Der alltägliche Rassismus

Dieses Thema im Forum "Kneipe" wurde erstellt von pauli09, 8 November 2012.

  1. Junker

    Junker Altborusse

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    Wir haben vor kurzem einen Fachtag gehabt " interkulturelle Kompetenz" Ich wohne in OF, arbeite in nem Stadtteil als Erzieher in einem Hort mit kindern, viele mit Migrationshintergrund. Ich habe Vorurteile, reflektiere diese, versuche daran zu arbeiten, d.h. Vorurteile abzubauen einen Zugang zu den anderen zu bekommen. Trotzdem es ist schwierig
     
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  3. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Was heisst das jetzt konkret? Rassisten wachsen in einer rassistischen Umwelt auf?
     
  4. Raffelhüschen

    Raffelhüschen Forennutzer

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    Eine solche Umwelt kann das zumindest imo stark begünstigen, da sie den Blick darauf lenkt, sie kann aber auch dazu führen, ein kritisches Bewusstsein dafür zu entwickeln. Eine Person ist ja in einen ganzen Kontext von Umwelten eingebettet, die unterschiedliche Denkanstöße geben.

    - - - Aktualisiert - - -

    Es gab doch vor kurzem ein Verwaltungsgerichtsurteil, korriigiert mich, wenn ich irre, dass Racial Profiling untersagt. Ich frage mich, wie soll das in der Praxis kontrolliert werden, ob sich die Polizei daran hält? Oder kommt das zu den Akten?
     
  5. Schröder

    Schröder Problembär

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    Ich wollte dir hier wirklich keinen ausschweifenden Lebenstil vorwerfen.

    Es ist genauso pervers, das ausländische Arbeitskräfte in Deutschland aufgrund mangelnder Rechts- und Tarifkenntnisse immer noch zu Löhnen beschäftigt werden, für den die meisten Deutschen nicht mal vor de Tür gehen würden. Und wenn sich dann doch mal einer wehrt, fliegt er sofort raus und bekommt nichtmal den Hungerlohn für bereits geleistete Arbeitsstunden. Wird dann als "unbezahlte Probearbeit" bezeichnet, obwohl natürlich vorher was ganz anderes zugesagt wurde.
    Und der Staat mischt da fröhlich mit. Wenn man Aufträge an Unternehmer vergibt, die für die meist Zeitarbeiter mit Stundensätzen von 10 € den Zuschlag bekommen, kann man sich leicht ausrechnen, das davon vielleicht 5 € Brutto beim Arbeitnehmer ankommen. Das dafür meist ausländische Lohnsklaven angekarrt werden, sollte jedem klar sein.
     
    Zuletzt bearbeitet: 12 November 2012
  6. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Hier nochmal ein ganz aktuelles für Alltagsrassismus von einem beliebten Fernsehkasper. Das man von dem nicht viel anderes erwartet, ist klar. Schlimm ist dagegen, dass das alle schlucken und keiner in der Sendung was dagegen sagt:

    Den Tiefpunkt der Sendung erreicht der Moderator gleich am Anfang im Gespräch mit Wolfgang Kubicki, den er, scheinbar gewagt, tatsächlich jedoch wenig originell befragt, ob "Rösler weg muss". Kubicki antwortet wie immer launig, und Raab kann es sich nicht verkneifen, auf den glücklosen FDP-Chef einzugehen: "Wenn Rösler das beim Abendessen sieht, fallen ihm hoffentlich nicht die Stäbchen aus der Hand."

    Man muss es vielleicht noch einmal für den Spaß-Rassisten Stefan Raab aufschreiben: Philipp Rösler ist im Alter von neun Monaten aus einem vietnamesischen Waisenhaus nach Niedersachsen geholt worden. Er ist, abgesehen von dieser biografischen Besonderheit, ein völlig durchschnittlicher Deutscher. Im Übrigen essen asiatisch aussehende Menschen anders als in der offenbar beschränkten Vorstellungswelt von Stefan Raab nicht ständig mit Stäbchen.


    TV-Kritik: Stefan Raab und seine Polit-Show "Die absolute Mehrheit" - SPIEGEL ONLINE
     
  7. Schröder

    Schröder Problembär

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    Achgottchen...
    Ich hab nun die Sendung nicht gesehen, aber man kann es auch damit übertreiben, jeden gequirlten Quark auf die politisch korrekte Goldwaage zu legen. Der Spruch ist zwar blöde, aber Rassismus würd ich ihm da nicht vorwerfen. Es sei denn, man findet Essen mit Stäbchen sei eine Beleidigung.
    Da gab es in anderen sog. Satire-Sendungen schon schlimmere Entgleisungen.
     
  8. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Du hast es nicht kapiert Schröder. Der Rassismus liegt darin, das Rösler, obwohl er Deutscher ist, hier mit rassistischen Klichees eingedeckt wird, weil er aussieht wie ein Asiate. Und wer wie ein Asiate aussieht, der isst halt mich Stäbchen, gelle, im Gegensatz zu uns Deutschen.

    Man mag das nicht für absonderlich schlimm halten und das ist auch sicher nicht so schlimm, als wenn Raab einem eine reihgehauen hätte, weil er aussieht wie ein Asiate, aber rassistisch ist es trotzdem. Da fängt der Alltagsrassismus an: Der sieht nicht aus wie ein Deutscher, der ist also kein Deutscher, der isst mit Stäbchen, und wir Deutschen essen mit Messer und Gabel.

    Dein Einwand ist aber ein schönes Beispiel, wie Alltagsrassismus von vielen gar nicht als Rassismus erkannt wird. Das ist bei der Art von Rassismus fast schon das Hauptproblem.
     
  9. pauli09

    pauli09 2. Ewige Tabelle "1gg1"

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    Holgy, du nervst mit deinem "Alltagsrassismus".
    dabei geht es doch um nicht mehr als "politische korrektheit".

    das thema hier ist "alltäglicher rassismus", der sich nicht in süffisanten wortspielchen äußert, sondern der auch von der staatsgewalt ausgeht und in den meisten fällen unter den tisch gekehrt wird, und zwar mit mitteln, die üblicherweise einem nicht-demokratischen staat zugeschrieben würden.

    also nochmal: gewalttätiger, alltäglicher rassismus!
     
  10. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Und du nervst mit deiner Verharmlosung von alltäglichen Rassismus als "Wortspielerei" und "politischer Korrektheit" und süffisant ist daran schon mal gar nichts. Alltäglich Rassismus fängt genau da an und endet bei gewaltätigen Übergriffen durch Polizisten oder sonst wen. Wer das nicht erkennt ist eher teil des problems als teil der Lösung. oder anders gesagt: Für wen das eine "nur" unkorrekte Wortspielereien sind, der brauch sich über gewaltätige Übergriffe, die auf dem selben alltäglichen Rassismus beruhen, nicht zu beschweren.

    Oder hast du als Tipp an die Polizei: sprecht die Andersausehenden ruhig "unkorrekt" (Hallo Herr Minister Stäbchenesser, heute schon Hund gefrühstückt? So vielleicht?) an und behandelt sie ruhig unfair, aber haut sie bitte nicht, denn hauen, das geht dann doch ein bisschen weit.
     
  11. osito

    osito Titelaspirant

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    Sicher ist das ein Witz, der den FDP-Mann, weil er ein Asiatisches Aussehen besitzt in ein Klischee draengt. Aber sehe darin auch keine rassistische Auesserung von dem Raab, den ich im uebrigen noch nicht mal leiden kann. Wenn ich bedenke wie oft man als deutscher mit "Kartoffelfresser" betitelt wird, im eigenem Land, dann kann ich darueber nur mit der Schulter zucken. Wuerde mir nicht im Traum einfallen, darauhin einen anderen anzuzeigen. Natuerlich sollte man nicht alles tolerieren, oder als Spass abtun.
     
  12. Schröder

    Schröder Problembär

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    @Holgy: Man kann natürlich Rassismus auch mit der Lupe suchen, wenn man jeden Blödsinn auf die politisch korrekte Goldwaage legt.
    Hier würd ich mal keinen gewollten Rassismus vermuten, und das Raab wirklich glaubt, alle Asiaten würden mit Stäbchen essen, ist eher eine Unterstellung deinerseits.
    Der Spruch is platt und blöde, keine Frage. Aber auch nicht rassistischer oder nationalistischer als z.B. Ostfriesen- oder Bayern-Witze.
    Und gerade Politiker sind in anderen Satire- Sendungen schon viel schlimmer verunglimpft worden. Zumal "der isst mit Stäbchen" jetzt für mich keine Beleidigung darstellt.

    Zum Schreiberling dieser verlinkten "Kritik": Wer andere bloß aufgrund ihrer TV-Gewohnheiten als Idioten darstellt (und der ganze Artikel trieft von haltlosen Unterstellungen gegen alle, die auch nur irgendwann mal `ne Sendung mit Raab gesehen haben. Aber diese Pauschale Verallgemeinerung hatten wir ja bei der "Fähnchen-Schwenker sind alles Rassisten"-Diskussion währen der EM schon mal), ist wohl selbst kaum besser als ein Rassist. Wenn er sich selbst durch den angeblichen Kampf gegen Vorurteile auf einen goldenen Sockel hebt und dann im selben Artikel genau auf dieses Niveau von Vorurteilen begibt, kann er selbst nicht ganz dicht sein. Außerdem klingt da doch ´ne Menge Missgunst mit durch, wirklich sachlich ausgeführt ist da nämlich fast gar nix.
     
    Zuletzt bearbeitet: 12 November 2012
  13. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Also ich finde, dass man schon abgrenzen sollte zwischen Äußerungen, die auf ein Anderssein anspielen und Äußerungen die zusätzlich dazu noch eine gewisse Abwertung des anderen ausdrücken. Da kann man beim Raab sicher drüber streiten, denn die Frage, warum er dies so konkret (und völlig abseits vom Thema) benennt, muss er sich schon gefallen lassen. In dem Fall mit der medizinischen Äußerung (eins, zwei Seiten vorher) fehlt mir zwar der wissenschaftliche Backgroumd, aber genau deswegen mag ich dem Mediziner auch nocht sofort Rassismus unterstellen, wenn er die unterschiedliche Porestruktur zwischen dunkler (afrikanischer oder asiatischer) und heller (europäischer) Haut hervorhebt.

    Klar kann die bloße Äußerung an sich der Definition nach "Rassismus" sein, dann allerdings ist der Rassismus keineswegs so negativ besetzt, wie er überwiegend gemacht wird.

    Für mich fängt Rassismus eben nicht mit der Benennung eines Rassenunterschiedes an, sondern mit dem Werturteil dieses Unterschiedes bzw. der Person, die ihn trägt.
     
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  14. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Siehe oben, dass das hat nix mit political correctnes zu tun und auch nicht damit, dass man irgendwas mit der Lupe sucht, das ist lupenreiner Rassismus.

    In Paulis unrassistischer Welt sieht das so aus: Herr Philip Rösler fährt mit der U-Bahn. Kontrolleure kommen und sagen zu ihm: "Hei Fidschi, du zeigen Tiket!" Herr Rösler sagt: "Was erlauben sie sich denn?" Die Kontrolleure sagen: "Ei Schlitzauge, mach hier mal nicht den lauten!" Herr Rösler ruft mit dem Handy die Polizei. Die Polizei: "Was ist denn hier los?" Die Kontrolleure: "Der Fidschi hat kein Tiket und bezeichnet uns als Nazis!" Die Polizei: "Stimmt das, Schlitzauge?" Rösler: "Nein, das stimmt nicht!" Die Polizei: "So, so, dann nehmen wir sie mal fest, Schlitzauge!"

    Alles prima, denn, die Polizisten haben Herrn Rösler ja nicht verhauen! Alles andere ist doch in Ordnung, nur ein paar politische unkorrektenheiten und spitzfindiger betrachtungsweisen! Wo ist denn da Rassismus im Spiel, bittschön!

    Es ist aber eine, da sie sich auf das Aussehen Röslers (rassische merkmale: schlitzaugen uns so) bezieht und grenzt Rösler auf Grund dieses Aussehens von den Messer und Gabeln Essern = Deutsche ab und weist ihn den anderen = Asiaten = Stäbchenesser zu. In diesem speziellen Fall ist das sogar nochmal extraperfide, da Rösler sowohl die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt als auch hier geboren wurde, als auch hier aufgewachsen ist, also Deutscher geht es gar nicht mehr, nur blaue Augen und Blonde Haare fehlen noch: Und genau das schmiert ihm Raab unter die Nase. Mit seinem anscheinend si harmlosen Sprüchen. Ist aber gar nicht harmlos. Geht auch nicht um die Frage, ob das nun ein guter oder schlechter Scherz ist, oder sonst was. Das ist einfach mal Rassitisch: Der sieht aus wie ein Asiate, also ist einer von den Stäbchenessern und nicht einer von uns! Rassismus ist doch keine Frage, ob das schlimm ist oder nicht, oder ab der "Gag" ein Brüller oder nicht. "Schwarze können gut tanzen und sich überhaupt alle total gut und katzenhaft bewegen" ist auch eine rassitische Aussage, auch wenn sie nicht negativ ist. Hier ist ja noch mehr Bildungsbedarf als ich dachte...
     
    Zuletzt bearbeitet: 12 November 2012
  15. Schröder

    Schröder Problembär

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    Du schaffst es wieder mal, anderen Usern hier Meinungen unterzujubeln, die sie so nie getätigt haben. Ich hingegen glaube schon, das Pauli zwischen "dummen Spruch" und Alltagsschikane aufgrund von Aussehen wie im von dir beschriebenen Fall unterscheiden kann. Mal abgesehen davon liegt doch wohl die Einteilung "einer von uns" immer noch im Denkvermögen des Zuhörers, in wie weit er da aufgrund von Essgewohnheiten (mögen sie nun zutreffen oder nicht) irgendwelche Unterschiede macht. Das gleiche kannste dann auch auf Ostfriesen ("Teetrinker"), Schwaben ("Spätzlefresser") und Bremer / Hamburger ("Fischköppe") sowie Bewohnern aller anderen Regionen anwenden. Regt sich auch keiner drüber auf.
     
    Zuletzt bearbeitet: 12 November 2012
  16. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Das ist für die Definiton, ob etwas rassistisch ist oder nicht völlig unerheblich. Nochmal: rassistisch ist nicht nur etwas, über das sich alle aufregen, sondern: http://de.wikipedia.org/wiki/Alltagsrassismus Die meisten Alltagsrassistischen Äußerungen und verhaltensweisen werden von denen, die sie machen, als nicht schlimm empfunden. Ist doch gar nicht so schwer zu verstehen.

    ich wundere mich auch drüber, denn eigentlich würde ich auch denken, dass pauli das kann. ich jubele hier aber keinem was unter (und verbitte mir solche Unterstellungen!), denn jeder kann in beitrag #98 nachlesen, dass pauli das als "political correctnes", wortspielerei und süffisant bezeichnet.
     
    Zuletzt bearbeitet: 12 November 2012
  17. Itchy

    Itchy Vertrauter

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    Holgy, damit Raab's Aussage wirklich den von Dir und dem Schreiberling implizierten Kontext bekommt, fehlt die Abwertung des Essens mit Stäbchen. Es war ein blöder, weil unkomischer Spruch, war Raabs Empfinden nach aber witziger oder provokanter als der Ausdruck "das Besteck". Aber wie gesagt, es fehlt komplett die Aussage das Essen mit Stäbchen minderwertig macht oder Ausdruck davon ist.
     
  18. Schröder

    Schröder Problembär

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    Pauli bezieht sich auf den Blödsinn von Raab und du steigst mit einer U-Bahn-Geschichte ein, wo jemand gezielt provoziert, beleidigt und schikaniert wird. Und unterstellst Pauli dann, er würde das als nicht rassistisch werten. Da halte ich doch meine "Unterstellung" dir gegenüber locker aufrecht.
     
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  19. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Nun. Da du gerne Rassismus als Definition herannimmst, dann im gleichen Artikel:

    Unter Abschnitt "Wertung".

    Es kommt also nicht auf die Benennung der Unterschiede an, sondern auf eine entsprechende, zweckbestimmte Verwendung dieser Unterschiese umd "den anderen" damit abzuwerten. Oder auf - was aber wohl selten(er) vorkommt.

    Auch in der Definition des "Alltagsrassismus" findest sich eine gewisse Verwendungsformulierung.
     
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  20. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Hm, lest ihr eigentlich die Beiträge gar nicht?

    Also wiederhole ich es nochmal: Es geht bei der Definition von Alltagsrassismus nicht darum, ob mit etwas, hier: das Stäbchenessen, eine Abwertung verbunden ist oder eine Aufwertung oder ob es neutral gemeint ist. Es geht um die Ausgrenzung oder nenne es Abgrenzung aufgrund von rassischen (Herkunkt, Aussehen, usw.) oder nene es äußeren Merkmalen. Das ist nun mal die Definition, da geht es erst mal um die Mechnismen der Abgrenzung von Wir und Die, die andere ausschließt (was aber ja im Prinzip schon mal was negatives ist, wie ich am Röslerbeispiel zeigen wollte, wie da ein komplett deutscher zum Asiaten gemacht wird).

    Es ist auch rassistisch zu sagen: Ich habe gar nicht Asiaten, ich finde Asiaten toll, Shintuismus und so, alles prima, eine ganz tolle Kultur und der Rösler ist halt einer von denen, da kann er doch froh drüber sein!
     
  21. Schröder

    Schröder Problembär

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    Dann solltest du vorsichtig sein, fals du mal ´ne Liste mit "Was ist Rassismus" erstellst. Bei deinen Beispielen könnte ein Unwissender auf die Idee kommen, Rassismus sei doch gar nicht so übel.
    Und Abgrenzungen gibt es doch überall: Frauen tragen Kleider, Männer Krawatten. Auch ein "Wir" und "Die", damit eine Abgrenzung und im Prinzip also auch negativ besetzt, gar sexistisch? Oder ist nur die Unterscheidung (selbst wenn wertungsneutral) aufgrund von Herkunft etc. negativ?
     
    Zuletzt bearbeitet: 12 November 2012
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  22. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Dann guck sie dir nochmal an. Zweiter Halbsatz, ende erste Zeile bis Mitte dritte Zeile. Da steht die Intention genau beschrieben. Negative oder Positive Wertung des "Anderssein". Nix anderes habe ich z.B. geäußert.
     
    Zuletzt bearbeitet: 12 November 2012
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  23. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Genau, und die Links, die ich selber setze, die setze ich ja nur zum Spaß. Also wiederhole ich mich nochmal: Alltagsrassismus ich kann es gerne auch nochmal kopieren, denn es klickt ja scheinbar ja sowieso keiner an: Alltagsrassismus ist ein Begriff der Rassismusforschung, der die soziale Praxis und die Denkschemata einer größeren sozialen Gruppe dann als rassistisch bewertet, wenn diese ein „Wir“ konstruiert und von dieser Position aus Feststellung von Andersartigkeit, von negativer oder positiver Wertung und Abweichung von „unserer“ Normalität gegenüber den „Anderen“ machtvoll äußert oder praktiziert, mit der Folge, dass die so Kategorisierten ausgeschlossen werden.

    Das ist mal wieder eine dieser unerquicklichen "Diskussionen" in der scheinbar niemand liest, was der andere schreibt, aber munter ohne Sinn und Verstand drauf los gepostet wird.

    Das nevt mich und ja es ist meine eigene Schuld, weil ich das hier schon hundert mal erlebt habe und weil ich mich daher gar nicht darüber wundern sollte, das es auch diesmal so ist. Richtig. Daher sagt: Tschüß! zu diesem thread! :huhu:
     
  24. pauli09

    pauli09 2. Ewige Tabelle "1gg1"

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    da biste schon wieder mit deinem alltagsrassismus!
    der hat es dir angetan. ;)
    aber ich habe geschmunzelt zu deinem fiktiven dialog.
    rassismus beinhaltet nach meiner definition eine gewisse aggression, abwertung und diskriminierung.
    deshalb sind natürlich fidschis und schlitzaugen ein no-go.
    bei meinen mehrfachen aufenthalten in simbabwe - dem nach merkel gefährlichsten land der welt - habe ich nur nette, freundliche und hilfbereite schwarze angetroffen, und zwar abseits von hotels und kongresszentren, sozusagen in freier wildbahn.
    überrascht hat mich dies insbesondere, weil ich nach den erfahrungen, die diese leute mit den briten gemacht hatten, mit zumindest neutraler zurückhaltung, wenn nicht feindseligkeit gerechnet hatte.
    das gegenteil war der fall.

    zur aufheiterung mal maln anekdötchen:
    wenn ich im frühjahr meinem schwarzen freund in ibiza zur begrüßung sage: du siehst aber blass aus, antwortet der: ich muss wieder dringend in die sonne.
    oder noch eine:
    ich steh mit meinem schwarzen hund blacky in der kneipe (in x-berg) da kommt ein schwarzer rein und mein hund bellt in an.
    da sagt der scharze zu blacky, dessen namen er noch nicht kannte: ey, blacky, wir schwarzen müssen doch zusammenhalten!

    klar, Holgy! alles alltagsrassismus!

    aber hier, in diesem fred geht es um rassistische gewalt, aggression, diskriminierung und verächtlich machen.
     
  25. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Supi. Fangen wir mal wieder mit Doppelpostings an? Ganz sauber.
     
  26. Schröder

    Schröder Problembär

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    @ Holgy:
    Zitat aus Wiki:
    Alltagsrassismus
    ist ein Begriff der Rassismusforschung, der die soziale Praxis und die Denkschemata einer größeren sozialen Gruppe dann als rassistisch bewertet, wenn diese ein „Wir“ konstruiert und von dieser Position aus Feststellung von Andersartigkeit, von negativer oder positiver Wertung und Abweichung von „unserer“ Normalität gegenüber den „Anderen“ machtvoll äußert oder praktiziert, mit der Folge, dass die so Kategorisierten ausgeschlossen werden.[SUP][1][/SUP] Nach Siegfried Jäger müssen alle drei Faktoren vorliegen, um dieses alltägliche Verhalten als Rassismus zu bezeichnen.
    ----
    Zitat Ende.

    Also hier fehlt sowohl die größere soziale Gruppe (Auch wenn Raab nun nicht besonders schlank ist, gilt er trotzdem als 1 Person ;)), die Konstruktion eines "Wirs" (wird von Raab gar nicht erwähnt), eine Wertung fehlt völlig und eine "machtvolle Äußerung" war es auch nicht. Das Ziel des Ausschlusses ist ebenfalls nicht erkennbar.

    Von 3 Voraussetzungen, die alle gegeben sein müssen, ist genau 0 erfüllt. Bleibt nicht viel übrig von Alltagsrassismus....
     
    Zuletzt bearbeitet: 12 November 2012
  27. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    dir als themenstarter atworte ich nochma schnell: wer glaubt, dass man den zugrunde liegenden mechnismus leugnen könne oder ihn zu pc oder süffisanter wortspeilerei verharmlost, der wird auch damit klarkommen müssen, dass sich die sehr negativen seiten des mechanismus (gewalt, aggression, diskriminierung und verächtlich machen) auch weiterhin zeigen werden. denn das eine ist ohne das andere nicht zu haben. So lange herr raab doofe sprüche macht, solange der schwarze den rhythmus im blut und den soul sowie den blues hat und der brasilianer an sich ein guter techniker ist und der deutsche der dichter und denker, solange wird auch die polizei ausländer verhauen, solange werden auch ausländisch aussehende menschen bei uns diskriminiert und verächtlich gemacht werden.
    und um den bogen mal gleich in den andren thread zu spannen: solange werden auch ultras und so aussehende fussballfans pauschal aus den stadien verbannt werden oder dürfen sich in zelten in den arsch schauen lassen, weil die ja alle so pyro ins stadion schmuggeln. Denn auch rassismus ist nur ein spezieller mechanismus, der eine bestimmte gruppe ("ausländer" - an sich auch schon ein rassistisches wort) trifft und sogar schröder hat es ohne zu merken bemerkt: von sexismus wurde noch gar nicht gesprochen. Aber ist ja alles Haarspalterei, ist schon klar.

    Nun ja, dann poste mal schön weiter die Vergehen der bösen Polizei, so wie die der bösen Amerikaner und was wir hier nicht noch schon so alles hatten. Deine sig hat sich jedenfalls mal wieder in vollem Umfang bestätigt!
     
  28. DeWollä

    DeWollä Real Life Junkie

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    wir können hier noch jahrhundertelang über Rassismus diskutieren, das ändert am Problem wenig. Man muß sich selbst hinterfragen und da gebe ich zu in einigen alltäglichen Situationen ebenfalls nicht so edel zu sein, wie man es vom Volk gerne fordert, ohne daß es auch nur einen einzigen Edlen in der Elite gäbe, der nicht doch gefallen wäre!

    Aber ich bin mit Sicherheit kein Rassist, ich bin auch keine Ausländerfeind noch Fremdenfeind. Ich weiß das ganz genau, und mein Umfeld weiß das ganz genau, dennoch können Sätze aus meinem Mund kommen, die mir so ausgelegt werden könnten. Ich sage mal, jeder sieht und hört was er will, es kommt im Endeffekt auf das TUN an und das heißt für mich TU NICHT, was andere dir aufschwätzen! Ich denke nicht, was andere mir aufdrücken, differenzieren ist schon ok, aber ein bisschen natürliche Freiheit in gesunder Umgebung ist auch nicht übel, muß nicht immer alles universitär aufbereitet werden, bis man es zur Unkenntlichkeit und vorallem Problem-nicht-Lösung zerstückelt hat!
    Jeder kennt unsere Probleme, jeder kennt die Probleme der Welt, sie zu lösen benötigt auf jeden Fall Teamarbeit, Zusammenarbeit und positives Denken. Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Ausländerhaß ist die letzte Grundeinstellung, die Probleme langfristig lösen kann,
    ich rede nicht von endgültig lösen, denn das können wir so und so vergessen.

    Und trotzdem, wenn ein Arschloch, egal welcher Enthnie und Hautfarbe, Sprache und was auch immer meint, er könne alleine oder im Haufen Leute zusammenschlagen und messerstechen, Backsteine werfen und irgendwelchen Wahnsinn gewaltsam verbreiten, dann will ich ihn entfernt sehen aus diesem Land, solange es noch geht! Das ist keine Fremdenfeindlichkeit, aber es kommt immer auf die Art und Weise an und vorallem muß man jeden Fall einzeln sehen und nicht alle über einen Kamm scheren.
     
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  29. Schröder

    Schröder Problembär

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    1. Soso, weil "der Brasilianer" an sich ein guter Techniker ist, werden in Deutschland Ausländer (Ups, Verzeihung) von der Polizei verprügelt...
    Mann Holgy, denk nach...

    2. "Ausländer" ist also rassistisch... dann war die ganze "mein Freund ist Ausländer" - Aktion vom DFB also eine rassistische Kampagne? Sofort verklagen und öffentlich an den Pranger stellen, die Herren Lahm und Co. die da mitgemacht haben.

    Und hat Rassismus nicht was mit Rasse zu tun? Ich wüsste nicht, das man Menschen überhaupt in Rassen einteilt, aufgrund ihrer Essgewohnheiten schon mal gar nicht. Wir sind doch keine Hunde, wo zwischen Schäferhund und Dackel unterschieden werden kann. Und selbst wenn es auf Hautfarbe und Augengröße abzielt, so sehen doch z. B. Österreicher und Schweizer wohl zumindest so ähnlich aus, das jeder Gedanke an eine andere Rassenbestimmung komplett absurd ist. Trotzdem sind, auch wenn du es nicht glaubst, beides Ausländer im jeweils anderen Land.
     
  30. Untouchable

    Untouchable Well-Known Member

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    Hat er doch, jetzt sind wir dran. :D
     
  31. Schröder

    Schröder Problembär

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    Dann sollte er doch wohl selbst drauf kommen, das es ein Unterschied ist, ob ich jetzt zu jemand sage:
    "Als Brasilianer kannste doch bestimmt gut kicken." oder
    "Als Pole haste doch bestimmt schon viel geklaut." (Um mal 2 der Klischees zu bedienen).
     
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