Die deutschen Spitzensportlicher im Skispringen - Das war mal?!

Dieses Thema im Forum "Kneipe" wurde erstellt von Jogi-Fan, 18 Dezember 2010.

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Was sind die Ursachen des ausbleibenden Erfolges?

  1. Mehr ist einfach nicht drin.

    5 Stimme(n)
    55,6%
  2. Die jungen Talente werde angesichts vergangener Erfolge zu sehr unter Druck gesetzt.

    1 Stimme(n)
    11,1%
  3. Die Meinungen von Weißflog und Thoma sollten nicht nur im TV gefragt sein.

    2 Stimme(n)
    22,2%
  4. Ein neuer Trainerstab muss her.

    1 Stimme(n)
    11,1%
  1. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Ach sooo...


    Jetzt sind Verletzungen von Uhrmann und Mechler also der Grund dafür, dass es lange gedauert hat, bis man mal mehr als 3 Springer regelmäßig in die Top 50 bringt?

    Sorry, aber das ist genau das umgekehrte Argument zu dem, was du über den Vorteil, 12 statt 8 Springer in die Quali zu schicken, entgegnet hast.

    Andersrum: Wat sachste denn zum Schlierenzauer? Zu Kuettel? Zu Janda? Zu Kranjec? Zu den Norwegern? Den Finnen? Da gibts auch Verletzte, da gibts auch Formkrisen, wegbrechende Elite. Dennoch schaffen die es immer wieder, dass dann eben ein anderer regelmäßig in die Top 10 oder gar aufs Podest springt. Bei den Ösis, die du so schön anführst, müssten schon 6 Springer ausfallen, damit die ernsthaft in Probleme kommen (nämlich Schlierenzauer, Morgenstern, Kofler, Loitzl, Kock, Fettner). Die haben schlicht ein soo gutes Team, so gut war unseres nichtmal zu Zeiten Hannawalds, geschweige denn vor oder zu Zeiten der Wende mit Weißflog und Thoma. Egal, wie es die Ösis vielleicht treffen sollte, viel ausmachen tut das sicher nicht.

    Oder nochmal andersrum: Um aufzuholen müssen wir bessere Voraussetzungen und bessere Methoden haben als andere. Und da die anderen genauso arbeiten wie wir, wenn nicht gar akribischer (man denke nur an die technischen Entwicklungen der letzten Jahre im Bereich Anzug, Ski und Bindung), sehe ich ein Herankommen wirklich nur, wenn unsere nächste Generation jetzt schon deutlich stärker wäre als die nächste Generation der Konkurrenz.

    Sorry, aber zu mehr als dem einen oder anderen Weltcupsieg wirds bei allen, die da im Moment mitspringen, nicht reichen. Weltklasseformat hat von denen keiner.
     
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  3. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Natürlich: 17. und dahinter im Moment.
     
  4. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Wohl eher letzteres plus besser was aber auch daran liegt, dass bei den Norwegern, Finnen und Österreichern die ganze Chose einen höhren Stellenwert hat.
     
  5. Jogi-Fan

    Jogi-Fan Well-Known Member

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    Erstens: Lies die Beiträge genauer und verallgemeinere die Beiträge nicht ohne sie wirklich verstanden zu haben. Tatsache ist, dass Schmitt, Uhrmann und auch Mechler Rückschläge in ihrer Karriere zu verzeichnen hatten, die sie von ihrer Form abgebracht haben und möglichen Erfolg im Wege standen. Und du wirst wohl kaum mir widersprechen wollen, dass beispielsweise Pascal Bodmer, im Alter von 10 Jahren, Martin Schmitt 2001 nicht ersetzen konnte, als dieser von Verletzungssorgen hatte.

    Welcher von den oben genannten hatte denn einen Mittelfußbruch oder ein Burnout-Syndrom zu verzeichnen gehabt? Diese Art von Rückschlägen sind nicht auszuschließen und können es soweit bringen, dass sie entweder ihre Karriere beenden oder an vergangene Leistungen nicht mehr Anschluss finden.

    In Übrigen: Es ist schon ziemlich witzig, eine Altersgruppe festzulegen, in der man nur Weltcupsieger oder sogar Vierschanzentourneesieger werden kann. Fakt ist, dass die Talente Bodmer, Freitag und Freund in den vergangenen 2 Jahren sich offensichtlich sehr gut entwickelt haben und noch 10 Jahren ihren Sport ausüben können. Umso größer ist deshalb meines Erachtens nach die Chance, dass sie im Normalfall (d.h.: ohne schwerwiegenden Verletzungen) ähnliche Leistungen, wie Morgenstern oder Hannawald, erbringen können.

    Krass, wie du meinst, über 19-jährige so urteilen zu können. Das schaffen die wenigsten. :top:
     
  6. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Bei Bodmer geht's ja ganz gut nach oben, da heisst's mal abwarten bei seinen 20 Jahren ob er's mal in die Top 10 schafft.
    Bei Freund ist die Entwicklung schon viel flacher. Jetzt mit 22 müsste er mal Richtung Top 20 im Gesamtweltcup schnuppern, sonst wird's eng.
    Bei Freitag kann ich noch gar nichts von Entwicklung erkennen, der springt ja erst seit 1 Jahr im Weltcup.

    Bleibt also: Dass einer von den dreien mal zum Siegspringer und Anwärter auf einen Top-Platz im Weltcup wird, ist schon mit ganz arg viel Hoffnung verbunden, denn es sind ja jetzt anscheinend nicht so die Supertalente.
     
  7. Brock_Lesnar

    Brock_Lesnar Active Member

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    Wie schon mehrfach hier im Thread geschrieben: die Springer der jetzigen Weltspitze holten in diesem Alter schon Gesamtweltcupsiege, Olympia-/WM-Medaillen oder gewannen die Vier-Schanzen-Tournee, während die von dir erwähnten Hoffnungsträger mit leeren Händen dastehen, noch nichts geleistet haben und sich mMn maximal mal eine Weile in den Top10 halten können, wenn ihre Entwicklung wirklich so gut weiter verläuft, wie du dir das vorstellst.
     
  8. Jogi-Fan

    Jogi-Fan Well-Known Member

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    Schließt das eine etwas anderes aus? Mit 19 bzw. 22 Jahren hat man immer noch die realistische Möglichkeit 10 Jahre im Skispringen aktiv zu bleiben. Zugegeben, zahlreiche Skispringer waren in ihrem Alter statistisch gesehen schon weiter. Allerdings hat das nicht zu bedeuten, dass in den Folgejahren nichts mehr zu holen ist. Dafür ist dieses Geschäft einfach viel zu schnelllebig in ihrer technischen Entwicklung.
     
  9. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Nix anderes habe ich erwartet.

    Also nochmal langsam: Dass die genannten Rückschläge hatten bestreitet ja keiner. Auch dass einige davon verletzt waren nicht. Die Frage ist eine ganz andere, nämlich, wo war zu dem Zeitpunkt die Breite im Kader, warum kommen die immer noch nicht wieder auf die Strümpfe, und warum hält man an jemanden fest, der nach jedem Sprung genau weiss, warum es nicht geklappt hat, das aber nicht mehr abstellen kann, was nicht klappt. Und nicht zuletzt, warum es noch keiner geschafft hat, den seit etlichen Jahren schwächelnden Schmitt und den noch zu Hannawalds Zeiten zweitklassigen Uhrmann (oder Neumayr) zu überholen.

    Da sind andere weiter, schlicht weiter. Die haben eine größere Breite im Kader (Österreich) oder aber konstante gute Leute (bspw. Amman, Malysz). Manche Nationen haben nix von dem, aber in bestimmten Saisons oder Saisonphase wenigstens mal einen, der ganz vorne reinkommt, bspw der Janda, Kranjec oder div. Norweger.

    Von alledem sieht man bei uns nix. Man sieht 5-7 Leute, deren Potential es ist, geradeso regelmäßig in die Top 30 zu springen. Wenn statt derer 5-7 nur 3-5 geben würde, aber dafür noch 2 Siegspringer, würde ich deiner Einschätzung glatt folgen können. So aber nicht, sorry.

    Übrigens: Schmitt und Uhrmanns Verletzungen bzw. Krankheiten liegen ewig auseinander. Dass diese also die ganze Mannschaft zerrissen haben und man quasi von unglaublichem Verletzungspech getroffen wirde, ist schlicht eine Mär.
     
    Zuletzt bearbeitet: 4 Januar 2011
  10. BoardUser

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    Es schaffen schlicht die wenigsten 19jährigen Springer, die in dem Alter nur "Mittelmaß" sind, den Anschluss an die Weltspitze noch herzustellen. Weil im Skispringen sehr häufig die richtig guten Leute mit 19 schonmal richtig was reissen. Da brauch ich nur über die große Zahl und die Wahrschinlichkeit zu "urteilen", um zu sehen, dass allen unseren eine Klasse fehlt, um vorne dran zu sein oder da ran zu kommen. Wenn, dann wären die jetzt schon mindestens stabile Top-10-Springer.
     
  11. Schröder

    Schröder Problembär

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    Doch, die bauen den Rückstand locker aus. :D

    Mal ernsthaft: Die sind einfach zu schnell zufrieden. Wenn mal einer durch günstige Umstände unter die ersten 10 kommt, wird gleich von einem neuen Aufschwung geredet. Tatsache ist doch, das wir keinen guten Springer haben, der auch mal bei Rückenwind in die Weltspitze vorstoßen kann. Um überhaupt vorne zu landen, müssen unsere Hüpferchen schon selbst sehr günstige Bedingungen haben, und die Konkurrenz am besten 10 Meter / Sekunde Rückenwind.

    Das liegt aber nichtmal am Können. In den Trainings- und Qualifikationssprüngen zeigt sich ja öfters, dass man mithalten kann. Scheint mehr ein mentales Problem zu sein. Sobald irgendwas im Umfeld nicht stimmt, stürzen sie ab. Oder sind dem Leistungsdruck dann im "richtigen" Wettkampf (welchem Druck überhaupt?) nicht gewachsen.

    Auf`s "Treppchen" wird diese Saison kein Deutscher mehr springen, es sei denn, andere Spitzenspringer sagen ab (wird wohl wieder in Japan der Fall sein).

    Die Ansprüche (vor allem der TV-Kommentatoren) sind extrem niedrig geworden. Da wird ein 7. Platz schon wie der Olympiasieg gefeiert. Und solange die "Experten" da mit einstimmen, wird`s auch nicht besser werden.
     
    Zuletzt bearbeitet: 4 Januar 2011
  12. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Natürlich hüpfen sie in der Quali der Konkurrenz nicht 20 und mehr Meter hinterher, weil ja da auch die Spitzenspringer meistens nicht ihre 140m Sprünge auspacken. Warum auch?
     
  13. Schröder

    Schröder Problembär

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    Von der Konkurrenz red ich nicht. Aber wenn jemand bei der Quali oder im Training vor einem Wettkampf 134 Meter springt und bei annähernd gleichen Bedingungen im Wettkampf dann nur noch 120 ist der Unterschied schon enorm. Und du glaubst doch selbst nicht, das bei allen Wettkämpfen jedesmal im Training bessere Bedingungen herrschen als dann, wenn`s ernst wird.
     
  14. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Die hüpfen 134m in der Quali? Regelmässig oder nur so ab und an mal?
     
  15. Schröder

    Schröder Problembär

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    Sie hüpfen jedenfalls regelmäßig in den Qualis oder Trainings weiter als im Wettkampf. Ob nun 134 (hat der Schmitt glaub ich in der 1. Quali geschafft) oder nicht hängt wohl auch von der Schanze ab.
     
  16. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Schon klar, dass das von der Schanze abhängt.
    Ich meinte nur, springen die tatächlich in der Quali regelmässig so viel weiter als später im Wettkampf. 'ne Qualiweite von 134m wäre ja auf einer Schanze, die 140m zulässt gleich ein Sprung in die Top 3. Mein Eindruck ist halt eher der, das hüpfen die auch in der Quali nur ein-, zweimal in der Saison.
     
  17. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Na, auffällig ist schon die Unkonstanz sämtlicher Springer. Kaum 2 Springen hintereinander schaffen die das, wozu sie eigentlich fähig sind. Ob nun die Quali besonders gut ist, der erste oder zweite Wertungssprung sei mal dahingestellt. Aber mindestens einer von denen ist immer mies. Und so kommt es dann, dass z.B. Schmitt öfter mal die Quali ganz versemmelt, weil er da eben seinen schlechten Sprung macht, oder ein anderer von 28 auf 16 springt oder aber von 4 auf 12 zurückfällt.

    Hinzu kommt noch, dass selbst darin nicht unbedingt ein System zu erkennen ist. Soll heissen, es ist nicht immer der zweite Wertungssprung oder der erste, der daneben geht. Sondern immer ein anderer. Und auch die Springer untereinander sind zu unkonstant. So fällt Neumayr als Bestplatzierter der Turnee wegen eines indiv. techn. Fehlers weit zurück, der vorher beste Schmitt schfft nichtmal die Top 50, die hochgelobten Freund und Freitag schmieren (für ihre verhältnisse) mit den Plätzen 19 und 24 ab, während plötzlich der Uhmann mal eben auf 8 landet, was auch keiner erwartet hat. Das natürlich auch nicht mit 3 Top-10-Sprüngen, sondern mit einem eher mäßigen und einem Top-Sprung.

    Alles in Allem bleibt damit der Eindruck, dass wir bestenfalls ganz gut mitspringen und deutlich mehr als Platz 15 derzeit nicht drin ist. Mit schon sehr viel Glüpck (und auch Zufriedenheit) mal Top-10.

    Ich kann mich mal en ein Jahr erinnern, da hat ein Springer namens Alexander herr regelmäßig Platz 15 belegt und war damit nichtmal im Mannschaftsspringen im Team, weil das schlicht zu schlecht war. Mittlerweile finden wir Platz 15 schon angemessen gut. Soweit sind unsere Ansprüche runtergegangen.
     
  18. Jogi-Fan

    Jogi-Fan Well-Known Member

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    Diese Aussage zeigt mir widerrum, dass die Erwartungen des Umfelds an das deutsche Team einfach viel zu hoch liegen. Für dich ist es Mittelmaß, wenn sich die deutschen Skispringer regelmäßig nur in der Top 20 festsetzen können und darüber hinaus nicht vier oder fünf in der Top 10 landen. Es ist nicht die Pflicht eines Skispringers, mit 19 Jahren Sieger der Vierschanzentournee zu werden, um für die nachfolgenden 10 Jahren nur Mitläufer sein zu dürfen.

    Kleiner Exkurs
    Im Gegenteil: Skispringen ist genauso wie die Formel 1 ein Sport, in der es die Details an (technischer) Entwicklung ausmachen, um erfolgreich zu sein. Dabei ist es egal, ob man mit 19 Jahren Weltmeister wird oder erst mit 30 jahren. Was zählt ist die eigene Entwicklung, die man durchschreitet, um in seiner Karriere zu gewinnen. Jenson Button ist schließlich nicht ein schlechterer Rennfahrer, weil er erst mit 29 Jahren Weltmeister wurde, aber Vettel schon sechs Jahre früher. Demnach zählt im Sport - besonders im Teamsport auch das Umfeld. Während Vettel von Beginn seiner Karriere im F1-Cockpit von Red Bull startete, durchlief Button mehrere Teams: Wiliams, Benetton/Renault und BAR/Honda. Wenn ich mir das deutsche Skisprungteam anschaue, gab es schon einige Veränderungen im Trainerstab: Reinhard Heß - Wolfgang Steiert - Peter Rohwein - Werner Schuster. Vier Trainer innerhalb von sieben Jahren. Hier ging meines Erachtens nach eine Routine verloren, die im Skisprungverband notwendig ist, um überhaupt Erfolg zu haben und eine klare Linie vorzuzeigen. Deshalb sollte man den 19-jährigen auch hier die Schuld nehmen, dass sie derzeit nicht mit der Form und Erfahrung eines Morgensterns (24 Jahre) oder Simon Ammans (29) oder Adam Malysz (33) mithalten können. Die Konkurrenz ist schlichtweg sehr groß und die Arbeit mit dem Trainerstab in den vergangenen Jahren verlief dort wesentlich geradliniger und unkomplizierter, als in Deutschland.

    Alles in allem kommen viele Punkte zusammen, weshalb der Vergleich zu den erfolgreicheren Skisprungnationen der vergangenen Jahren ziemlich hinkt.
     
  19. Brock_Lesnar

    Brock_Lesnar Active Member

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    Gemessen mit dem Rest des Teilnehmerfeldes ist es nur Mittelmaß und du redest ja die ganze Zeit davon, dass die jungen Deutschen einmal mit der Weltspitze mithalten können, also müssen sie sich auch mit dieser vergleichen lassen können.
    Vor Allem aber hinkt der Vergleich da oben, weil es in der Formel1 auch sehr stark von der Leistung deines Autos abhängt, ob du was reißt oder eben nicht, während die Materialunterschiede beim Skispringen nicht so groß sind. Ganz unabhängig von dem Vergleich ist auch einfach auffällig, dass die Weltklassespringer (und zwar alle!) auch schon in jungen Jahren Weltklasse waren, während Leute, die in jungen Jahren nur Mittelmaß waren auch später eher nichts mehr reißen oder maximal an der Weltspitze kratzen werden und mit sehr viel Glück Medaillen bei Großereignissen holen oder die Tournee gewinnen (siehe Loitzl). So was sind aber absolute Einzelfälle, die's in den letzten Jahren kaum gab und deshalb solltest du dich hier nicht an irgendetwas festklammern, was mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht so eintreffen wird, wie du es dir erhoffst.
    Aber du kannst mir ja gerne einen Springer raussuchen, der ähnliche Erfolge wie Morgenstern feierte (in einem Beitrag auf Seite 2 hast du nämlich gesagt, dass die von dir erwähnten deutschen Springer ohne Verletzungen im Normalfall auch mal so stark sein werden), obwohl er um die 20 herum ein niemand war und noch nichts gewonnen hat. Ich denke du wirst da auf die Schnelle niemanden finden und vielleicht auch einsehen, dass es deshalb eben äußerst unwahrscheinlich ist, dass die von dir genannten Springer das schaffen, so läuft's halt nicht im Skisprungzirkus.

    Hier noch das erwähnte Zitat:
     
    Zuletzt bearbeitet: 5 Januar 2011
  20. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Oh Gott, zuerst der Vergleich mit Hocke, der in die Hose ging, jetzt sind wir bei der Formel 1.
    Was kommt als nächstes? Fußball?

    Der Vergleich zu den "den erfolgreicheren Skisprungnationen der vergangenen Jahre" hinkt also?
    Diese Nationen, v.a. Österreich, Finnland und Norwegen, setzen seitdem es das Skispringen gibt die Maßstäbe, womit soll sich die erfolgreiche "Skisprungnation Deutschland" denn sonst vergleichen? Mit Spanien?
     
  21. Detti04

    Detti04 The Count

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    Kann es nicht sein, dass in Qualis mit laengerem Anlauf gesprungen wird, weil die besten eh gesetzt sind und somit nicht auf Maximalweite springen muessen oder gar nicht erst antreten? In dem Fall waere es ja fuer jeden Qualifikanten normal, in der Quali weiter zu springen als im Wettkampf.
     
  22. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Dass der Anlauf immer länger ist, glaub ich nicht, denn der ist ja schwer wetterabhängig. Aber es wird schon öfter mal der Fall sein, dass die die schwächeren Springer von weiter oben runter lassen, wenn die Weitenjäger sowieso nicht springen, zumal die dann halt vorher den Sprung abbrechen bevor sie im Rundfunkhaus landen.
     
  23. Detti04

    Detti04 The Count

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    Das meine ich ja. Im Wettkampf muessen die Veranstalter die Anlauflaenge so kalkulieren, dass die (moeglicherweise deutlich) besten Springer (von mir aus: die Ueberflieger) auch einen guten Versuch noch sicher stehen koennen. Fuer die Quali kann das ja egal sein, insbesondere dann, wenn die Ueberflieger die Quali gar nicht erst springen; somit kann die Jury den Anlauf so kalkulieren, dass die naechstbesten Springer nahe an diese Maximalweite herankommen, denn grosse Weiten sind immer gut und machen auch den Springern mehr Spass. Und schwupps, schon springt jeder Springer womoeglich 3-5 m weiter als im Wettkampf unter gleichen Bedingungen, aber mit kuerzerem Anlauf.

    Fuer einen Durchschnittsspringer kann das also bedeuten, dass er in der Quali eine "Basisweite" (die Weite, die er im Normalfall erreicht) von - sagenwamal - 125m aufweist, waehrend diese im Wettkampf eben nur 120m betraegt. Wenn dann ein Durchschnittsspringer eh schon starke Schwankungen von (sagenwamal) +- 5m von Sprung zu Sprung aufweist, dann kann einem Quali-Sprung von 130 m (Basisweite von 125m plus Positivabweichung) eben auch ein Wettkampfsprung von 115 m (Basisweite von 120m plus Negativabweichung) folgen.

    Die fehlende Konstanz bzw. die grosse Schwankung ist ja in der Regel eines der groesseren Probleme der Durchschnittsspringer, oder anders: Bei Durchschnittspringern macht diese sich staerker im Ergebnis bemerkbar als bei der Spitze oder den Totalluschen. Ein Spitzenspringer bleibt selbst mit einem fuer ihn schlechten Sprung noch oben (unter den Top 10), eine Totallusche kommt auch mit einem fuer ihn sensationellen Sprung nicht beliebig weit (vielleicht mal in den 2. Durchgang und wird dann 30.); bei einem Durchschnittspringer ist durch die Schwankung aber im Extremfall alles zwischen "mal in die Top 10" und "Quali verpasst" drin.
     
  24. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Klar lagen bzw. liegen die "zu hoch". Die Frage ist nur, ob zu recht oder nicht. M.E. zu recht, denn die sportliche Erfolgstradition des deutschen Skispringens ist deutlich besser als das Abschneiden der letzten 8 Jahre. Und da meine ich sogar, dass 8 Jahre eine verdammt lange Zeit sind, in der ausser einigen Zufallsresultaten quasi keine erfolgreiche systematische Arbeit geleistet wurde. Da waren andere halt besser.

    Ich für meinen Teil habe die Erwartungen schon vor Jahren deutlich runtergeschraubt. Mittlerweile ist der Sport auch schon sehr technisiert, so dass es womöglich nur eins, zwei Innovationen bedarf, um die erforderlichen Meter aufzuholen. Allerdings bedeutet diese Entwicklung eben auch, dass selbst Top-Springer wie Morgenstern, Malysz, Amman oder Schlierenzauer in 30 Wettkampfspringen nicht 30 mal in die Top-10 kommen können. Aber eben 20 oder 25 mal, von denen sind dann 10 oder 15 Podestplätze dabei.

    Ich für meinen Teil freue mich natürlich auch über jede gute Platzierung, das ist doch keine Frage. Nur ärgere ich mich gleichzeitig über die permanente Schönrednerei der leistungen oder über die Erklärungen, an was es diesmal gelegen hat, dasses schiefging. Und ich fange nicht an, nach einer gute Quali oder einem 8 Platz im Wettkapf von einem Trend zu sprechen oder gar von einem kommenden Siegspringer.
     
    Zuletzt bearbeitet: 5 Januar 2011
  25. Schröder

    Schröder Problembär

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    Also 1. hat Rupert nie 4-5 Platzierungen in den Top 10 gefordert, das ist eine maßlose Übertreibung deinerseits. Aber zumindest EINER, der dann auch regelmäßig, also in mehr als 70 % aller Springen in den Top 10 landet, sollte schon sein. Dann noch 2-3 auf den Plätzen bis 15 oder schlechtestenfalls 20, und zwar auch regelmäßig, und nicht nur ab und zu mal.
    Und natürlich muss ein 19jähriger nicht die Tourmee gewinnen. Er sollte aber schon in der Lage sein, sich dauerhaft in der Nähe der Top 15 zu behaupten. Sonst ist er eben doch nur Mittläufer. Und Mittläufer fängt für mich ab Platz 11 an.

    Ist ja nicht so, dass unsere Skispringer hier schlechte Bedingungen hätten. Schanzen gibt es genug, alle Springen (auch außerhalb der 4-Schanzen-Tournee) werden Live im deutschen TV übertragen und sicherlich werden sie gemäß des öffentlichen Interesses auch finanziell entsprechend ausgestattet. Da sind andere Wintersportarten wie Curling oder Snowboardfahren wesentlich schlechter dran. Nur sollten unsere Weitenjäger auch mal wieder was gewinnen, damit das noch zu rechtfertigen ist.
     
  26. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    So, jetzt ist der Bodmer in der Quali 135,5m gesprungen. Das ist bei einer 140m Schanze mal richtig weit.
    Jetzt bin ich gespannt, ob da morgen dann auch der "Wettkampf-Effekt" eintritt und er wieder 10m oder weiter hinter dieser Weite bleibt.

    Edit: Freund mit 135m und Uhrmann mit satten 139,5m

    Jetzt wurde der Anlauf verkürzt und Hilde landet dennoch bei 138,5m, Malysz bei 136m, Hautamäki 131,5m, Ammann 138m, Morgenstern springt nicht.

    So: Die letzten Paarungen für den Wettkampf sind mal gut: Uhrmann - Kofler (der liess die Quali auch aus, sprang im 2. Training 139,5m) und festhalten: Ammann - Morgenstern (sprang im 2. Training 141,5m)

    In der Summe haben sich die Deutschen in Bischofshofen gut verkauft, zumindest in Training & Quali :D
     
    Zuletzt bearbeitet: 5 Januar 2011
  27. Jogi-Fan

    Jogi-Fan Well-Known Member

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    Heute war wieder ein Tag, an denen auch die Letzten erkannten, dass das detsche Team in der Breite sehr gut aufgestellt sind und bei ähnlichen Wetterbedingungen zeigen, dass sie gleichwertige Platzierungen bzw. Weiten innerhalb ihres Teams springen können. Das war heute bei Bodmer, Freund und Uhrmann der Fall. Ebenso bei Hocke und Freitag. Tolle Gesamt- und Einzelleistungen am ersten Tag in Bischofshofen! :top:
     
    Zuletzt bearbeitet: 5 Januar 2011
  28. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Gleichwertige Platzierungen innerhalb ihres Teams... Was immer das auch bringen mag: Morgen gilt's und alle springen dann bei gleicher Anlauflänge. Da siehste dann auch, was die Quali wert war. Uhrmann kann's sogar im direkten Duell zeigen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 5 Januar 2011
  29. Jogi-Fan

    Jogi-Fan Well-Known Member

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    Was das bringt haben wir gestern gesehen, wenn die deutschen Skispringer auf einem ähnlichen Niveau sind.
     
  30. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Ich habe erkannt, dass die Spitze bei verkürzem Anlauf z.T. noch weiter gesprungen ist. Von daher würde ich das "sehr gut" in "angemessen" oder "anständig" umwandeln. Mehr war es nicht.
     
  31. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Fazit nach dem ersten Durchgang: Morgenstern ist durch; Norwegen ist neben den Österreichern die überragende Mannschaft
    Aus deutscher Sicht: Wieder mal deutlicher schwächer als das, was man in der Quali sah. Einer unter den Top 10: Auf Platz 10 nämlich Neumayer; Bodmer, Schmitt und Freund ok um Platz 15; Uhrmann enttäuschte; Freitag und Hocke abgeschlagen