Ein schönes Beispiel für Lobbyarbeit: Die Verlängerung der AKW Laufzeiten

Dieses Thema im Forum "Kneipe" wurde erstellt von Rupert, 28 August 2010.

  1. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Das Argument der vier AKW-Betreiber EON, RWE, Vattenfall und ENBW ist ja, das sich nur so günstig Strom produzieren lässt.

    Was steckt nun dahinter: Nichts.

    Erstens wurde Atomstrom schon immer mit Abermilliarden staatlich gefördert.

    Zweitens betrieben nur diese 4 Konzerne AKWs in D'land und wollen das natürlich weiter, weil die Konkurrenz diese Möglichkeit gar nicht hat. Der vermeintlich billige Atomstrom wird dann an den Energiebörsen teuer verkauft. Die Folgen sind, dass der Preisvorteil gar nicht beim Verbraucher ankommt und die Monopolstellung der Vier gefestigt wird.

    Ganz bitter wird's nun bei der Debatte, dass den Vieren keine höheren Abgaben aufgebürdet werden dürfen. Ein Witz, bei dem Milliardengeschenk, das sie gerade erhalten, und der Tatsache, das beipielsweise EON ein Gewinn von über 8 Mrd. Euro, den mit Abstand höchsten aller DAX-Unternehmen, eingefahren hat.

    Von den Tatsachen, dass nachwievor kein Mensch weiß wohin mit dem tödlichen Abfall, und was bei einem Unfall, bei dem große Mengen Radioaktivität freigesetzt werden, passieren soll, spreche ich mal gar nicht.

    Alles ein Unding und das dt. Volk klammert sich daran, dass nur so der Strom günstiger wird. :lachweg:
     
    Zuletzt bearbeitet: 28 August 2010
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  3. Nano

    Nano Oenning_Love

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    Aber:

    Was ist dir lieber, Kohlekraftwerke + noch zu unterentwickelte alternative Energien oder längere AKW Laufzeiten.
    Da muss ich deutlich sagen, dass mir, gerade jetzt im Klimawandel, die AKWs lieber sind.
    Aber das ist natürlich eine Frage, die jeder für sich entscheiden muss, denn ich kann jeden verstehen, der kein AKW vor seiner Tür haben will.
     
  4. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Wenn ich schon Abermilliarden zahle, dann in Technologien, die
    - zukunftsträchtig sind
    - entschieden sicherer sind
    - Wettbewerb ermöglichen
    - neue Arbeitsplätze schaffen
    - diesem Ländchen im internationalen Wettberwerb einen Vorteil verschaffen
    - einen besseren Wirkungsgrad haben

    Ausserdem wird kein Kohlekraftwerk abgeschaltet, weil's AKWs gibt. Es werden vielleicht weniger neue gebaut, dafür stehen die genauso, wenn nicht sogar entchieden gefährlicheren AKWs am Start. Wo ist denn da der Vorteil?

    Solange es da keine staatliche Regelung gibt, dampfen die AKWs unter dem ewig gleichen Scheinargumenten "Umweltschutz" (ein Witz, bei der Technologie und den resultierenden Abfällen) und "Preisvorteil" (ein Witz bei der Subventionierung und der Tatsache, dass kein Verbraucher den Vorteil spürt) weiter. Ist ähnlich wie beim Kat. Der wäre auch niemals gekommen, wäre die Automobilindustrie nicht dazu verpflichtet worden und die erzählte damals auch, was alles Schlimmes passieren wird: Schlechtere Autos, höherer Preis, etc. pp.

    By the way: Du hast mit Sicherheit so'n AKW "vor der Haustür" in dem Sinne, dass Du mächtig die Folgen spüren wirst, wenn da gewaltig was schief läuft. Da nützen auch keine 150km Entfernung was.
     
    Zuletzt bearbeitet: 28 August 2010
  5. Nano

    Nano Oenning_Love

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    Ich habe ja auch nicht behauptet, dass die AKWs vom Staat total finanziert und subventioniert werden sollen.

    Der Vorteil von AKWs ist eindeutig, dass sie umweltfreundlicher sind. Im Gegensatz zu Kohlekraftwerken darf man das behaupten.
    Zur Sicherheit: In Deutschland werden Reaktoren nur mit Wasser betrieben, was eine Kernschmelze schon fast unmöglich scheinen läst, zumindest in der Theorie (hoffentlich bleibt es auch bei der nicht-praktischen Erfahrung), da die Neutronen bei einem GAU hier nicht mehr abgebremst werden, also können sie auch keine Teilchen mehr spalten und es gibt viel weniger Strahlung.

    Im übrigen schafft Atomkraft auch Arbeit.

    Der Wirkungsgrad ist bei diversen anderen Technologien viel niedriger als bei Atomkraft. Von den alternativen Energien abgesehen, die von ihrer Entwicklung her erst einen geringen Wirkungsgrad haben, ist auch Kohle nicht sehr efffektiv.
     
  6. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Wo ist ein AKW umweltfreundlicher?
    Es produziert weniger CO2. Und sonst? Es hinterlässt Abfälle, mit denen keiner weiß umzugehen, die Hunderte von Quadratkilometern verseuchen. Bei der Erzeugung von spaltfähigen Uran fällt ein Energieaufwand an, der gigantisch ist.

    Dein Sicherheitsargument finde ich, ehrlich gesagt, den Hammer:
    Erstens muss es gar nicht zur Kernschmelze kommen und das Teil à la Tschernobyl hochfliegen sondern es reicht ein Unfall unter dem GAU aus, damit's äusserst unangenehm wird.
    Zeitens kann es natürlich auch in einem Druckwasserreaktor "westlicher Bauart" zu einer unkotrollierbaren Reaktion kommen.
    Ausserdem haut's auch im Normalbetrieb Radioaktivität in die Umgebung raus.

    Die Atomkraft schafft, besser erhält, Arbeitsplätze, ja, schafft aber keine neuen. Ausserdem dürfte der Großteil der Arbeitsplätze im Turbinen- und Anlagenbau zu suchen sein und der existiert auch ohne Atomkraft.

    Der Wirkungsgrad in einem AKW ist mitnichten höher als bei einem anderen Kraftwerk, das Wasser verdampft und eine Dampfturbine antreibt. Der sagenhafte Wirkungsgrad eines AKWs liegt bei 35%, also dem eines Kohlekraftswerks. Es ist eines der größten Märchen, dass ein AKW so effizient ist.
     
    Zuletzt bearbeitet: 28 August 2010
  7. Nano

    Nano Oenning_Love

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    Dass ein AKW im Normalbetrieb Radioaktivität nach außen freisetzt ist ein Gerücht.
    Es gab verschiedenste Messungen von verschiedensten Leuten am AKW Krümmel und jede ergab, dass der Wert weit unter dem kritischen Grenzwert liegt und woanders natürlich hundert mal höher ist.

    Mein Sicherheitsargument sagt nur aus, dass es keine Folgen wie bei Tschenobyl geben wird, egal was passiert. Aber trotzdem hast du recht, dass immer viel passieren kann und genau das ist ein gutes Argument dafür, dass man sie abschalten könnte. Trotzdem finde ich es nicht richtig unter dem Aspekt der Umwelt.
    Uran wird, genauso wie Kohle aus dem Bergabu geholt und es zu gewinnen und anzureichern verbraucht definitiv nicht so viel CO2 und sonstige Treibhausgase, wie ein Kohlekraftwerk inklusive Kohlebeschaffung.
    Zum Wirkungsgrad: Ich kenne andere Zahlen, das wird aber davon abhängen, dass verschiedene Aspekte auch verschiedene Ergebnisse bringen. Das Beispiel mit dem Kraftwerk mit der Dampfturbine ist aber nicht gut, da hier viel Energie in das Wasser gesteckt werden muss und diese Energie geht verloren.
     
  8. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Bitte, das Beispiel ist nicht gut? So läuft ein AKW.
    Mal vorsichtig gefragt: Weißt Du wie in einem AKW Strom erzeugt wird? Ich glaube nicht. Da entsteht durch Kernspaltung Hitze, diese verdampft Wasser, das treibt eine Dampfturbine an und diese einen Generator. Die Energie, die im Wasser ankommt und dieses verdampft, geht ausserdem gerade nicht verloren. Das ist ja genau der gewünschte Effekt.

    Und nein, das hängt nicht von verschiedenen "Aspekten" ab, nur von denen, die für eine Umwandlung von Wärmeenergie in mechanische Energie gelten, v.a.dem 1., 2. und 3. Hauptsatz der Thermodynamik.
     
    Zuletzt bearbeitet: 28 August 2010
  9. TRK

    TRK Well-Known Member

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    deutsche AKWS abschalten und dann Strom aus französichen AKWs kaufen, da die Kapazitäten ansonsten niemals ausreichen: sehr clevere Lösung :zahnluec:
     
  10. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Auch eine sehr clevere Antwort, weil so differenziert und durchdacht :D
     
  11. Nano

    Nano Oenning_Love

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    Tschuldigung, da stand ich wohl auf dem Schlauch und habe an den Forschungsreaktor gedacht, der logischerweise nicht so funktioniert ;)
    Aber zum Thema Wirkungsgrad: Wie ist es zu erklären, dass verschiedene Angaben zum Wirkungsgrad zum Gleichen Kraftwerk als "richtig" angegeben werden?
     
  12. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Ich schätze mal, weil die in verschiedene Wirkungsgrade unterscheiden:
    mechanischen, thermischen, etc. pp. oder andere Ausgangsgrößen zur Berechnung des Wirkungsgrades verwenden.

    Von Interesse ist ist bei Prozessen, die Wärmeenergie in mechanische Energie umwandeln:
    Wie hoch ist das Verhältnis gewonnene mechanische Leistung zur zugeführten Wärme? Das ist der thermische Wirkungsgrad.
    Da kommt dann noch ein bisschen mechanischer Verlust (v.a. Reibung) drauf und Reibungsverluste in den strömenden Medien. Das ist aber sehr wenig im Verhältnis zur Wärme, die ungenutzt bleibt.

    Der thermische Wirkungsgrad selbst ist auch schon auf die 55% - 60% auf den Wirkungsgrad des idealen Kreisprozesses, dem Carnot-Prozess, begrenzt, weil die Hitze des Dampfes erstens nicht beliebig hoch sein kann (bei einem Kernkraftwerk ist sie sogar niedriger als in einem Steinkohlekraftwerk) und zweitens das Medium maximal die Temperatur des Kühlwassers erreichen kann.

    Summa summarum: Die Umwandlung von Wärmeenergie in mechanische und dann in elektrische ist immer recht übersichtlich effizient.
     
    Zuletzt bearbeitet: 28 August 2010
  13. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Im Durchschnitt, so beschloß der Bundestag, sollen die AKWs jetzt 12 Jahre länger laufen. Evtl. muss jetzt noch der Bundesrat zustimmen, jenachdem wie das BVG entscheidet.
    Schaut schwer nach "Monopol zementiert" aus die ganze Geschichte

    Interessanter ist jetzt die Frage: Wie kriegen EnBW, Vattenfall Europe, RWE und E.ON nun noch die 2,3 Milliarden Euro an "Brennelementsteuer" vom Tisch, die sie ab 2011 für 6 Jahre auf alle Fälle mal zahlen sollen?
     
  14. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Früher hieß das Stamokap, aber das darf man ja heute nicht mehr sagen.

    Damit sind dann auch die Schwarz-grünen und jamaika koalitionsspielereien für die nächsten durchschnittlich 12 jahre vom tisch, würde ichmal sagen.
     
  15. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Nun, die hätten dann das Betätigungsfeld die Brennelementsteuer, sollte sie sowieso nicht gekippt werden, alle Jahre zu erhöhen.
     
  16. Schröder

    Schröder Problembär

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    Gar nicht, die zahlen sie und holen sich das Geld hintenrum durch Fördergelder für eigene erneuerbare Energieanlagen wieder rein. Die werden sie brauchen, um auch nach Ende der Laufzeit ihrer AKW`s wieder ein Monopol auf dem Strommarkt zu haben. Gegenüber den ganzen städtischen und anderen privaten Stromversorgern, die schon jetzt auf ihrem "Naturstrom" sitzen bleiben.
     
    Zuletzt bearbeitet: 8 September 2010
  17. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Wer sagt denn, dass es in durchschnittlich 12 Jahren nicht wieder eine Laufzeitverlängerung gibt?
     
  18. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Auch 'ne Option - hat ja jetzt schon mal eins a geklappt.
     
  19. Schröder

    Schröder Problembär

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    Deswegen hab ich mich auf keinen Zeitraum festgelegt. ;)
     
  20. Ichsachma

    Ichsachma J'aime soleil

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    Sowas kannste erklären aber weißt nicht, wie viel ein Glas Altbier kostet?

    Ich muß schon sagen: Verstanden hab ich nix, aber geschrieben liest es sich unheimlich gut.
     
  21. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Ok, ich habe verstanden und drück's anders aus :

    Wirkungsgrad heisst: Es interessiert das Verhältnis von Bier im Hirn angekommen zu Bier vor Dir auf'm Tresen.
    Das ist aber begrenzt und kann keine 100% erreichen, weil erstens Dein Hirn nicht beliebig groß ist und zweitens der Köbes immer zuviel anschleppt.
     
  22. borussenflut

    borussenflut Active Member

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    Sollte Angela Merkel dann immer noch Kanzlerin sein,
    gibt es definitiv eine Vertragsverlängerung.:lachweg:
     
  23. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Ich hoffe nur, dass uns so ein Ding noch zu meinen Lebzeiten um die Ohren fliegt, denn den Spaß möchte ich auf keinen Fall verpassen!
     
  24. pauli09

    pauli09 2. Ewige Tabelle "1gg1"

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    ja, das wärs: kurz vor dem natürlichen ableben den tod durch merkels korrupte lobbyhand. ;)
     
  25. A-Team MB

    A-Team MB Verrückter

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    da ist der herrgott davor - aber auszuschließen ist das bei dem volk nicht.
    ich könnte alleine schon kotzen wenn ich die schlagzeile der bild heute schon wieder sehen muß...
     
  26. Schröder

    Schröder Problembär

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    Musst du das denn? ;)
     
  27. A-Team MB

    A-Team MB Verrückter

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    ja leider - ich kann nicht mit geschlossenen augen in der gegend rumlaufen, am s-bahnhof stehen oder s-bahn fahren...
     
  28. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Dass das Atommüll Lager Asse saniert werden muss, weil dort bis in die Siebzger Jahre unter miesen Bedingungen Atommüll eingelagert wurde, ist ja nichts neues. 126.000 Tonnen mit schwach- und mittelradioaktiven Müll liegen in dem ehemaligen Salzbergwerk rum und müssen nun geborgen werden.
    Das Neue an der Situation: Bisher sprach man von 1.300 Tonnen mit mittelradioaktiven Material und siehe da: Es sind über zehnmal soviel, nämlich fast 15.000 Tonnen.

    Alles unter Kontrolle bei der Atomlobby :rolleyes:

    Edit: Quelle ist die Süddeutsche vom Wochenende
     
    Zuletzt bearbeitet: 12 September 2010
  29. NK+F

    NK+F Fleisch. Moderator

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    Ich hätte auch gerne einen 3. und 4. Arm. Dazu noch alle möglichen Krebsarten. Leider könnte ich das alles nicht genießen, da nach einigen Wochen schon Sense wäre und ich mit Jesus Poker spielen müsste.
     
  30. pauli09

    pauli09 2. Ewige Tabelle "1gg1"

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    ja, das gibt einem doch das gefühl, dass man gut regiert wird.
     
  31. Untouchable

    Untouchable Well-Known Member

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    Unterschreibt er, unterschreibt er nicht, der Präsident?

    Bei "Nein!" kann er sich schonmal auf einen netten Abend freuen:
    Charlotte Roche: "Ich habe auch Tattoos.":zahnluec: