Ein paar Tage nach dem Klimagipfel

Dieses Thema im Forum "Kneipe" wurde erstellt von Rupert, 22 Dezember 2009.

  1. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Echt? Das wäre mir neu. Was wurde denn da zu was gespalten und wie war da die Ausbeute? Würde mich interessieren.
     
    Zuletzt bearbeitet: 30 Dezember 2009
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  3. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Verteilt sich halt nicht so schön in der Atmosphäre wie das CO2 das niemand sieht, hört, riecht, spürt... :zahnluec: Da ist das "Entsorgungsproblem" nämlich genausowenig gelöst.

    Hätte man die also auch nicht bauen dürfen. Dann würden wir uns hier aber nicht drüber unterhalten sondern beim Schein der Öllampe Bücher lesen. Höchstens. Auch nicht schlecht.
     
  4. Detti04

    Detti04 The Count

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    Der Prozess heisst Transmutation. Ich bin kein Experte auf dem Gebiet, aber der englische wikipedia-Eintrag zu "nuclear transmutation" sieht ziemlich fundiert aus. Dort wird dann auch auf ein paar Originalpaper verwiesen.
     
  5. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Ähnelt dem Prinzip, das in sog "Brutreaktoren" zur Anwendung kommt, wenn ich das jetzt richtig verstehe.
     
  6. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Natürlich hätte man bei konventionellen Kraftwerken auch von Anfang an für eine bessere Entsorgung sorgen müssen. Aber da ist es ja auch technisch möglich, durch Filter u.a. einen großen Teil des Drecks zu reduzieren. Die Rückstände von Atomkraftwerken strahlen dagegen noch auf Jahrhunderte hinaus und stellen ein unverantwortliches Risiko für spätere Generationen dar.
     
  7. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Das ist gerade beim CO2 nicht der Fall.
    Bei jeder Verbrennung entsteht CO2 und das lässt sich eben nicht mit Filtern oder ähnlichem reduzieren. Das lässt sich nur dann reduzieren, wenn man weniger verbrennt.
    Es gibt so eine Forschungsgruppe, die das C02 nach der Verbrennung dem Abgas entnehmen, dann in Feststoffe einlagern und unter der Erde verbuddeln will. Das ist ähnlich weit gediehen wie das AKW, das nur kurz- bis mittellang strahlenden Müll produziert.
     
    Zuletzt bearbeitet: 30 Dezember 2009
  8. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Die Gefährlichkeit von CO2 war aber beim Bau der meisten konventionellen Kraftwerke noch gar nicht bekannt. Abgesehen davon kann man sie nicht im entferntesten mit der Gefährlichkeit von Radioaktivität gleichsetzen.
     
  9. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Darüber liesse sich streiten. Menschen, die einer zu hohen CO2-Konzentration ausgesetzt sind, sterben und das war auch 1920 bekannt - genauso wie bekannt war, dass Menschen die hoher radioaktiver Strahlung ausgesetzt sind, sterben.

    Was die indirekte Gefährlichkeit des CO2 betrifft, so sind die Folgen des extremen CO2 Ausstosses sehr wohl ähnlich verheerend wie ein nuklearer GAU: Es sterben Hunderttausende, noch mehr werden heimatlos und ganze Regionen werden unbewohnbar.

    Ist aber gerade ein blöder Vergleich: Nuklearer Fallout vs. Überschwemmung
     
    Zuletzt bearbeitet: 30 Dezember 2009
  10. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Genau. Deswegen diskutiert ihr hier auch gerade über globale Erwärmung und Polareisschmelze :zahnluec:
     
  11. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Es gab gute Gründe, das Konzept Brutreaktor nicht weiter zu verfolgen... :rolleyes:
     
  12. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Die technischen und naturwissenchaftliche Gründe kenne ich nicht. Ich weiß nur, dass das Teil in Kalkar immer teurer und unwirtschaftlicher wurde.
    Ausserdem ist es niemals sehr beruhigend, um mal heftig zu untertreiben, wenn nukleare Brennelemente hergestellt werden können, die auch in Waffen zum Einsatz kommen könnten, wenn man weiter anreichert.
     
  13. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Man kann es wirklich nicht vergleichen. Ich hab noch nie gehört, dass irgendjemand wegen der hohen CO2-Konzentration eines Kraftwerks gestorben sei. Tschernobyl dagegen ist jederzeit wieder möglich, und die radioaktiven Abfälle in aller Welt sind tickende Zeitbomben.

    Natürlich ist CO2 in der Summe schädlich für das Klima, wie man in den letzten Jahren festgestellt hat. Aber soll man deshalb jetzt alle konventionellen Kraftwerke auf einmal schließen? Bei der Atomkraft war das was ganz anderes: die enorme Gefährlichkeit dieser Kraftwerke und ihrer Rückstände war von Anfang an eindeutig bekannt.
     
  14. Oldschool

    Oldschool Spielgestalter Moderator

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    So pauschalisiert gesagt nicht, die Betonung liegt bei dem fett markierten Teil der Aussage. So benötigen zum Bsp. Bäume und Vegetation allgemein CO2 zum Wachsen. Der Kahlschlag des Regenwaldes führt dazu, dass die Entwaldung wegen fehlender Photosynthese den Treibhauseffekt zusätzlich beeinflusst. Eine Aufforstung des Kahlschlages würde dem entgegen wirken. Durch Kyrill wurde bei uns viel Wald zerstört, wenigstens geht man dazu über, wieder Setzlinge in unseren Breiten ( Südwestfalen ) anzupflanzen.
     
  15. Detti04

    Detti04 The Count

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    Das laeuft eben indirekter. Wenn sich wegen der Erderwaermung Naturkatastrophen wie Ueberschwemmungen, Stuerme, Hangabruetsche und dergleichen haeufen (und dabei jedes einzelne Ereignis im Durchschnitt staerker ist als vorher), dann sterben auch Leute am CO_2-Ausstoss bzw. sind schon daran gestorben. Das ist eben das Problem bei einem globalen Phaenomen: das findet praktisch ueberall statt und nicht nur an dem Ort, an dem das Problem auftritt. Ob ein Land Atomkraftwerke bauen will oder nicht, bleibt (von mir aus) ihm selbst ueberlassen, denn die Folgen von fehlerhaftem Handeln bleiben ja (im Wesentlichen) im Lande; bei konventionellen Kraftwerken ist das nicht so, und gerade deshalb muss eine weltweite Anstrengung her.

    Dass Ursache und Wirkung nicht am selben Ort auftreten ist im Uebrigen eines der grossen Probleme bei der Bekaempfung der Erderwaermung. Diese ist naemlich fuer viele Leute zu kompliziert, weil sie genau Deiner Argumentation folgen: ich sehs nicht, und direkt schaedlich ist es ja auch nicht. Weshalb also das ganze Theater?
     
  16. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Detti, ich will doch hier die konventionellen Kraftwerke nicht verteidigen, es ging einzig und allein um meine Aussage, dass man Atomkraftwerke wegen der von Anfang an bekannten Risiken und Entsorgungsprobleme gar nicht erst hätte genehmigen sollen. Als einzelnes Kraftwerk kann ein Atomkraftwerk außerdem mit Sicherheit weit größeren Schaden anrichten als ein konventionelles.

    PS:
    Das les ich ja jetzt erst. Das ist ja wohl völlig daneben! Seit wann hält Radioaktivität an den Grenzen halt? Frag nur mal die Weißrussen... :aua:
     
    Zuletzt bearbeitet: 30 Dezember 2009
  17. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Ausserdem war er unsicher, weil das Brüterkonzept auf eine nicht kontrollierbare Kettenreation hinausläuft. Sprich, im Ernstfall kann man ihn einfach nicht mehr runterfahren, das Ding brennt dir einfach durch. Schade eingentlich, ansonsten wäre das System nämlich besser als andere.
     
  18. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Les es gerade: Das Teil darf ja keinen Moderator verwenden, wenn ich das alles richtig verstehe, und sobald das Kühlmittel zu vedampfen beginnt, steigt auch die Leistung an. Ein Problem, das auf dem Prinzip des schnellen Brütens basiert.
     
  19. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Eben, beim Brüter steigt die Leistung, wenn es schief geht und du kannst nix mehr machen. Ein weiteres Problem ist der Brennstoff Plutonium und das Kühlmittel Natrium. Beides nicht wirklich handlich im Umgang. Ausserdem war es denkbar ungünstig, das Ding ausgerechnet am Rhein zu bauen. Nicht dass wir in Germany sonderlich erdbebengefährdet wären, aber wenn dann am Rhein.
     
    Zuletzt bearbeitet: 31 Dezember 2009
  20. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Nur Vertrauen auf die Mess- und Steuertechnik. Womit wir beim Tschernobylfall wären, wo das mit den Steuerelementen ja nicht mehr so wirklich funktioniert hat und im Gegenteil die Reaktion sogar noch verstärkte, weil sie sich verkonstruiert hatten.

    PS: Wir sind vom Thema Erderwärmung jetzt irgendwie recht weit weg.
     
  21. NK+F

    NK+F Fleisch. Moderator

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    Der Waldbestand in Deutschland wächst doch schon seit etlichen Jahren stetig.
     
  22. Detti04

    Detti04 The Count

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    Wieso? Als das Tschernobyl-Unglueck passierte, gab es ja keinen Staat Weissrussland, sondern nur die UdSSR. Also sind die ganzen Direktfolgen des fehlerhaften Handelns innerhalb des Landes geblieben - genauso, wie ich es geschrieben hatte. Dass lokale Auswirkungen im Prinzip aber auch ueber Landesgrenzen hinausgehen koennen, versteht sich ja von selbst, wenn die Kraftwerke vergleichsweise grenznah stehen, aber das beschreankt sich ja nicht auf die Kernkraft. Frag nach bei Flussanwohnern stromabwaerts von Fabriken oder Kraftwerken oder Bewohnern von Regionen im Abwind solcher Anlagen.
     
  23. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Aber die Folgen sind doch ganz andere, lieber Detti. Auf Jahrzehnte verseuchte und unbewohnbare Gebiete - durch einen einzigen Vorfall. Von dem Entsorgungsproblem ganz zu schweigen, dessen Dimension ja erst in Zukunft wirklich sichtbar werden wird... Ich krieg echt zuviel, wenn die Atomkraft ständig so verharmlost wird! :motz:
     
  24. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Glaub nicht, dass es hier einer anzweifelt, dass Atomkraftwerke ein großes Risiko darstellen, die bei einem Unfall das Leben von Hunderttausenden gefährden und dass das ungelöste Entsorgungsproblem eine Katastrophe ist.

    Nur genauso wie Du Dich darüber aufregst, dass im Augenblick die AKWs aufeinmal wieder schön geredet werden - was ich ausserdem hier im Thread nicht so empfinde - so empfinde ich es als ganz arg kurzsichtig, wenn diese COx- und was-weiß-ich-noch-Schleudern, auch genannt Kohlekraftwerke, als kleines Übel dargestellt werden, obwohl sie den Planeten genauso vergiften und gefährden und zu allem Übel jahrzehntelang über den ollen Kohlepfennig subventioniert wurden und auch heute noch Subventionen erhalten.

    Wenn man schon anprangert, dass Atomkraftwerke ein schleichendes Risiko sind, dann sollte man das mittlerweile auch konsequenterweise bei den Kohlekraftwerken tun, denn die Folgen übermässiger Verbrennung fossiler Brennstoffe sind, nach der Aussage vieler Wissenschaftler, ähnlich tragisch.
     
    Zuletzt bearbeitet: 31 Dezember 2009
  25. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Da kann ich dir nur ähnlich antworten: ich bestreite keineswegs die Schädlichkeit von Kohlekraftwerken. Leider können wir nicht von heute auf morgen vollständig auf die Verbrennung fossiler Brennstoffe verzichten, aber du selbst schreibst ja, dass es um die Folgen übermäßiger Verbrennung fossiler Brennstoffe geht.

    Soweit wie möglich reduzieren, das ist klar. Und das geht nur durch Energiesparen und durch Nutzung "alternativer" Energien. Niemals aber durch stärkeren Einsatz von Atomkraft, wie das hier sehr wohl vorgeschlagen wurde. Damit schüttet man nur das Kind mit dem Bade aus...