich vorhin den zweiten Teil verwurstet habe, gab es als Bonusprogramm Teil eins hinterher.

    Aaaalso: In einem kleinen Dorf in Thailand steht das Dorffest an. Die jüngeren Herren des Dorfes klettern deshalb einen Baum hoch, um einen roten Schal zu erreichen, und mit diesem als erster wieder auf dem Boden zu landen. Dafür ist (abgesehen von Waffen) jedes Mittel recht, und wenn man der Konkurrenz auch mal die Buchse über´n Hintern zieht.

    Als Sieger geht Ting hervor. Mitten in diese Festivität platzt ein Kleinganove, der versucht einem der Dorfältesten ein wertvolles Amulett abzukaufen. Der will das aber gar nicht hergeben. Als Racheakt sägen der Gangster und seine Schergen in der Nacht dem heiligen Dorfbuddha Ong Bak die Rübe runter, was bei den Einwohnern nicht gerade für Begeisterung sorgt. Irgendeiner muss los und das Ding zurückholen, droht doch sonst eine Hungersnot.

    Da der Spitzbube so dämlich war dem Amulettverkaufsverweigerer seine Visitenkarte zu geben, weiss man immerhin wo man suchen muss: Bankok! Dorthin ist vor einiger Zeit auch Humlae, der Sohn des Amulettbesitzers ausgewandert. Ting meldet sich freiwillig, um Ong Baks Birne wiederzubeschaffen. In Bankok trifft er schnell auf Humlae, der sich seinerseits als erfolgloser Betrüger, chronischer Wettversemmler und eher untalentierter Falschspieler durchschlägt, und deshalb einmal ´nen Haufen Schulden bei diversen unfreundlichen Gestalten und ausserdem seit Monaten die Miete für sein Wohnklo nicht bezahlt hat. Da kommt Ting ihm nun nicht gerade recht, interessiert sich Humlae doch für die Probleme seines Dorfes erstmal ´nen Scheiss, weil er selber stets damit beschäftigt ist seine eigene Haut zu retten... bis er dessen Reisekasse sieht. Als er Ting seine von den Dorfbewohnern gespendeten Kopeken klaut und in den nächsten illegalen Fight-Club schleppt, gerät Ting beim Versuch sich die Patte zurückzuholen, unfreiwillig in die dort ansässige Prügelszene. Seinen ersten Kampf gewinnt er dann auch in ca. zweieinhalb Sekunden, sehr zum Missvergnügen des Clubbesitzers und Wetthais, der ebenfalls hinter den Diebstählen von diversen mehr oder weniger wertvollen Antiquitäten steckt und auch im Drogengeschäft mitmischt. Und Ong Baks Rummsrübe hat...

    Nachdem Ting ihm mehrfach den A... gerettet hat, kommt es so langsam zu einem Sinneswandel bei Humlae. Dabei geraten die beiden in abenteuerliche Verfolgungsjagdten durch die Strassen Bankoks und etliche Prügelleien, bis sie schliesslich den Kopf von Ong Bak finden und es zum höchst brutalen Finale in einer Grotte kommt.

    Zugegeben, die Handlung könnte irgendjemand, der irgendwann mal einen Kung Fu-Streifen und einen Teil von Indiana Jones gesehen hat, nachts um drei mit 2,8 auf jedem Auge in seiner Stammspelunke auf´n Bierdeckel krickeln. Das interessiert bei diesem Film aber auch wirklich niemanden. Wichtig ist die Action, und die ist hier im Gegensatz zu den meisten völlig überfrachteten und bis zum "das glaubt doch wirklich niemand mehr"-übertriebenen Gullywood-Spektakeln ohne den Einsatz von Computern, Seilen oder sonstigen billigen Tricks verwirklicht. Die Kämpfe und Stunts sind einfach weltklasse, zumal sich der Thai-Stil von den meisten herkömmlichen Kloppstreifen doch stark unterscheidet und die Haureien nochmals echter wirken lässt.

    Ong Bak lässt einem oftmals die Kinnlade herunterklappen, und macht trotz der "irgendeinen Grund müssen die ja haben sich zu vermöbeln"-Alibistory einfach nur Spass.

    Ich vergebe 9 von 10 Gipsverbänden
     
    Zuletzt bearbeitet: 3 September 2015
  10. Pumpkin

    Pumpkin Heimatlos und viel zu Hause Moderator

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    Kingsman - The Secret Service

    Junge aus ärmlichen Verhältnissen gerät mehr oder weniger zufällig an den Geheimdienst "Kingsman" und durchläuft die Ausbildung zum Agenten. Selbstverständlich bekommt er auch recht bald Gelegenheit, sein Talent unter Beweis zu stellen, denn ein Schurke will bis auf einige wenige Auserwählte die Menschheit ausrotten.

    Ich hatte ja schon viel Gutes über diesen Film gehört und muss sagen: das war noch untertrieben - er ist einfach großartig!!! Stecken wir ihn einfach mal in die Genreschublade "Action-Komödie". Dann noch etwas Persiflage, eine gute Prise Gewalt: fertig ist der beste Bond, den es nie gegeben hat!
    Was hier an Gags, schrägem Humor, Kampfakrobatik und Action geboten wird, ist einfach nur genial. Allein Samuel L. Jackson als lispelnder Bösewicht...klasse!

    Ich verrate hier jetzt nicht zu viel, sondern sage: schaut ihn Euch an, es lohnt sich definitiv!

    10 von 10 Regenschirmen
     
  11. Dilbert

    Dilbert Zynischer Querulant

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    Für ´nen Schundfilm nicht mies genug...

    "Arachnid"

    Ein Monsterspinnenfilm aus spanischer Produktion, das kann ja heiter werden.

    Geht schonmal mit einer spacigen Wasserhose los, in die ein Hai eingesaugt wird, woher zum Deibel kenne ich das nur..? Ach ja, Spartakus!

    Ein Milltärpilot ist so schlau seinen Kampfjet genau in das Ding reinzusteuern und muss anschliessend den Schleudersitz betätigen. Das kommt dabei raus, wenn man seinen Pilotenschein aus´m Greifarmautomaten von Jahrmarkt zieht. Er landet mit seinem Fallschirm auf einer Insel. Vor seinen Augen mutiert dann eine Mischung aus Predator und Spider-Schwein vor sich hin, welche ihn anschliessend in Jenseits befördert.

    Szenenwechsel: In einem Krankenhaus liegt ein Typ mit seltsamen Bissen und ungewöhnlichen Krankheitszeichen, der wohl von der Insel kommt auf der der Pilot gerade abgemurkst wurde. Flugs wird eine Expedition aus unterschiedlichen Pappköppen zusammengestellt, ein Arzt, drei oder vier Ureinwohner, ein Spinnenexperte der mir schon in der ersten Sekunde seines Auftritts auf den Sack geht, zwei Typen mit Wummen, ´ne blonde Tussi von der ich keine Ahnung habe was die da eigentlich soll (später stellt sich heraus dass sie die langjährige Assistentin vom Doc ist), ein smarter Expeditionsführer und eine ganz passabel aussehende Pilotin, und wer nicht innerhalb von einer Minute errät wer da bis zum Ende des Streifens dabei sein darf, weiss nicht wo die Wurst wächst.

    Der bunte Haufen macht sich also auf dem Luftweg auf zur Insel. Wie beim Kampfpiloten vorhin fallen beim Anflug sämtliche Instrumente aus, weshalb die Landung doch relativ holprig ausfällt und mit einem halb im Sand steckenden Flieger endet.

    Da stellt sich mir eine Frage: Die Deppen fliegen los auf eine fast komplett naturbelassene Insel mit viel Wald und ohne jede brauchbare Landemöglichkeit, warum zum Henker kommt dann da niemand auf die Idee dass ein Wasserflugzeug ganz praktisch wäre, und jetzt vielleicht nicht mit den Rotorblättern inner Matsche stecken würde?

    Nun ja, die Expedition gerät letztendlich zur Komplettkatastrophe. Der Doc ist ´n ausgewiesenes Arschloch, einer von den Knallköppen wird von mutierten Zecken dahingerafft, und auch ansonsten treibt sich auf dem Eiland ein Haufen seltsames Viehzeugs rum was da eigentlich nicht anzutreffen sein sollte. (Der zu Beginn eingesogene Hai taucht übrigens nie wieder auf.) Nach und nach wird die Anzahl der Teilnehmer von irgendwelchen mutierten Krabbelviechern reduziert (zum Glück geht auch der Hackfressenbiologe dabei drauf), bis zum Schluss nur noch drei Leute übrig sind, die den Endgegner scheinbar besiegt haben.

    Aber natürlich: Etwas hat überlebt... (GÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄHN!)

    Ist aber eigentlich auch scheissegal, weil die Funkgeräte eh nicht funktionieren, der Flieger inner Grütze steckt, und es so oder so keine Möglichkeit gäbe mit dem Ding zu starten, sofern man die Propellergurke ausgebuddelt bekäme.

    Bewertung: Teilweise ist das ganze gar nicht so schlecht gemacht. Die Viecher (sofern man sie zu Gesicht bekommt) sehen passabel aus, die Schauspieler gehören sicherlich nicht zur ersten Wahl, agieren aber im Rahmen. Splatterszenen sind nicht wirklich vorhanden, ein bisschen Blutgekotze, und das war es dann auch schon. Aber irgendwie fehlt mir da was. Der letzte Kick, der aus einem passablen Creature-Feature einen wirklich spassigen Streifen macht. Das wirkt alles so doof konstruiert und nimmt sich irgendwie auch viel zu ernst. Selbst Charaktere die halbwegs lustig angelegt sein sollen wie der schrullige Biologe gehen einem schlichtweg auf die Nerven, anstatt ansatzweise unterhaltsam zu sein. Ich werde mir diesen Film nicht noch einmal angucken.

    Bewertung: 4,5 von 10 Zeckenbissen
     
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  12. Dilbert

    Dilbert Zynischer Querulant

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    "Larva"

    Nachdem der alte Tierarzt auf mysteriöse Weise verschwunden ist, ist sein junger Nachfolger (der Name wird im Film einmal genannt, aber ich hab den schon wieder vergessen weil ihn sonst alle mit "Doc" ansprechen) gerade dabei seine Praxis zu übernehmen, als der etwas schrullige Farmer Jacob um Hilfe bittet. Seine Kühe sind von einer rätselhaften Krankheit befallen. Doc fährt hin, greift dem Rind beherzt innen Hintern und tippt danach auf einen ungefährlichen Leberparasiten.

    Da wir uns aber im B-Movie-Bereich befinden dürfte klar sein, dass die Parasiten (gerade bei dem Titel) alles andere als ungefährlich sind. Ganz im Gegenteil. Fleischfabrikbesitzer Fletcher, der die ganze Gemeinde kostenlos mit Futter beliefert und dafür dann die Rindviecher zum Vorzugspreis durch den Wolf jagen darf, hat den Big-Mac-Azubis genverseuchtes Futter angedreht. Als Doc auf den Trichter kommt dass mit den Kühen irgendwas faul ist und das auch bei der Stadtversammlung kund tut, wird er von Fletcher mit irgendwelchen Verfehlungen aus seiner Vergangenheit konfrontiert, weshalb Doc keiner mehr glaubt.

    Der will schon frustriert die Segel streichen, als Jacob verzweifelt anruft weil eine Kuh bald zu platzen scheint. Als Doc ankommt liegt das Tier schon mit ´nem Loch im Rumpf auffer Seite und oben vom Stallboden kommen seltsame Geräusche. Das Vieh, welches Jacob dann kurz darauf abknallt, sieht auch alles andere als harmlos aus...

    Bald darauf platzen nicht nur die Kühe.

    "Larva" bringt nicht viel, was man nicht schon gesehen hätte. Fehlgeschlagene Gen-Experimente, verzweifelte Vertuschungsversuche der korrupten Gauner inkl. des Dorfpolizisten als alles schon völlig aus den Ruder gelaufen ist, Monster die aus Bauchhöhlen platzen, den knurrigen Aussenseiter mit dem Waffenarsenal im Keller und am Ende das grosse Kawumms. Okay, dass auch ein Kleinkind angemurkst wird, bietet nicht jeder Streifen dieser Art.

    Leider hakt des bei der ansonsten durchaus unterhaltsamen Chose an zwei Dingen:

    Das Bild ist oftmals dermassen dunkel, dass man fast gar nichts erkennen kann. Und nein, das liegt nicht an den Einstellungen an meiner Glotze. Und zweitens: Die grösseren Monster. Davon gibt es im Film wirklich ´nen ganzen Haufen, aber irgendwie sehen diese komischen fledermausartigen Mutantenparasiten immer aus als hätte da einer einfach ein paar schwarz angepinselte Drahtgestelle von defekten Sonnenschirmen mit schweren, braungesprenkelten Wolldecken bespannt. Sowas wie Gesichter haben die Viecher gar nicht, und bei den "Fressszenen" liegt einfach ein Schauspieler unter eben jenen Wolldecken und zappelt herum. Besser isses da anzugucken, wenn die kleineren Versionen aus ihren Wirten herausbrechen, wo man zumindest sowas wie Krallen erahnen kann. Das gab es bei "Alien" natürlich auch schon besser, macht aber trotzdem ´nen guten Eindruck.

    Besser inszeniert als der gestern von mir geguckte "Arachnid" ist der Film aber auf jeden Fall.

    Ich vergebe verdiente 6,5 von 10 kaputten Sonnenschirmen.
     
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  13. Dilbert

    Dilbert Zynischer Querulant

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    "Ghost Machine"

    Zwei Computerfreaks programmieren für das Militär eine äusserst realistische Nahkampfsimulation, bei der die Soldaten mit irgendwelchen das Gehirn beeinflussenden Helmen auf der Birne in einer Art Trance eine Geiselbefreiung simuliert bekommen, bei der man bei treffern auch Schmerzen spürt.

    Die Soldatin Jess will dabei eine Geisel befreien, und kann gerade noch aus dem Programm genommen werden bevor eine Sprengfalle ihr den Arm abreissen kann. Ihr befehlshabener Offizier ist davon wenig begeistert und fängt an sie zu schikanieren.

    Die beiden Computernerds lassen unterdessen diverses Equipment mitgehen um sich in einem ausrangierten Gefängnis mit zwei Kumpels einen spassigen Ballerspieleabend zu machen. Dummerweise strolcht in dem Knast noch der Geist einer neun Jahre zuvor zu Tode gefolterten islamistischen Internetterroristin herum, und hackt sich in das System ein. Aus dem Spiel wird ratzfatz Ernst. Auch die vom Stützpunkt frustriert abgedampfte Jess, die uzu den Freaks stösst, kann da kaum etwas ausrichten. Denn wie bekämpft man etwas, das 1. schon tot ist und 2. die Bedingungen jederzeit nach seinen Bedingungen verändern kann?

    Den Film als "wirr" zu bezeichnen wäre schon sehr untertrieben. Klar bietet das Schience-Fiction-Genre einem die Möglichkeit in einer virtuellen Realität quasi den letzten Stuss zusammenzuschrauben ohne es irgendwie grossartig erklären zu müssen. Da verschwinden dann eben Wände oder Durchgänge wie man es gerade braucht, taucht der Geist eines Folteropfers überall da auf wo es ihm passt, und wenn man mal gar nicht weiter weiss lässt man das Programm dazu einfach mit ein paar Fehlfunktionen laufen. Aber allein die Auflösung des "Warum ausgerechnet da?" ist so dermassen weit hergeholt, dass man dem Drehbuchautor eins vor die Fresse hauen möchte.

    Zitat: "Ich hab gerade einen verdammten Geist gefangen! Wer ist hier nun verrückt?!"

    Ähm... nun ja, eigentlich der, der sich diesen Stuss ausgedacht hat. Wobei ich die Idee mit ´nem Computerproblem und virtueller Realität die wirklich Leute umbringt an sich nicht so mies finde, nur die ganze Geistergeschichte ist eben dermassen bescheuert dass sie den ganzen Film schrottet. Was angesicht der engagierten Darsteller und der guten Tricks wirklich sehr schade ist.

    Leider vermurkste 4 von 10 Firewalls
     
  14. Pumpkin

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    Gran Torino

    Clint Eastwood als Vietnamveteran Walt Kowalski. Seit jeher griesgrämig und spießig, setzt der Tod seiner Frau dem Ganzen noch die Krone auf. Er schließt mit allem ab, mäkelt an allem herum und lässt vor besonders an Ausländern - vor allem seinen asiatischen Nachbarn - kein gutes Haar.
    Eastwood füllt seine Rolle sehr glaubhaft aus. In manchen Szenen und bei einigen herben Sprüchen und Dialogen musste ich wirklich schlucken. So jemanden möchte niemand als Nachbarn haben.
    Nach und nach entsteht ein Kontakt zu den Asiaten, aus dem irgendwann eine fast emotionale Beziehung entsteht. Walts Motive klären sich dabei erst am dramatischen Ende auf.
    Der Film ist eine gelungene Mischung aus Melodram und Komödie, obwohl einem auch in den komödiantischen Szenen oft das Lachen im Halse stecken bleibt.
    Wer Action und Popcorn-Unterhaltung sucht, liegt hier komplett falsch. Für diesen Film sollte man sich Zeit und Aufmerksamkeit reservieren.

    9 von 10 Schwuchtel-Spoilern
     
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  15. Raul Marcelo

    Raul Marcelo Well-Known Member

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    Gran Torino, einer der geilsten Filme!
    Die Dialoge, die Figuren, da passt einfach alles zusammen.

    vor allem beim Frisör, müsste man mal im realen probieren :D
     
  16. Chris1983

    Chris1983 Well-Known Member

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    Jurassic World

    Gestern Abend auf DVD gesehen. Hm...ja. Dino Action ganz nett. Story wie erwartet bei so einem Film. Dass er mich nicht so packen würde wie damals der erste Jurassic Park - geschenkt. Aber ich würde ihn so nach dem ersten Sehen zwischen Teil 2 und 3 einordnen, ggf. sogar nur auf einer Stufe mit Teil 3. Oder doch noch drunter?! :gruebel:

    Wertung: 5,5 von 10 Dinoeiern.
     
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  17. Pumpkin

    Pumpkin Heimatlos und viel zu Hause Moderator

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    Mission: Impossible - Rogue Nation

    Solide, den Erwartungen entsprechende Popcorn-Kost. Wie in allen Teilen der MI-Reihe wird dringend empfohlen, die Toleranz bzgl. fehlender Logik auf "Maximal" zu stellen. Für mein Empfinden ist es dem Film gut gelungen, die Balance zwischen Actionszenen und langsamen Passagen zu halten - mir wurde nie langweilig.

    7 von 10 USB-Sticks
     
  18. Pumpkin

    Pumpkin Heimatlos und viel zu Hause Moderator

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    All is lost

    Robert Redford als Segler in Seenot.

    So knapp wie diese Inhaltsangabe ist auch der komplette Film. Gesprochen werden gefühlt 5 Worte und man kann das Ganze eigentlich als eine Art Kammerspiel bezeichnen: Robert allein auf dem Boot. Daraus hätte man durchaus einen besonderen Film machen können. Hat man aber leider nicht.
    Dafür gibt es zahlreiche Gründe. Zum einen schmeißt der Film den Zuschauer von Beginn an ohne jedwede Erklärungen mitten ins Geschehen. Das muss erst mal nicht negativ sein. Hier aber fragt man sich über die vollständige Laufzeit, was Robert da allein im Meer überhaupt macht. Wer ist er? Warum segelt er? Wieso spricht er nicht mit sich selbst? Überhaupt bleibt Redford völlig reduziert in seiner Darstellung. Fast wie Frodo im HdR trägt er stets die gleiche Mimik zur Schau. Ich habe absolut keine Ahnung, welche unfassbar geniale Leistung da einige Rezensenten gesehen haben wollen. Ich kann nur sagen: mir persönlich war sein Schicksal scheißegal, denn irgendeine Empathie mit dem Hauptdarsteller kam bei mir nie auf.
    Dazu kommen total unlogische Handlungen. Selbst als Nichtsegler habe ich mich mehrfach gefragt, wieso zu Teufel er jetzt das so macht und nicht anders. Über fehlendes Flattern des Regenmantels bei Sturm und ähnlichen Katastrophen breite ich mal den Mantel des Schweigens.
    Ganz zum Schluss konnte mich die allerletzte Szene dann auch nicht mehr schocken... und "schocken" meine ich in Bezug auf Logik und nicht auf einen wirklichen Effekt.

    1 von 10 Trinkwasserkanistern
     
  19. Dilbert

    Dilbert Zynischer Querulant

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    Klingt stinklangweilig, Pumpkin. Wieder ein Film zum fröhlichen versäumen.
     
  20. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Klingt wie viele dieser "Mensch dem Unbill der Naturgewalt ausgesetzt" Filme; das geht meistens etwas ins Hoserl.
     
  21. Chris1983

    Chris1983 Well-Known Member

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    Hört sich auf jeden Fall eher an wie ein schlechter Abklatsch von "Der alte Mann und das Meer!" :weißnich:
     
  22. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Bitte? Warum denn das? Weil ein Mann alleine auf'm Meer ist?
     
    Zuletzt bearbeitet: 3 Januar 2016
    Holgy gefällt das.
  23. Chris1983

    Chris1983 Well-Known Member

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    Jep.

    Mir ist schon klar, dass die Handlung eine andere ist. Wollte damit nur zum Ausdruck bringen, dass die Idee an sich jetzt nicht umwerfend neu ist.
     
  24. Pumpkin

    Pumpkin Heimatlos und viel zu Hause Moderator

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    An sich denke ich schon, dass Filme funktionieren können, die kammerspielartig die Auseinandersetzung eines Einzelnen mit seiner Situation zeigen. Spencer Tracy habe ich den kampf mit dem Fisch und den Naturgewalten jederzeit abgenommen, das war für mich ein mitreißender Film.
    Redford nehme ich leider bei "All is lost" so gut wie gar nix ab. Aus meiner Sicht funktioniert dieser ansonsten exzellente Schauspieler in dem Film überhaupt nicht. Dazu noch Logiklöcher und Drehbuchaussetzer - fertig ist die Verschwendung von Zelluloid.
     
  25. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Kirschblüten und rote Bohnen

    Ein Imbisbesitzer stellt gegen seine erstlichen Bedenken eine alte Frau an, weil sie prima An (japanische rote Bohnen Paste) machen kann. Allen schmeckt es, nein nicht allen, und so kommt es... aber das will ich nicht verraten. Toller Film (Aber: keine Laseschwerter, keine Orks, keine Waffen, kein Sex, kein Martial Arts, keine Monster und nicht lustig.)

    10 von 10 rote Bohnen.
     
    derblondeengel gefällt das.
  26. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Ich habe mich ja nur an dem Vergleich zum Roman Hemingways gestoßen, denn da geht es ja meines Erachtens nicht darum, dass ein Mensch in Seenot kommt und dann halt gegen Stürme, Hunger und Durst zu überleben versucht sondern zuerst um eben einen alten Mann, der gegen sein Schicksal, eben das Älterwerden und die damit einhergehende Schwächung kämpft.
    Es geht auch um das Erkennen der eigenen Grenzen und der Kampf des Fischers gegen den Fisch hat außerdem schon was von der Konfrontation Ahabs mit Moby Dick: Da prallen zwei Lebewesen aufeinander, ringen miteinander und der Fischer entwickelt ja auch eine Bewunderung für seinen Gegner, der ja schon fast zum Freund wird; dieser Fisch bedeutet ihm gewissermaßen alles und wird zu seinem Schicksal.

    Das ist einfach verdammt guter Stoff auch für einen Film.

    Allein Sturm, Wellen und Fast-Ertrinken ist halt zu wenig, in meinen Augen, da müsste dann mehr Metaphysik rein, damit es auch was für den Schauspieler wird und er mehr zeigen kann als Schmerz und körperliche Erschöpfung.
    Ich kenne auch keinen Film, der alleine das zum Thema hat und der damit Eindruck hinterlässt. Das meinte ich damit, dass ein Film "immer ins Hoserl geht", wenn das alles ist.
     
  27. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Das brandneue Testament
    Belgien 2015

    Surealer Film, der mich am ehesten noch an die fabelhafte Welt der Amelie erinenrt hat. Aber natürlich 'ne ganz andere Story, denn schließlich haut die Tochter von Gott, der ein ziemliches Arsch ist, von zu hause ab und sucht sich in der Welt, genauer in Brüssel, 6 neue Apostel, aber vorher... und zum Glück gib es noch Gotts Frau, die Göttin.

    8 von 10 Evangelien.

    Es gibt noch einen Extra-Punkt für "die Sache" :floet: mit Catherine Deneuve und dem Gorilla...

    Das brandneue Testament - Offizielle Webseite
     
  28. Dilbert

    Dilbert Zynischer Querulant

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    Was mich abhält: Der Streifen kommt aus Frankreich.

    Edit: Frankreich, Brüssel, ja nee, is klar. :aua:
     
  29. Pumpkin

    Pumpkin Heimatlos und viel zu Hause Moderator

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    Sin Nombre

    Ein Film über das Leben in einer Gang in Mexiko, über Gewissenskonflikte und eine Flucht ( manchmal ist es fast ein Roadmovie )...
    Im Gegensatz zu manch anderen Filmen, die sich mit der Straßengang-/Subkultur-Thematik auseinandersetzen, wirft einen "Sin Nombre" direkt ins Geschehen. Will heißen: die Vorgeschichten der Hauptfiguren, das ganze "Drumherum", wird nur flüchtig angerissen. Das mag bei einem 90minütigen Film Sinn machen - schließlich gibt es genug Genrevertreter, die das Slum- und Gangleben sehr ausführlich beschreiben -, dennoch fiel es mir ungewohnt schwer, eine Beziehung zu den Protagonisten und zu der erzählten Geschichte zu bekommen. Keine Frage: die Bilder sind toll ( in plakativ-knalliger Farbgebung ), die Landschaften und Szenarien wunderbar in Szene gesetzt, die Darsteller glaubhaft. Dennoch blieb ich stets Beobachter von außen - ich fühlte mich nie wirklich im Geschehen. Wenn ich diesen Aspekt beispielsweise mit "City of god" vergleiche, liegen in punkto Intensität Welten dazwischen. Selbst das Ende ließ mich recht kalt.
    Unterm Strich bleibt für mich ein sehenswerter, gekonnt inszenierter Film, der sicherlich interessant bis zum Schluss bleibt aber dennoch nur selten wirklichen Tiefgang bietet.

    6 von 10 Gesichtstattoos
     
  30. Pumpkin

    Pumpkin Heimatlos und viel zu Hause Moderator

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    The Hateful Eight

    Eine Kurzzusammenfassung der Story spare ich mir ... ich denke, jeder halbwegs Interessierte weiß bereits, um was es geht.

    Mir war ja schon vor dem Kinobesuch bewusst, dass QT etliche Szenen und Dialoge des Films extrem ausführlich und langatmig präsentiert, daher überraschte mich auch die sehr gründliche anfängliche Einführung der wichtigsten Personen wenig. Was mich aber überraschte, waren die in Relation zu früheren QT-Werken zunächst doch recht seichten Dialoge. Da fehlten mir doch teilweise der Biss und das tarantinoeske Etwas. Überhaupt empfand ich die erste Stunde des Films als ein wenig zäh ( vielleicht auch, weil einigen Dialogen der Tiefgang fehlte ), dazu aber später mehr...
    Einmal in "Minnies Miederwarenladen" ( geniale Location für so ein Geschäft! ) angekommen und mit Einführung der weiteren hasserfüllten Acht, nimmt das Ganze dann spürbar Fahrt auf. Die Charaktere werden vielschichtiger, die Dialoge tiefgründiger und packender, die Atmosphäre angespannter. Langeweile oder Durchhängerphasen hatte ich spätestens ab hier bis zum bitteren Ende keine mehr...
    Irgendwann eskalieren die Geschehnisse und QT fährt alle wohlbekannten Geschütze auf: großartige Dialoge, Kameraeinstellungen und derbe Gewalt geben sich ein Stelldichein. Ich muss der Meinung ganz klar zustimmen, dass dieses Werk am ehesten mit "Reservoir Dogs" vergleichbar ist: zum größten Teil handelt es sich bei "H8ful 8" ebenfalls um eine Art Kammerspiel, in dem die Beziehungen der Personen untereinander sowie deren wahre Beweggründe und Identitäten im Vordergrund stehen. Wer Action und rasante Schnitte sucht, kann sich den Kinobesuch sparen.
    Als ich schon vor Monaten hörte, dass Christoph Waltz diesmal nicht mit von der Partie ist, war das für mich eine gute Entscheidung. Vor diesem Hintergrund frage ich mich allerdings, wieso dann Tim Roth eine Rolle spielt, die denen von Waltz so extrem ähnelt, dass dessen Nichtberücksichtigung quasi sinnlos ist. Hier muss QT aufpassen, dass er das Schema Waltz ( eigenartiger Kautz mit elitär-komischer Redegewandtheit ) nicht aus Selbstzweck bis zum Erbrechen wiederholt.
    Alle Akteure machen ihre Sache wirklich gut, heraus stechen mMn Samuel L. Jackson und Jennifer Jason Leigh, die absolut fantastisch agiert! Allerdings gibt es für mich auch zwei Fehlbesetzungen ...

    Channing Tatum als Daisy Domergues Bruder Jody ist viel zu glatt und geleckt. Ihm nimmt man die Rolle des Ganganführers überhaupt nicht ab. Außerdem Zoe Bell als "Six-Horse Judy": ist mir schleierhaft, wie man angesichts der Trost- und Perspektivlosigkeit der Gegend dort so eine übetrieben gute Laune haben kann! Wirkt albern und aufgesetzt.

    Abzüge gibt es auch für eine handvoll Gags, die einfach nicht so richtig zünden ( kenne ich von QT kaum ) und eine völlig überflüssige Szene, die abartig ekelhaft ist und den Film wirklich null weiterbringt. Eventuell sehe ich das später mal anders, wenn ich ihn mehrfach angeschaut habe, wer weiß...
    Eins ist auf jeden Fall klar: ohne den sehr in die Länge gezogenen Beginn, würde der Film später nicht zünden. Es ist wichtig, die Personen so langatmig einzuführen - das spürt man gegen Ende deutlich.
    Der Score von Ennio Morricone ist mir ehrlich gesagt weder positiv noch negativ groß aufgefallen. Zumeist stimmt die Untermalung - Weltbewegendes ist mir zumindest beim ersten Ansehen ( und -hören ) nicht in Erinnerung geblieben.
    Insgesamt bleibt unterm Strich ein guter Tarantino, von dem hoffentlich auch die Roadshow-Version irgendwann auf Bluray erscheint.

    8,5 von 10 Red Apple Zigaretten
     
    Busti gefällt das.
  31. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Ich find den Beginn nicht in die Länge gezogen, der ist noch das beste am Film. Ich halte den Rückblick für völlig überflüssig. Den hätte QT einfach weglassen können, denn er bringt weder den Film weiter, noch dem Zuschauer irgendwas, was man nicht auch anders und kürzer hätte bringen können. Ist das QT's Hang zu Rückblenden zu verdanken oder ist ihm nix besseres/originelleres eingefallen? :weißnich: