Derzeitige Tennisära

Dieses Thema im Forum "Sport" wurde erstellt von Nairolf, 11 Juni 2012.

  1. Nairolf

    Nairolf Well-Known Member

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    Wir schreiben das Jahr 2012, ein Jahr mit vielen Highlights wie aktuell die Fussball-Europameisterschaft in der Ukraine und Polen, den Olympischen Spielen in London. Wir haben eine interessante Bundesligasaison hinter uns, ein Champions-League-Finale "Dahoam" gesehen... Wir haben mitgefiebert, uns mal gefreut und auch geärgert, vielleicht sogar Tränen vergossen bei dem ein oder anderen verlorenen Spiel unserer Mannschaften.

    Durch den hohen Grad an Popularität des Fussball vergessen wir schnell andere Ereignisse. Nennen möchte ich die Handball-Europameisterschaft, die Eishockey-Weltmeisterschaft...wer weiß aus dem Stand wie die Turniere ausgegangen sind oder wie unsere deutschen Mannschaften sich behauptet haben...

    Nun ja, diese Herleitung soll nur zeigen, dass wir unseren Fokus oft zu sehr einschränken. Denn seit Boris Becker und Steffi Graf den Schläger an den Nagel gehängt haben, ist Tennis weitestgehend ins Hintertreffen geraten. Dabei hat sich vor allem bei den Männern eine Generation herausgebildet, von der noch in vielen Jahrzehnten gesprochen und geschrieben wird.

    Ich habe noch einen Kommentator von 2001 in den Ohren, der bei dem Match Federer gegen Sampras über die Rekorde von "Pitol Pete", die für die Ewigkeit sind. Wer hätte geahnt, dass gerade dieser Federer keine 10 Jahre später einen Großteil der Rekorde gebrochen hat. Der mittlerweile 30jährigen Schweizer hatte 2004 beginnend vier derart dominante Jahre, dass er zwischenzeitlich als unbezwingbar galt. Als Anerkennung dieser unglaublichen Jahre wurde er in den Jahren 2005-2008 mit dem Laurus Sports Award ausgezeichnet und damit dem weltbesten Sportler. Bei den Australien Open 2010 holte er seinen letzten der 16 Grand Slam Titel, dazu siegte er sechsmal bei den ATP World Tour Finals. Alle Rekorde Federers aufzuzählen wäre müßig.

    Die Bedeutung des Tennissports und die außergewöhnliche Ära werden deutlich, wenn man sich die Liste der Weltsportler genauer ansieht. Neben den 4 Auszeichnungen für Federer wurden Rafael Nadal 2011 und Novak Djokovic 2012 damit ausgezeichnet. Bedenkt man, dass wir in einer Zeit leben, in der Cristiano Ronaldo und Lionel Messi die sportlichen Schlagzeilen schreiben, ist dieser Award ein Ausrufezeichen, dass der Tennissport Unglaubliches erlebt.

    Mit dem heutigen Sieg von Nadal bei den French Open wird ein neuer Rekord erreicht. Nadal, der erst kürzlich 26 Jahre alt geworden ist, gewinnt seinen 7. Titel in Paris. Der wohl beste Sandplatz-Spieler aller Zeiten hat ebenfalls unzählige Rekorde vorzuweisen. Eine der eindrucksvollsten ist wohl die Serie von 81 Siegen in Folge auf Sand.

    Last but not least ist Novak Djokovic seit Beginn des letzten Jahres aus dem Schatten der beiden Superstars getreten und ist seither selbst der beste Spieler auf der ATP-Tour. Mit 43 erfolgreichen Spielen in Folge hat er eine der längsten Siegesserien aller Zeiten inne. Bei den diesjährigen Australien Open konnte er seinen 5. Grand Slam Titel holen.

    Was ist besonders an dieser Tennisgeneration? Schließlich gab es schon viele gute Duelle an der Weltspitze…

    Folgende Zahlen sprechen für sich:

    Diese 3 Topspieler haben 32 der letzten 34 Grand Slam Turniere unter sich ausgemacht. Neben Del Potro bei den US Open 2009 war zuvor 2004 bei den French Open Gaston Gaudio
    der letzte Grand Slam Sieger. Die vielen Rekorde des Trios aufzulisten würden Stunden in Anspruch nehmen. Kaum ein Rekord, den diese Tennisstars nicht gebrochen haben. Viele Spiele von ihnen sind in die Geschichte eingegangen, einige epische Matche wurden gespielt!

    Man kann davon ausgehen, dass Roger Federer auch die nächsten 1-2 Jahre noch auf höchstem Niveau mitspielen kann, dass ein Nadal auf Sand auch künftig fast unschlagbar ist und dass ein Djokovic die Nr. 1 der Welt bleibt… Eine wahrhaft goldene Tennis-Ära!
     
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  3. Ichsachma

    Ichsachma J'aime soleil

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    ...die an Reiz aber auch deshalb eingebüßt hat, weil diese 3 und Murray gefühlt die großen Titel untereinander ausmachen. Und ich finde:

    Sie alle könnten perfekte Schwiegersöhne sein. Das ist ein wenig langweilig.
     
  4. U w e

    U w e Borussia Mönchengladbach Moderator

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    Alles drei TOP Athleten die Ihrem Sport alles unterordnen und seit Jahren konstante Weltklasseleistungen abrufen.

    Dem Sport an sich schadet es auch nicht wenn man sich die Zuschauerzahlen bei den Turnieren so anschaut.

    Allerdings hätte ich auch nichts gegen ein wenig Abwechslung wie z.B. zu Zeiten eines Edberg, Lendl, Wilander, Sampras, Becker, McEnroe etc.
     
  5. Nairolf

    Nairolf Well-Known Member

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    Jahre lang war mit Andy Roddick noch ein Amerikaner in großen Finals zu sehen, der ähnlich wie Del Potro einen Grand Slam Titel holen konnte. Murray dagegen scheitert bei den ganz großen Matches bisher zu oft. Auch Tsonga spielt ansehnliches Tennis ;) Und einen Ferrer muss man auch immer auf der Rechnung haben.

    Für mich ist es dann immer wieder beeindruckend, wie in den direkten Duellen die großen 3 noch eine Schippe drauflegen können. Ballwechsel die den Zuschauern den Atem nehmen und von den Sitzen reißen. Ich erinnere mich an so viele unglaublich dramatische Matche von Federer, aber auch z. B. das Finale von Nadal gegen Djokovic bei den Australien Open dieses Jahres. Ich schaue seit Ende der 90er Jahre Tennis, habe noch Spiele von Sampras und Agassi gesehen, bei den Damen die Zeit von unter anderem Graf, Hingis, Davenport usw...

    Ich bin wirklich gespannt, wer als nächtes versucht bei den Herren oben dauerhaft mitzuspielen...
     
  6. Detti04

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    Nachdem ich jahrelang kein Tennis mehr gesehen habe, habe ich mal ab und an bei den letztjaehrigen French Open reingeschaut - und war vom gebotenen Niveau ziemlich begeistert. Daher hab ich viel von den Australian Open gesehen, denn da tut mir der Zeitunterschied ja mal nicht weh. Das Niveau vieler Spiele dort war absolut unglaublich, insbesondere die Top 3 sind unfassbar gut: Da spielt - sagenwamal - Federer einen Ball, der vor 5 Jahren ein garantierter Winner gewesen waere - und Djokovic bekommt den Ball nicht nur, sondern spielt einen ebensolchen perfekten Ball zurueck. Das Ganze machen die Top 3 (oder 4) dann ueber 4 oder 5 Stunden - Wahnsinn.

    Bei all dem tut mir Murray ein bisschen leid, selbst wenn er (womoeglich) ein verwoehnter Doedel ist, denn in jeder frueheren Generation haette er schon ein paar Grand Slams gewonnen, aber heute hat er praktisch keine Chance. Als Nummer 4 (oder 3) der Weltrangliste muesste er fuer den Gewinn eines der Grand Slams ja nicht nur einen, sondern gleich zwei Ausnahmespieler schlagen - und da spricht einfach schon die Wahrscheinlichkeit gegen ihn.
     
  7. Nairolf

    Nairolf Well-Known Member

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    Zum ersten Teil muss ich 100%ig zustimmen. Man kommt als Zuschauer voll auf seine Kosten und aus dem Staunen nicht mehr heraus. Was die 3 spielerische an Glanzpunkten setzen ist vorallem ist jedes mal eine Augenweide, deshalb möchte ich auch mehr Fans für diesen Sport gewinnen, damit ihr später auch noch davon schwärmen könnt.

    Ich persönlich bin seit Beginn an Federer-Fan, mir gefällt seine Spielweise, seine absolut genialen Momente, wobei man als Fan auch leidet, da er gerne auch mal einen unforced error nach dem nächsten macht...
    Aber ich gehöre nicht zu denen, die nun einen Hass auf Nadal haben, da ohne ihn wohl Federer schon längst weit über 20 Grand Slam Turniere gewonnen hätte, ebenso bei Djokovic. Viel zu sehr bin ich mit dem Herzen dabei, wenn die drei sich durchs Starterfeld pflügen und in den Halbfinales und Finalspielen Tennis der Extraklasse bieten ;)

    Murray dagegen drücke ich nicht die Daumen, da er mir irgendwie unsympathisch ist. Wenn ich alleine schon seine Mutter hysterisch am Tenniscourt sehe, vergeht es mir! Er hat wirklich Pech, dass er nicht 10 Jahre eher oder später auf die Welt gekommen ist, dann hätte er wohl schon einen großen Titel gewonnen, so wird er es auch in den kommenden Jahren schwer haben, auch nur einen Grand Slam Titel sich zu sichern.
     
  8. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Jou, die Zeit der Aufsässigen, die auch mal einen Gag auf Lager hatten, ist wohl endgültig vorbei. John Mc Enroe, Jimmy Connors, Guillermo Vilas - mit denen hatte man noch Spaß. Nicht zufällig alle in den 50ern geboren, wie ich... ;)

    Bin aber trotzdem zwiegespalten, denn besonders Federer und Nadal sind einfach sehr sympathisch, kommen zudem natürlich rüber, und dumm sind sie ja ebenfalls nicht. Beispielhaft auch ihre Fairness untereinander, wie vor zwei Jahren, als Nadal seinen in Tränen aufgelösten Rivalen nach einer Niederlage demonstrativ tröstete.
     
  9. Aesthetiker

    Aesthetiker Member

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    Behaupte jetzt mal das Tennis wieder in den Aufwind kommt in Deutschland.
    Kerber, Petkovic, Kohlschreiber und auch zuletzt Haas tragen glaub ich dazu bei das Tennis wieder populärer wird.
    Viele kleine Kids fangen jetzt das Tennis spielen an anstatt Fussballschuhe zu schnüren.
     
  10. fabsi1977

    fabsi1977 Theoretiker

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    Ich haue es mal hier rein. Serena Williams verliert ihr Halbfinale bei den US Open. Sprich nix mit dem ersten Grand Slam seit Steffi Graf 1988.
     
  11. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Ach, hat die Tante die anderen 3 Turniere gewonnen - ging spurlos an mir vorüber; ich dachte die Venus ist die Erfolgreichere.
     
  12. fabsi1977

    fabsi1977 Theoretiker

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    Nee, Serena ist in der Tat auf dem beste Wege die Gräfin abzulösen hinsichtlich der meisten gewonnen Grand Slam Turnieren.

    Am Anfang waren die beiden auf dem gleichen Niveau, Venus hat soweit ich weiß einige Male in Wimbledon gewonnen, mittlerweile ist sie weg aus den Top 10,
     
  13. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Ich seh's gerade: 21 Grand Slam Titel
     
  14. fabsi1977

    fabsi1977 Theoretiker

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    Venus hat 7, den letzten 2008 in Wimbledon.
     
  15. Litti

    Litti Krawallbruder

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    Scheiße, einfach mal einen Hunni auf Serena gesetzt. Aber so ist das mit den ganz sicheren Dingern.........
     
  16. fabsi1977

    fabsi1977 Theoretiker

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    Normalerweise ein sicheres Ding, hätte auch nicht gedacht dass das Moppelchen verliert
     
  17. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Mensch, das hab ich ja erst jetzt mitgekriegt: rein italienisches Finale bei den Frauen-US-Open! :top:

    Besonders freut's mich für die 33jährige Flavia Pennetta, die damit die älteste US-Open-Siegerin seit 1968 ist - und anschließen ihre Karriere beendete. Das nenn ich mal Krönung.
    Und auch ihre Gegnerin, die ungesetzte Roberta Vinci, ist schon über 30. Und dazu ebenso aus Apulien wie die Siegerin.
     
  18. Schalke-Königsblau

    Schalke-Königsblau Derbysieger 2012/13

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    Seit ewigen Zeiten kein Tennis-match mehr geschaut. Djokovic gegen Federer wollte ich mir mal antun.
    Aufgrund des schlechten Wetters verzögerte sich der Beginn des Finales auch noch.

    Die besten Spieler der derzeitigen Tennisära mal in Aktion zu sehen und das auch noch gegeneinander, war nicht uninteressant. :)
    Djokovic war an dem Tag besser in Form. :top:
     
  19. Detti04

    Detti04 The Count

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    Die letzten 2 Wochen in Wimbledon:



    Ob's auch im Finale gegen Murray so weiter geht?
     
  20. Leipziger

    Leipziger Well-Known Member

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    Auch ich habe Ende der 80er bis in die 90er hinein vor dem Fernseher gesessen, um Tennisspiele zu schauen und jetzt bin ich mir noch nicht mal sicher, ob ich das Damenfinale in Wimbledon sehen werde. Dabei ist mir die Kerber sympathisch.

    Was mir neben den wirklich charismatischen Typen fehlt, sind die unterschiedlichen Spielstile von damals. Da gab es noch die typischen Sandplatzspezialisten, Grundlinienspieler, klassische Serve & Volleyspieler, Aufschlagmaschinen wie Ivanisevic.