Das verzerrte Weltbild der katholischen Kirche

Dieses Thema im Forum "Powertalkez" wurde erstellt von Venus, 13 April 2009.

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  1. Venus

    Venus Diva

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    Zitat von Bischhof Walter Mixa in seiner Osteransprache

    „Die Unmenschlichkeit des praktizierten Atheismus haben im vergangenen Jahrhundert die gottlosen Regime des Nationalsozialismus und des Kommunismus mit ihren Straflagern, ihrer Geheimpolizei und ihren Massenmorden in grausamer Weise bewiesen“

    "Wo Gott geleugnet oder bekämpft wird, da wird bald auch der Mensch und seine Würde geleugnet und missachtet."

    "Eine Gesellschaft ohne Gott ist die Hölle auf Erden."

    Und ich dachte Intelligenz wäre eine Mindestvorrausetzung um Bischof zu werden.
    Es scheint als ließe die katholische Kirche kein Fettnäpchen mehr aus. Was der gute Mann übersieht sind die vielen Toten im Namen der Kirche in den letzten 2000 Jahren. Ich fürchte bald die heidnischen Systeme hätten diese Zahl nicht erreicht selbst wenn sie 100 Jahre länger an der Macht gewesen wären. Also wer im Glashaus sitzt.
    Allgemein nervt die katholische Kirche langsam gewaltig. Nach dem militanten Flügel der Piusbrüderschaft, die unsägliche Kondomdebatte und der Haltung gegenüber Homosexuellen stellt sich die Frage wie überholt das System Katholische Kirche eigentlich ist. Nach Darwins Lehre wird die Spezies die sich nicht anpassen kann am Ende aussterben. Wie konnten die nur so lange überleben. Hatte er sich geirrt? Können die nicht einfach ihr durch Inquisition und Vertreibung erworbenen Reichtum verwalten und die rechtschaffenden Leute mit solchen Schmarn verschonen.
    Im Sinne der Kirche hoffe ich mal das die oben genannten Aussagen aus irgend welchem Zusammenhang gerissen sind. Aber wie ich die katholische Kirche kenne ist das nicht zu erwarten.

    Quelle
     
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  3. kleinehexe

    kleinehexe SF-Dschungelkönigin 2011 und PTL-Meister 2015/16

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    Wenn mich nicht alles täuscht, gehört Mixa zu den "Hardlinern" der katholischen Kirche. Was natürlich keine Entschuldigung für seine seltsamen Ansichten sein kann.

    Mixa hat auch in einer Rede Abtreibungen mit dem Holocaust gleich gesetzt.
    (Empörung über Mixa - ''Jetzt ist ein klärendes Wort der Kirche nötig'' - Bayern - sueddeutsche.de).

    Einfach ein ganz unangenehmer Zeitgenosse, der dem Ansehen der katholischen Kirche ziemlich schadet mit seinen Äusserungen.

    Was ich sehr schade finde, denn eine lebendige, aufgeschlossene Kirche finde ich persönlich sehr schön.
     
  4. BoardUser

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    Also ich finde, der Mixa hat mit allen seinen Aussagen recht.

    Andersrum finde ich natürlich auch, dass selbst unter der Herrschaft der Kirche bzw. unter dem massiven Einfluss der Kirche die Gesellschaft auch nicht besser war.

    Günstigenfalls hätte Mixa vor oder in jede Aussage das Wort "auch" setzen müssen.
     
  5. Mister-X

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    Diese Frage stellt sich vom Grunde her eben gerade nicht, oder nicht in diesem absoluten Grade. Die Aufgabe der Kirche ist es nicht, den Zeitgeist widerspruchslos zu übernehmen und allen gesellschaftlichen Strömungen Tür und Tor zu öffnen. Die Kirche muß und darf es nicht jedem Recht machen um dem Zeitgeist zu genügen. Das wäre banal!
     
  6. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Warum nicht?
     
  7. Mister-X

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    Weil es dann keine Kirche mehr wäre, sonder ein Karnevalsverein. Die Kirche hat einen klar codifizierten Auftrag und feste Grundsätze.
     
  8. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Ersteres, gut, kann ich was mir anfangen, zweiteres nicht. Warum braucht die Kirche feste Grundsätze und einen klar codifizierten "Auftrag"? Und von wem hat sie Letzteres?
     
  9. Mister-X

    Mister-X Active Member

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    nicht "braucht", sondern "hat." Vom heiligen Petrus würde ich meinen.
     
  10. GaviaoDaFiel

    GaviaoDaFiel Last Dino Standing

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    Tja, bei DER Blutspur, die DIE ueber die Jahrhunderte hinterlassen haben, sollte der Mixer echt mal ruhig bleiben...
     
  11. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Eine Gesellschaft ohne Gott ist also auch die Hölle auf Erden? :gruebel:
     
  12. GaviaoDaFiel

    GaviaoDaFiel Last Dino Standing

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    WdT - in irgendeinem der Konzilien vor anderthalb Jahrtausenden duerften das so n paar kleriker entschieden haben...
     
  13. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Nee....In diesem Satz eher vorne....;)

    Zu den festen Grundsätzen: Ich denke, immer dann, wenn sich Religion institutionalisiert, wirds problematisch. Und nicht nur bei den Christen, eigentlich überall. Weil dann das eigentlich Gute einer Religion in Machtspielchen ausartet.
     
  14. Venus

    Venus Diva

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    Das sie es schon mal hinbekommen haben sich anzupassen und zu reformieren ist geschichtlich erwiesen. Wenn du so willst hat Luther die Kirche dem Zeitgeist angepasst. Vielleicht wird es ja mal wieder Zeit für ein paar neue Thesen.
     
  15. Mister-X

    Mister-X Active Member

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    Naja, Luther der Wirrkopf mit seinem verworrenen Quark!
     
  16. Raffelhüschen

    Raffelhüschen Forennutzer

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    es ist doch eher die Frage, glaube ich, worin sich eine Ideologie begründet; und eine glaubensbezogene Gottheit kann doch mit 'positiven' wie mit 'negativen' Inhalten verbunden sein
     
    Zuletzt bearbeitet: 14 April 2009
  17. Venus

    Venus Diva

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    Und was macht die katholische Kirche. Kloppt sich 30 Jahre mit den Abtrünnigen die Köpfe ein. Also auch der praktizierte Glauben verursacht Massenmord.
     
  18. Venus

    Venus Diva

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    Ein wahres Wort. Ob nun Religion, Kommunismus oder Demokratie. Am Anfang steht die gute Idee am Ende bleiben nur ein paar machtgeile Despoten.
     
  19. Mister-X

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    Das stimmt ja nicht. Die kommunistischen Systeme sind innerhalb kurzer Zeit kollabiert, und das Christentum gibt es noch immer und zwar seit 2000 Jahren. Oder meinst du es wäre Weltreligionen geworden, wenn es sich 2000 Jahre in einer Bagatelle ausgelebt hätte ?

    Auch die Demokratie ist bis heute nur eine Zeiterscheinung.

    Sehr einfache Sichtweise der Dinge!
     
  20. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Und was macht deine richtige Aussage denn nun mit der anderen? Führt sie diese ad absurdum? Ich denke nicht.

    Das ein System, in diesem Fall eine Religion 2000 Jahre überlebt, heisst nicht, dass der meinige Satz falsch ist. Und der von Venus auch nicht.
     
  21. Mister-X

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    Es ist falsch das komm. System mit dem Christentum zu vergleiche. Ersteres war nur eine Randziffer der Geschichte, eine temporäre Erscheinung. Und zudem ist es völliger Quatsch zu behaupten, dass das Christentum nur noch aus machtgeilen Despoten besteht. Dann schaue man sich mal die Anzahl der gläubigen Christen in der Welt an ( und muß nicht von Deutschland auf die GEsamtheit schließen) . Wie gesagt, diese Religion gibt es seit 2000 Jahren und das ist kein Zufall.
     
  22. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Nun ja. Den Vergleich, was die Idee einer Weltanschauung und deren Hierarchie bzw. Machtstruktur jeweils hergibt, kann man auch zwischen Religionen und Gesellschaftssystemen ziehen, warum eigentlich nicht?

    Und dass der "Kommunismus" nur eine Episode, eine Randerscheinung ist, ist auch nicht wahr. Zum einen, weil z.B. der Absolutismus und der Faschismus dies auch nicht sind, sondern wichtige Meilensteine der Geschichte, wenn auch zuweilen ziemlich kurze, zum anderen, weil kein Schwanz sagen kann, ob nicht vielleicht der Kommunismus nochmal wiederauflebt.

    Das dritte war natürlich übertrieben. Es gibt in Religionen nicht "nur" machtgeile Despoten. Aber halt Machtstrukturen. Jeweils ein eigenes institutionalisiertes Recht, Kontroll-, Vollstreckungs und Verwaltungsorgane, halt staatsähnliche Strukturen. Und weil es diese gibt, gibt es auch Machtstreben, das Streben nach Machterhalt, die Angst, Macht zu verlieren und die Genugtuung der Machtausübung.

    Und gerade das (in Verbindung mit dem sie innewohnenden Dogma) macht Religionen so starr, unbeweglich, unanpassungsfähig und -willig.

    Und um die Brücke zu schlagen: Das war im Kommunismus auch so und ist offenbar auch im Kapitalismus so.
     
  23. Mister-X

    Mister-X Active Member

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    Dann kann ich einen Ameisenhaufen auch dazunehmen.

    Faschismus: etwas mehr als eine Dekade , Kommunismus : nicht einmal ein halbes Jahrhundert. Dagegen christentum 2000 Jahre.

    Ja. Das ist menschlich. Oder glaubst du der Papst würde sagen, dass er von diesen Lastern frei ist?

    Und zu dem Organisatorischen: Die Kirche ist nicht von ihrer Organisation her zu denken, sonderndie Organisation von der Kirche her zu verstehen.
     
  24. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Nein, natürlich nicht. Aber das macht es auch nicht besser oder verständlicher. Wer sich letztlich ansieht, für was der die christliche Religion prägende Jesus von Nazareth eigentlich stand (nämlich auch gegen religiöse Machtstrukturen), der wird auch verstehen können, weshalb es durchaus Strömungen gibt, die die Machtinstitutionen der Kriche nicht gut heissen.

    Der die christliche Religion begündende (bzw. prägende) Jesus von Nazareth war einer, der (eher passiv) gegen die Machtstrukturen der Juden, gegen Machtausübung, gegen das Angst haben vor den Mächtigen, gegen die Institutionen der jüdischen Religion gearbeitet hat. Einzige Autorität: sein Gott. Dafür ist er in den Tod gegangen. Und dich neue Kirche hat nix besseres zu tun, als genau das, was Jesus "bekämpft" hat, auf sein Leben und Tod wieder draufzusetzen. Im Prinzip ist das eine Verleugnung an einer seiner wichtigsten Lehre.

    Sagt wer? Und: Erläuter mal näher!
     
  25. Venus

    Venus Diva

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    Vergleiche sollten immer an bestimmten Aspekten angestellt werden. MAchterhalt und Ausbau sind in totalitären Systemen sowie in der Religion das wesentliche. Beide scheuten nicht das Mittel des Massenmordes. Selbst die Organisationsstruktur ist vergleichbar. Um sich vor den Massen zu rechtfertigen nutzen die einen den Glauben an sich die anderen Hoffnung auf ein besseres Leben. Viele Unterschiede sind wirklich nicht zu erkennen. Ich glaube das die Kirche 2000 Jahre durchgehalten hat hat nur damit zu tun weil sie eher angefangen haben. Weitere 2000 gibts in der heutigen Form vermutlich nicht mehr, dafür ist der ganze christliche Kram zu widersprüchlich.
     
  26. Mister-X

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    zu 1) Was soll das denn? Warum hat der Kommunismus dann nicht durchgehalten, er hätte doch jetzt die nächsten 10000 Jahre zurücklegen können, oder?

    Eine Sekte, die an etwas derartiges abwegiges wie Auferstehung glaubt, wäre doch sofort untergegangen, wenn da nicht noch was anderes wäre.

    zu 2)
    a) Verwirrend vielleicht deshalb, weil wir im Zeitalter des Superrationalismus leben und der Mensch alles mit seine Facettenauge betrachtet oder

    b) zu faul ist mal nachzudenken und alles auf dem Silbertablett präsentiert bekommen möchte: Und alles schön mundgerecht.
     
  27. Mister-X

    Mister-X Active Member

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    Natürlich steht in der Bibel nichts von Päpsten, Bischöfen und Prälaten und der daraus resultierenden Organisation , aber Die katholische Kirche steht in der Nachfolgetradition Petrus. Das läßt sich auch begründen.

    Der Papst von Luther war die Bibel. Er hat alles wortgetreu geglaubt, was in der BIBEL steht und daraus seinen Quark gequirlt.

    ZU JESUS:
    "Gebt Gott was Gott ist, und dem Kaiser was dem Kaiser ist"




    !
     
  28. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Wohl wahr. Aber gutheissen noch lange nicht. Im AT stand auch nix von den Institutionen der Häbraer. Trotzdem gab es Sie und gerade deswegen (weil es sie gab, und weil sie den Glauben ausnutzten) hat sich Jesus genau gegen diese gewandt. Es gab also für seine Anhänger keinen Grund und schon gar nicht eine Autorisierung oder Legitimation ihres Vorbildes, neue Institutionen zu bilden. Das gibt kein Satz des Jesus her. Und sein Verhalten, sein Streben, sein Leben auch nicht.
     
  29. Mister-X

    Mister-X Active Member

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    Jesus und seine Apostel waren doch auch eine Gemeinschaft, also eine Institution. Und in der Nachfolge dieser sehen sich die Kirchen. NACHFOLGE NICHT NEUE INSTITUTIONEN. Zu Einzelaspekten müßte man eben man in den Konzilien schauen.
     
  30. GaviaoDaFiel

    GaviaoDaFiel Last Dino Standing

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    Mag wohl sein, dass sie sich so sehen. Aber agiert haben sie ueber die Jahrhundert ganz bestimmt nicht in diesem Sinne. Wenn es ueberhaupt jemals eine einzige *Vision* diesbzg. gegeben hat. Der Konzil zu Niceia spricht da ja ganz andere Baende...

    Im Prinzip wurde dieser ganze Monotheismus *okzidentaler Praegung* stark vom Orpheismus der Griechen gepraegt. Da kommst Du locker auf mehr als 2000 Jahre...
     
  31. Itchy

    Itchy Vertrauter

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    Naja, die Kirche hat auch und vor allem überlebt, weil sie wenn auch langsam, so doch stetig dem jeweiligen Zeitgeist immer recht gegeben hat. Die Kirche vor 1.000 Jahren war nicht die von vor 2.000 Jahren, die heuer ist nicht die von vor 1.000 Jahren.
    Glaube ist das Überlebenselexier von vielen, vielleicht der meisten. Von daher hat sie ein vielfach stabileres Fundament als politische Systeme. Nicht vergleichbar, obwohl in der Geschichte stets miteinander verwoben. Letztlich ist die christliche Geschichte, wenn auch nicht in der Gesamtheit, so doch in Strömungen oder Konfessionen eine von Wendehälsen und Opportunisten.
     
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