Einstweilige Verfügung gegen wikipedia.de

Dieses Thema im Forum "Kneipe" wurde erstellt von André, 21 Januar 2006.

  1. André

    André Foren-Capo Administrator

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    http://www.wikipedia.de/

    Klickt den Link an und lest Euch das mal durch! :floet:
     
  2. Anzeige für Gäste


    um diese Anzeige auszublenden!.
  3. Ilai

    Ilai Well-Known Member

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    also da das deutsche Wikipedia über de.wikipedia.org nach wie vor uneingeschränkt erreichbar ist, hat die gesamte Aktion - die übrigens für niemanden aufschlussreich und logisch erscheint - nicht wirklich einen Schaden für Wikipedia gebracht. Ganz im Gegenteil.

    Was ich mich hingegen frage ist jedoch folgendes:
    bei jeder etwas schwerwiegendender Verurteilung oder Anklage eines Straftäters kann man den vollständigen Namen eines potentiellen Straftäters etwa 300 mal am Tag in dfen öffentlich rechtlichen Nachrichtensendern im Fernsehen und Radio sehen bzw. hören. Das wird natürlich auch mitgeschnitten und archiviert.
    Aber dagegen sagt niemand was.

    Scheinbar hat man also nur mal wieder völlig ohne jegliches Nachdenken versucht, an Wikipedia ein Exempel zu statuieren.
    Dieses Exempel kann man aber nach deutschenm Recht nur als Einschnitt in Presse- und Redefreiheit, und damit als Einschnitt in die Grundrechte werten.

    Die Angehörigen können von mir aus gerne wegen Verleumdung und Rufmord oder ähnlichem klagen. Aber so lange es sich bei Wikipedia nur um belegbare Fakten handelt, handelt es sich um Meinungs- und Redefreiheit. Und die darf nach dem Grundgesetz nicht eingeschränkt werden.

    Noch gelten Grundgesetze etwas in Deutschland. Dabei sollte man es aber bitteschön auch belassen!
     
  4. André

    André Foren-Capo Administrator

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    Ja, aber es ist nicht immer so, z.b. wenn man mal die Klage gegen Heise online zu Betracht zieht!
    Ein User hatte einen Beitrag geschrieben und ohne das ein Mod den Beitrag gelesen hat, (also auch noch nicht löschen könnte...) kamn die Anzeige! Der Richter gab dem Kläger recht, was so begründet wurde das der Anbieter des Forums für die Inhalte der User verantwortlich ist! Die Revision läuft meines Wissens noch! Sollte das Urteil Schule machen, wird es bald keine Foren und Gästebücher mehr in Deutschland geben! :eek:0:

    Jetzt mal übertragen auf die Post:

    Jemand schickt nen Brief an Auftragskiller xy, ist dann auch die Post für den Inhalt verantwortlich? :eek:0: Dann können die 100 k Leute einstellen, die sich jeden Tag die Briefe durchlesen! :nene:

    Das Rechtsytem in Deutschland ist meiner Meinung nach sehr krank, und es sollte endlich die besagte EU Vorschrift umgesetzt werden, die dem sinnlosen Abmahnwesen in Deutschland endlich mal ein Ende setzt! :zeig:
     
  5. Keeper

    Keeper Erfahrener Benutzer

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    Als ich gestern ganz normal über www.wikipedia.de reingehen wollte, war ich erstmal geschockt, dass dort nich die normale Seite is und etwas vom Gericht und so steht.
    Aber wieso verbieten die, dass man über diese Domain nich mehr weitergeleitet wird?
    Ich erkenn da keinen Schaden für die. Der "richtige" Link de.wikipedia.org is auch recht komisch finde ich, so eine Domain hatte ich woanders noch gar nich gesehen. Deshalb bin ich auch immer über die andere Domain reingegangen.
     
  6. Ilai

    Ilai Well-Known Member

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    Naja, das Format der Domein ist eigentlich sehr gebräuchlich bei Firmen, die international agieren, und ihre Inhalte in verschiedenen Sprachen anbieten.

    Um nicht aus Lastgründen bestehende Links kaputt zu machen, wenn die Seite mal umziehen muß, nimmt man dann gerne noch mal eine länderspezifische Subdomain.
     
  7. André

    André Foren-Capo Administrator

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    Pressekodex für Wikipedia wegen Streit um "Tron"-Artikel gefordert

    In der juristischen Auseinandersetzung um die Nennung des Klarnamens des Berliner Hackers "Tron" im Online-Nachschlagewerk Wikipedia haben sich erstmals die Eltern des 1998 Verstorbenen selbst zu Wort gemeldet. Sie möchten demnach mit dem von ihnen angestrengten Verfahren erreichen, "dass Wikipedia in Zukunft zumindest versucht, sich an die Gesetze und den Pressekodex zu halten". Gelänge dies, "hätte Tron noch sieben Jahre nach seinem Tod die Welt etwas zum Besseren verschoben". Dabei geht es den Eltern zufolge nicht nur um den Persönlichkeitsschutz ihrer eigenen Familie. Die bereits erfolgten "Drohungen gegen Trons Vater, den Anwalt und ein Angriff gegen das Gästebuch von Tronland" seien "eher noch harmlos" im Vergleich zur Beibehaltung der vollen Namensnennung von Betroffenen bei einem "spektakulären Sexualmord oder Terroranschlag".

    Die Forderung nach strengeren medienethischen Regelungen bei der kollektiv erstellten Online-Enzyklopädie ist Teil einer heise online vorliegenden Stellungnahme, welche die Eltern des früh zu Ruhm gekommenen und mit 26 Jahren verstorbenen Chipkarten-Hackers an ihren Berliner Rechtsanwalt Friedrich Kurz geschickt haben. Ihrer Ansicht nach haben der hinter der deutschsprachigen Wikipedia stehende Wikimedia-Verein sowie die für die internationale Website verantwortliche Wikimedia Foundation in Florida kein Recht, den vollen Namen ihres Sohnes zu publizieren. In juristischen Kommentaren wird dies allerdings auch anders gesehen, da Tron beziehungsweise der hinter dem Pseudonym stehende Hacker eine absolute Person der Zeitgeschichte sei.

    Die Eltern sind der Ansicht, die Medien hätten sich während des gesamten Presserummels rund um die Umstände von Trons Tod fast alle an die Norm gehalten, nur das Pseudonym oder "Boris F." zu schreiben. Besonders beunruhigt die Eltern, dass sich die Menschen "in zehn Jahren" ihre Informationen weniger aus Zeitungen als vielmehr aus Artikelsammlungen wie der Wikipedia besorgen und auf eine "neutrale" Darstellung setzen würden. Allenfalls das Fernsehen würde die "Medienmacht" der Enzyklopädie noch übertreffen, schreiben sie. Daher sei es unverständlich, wieso sich die Wikipedianer nicht an die üblichen Presse-Spielregeln halten wollten.

    In dem weit beachteten Rechtsstreit steht am morgigen Dienstag eine Anhörung beider Seiten beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg an. Es gibt inzwischen einen Beschluss und eine einstweilige Verfügung der Justizbehörde gegen Wikimedia, die unter anderem bereits eine kurzfristige Sperre einer Umleitung von der Website des Vereins, Wikipedia.de, auf die eigentliche URL der deutschsprachigen Enzyklopädie (de.wikipedia.org) auslöste. Der dadurch ausgelöste Wirbel geht auf eine "raffinierte Fehlinformation der Presse durch Wikimedia in Berlin" zurück, sind die Eltern überzeugt. Dem Verein sei es in der Verwirrung über die Domains gelungen, lautet ihre Beschwerde, "einigen deutschen Journalisten weis zu machen", dass auf Grund einer einstweiligen Verfügung die deutsche Wikipedia oder der deutsche Zugang zu ihr komplett gesperrt worden seien. Dabei sei allein die Weiterleitung bis zu einer Namenskürzung verboten worden.

    kompletter Artikel bei heise-online