" Einwurf " Zimmis WochenKurier-Kolumne

Dieses Thema im Forum "Kneipe" wurde erstellt von EL PADRE, 13 Juni 2006.

  1. EL PADRE

    EL PADRE Erfahrener Benutzer

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    26.9.06

    Am Donnerstag steigt Dynamos Mitgliederversammlung. Im UFA-Kristallpalast wird das höchste Gut des Vereins wieder einmal um die Zukunft des Traditionsklubs diskutieren. Und die kann nur in höheren Gefilden liegen. Dazu freilich in einer neuen Wettkampfstätte.
    Dazu gar mit einem alten, neuen Namen? Zumindest ein Antrag der Namensrücknennung auf Sportgemeinschaft statt 1. Fußball-Klub Dynamo wurde von einer Fan- und Mitgliedergruppe gestellt. 90 Seiten Informationsmaterial bekamen die Mitglieder im Vorfeld ihres wichtigen Abends von ihrem Verein mit der Post nebst Einladung zugestellt. Überraschende neue Personalien in der Führungscrew wird es nicht geben. Die beiden Nachrücker im Aufsichtsrat sind Andreas Uhlig, früher Manager im Elbepark, und Idol Ralf Minge. Ersterer wurde vom Ehren-, letzterer vom Jugendrat vorgeschlagen. Beide sind bereits kooptiert. Das sieht die Satzung des Vereins so vor.
    Der Co-Trainer Georgiens äußerte sich noch am Samstag nach einem Benefiz-Spiel mit der Dynamo-Traditionself gegen eine Auswahl der Hochschule des Heeres sehr kritisch direkt vor der Haustür des Regierungspräsidiums. Einmal hatte die Albertstadt zum Tag der offenen Tür eingeladen. Zum Dank verteilten vor dem Eingang auf der Marienstraße die Damen und Herren des Ordnungsamtes Knöllchen. Genau so ist die Arbeit mit dem Bürger in Dresden zu verstehen. Schließlich war die 800-Jahr-Feier zu teuer. Und einer muss ja die Zeche bezahlen. Lächerlich.
    So nannte Minge die Hinhaltetaktik in Sachen Stadion-Neubau. Wie es jetzt aussieht, werden die Dresdner bei einem eventuellen Aufstieg in der Zweiten Liga nach Leipzig ausweichen müssen. Minge und Kirsten waren es, die schon vor Jahren im Dresdner Rathaus vorstellig wurden und die Kontakte herstellten, das Rostocker Stadion-Modell vorschlugen. In einem Kinosaal, in der Schauburg, wurde Dynamo gegründet. Vielleicht hat der Donnerstagabend ein gutes Omen? Trotz plötzlichen Umzugs vom Rundkino in den Kristallpalast. Mal sehen, ob der Filmverleih nach Deutschlands Sommermärchen bald eine schöne Dynamo-Story hat.
     
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  3. EL PADRE

    EL PADRE Erfahrener Benutzer

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    Die Gesichter wurden immer länger. Nicht weil es mitten in der Nacht war. Sondern weil die Dynamo-Führung von den Ultras, einer Dynamo-Fangruppierung, auf der Mitgliederversammlung professionell vorgeführt wurde.
    So zumindest gab es Hauptgeschäftsführer Volkmar Köster ohne Umschweife zu. Die Mitglieder bestimmen, dass ab der kommenden Saison mit dem Gründungsnamen aus dem Jahr 1953, nämlich Sportgemeinschaft, vielleicht wieder im bezahlten Fußball gekickt wird. Zwar versuchten Präsidium, Aufsichtsrat und Geschäftsführung gebetsmühlenartig in der Argumentation den Beschluss noch einmal 365 Tage auf Eis zu legen - keine Chance. Wer den wohl wichtigsten Punkt einer Marathon-Veranstaltung auf weit nach Mitternacht verschiebt und vorbereitet wie ein Frisör in den Endkampf zieht, muss mit einer Niederlage rechnen. Die Umbenennung des Namens könnte für Dynamo richtig teuer werden. Denn inzwischen haben sich ganz Findige die Sportgemeinschaft beim Patentamt in München schützen lassen. Was nichts anderes bedeutet, dass diese Gruppe bei den Verhandlungen über die Vergabe der Marketingrechte mit den Vereinsoberen mit einem leichten Vorsprung antritt. Nicht umsonst sang Frank Schöbel schon 1974 von den Fans, die eine Macht sind. Bei der Konzipierung seines Hits schielte er damals bereits nach Elbflorenz. Spätestens jetzt müssen die Dynamo-Verantwortlichen begreifen, dass ihre Arbeit täglich auf dem Prüfstand steht. Und das ist sehr gut so.
    Spätestens das Theater um die Trainersuche im Herbst des letzten Jahres hat die letzten Sympathisanten mit dem Klub aufschrecken lassen. Dass bereits Jahre vorher Dynamo bei den Kölmel-Verträgen alles am Mitglied vorbei handelte, hat viele sogar wütend und traurig zugleich gemacht. Jetzt wird halt mehr aufgepasst. Ja, die Demokratie erlebt zurzeit eine regelrechte Renaissance bei den Schwarz-Gelben.
    Das merkte auch Norbert Meier ganz schnell. Er will schleunigst herausbekommen, weshalb wohl seine Schäfchen zurzeit nur noch Kraft für eine Halbzeit haben. Sehr gut!