Der FC Bayern und seine Fans

Dieses Thema im Forum "Bayern München" wurde erstellt von Holgy, 22 Mai 2013.

  1. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Anscheinend ist das Ziel unserer Vereinsführung nicht nur sportlich zu Barcelona, Madrid und Manchester aufzuschließen, sondern auch dafür zu sorgen, dass es bei Heimspielen im Münchner Norden ähnlich trist zu gehen wird, wie im Camp Nou, Bernabeu oder Old Trafford. Ein Publikum, das anfängt zu pfeifen, wenn es nach 45 Minuten gegen Freiburg nur 1:0 steht, nachdem man vier Tage zuvor Barcelona mit 4:0 aus dem Stadion gefegt hat. Ein Publikum, das erwartet, dass die Kurve den Unterhalter für Sie spielt und wenn sich die Leute in der Südkurve erdreisten nicht den Dienstleister zu spielen, kriegt man ausnahmsweise sein Maul auf und beschimpft die eigene Kurve, da die Gruppen in dieser nicht für die gewohnte Unterhaltung sorgen. Unfassbar eigentlich was für Idioten bei uns im Stadion sind, aber so ist es anscheinend gewollt...

    Aus einem langen Interview mit Inferno Bavaria: "Bei all dem Sonnenschein gibt es leider auch Schatten" auf stadionwelt.de
     
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  3. André

    André Foren-Capo Administrator

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    Operettenpublikum halt. Bei fb machte vor kurzem ein Post eines enttäuschten Bayernfans die Runde, der zum ersten mal in der Allianzarena war und monierte dass selbst bei der Meisterschaftsfeier keine Stimmung aufkam. Derjenige konnte die Welt nicht mehr verstehen.

    Manche sagen ja der FCB ist zu erfolgreich für gute Stimmung, und da ist was dran. Eine ähnliche Entwicklung, wenn auch im wesentlich kleinerem Rahmen lässt sich auch in Gladbach beobachten. Mit dem Erfolg kommen halt auch die Typen, die unterhalten werden wollen - die Kunden.

    In der zweiten Liga damals war die Stimmung wesentlich geiler, weil nur die Herzblutfans ins Stadion kamen. Plötzlich ist Borussia inn und es kommen völlig andere Leute ins Stadion. Leute, die rumschreien: Fahne runter, sonst gibt´s auf die Fresse. Ich hab Eintritt bezahlt und verlange klare Sicht. etc.

    Deshalb fahre ich auch fast nur noch auswärts. 3.000 - 10.000 Auswärtsfans je nach Stadion sind wesentlich geiler als 50.000 Heimfans, die Ihr Maul nicht aufmachen. Beim FC Bayern ist dass ganze natürlich noch viel krasser, die Endstufe sozusagen.

    Natürlich hat der FCB auch sehr viele Herzblutfans, aber die kommen halt gegen die ganzen Modefans nicht an. Und genau dass ist der Punkt an dem der Fußball gerade am Scheideweg steht. Siehe auch den Thread zum Champions League Finale. Die Fans dürfen keine Choreos machen weil die VIP´s dadurch belästigt werden könnten. Die VIP´s die selbst nichts zur Stimmung beitragen, sind aber die ersten die sich beschweren, dass Ihre Kurve nichts macht.

    Fankultur ist vielen heute egal, es geht um Kommerz. Und hier muss ich nochmal unseren Sportdirektor loben. Unser Fanprojekt darf eigene Klamotten herstellen mit Borussia Logo etc. Im Stadion ist das Verhältnis ca. 50 zu 50. Also 50% haben offizielle Fanklamotten an, die anderen 50% tragen Klamotten vom FP.

    In Sachen Merchandising sind wir die Nummer 4/5 der Liga, also das ganze sind nicht mal eben nur paar Euro die da flöten gehen, sondern eine beachtliche Summe (Das FP setzte den Gewinn aber für Choreos etc. ein und ist nicht gewinnorientiert). Die Klamotten dürfen sogar im Stadion verkauft werden, hinter der Nordkurve gibt es extra ein Gebäude. Das ist also nicht selbstverständlich. Soweit ich weiß wurde das in München verboten, weil man es als Konkurrenz zu den eigenen Fanartikeln angesehen hat.

    Dass Eberl sich dann noch beim Heimspiel auf die Bank setzt und statt eines offiziellen Borussia Produktes selbst eine Jacke vom FP anhat, fand ich richtig geil. Zeigt irgendwie dass wir doch ein wenig anders sind, und der Verein die Fans doch eher noch akzeptiert bzw. ernst nimmt als es bei Vereinen wie dem FCB der Fall ist.

    eberl.jpg
     
    Zuletzt bearbeitet: 22 Mai 2013
  4. KGBRUS

    KGBRUS SF Dschungelkönig 2016

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    Nun ja es geht weder ohne die einen noch ohne die Anderen. Die sogenannten "Modefans" sind die das Plus im Geldbeutel des Vereines bringen, ohne die kann kein Erstligist auf Dauer überleben, denn steigendem Erfolg erhöht sich die Zahl der "Modefans" und man erschließt sich neue Zielgruppen. Neue oder größere Zielgruppen sind für Sponsoren interessant so das man den Sponsorenpool erhöht oder man höher dotierte Sponsorenverträge abschließt.
    Also alles Kommerz
     
  5. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Mir ist das offen gestanden recht wurscht, ob es sowas wie eine Fankultur gibt oder nicht; als ich früher noch öfter ins Stadion bin, war mir rein neben dem Anschauen des sportlichen Ereignisses v.a. noch wichtig, dass das Stadion in der Stadt liegt bzw. eben eine urbane Infrastruktur drumrum aufweist und kein so ausgelagerter Tempel ist.
    Deshalb war das Millerntor immer Klasse, schwupp ums Eck, und schon steht man mitten im städtischen Leben, schwupp zurück, und man hat den Fuppes für 2h Unterhaltung und Ablenkung.
    Das Olympiastadion war schon grenzwertig und die Allianz Arena geht halt in der Beziehung mal gar nicht.
     
  6. André

    André Foren-Capo Administrator

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    Das ist aber mittlerweile bei 99% der neuen Stadien der Fall. Der Borussia Park liegt auch in der Pampa, aber Mainz war schon krass, die CoFace Arena liegt ja wirklich mitten in einem riesigen Feld. Voll in der Pampa. Vorteil ist halt das Gästefans mit dem Bus quasi bis zur Tür gefahren werden. Der Charme bleibt aber natürlich völlig auf der Strecke.
     
  7. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Deswegen v.a. gehe ich auch nicht mehr ins Stadion (dazu kommt noch die mission impossible in München überhaupt eine Karte zu bekommen). Die Pampaarenen machen einfach null Spaß.
     
  8. alditüte

    alditüte HSVer

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    Was Pampasarenen betrifft hab ich mir mit dem HSV ja gerade den richtigen Verein ausgesucht.
     
  9. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Deswegen bin ich auch strikt dafür, einen Umbau des Wildparks an Ort und Stelle absolut einem Neubau ganz egal wo vorzuziehen.
    Und ich kann nur hoffen, dass es diejenigen die es entscheiden genauso sehen.
    Zumal es ja ein Märchen ist, dass man gut per Auto weg kommt wenn das Stadion nur nah genug an die Autobahn gebaut ist.
     
  10. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Wenn man die 2h Stauzeit im Parkhaus der AA und an den Ausfahrten zur Autobahn als "gut" bezeichnet, könnte es hinkommen :D
     
  11. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Die Dortmunder können sich in der Hinsicht eigentlich nicht beschweren. Allerdings habe ich in Erinnerung, dass früher die Besiedlung rund um das Stadion dichter war, insbesondere zu Zeiten des Stadions Rote Erde, das ja direkt neben dem Westfalenstadion liegt. Da hatte man direkt nach dem Spiel eine große Auswahl an Kneipen in einem Wohngebiet. Als ich vor 2 Jahren das letzte Mal in Dortmund war, kam es mir vor, als wenn rund um das Stadion mehr Freiräume sind, und das nicht nur für Parkplätze, und der Eindruck, dass es mitten in der Stadt liegt, ist nicht mehr so vorherrschend.
     
  12. André

    André Foren-Capo Administrator

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    Gibt es keine Widerstände der Anwohner? Daran ist der Ausbau des Bökelbergs damals gescheitert, war auch blöd dass der ausgerechnet im Villenviertel lag, und die Snobs natürlich nicht das ganze Geld von den Pfandflaschen, die in ihrem Vorgarten lagen, zu schätzen wussten. :D
     
  13. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Warst du schonmal im Wildpark?
    Da wohnt niemand. Probleme (ich halte sie für vorgeschoben) sind: Sicherheit, Fantrennung, Verkehrsanbindung. Letzeres ist für mich keins. Vor 30 Jahren passten über 40.000 rein und das ging komischerweise auch. In der Stadt so wie jetzt kommen die Leute ausserdem aus viel mehr Richtungen was den Verkehr entzerrt.

    Wohl nicht ganz so vorgeschoben ist der Landschaftsschutz, man darf nur begrenzt hoch bauen.
    Und ich persönlich wäre mal sehr gespannt, was so alles zum Vorschein kommt wenn man die Erdwälle abträgt, die wurden nämlich Anfang der 50er aufgeschüttet.

    Und nur mal als Beispiel: In Stuttgart ist weit und breit keine Autobahn, dafür 2 Bundesstraßen, U-Bahn und S-Bahn. Da geht das relativ zügig.
     
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  14. André

    André Foren-Capo Administrator

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    Leider noch nicht, und das ist eigentlich unglaublich, weil man Schwager großer KSC Fan ist und mich mindestens 3 - 5 mal pro Jahr mit auf Sauftour zum KSC holen will (Fahren immer mit 3 - 5 Leuten inklusive Übernachtung in einer Absteige). Meistens war ich an diesen Wochenenden aber immer in Sachen Gladbach unterwegs oder hatte schlicht keine Zeit.

    Will aber unbedingt mal mit, weil ich auch mit dem KSC sympathisiere. Denke nächste Saison wird das vielleicht das ein oder andere mal passen.

    Ja Gründe finden sich immer gegen irgendwas. Aber man sieht ja jetzt dass viele Stadien keinen Charme mehr haben und sich kaum von anderen Arenen unterscheiden, da könnte man in der Stadt nun wirklich die Chance nutzen und mit einem Ausbau ein Alleinstellungsmerkmal schaffen, was es bald immer weniger geben wird.

    Drücke Euch die Daumen, dass es gelingt. Wie weit ist denn die Planung, bzw. wann wird das ganze akut?
     
  15. GilbertBrown

    GilbertBrown Green Bay Packers Owner

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    Als Giesinger würde ich einen Neubau der Pampa der jetzigen Situation aber 24/7 vorziehen. Wo doch ein jeder weiß, Umbau einer Ehrwürdigen Spielstätte in der Stadt? "Es gähd hoid ned" :D
     
  16. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Dazu äußere ich mich erst, wenn wirklich Rohbauer am Werk sind. Immerhin ist der Präsident ja nicht Bürgermeister geworden, jetzt behindert er sich nicht mehr selbst. Vorschläge gabs genug, für alle möglichen Varianten.
    nächste Saison ist ja wieder öfter sonntags, vielleicht klappt's ja. Sag Bescheid.
     
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