Echte Selbstständigkeit oder Franchising?

Dieses Thema im Forum "Kneipe" wurde erstellt von eckfahne, 8 April 2014.

  1. eckfahne

    eckfahne Active Member

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    Ein guter Freund von mir hat sich nach einer Tourismus-Schule mit einem Schwerpunkt auf Gastronomie für ein BWL-Studium entschieden und hat dieses fast abgeschlossen.

    Nun möchte er so bald es geht sich den Traum eines eigenen Lokals eröffnen. Er hat neben dem Studium gearbeitet und sich Geld für sein Vorhaben zusammen gespart, zudem haben auch seine Eltern bislang Geld für ihn zusammen gespart.

    Allerdings ist jetzt die Frage, ob er sich auf eine richtige Selbstständigkeit mit einem eigenen Konzept einlassen sollte oder ob Franchising sinnvoller wäre. Wir leben in Wien, wo es doch viele verschiedene und auch viele ethnische Angebote gibt.

    Hat jemand von euch Erfahrung damit? Was würdet ihr vorschlagen?
     
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  3. Untouchable

    Untouchable Well-Known Member

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    Ab auf Gründer- und Franchisemessen (Gastrokonzepte gibt es schon viele). In Österreich kenne ich nicht wirklich aus, Deutschlands Topadressen sind u.a. Nürnberg, Bremen und Essen. Aber ganz ehrlich, bei mir hat es während des Lesens drei mal geklingelt. Und das ist kein positiver Alarm. :D

    Ist dein guter Freund denn in der Küche zuhause oder will er mehr Skulptur, äh Manager, sein?
     
  4. André

    André Foren-Capo Administrator

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    Das kann man so pauschal kaum sagen. Es gibt gute und schlechte Franchising Konzepte. Wenn er sich verwirklichen will muss er es selbst machen denn als Franchisenehmer wird Dir einiges an Freiheit genommen. In welcher Branche will e denn überhaupt was machen?

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  5. GaviaoDaFiel

    GaviaoDaFiel Last Dino Standing

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    Ich würde sagen, erstmal mit dem Traum warten, 2-3 Jahre im gewünschten Gewerbe unter Gehalt arbeiten und rausfinden, ob Selbstständigkeit in der Gastronomie unter realen Umständen dann noch ein Thema ist. Ist im Schnitt nämlich eine der knochenhartesten Branchen, die es gibt, um ein Geschäft aufzuziehen. Lieber so rausfinden, ohne das Ersparte verbraten zu müssen.
     
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  6. jambala

    jambala Moderator Moderator

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    Hallo.

    Dem Vorschlag von Gaviao kann ich nur zustimmen. Es ist ein Ding, gerne zu kochen oder eine entsprechende Schulbildung zu haben (wozu ich jetzt auch ein Studium zähle) - und das dann in der Gastronomie in die Realität umzusetzen. Wareneinsatzberechnung mag auf dem Papier einfach aussehen, in der Realität ist das aber ne wesentlich komplexere Geschichte mit mehr Bockfüßen, als man meint. Und Existenzgründung bedeutet mindestens zwei Jahre (eher noch bis fünf) jede Menge Arbeit, keinen Urlaub und Einschränkungen im persönlichen Leben. Nur so kann man Erfolg haben, anders geht es in die Hose. Das bekommt man in den einschlägigen Formaten wie Kochprofis, Rosin und Co. ja auch regelmäßig vorgeführt.

    Mit dem richtigen Franchise ist die Wahrscheinlichkeit, Schiffbruch zu erleiden allerdings schon geringer als mit einem eigenen Laden. Der Nachteil ist aber eben der von André aufgeführte: Es ist ein Franchise, das genau vorgibt, wie was auszusehen hat und welche Standards einzuhalten sind. Das ist dann zwar was für jemanden mit Beamtengemüt und unter der Prämisse "Geld verdienen", hat aber mit Traumverwirklichung und Kreativität nix zu tun.

    Wenn Existenzgründung, dann nur mit gutem Konzept, ehrlicher Analyse der eigenen Möglichkeiten, passender finanzieller Basis und einem Ausweichplan, wenn etwas schief gehen sollte.
     
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  7. eckfahne

    eckfahne Active Member

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    Vielen Dank für eure Antworten und Tipps!

    Mir fällt erst jetzt auf, dass ich vergessen habe, zu schreiben, dass er während des Studiums in der Gastronomie gearbeitet hat. Allerdings in einem Á-la-carte-Restaurant was vom Ambiente her nicht seines gewesen ist.

    Ein Bar oder ein gesundes Fast-Food-Lokal passen da schon eher zu ihm, aber der Job hat sich so ergeben und er hat dort immer recht nett verdient.

    Bezüglich Franchising habe ich auch schon gelesen, dass es da genaue Vorgaben gibt, aber wenn das Risiko dadurch geringer ist und man mit einem funktionierenden Konzept arbeiten darf, lohnt sich das trotzdem oder?
     
  8. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Ich würde schreiend davonlaufen, wenn ich ständig Vorgaben über "mein" Lokal aus USA oder sonstwo umsetzen müsste und die mir auch noch diktieren wieviel Stühle ich auf dem Quadratmeter in welcher Anordnung zu platzieren habe.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11 April 2014
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  9. pauli09

    pauli09 2. Ewige Tabelle "1gg1"

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    mir sind NUR franchise-verträge bekannt, die sich für den NEHMER nicht lohnen.
     
  10. KGBRUS

    KGBRUS SF Dschungelkönig 2016

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    Franchising ist nix anderes als Angestellter, nur darfst du dabei auch noch das komplette Risiko übernehmen.
     
  11. eckfahne

    eckfahne Active Member

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    @pauli09 : von welchen Unternehmen kennst du Franchise-Verträge?

    Ich habe mich jetzt auch etwas herumgelesen und auch von mehreren Leuten gehört bzw. gelesen, dass sie mit ihren Franchise-Nehmer-Tätigkeiten zufrieden sind.

    Bezüglich Risiko denke ich persönlich, dass das Risiko so immer noch kleiner ist als dass wenn man von Grund auf ein Lokal mit seinem eigenen Konzept gründet. Ich habe beispielsweise gelesen, dass der Subway Franchise-Nehmer sucht, und das natürlich auch meinem Freund berichtet. Und wenn ich die Leute in den Filialen bei uns sehe, würde ich mir über den Erfolg keine großen Sorgen machen.
     
  12. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Die Frage ist: Will er eines Tages sein eigener Herr sein? Will er sein Lokal nach seiner Vorstellung gestalten und sein Konzept umsetzen?

    Systemgastro a la Subway oder Maccie ist auch ein Konzept, auch eins mit dem man Geld verdienen kann aber halt das Konzept eines anderen das man ihm bezahlt.
     
  13. eckfahne

    eckfahne Active Member

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    Eines Tages vielleicht ja, möglicherweise... aber das macht dann vielleicht mehr Sinn wenn er weitere Erfahrung in dieser Branche gesammelt hat. Dann kann er vielleicht auch leicht sein eigenes Konzept um- und durchsetzen.

    Ich denke, und das habe ich ihm auch so gesagt, dass es für den Anfang einfach sicherer ist, wenn man mit einem bereits erfolgreichen Konzept arbeitet. Wobei der Maccie zum einen nicht seines ist und zum anderen die Startkosten sicher höher sind.
     
  14. KGBRUS

    KGBRUS SF Dschungelkönig 2016

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    Auf s kleingedruckte achten. In manchen Verträgen wird verboten nachher sich in der Branche selbstständig zu machen
     
  15. eckfahne

    eckfahne Active Member

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    Danke für den Tipp! Das habe ich auch schon gehört und mein Freund hat einen Anwalt in der Verwandtschaft, da kann also denk ich grundsätzlich wenig schief laufen.
     
  16. KGBRUS

    KGBRUS SF Dschungelkönig 2016

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    Einen Anwalt in der Verwandschaft zu haben muß nicht hilfreich sein. Das sollte schon ein Fachanwalt sein. Lieber ein paar Euros in die Hand nehmen, bevor es ein böses Erwachen gibt.
     
  17. eckfahne

    eckfahne Active Member

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    Das ist ein Anwalt, der auch darauf spezialisiert ist. An dem sollte es also nicht scheitern.

    Aber du hast von manchen Verträgen gesprochen... hast du konkret Beispiele dafür?
     
  18. KGBRUS

    KGBRUS SF Dschungelkönig 2016

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    Konkrete Beispiele leider nein, kam, wenn ich mich Recht erinnere, mal in einem Bericht auf NTV.
     
  19. eckfahne

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    Danke! Ich muss aber leider gestehen, dass ich eher weniger NTV schaue.

    Wann hat es ungefähr den Bericht gegeben? Wenn ich das weiß kann versuchen, dass ich im Netz danach suche.
     
  20. KGBRUS

    KGBRUS SF Dschungelkönig 2016

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    Sorry, kann ich dir nun wirklich nicht sagen: Ist ja auch nicht so wichtig, halt nur darauf Achten. Das war auch ein beitrag, wenn ich mich recht entsinne wi keine Firmen genannt wurden, war allgemein gehalten
     
  21. eckfahne

    eckfahne Active Member

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    OK alles klar! Danke!

    Ich werde trotzdem weiter danach suchen. Und ich mich würde wundern, wenn das auch bekannte Unternehmen wie Subway machen würden... weil das wirkt sich ja auch voll auf den Ruf und so aus.
     
  22. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Dann schau Dir mal an was zu Subway in Bezug auf Franchise geschrieben wird. Der Ruf ist schon ziemlich beschädigt.
     
  23. DeWollä

    DeWollä Real Life Junkie

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    Wenn er beim Franchising nur das Kapital bereitstellen muß, ansonsten 1x im Monat eine Sitzung mit dem Geschäftsführer hat um die Zahlen zu checken und der Ertrag zufriedenstellend ist, dann würde ich persönlich auf ">Freiheit" scheißen, Hauptsache mein Kapital trägt eine ordentliche Rendite.

    Wenn er selbst darin arbeiten muß, täglich, und wenn er für mindestens 3 Jahre Kapital hat zum Aufbau, dann würde ich
    ein eigenes Konzept oder von mir aus eine Leihgabe anderer Erfolgsgastronomie zu realisieren versuchen.

    Ich meine, eine Würstchenbude mit dem richtigen Konzept an einem guten Platz reicht auch aus, um die Familie zu ernähren.

    Es gibt Franchise Konzepte, da mußt Du nicht nur die Rohstoffe, sondern alle Maschinen von beziehen, dafür hast Du allerdings einen gewissen Vorteil und nachvollziehbare Erfolgsaussichten.

    Als Eigenunternehmer mußt Du Dich um alles selbst kümmern und der Erfolg liegt ganz bei Dir, ich gebe eine wichtige Empfehlung "Der Platz ist wichtig!" Dem Standort unterliegen alle folgenden Stränge, als Gastro BWL`ler wird er das alles wohl kennen, von Parkplatzsituation, bis hin zu Kategorie des Stadtteils, Straße usw. Verkehrsanbindung, Wohngebiete, Konkurrenzsituation usw. usw.
    Meine Erfahrung sagt, ein gutes eingebürgertes Speiselokal übernehmen, in guter Lage mit mindestens 1Nebenraum und Biergarten, kann man immer nach oben bringen, ohne daß man das Rad neu erfinden muß.
     
  24. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Und wenn man es doch vergeigt, holt man sich einfach die Fernsehköche vom Trash-TV, die richten alles wieder :D
     
  25. DeWollä

    DeWollä Real Life Junkie

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    gut, dass Du das ansprichst, die wichtigste Investition ist natürlich die Küche, bzw. eine gute Köchin, bzw. Küchenteam.
    bestenfalls er kann selbst gut kochen, denn gute Köche sind teuer, aber ohne gute Küche braucht man mit einem Restaurant überhaupt nicht erst anfangen. Meine Empfehlung: Heirate eine Köchin!
     
  26. eckfahne

    eckfahne Active Member

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    @ Rupert: Ja, ich weiß, auf was du hinaus willst. Daher habe ich mich auch zum Thema Subway informiert und habe gelesen, dass sie sich jetzt komplett neu aufgestellt haben bzw. das Franchise-System viel besser strukturiert ist. Es gibt beispielsweise jetzt auch Manager vor Ort usw.

    @ DeWölla: Es freut mich zu lesen, dass es nun auch jemanden gibt, der zumindest teilweise meine Meinung irgendwie bestätigt. Wobei es beim Franchising schon auch so ist, dass man auch das Lokal führen und nicht nur das Kapital bereitstellen muss. Aber beim letzten Absatz bin ich bei dir, auch wenn es halt nicht immer einen Biergarten dazu gibt. Den Tipp, eine Köchin zu heiraten, werde ich meinem Freund