Erbpacht und Erbbaurecht

Dieses Thema im Forum "Kneipe" wurde erstellt von André, 29 März 2010.

  1. André

    André Foren-Capo Administrator

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    Wir suchen gerade einen Bauplatz: Alte Oma 87 Jahre, keine Angehörigen hat so ziemlich den einzigen noch freien. Gefragt, sagt Sie: Das bißchen was man noch hat will das junge Volk einem auch noch wegnehmen. :rolleyes:

    Von wegnehmen kann ja keine Rede sein, schließlich würde ich mehrere 10 tsd Euro dafür zahlen.

    Naja in x Jahren ist die Frau nicht mehr, und dann kann ich das Grundstück für 99 Jahre bei der Kirche pachten. 99 Jahre Pachteinnahmen und anschließend gehört das Grundstück mitsamt dem Haus der Kirche. Und das ist kein Einzelfall sondern Alltag.
     
    Zuletzt bearbeitet: 30 März 2010
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  3. Schröder

    Schröder Problembär

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    Ich glaub, da liegst du falsch. Kann mir nicht vorstellen, das die Kirche das Haus einfach so mit dem Grundstück übernehmen kann. Entweder wird der Pachtvertrag verlängert oder die Kirche wird das Haus auszahlen müssen (wenn`s auch vielleicht bei `nem Haus dieses Alters kein Vermögen sein wird).
     
  4. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Da geht's nicht ums Übernehmen.
    So wie ich das verstanden habe, will die alte Dame ihr Grundstück der Kirche vererben und die kann's dann natürlich verpachten.
     
  5. André

    André Foren-Capo Administrator

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    Sicher? :gruebel:

    So wie ich das verstanden ist nach Auslaufen des Pachtvertrags nach 99 Jahre das Grundstück mitsamt dem Haus der Kirche. :suspekt:
     
  6. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Ach, jetzt raff ich's :rolleyes:
    Was am Ende eines Erbpachtvertrags passiert, regelt man vertraglich. Wird verlängert? Wird ausbezahlt? Wie wird der Wert der gebauten Immobilie bemessen? etc. pp
     
  7. André

    André Foren-Capo Administrator

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    Achso und das kann man individuell aushandeln, oder gibt es da ein Shema F bei der Kirche so nach dem Motto: Bei uns läuft das immer so, entweder friß oder stirb.

    Hm hatte vor längerer Zeit mal deswegen recherchiert, und da bin ich auf eine Seite geraten und da stand halt das das Haus dann nach 99 Jahren definitiv weg sei.

    Sonst wäre das ja evtl. echt noch eine Möglichkeit, den Gemeindegrundstücke sind alle weg, aber die Kirche hat wohl noch was.

    Ok wenn die diesen Thread und meine Antworten lesen, habe ich da eh ausgeschissen. :floet:
     
  8. Schröder

    Schröder Problembär

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    Vielleicht kannst`s es ja so machen, das der Kirche das Haus nach den 99 Jahren überlässt und dafür keine Pacht zahlen musst. ;) Auf keinen Fall darf sich die Kirche einfach so an einem Haus bereichern, das ihr nicht gehört. Wenn ich z. B. ein Parkplatz für 5 Jahre vermiete, gehört mir danach ja auch nicht der Wagen.
     
  9. diavo

    diavo Member

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    Es handelt sich um Erbpacht.
     
  10. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Kann schon sein, dass der Grundstückeigentümer erstmal mit dieser Forderung ins Rennen geht; musst Dich aber ja nicht darauf einlassen.
    Nach 99 Jahren dürfte der Wert der Immobilie ohnehin recht übersichtlich sein ;-)

    Siehe Abschnitt "Was passiert nach 99 Jahren?"
     
  11. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Darum geht's auch bei Erbpacht nicht.
     
  12. André

    André Foren-Capo Administrator

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    Ok, danke für den Link:
    Da werde ich doch mal unseren Immobilienm... .. äh Pastor anhauen was er noch so im Petto hat. ;)
     
  13. diavo

    diavo Member

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    Erbpacht gibt es überall, nicht nur von der Kirche.
     
  14. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Meiner Meinung nach ist das aber nicht der entscheidende Punkt, den Du beachten solltest, denn mal ehrlich: Was juckt Dich, was mit Deinem Haus passiert, wenn Du 130, Dein Kind 100 und eventuelle Enkel 70 sind?

    Entscheidender ist die Frage: Welchen finanziellen Vorteil kannst Du aus der Erbpacht ziehen im Vgl. zum eigenen Grundstückserwerb und das ist abhängig von:
    • Höhe der Zinsen für einen Kredit
    • Anpassung der Erbpachtzinsen über die Laufzeit
    • Wertentwicklung des Grundstücks
    • Tilgungsleistung bei einem Kauf

    By the way: Verschieb das mal in eigenen Thread ;)
     
  15. André

    André Foren-Capo Administrator

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    Nachdem wir in der Vergangenheit ziemlich oft umgezogen sind, haben wir uns entschieden nun hier sesshaft zu bleiben.

    Schwiegereltern wohnen im gleichen Ort, Meine Eltern sind auch nur 15 km weg, also kann man die kleinen schonmal unterbringen. Dazu kurze Wege, direkt auf der Autobahn (1min), in 5 Min in Mayen (Kreisstadt), in 20 Minuten in Koblenz.

    Trotzdem wohnt man hier ruhig, Dorf mit ca. 1500 Einwohnern, wir haben hier beide einen großen Freundeskreis etc.

    Leider kam die Erkentnis hier zu bleiben ein wenig zu spät. Es sind ca. 50 Bauplätze in den letzten 2 Jahren veräußert worden. Durch die gute Lage und die relativ günstigen Grundstücke, (weil Dorf) gingen diese weg wie warme Semmel.

    Eigentlich dachte man, man hätte mit diesen 2 Neubaugebieten auf Jahre genug, und so hängt man jetzt mit der Planung des nächsten ziemlich hinterher.

    Erst in 4-5 Jahren wird mit der Bebauung des nächsten Baugebites gerechnet, das wird dann ein richtig großes.

    Im jetzigen Baugebiet gibt es noch 7 Plätze, aber die sind alle privat und keiner von denen will verkaufen, da gute Wertanlage.

    Eins gehört dieser Oma, aber wir sind sicher nicht die eiinzigen die da scharf drauf sind.

    Vor nem halben Jahr standen hier immer 8 -10 Häuser bei den Immobilienportalen im Web, seit wir jetzt danach Ausschau halten, nur ein einziges, und es kommt nichts dazu. :hammer2:

    Deshalb wäre die Erbpacht echt eine Alternative, sofern die Bauplätze uns von der Größe und Lage zusagen würden.

    Die Alternative wäre ja noch 5 Jahre weiter Miete zu zahlen.
     
  16. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Sprich, Du würdest die Erbpacht deswegen nehmen, weil es nix zu kaufen gibt? Oder anders gefragt: Es gibt Grundstücke zu pachten aber nicht zu kaufen?
     
  17. André

    André Foren-Capo Administrator

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    Ja so sieht es wohl aus. Wir waren mehrmals bei der Gemeinde da gibt es nichts, auf die Kirche haben die uns gar nicht erst aufmerksam gemacht.

    Durch Zufall letztens eine alte Bekannte getroffen, erzählt wo wir wohnen, und da sagte die direkt: Da waren wir uns letztens einen Bauplatz angucken. Wir gleichzeitig: Wo :zahnluec:

    Ja und das war dann so Erbpacht Bauplatz. Daraufhin sind wir überhaupt erst auf die Idee gekommen.

    Angucken werden wir uns die mal, wenn es dann von den Rahmenbedingungen passt, wäre das wirklich eine gute Alternative, vor allem weil man den Bauplatz erstmal spart und somit die Finanzierungssumme geringer ist.
     
  18. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Die Finanzierungssumme mag geringer sein aber das wäre nicht der Punkt für mich sondern eben: Welchen Vorteil habe ich durch die Erbpacht gegen Ende meines Lebens.

    Bei einem Kauf gehört Dir, je nach Tilgung, das Grundstück irgendwann und es gewinnt evtl. auch noch an Wert dazu, während die Erbpacht, Dich einfach nur zahlen lässt.

    Sprich: Einfach nur die erste Jahresrate zu vergleichen zwischen Kauf und Erbpacht bringt Dir nix. Der Unterschied muß über die vielen Jahre Deines Lebens so hoch sein, dass er den Wert des Grundstücks zu Zeitpunkt x auch übersteigt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 30 März 2010
  19. Schröder

    Schröder Problembär

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    Naja, viel Glück jedenfalls.
    Was natürlich nicht heißt, dass ich hier däumchendrückend darauf warte, dass die Omma is Gras beißt. ;)
     
  20. Budmaster_Bundy

    Budmaster_Bundy Well-Known Member

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    Ich kenne mich zwar mit dem ganzen Thema rund ums Erbrecht nicht aus. Aber anscheinend ist es doch so, dass die Kirche in diesem Fall immer noch irgendwo irgendwann was zu sagen haben könnte.

    Wäre nichts für mich. Wenn ich auch irgendwann an dem Punkt stehen werde, über ein Eigenheim nachzudenken, dann käme für mich nur eine Lösung in Betracht, bei der absehbar ist dass ich zu einem Zeitpunkt X tatsächlich alleiniger Eigentümer ohne irgendwelche Einschränkungen bin.
    So ein Haus baut man in der Regel wenn überhaupt nur einmal, und letztendlich wird es irgendwann auch auf Kinder, Enkel oder Urenkel (sofern vorhanden) übergehen. Auch wenn ich 99 Jahre später nicht mehr selbst miterleben werde, fände ich es einfach bescheuert wenn dann der große Kampf um mein Haus losgehen würde.

    Von dem Aspekt her würde ich in deinem Fall wohl erstmal auf das neue Baugebiet warten und da dann zuschlagen. Immerhin kann man in fünf Jahren auch finanziell einiges in die Wege lenken um dann eventuell günstiger ans eigene Haus zu kommen, dass dann nach gewisser Zeit aber auch wirklich euch gehört.
     
  21. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Ist doch ganz einfach. Wenn vertraglich nicht vereinbart wird, wie es nach der Pachtzeit weitergeht, dann zieht automatisch 946 BGB i.V.m. 94 BGB.

    Soll heissen: nach der Pachtzeit wird der Verpächter von Gesetzes wegen Eigentümer des Gebäudes, welches darauf gebaut wurde.