Das Bier-Kartell

Dieses Thema im Forum "Kneipe" wurde erstellt von André, 15 Januar 2014.

  1. Pumpkin

    Pumpkin Heimatlos und viel zu Hause Moderator

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    Imho sind Schöfferhofer, Bitburger & Erdinger absolute No-Gos! Plörre! Das "0,0" ist gefärbtes Wasser.
    Wobei Bitburger früher wirklich mal ganz lecker war, als es noch herb und aggressiv-hopfig schmeckte. Leider ist auch diese Rezeptur der allgemeinen Angleichung zum Opfer gefallen..

    Probier mal "Augustiner Weissbier" oder "Franziskaner Royal". Bei Pils "Rothaus", "Lübzer" oder "Breznak" / "Budweiser" ( obwohl das Vollbiere sind ).
     
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  3. Detti04

    Detti04 The Count

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    Noe, das ist Kapitalismus in Reinkultur. Gewinnmaximierung durch Bildung eines Kartells, wenn der Markt durch ein Oligopol bestimmt wird.
     
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  4. pauli09

    pauli09 2. Ewige Tabelle "1gg1"

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    die nennung und bewertung der obengenannten biere ist für mich nachvollziehbar, auch das bit von früher.
    aber wie ist denn das lübzer da reingerutscht?
    irgendein romantischer hintergrund? ;)
     
  5. Pumpkin

    Pumpkin Heimatlos und viel zu Hause Moderator

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    Lübzer hab ich im Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern zum ersten mal getrunken ...da kommt es auch her. Ich war sofort begeistert, was auch am extremen Kontrast zu der "Rostocker"-Brühe lag, die es da oben noch gibt. Seitdem kaufe ich das auch hier regelmäßig und liebe es nach wie vor!

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  6. Pumpkin

    Pumpkin Heimatlos und viel zu Hause Moderator

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    Zum Thema: es geht ja nicht um den einen Euro pro Kiste, den "man verschmerzen" kann.
    Es geht um illegale Absprachen mit einem zusätzlichen Gewinn von 8-10% des Produktpreises zu Lasten des Verbrauchers.
    Beileibe kein Kavaliersdelikt!

    Gesendet von meinem Galaxy Nexus
     
  7. Chris1983

    Chris1983 Well-Known Member

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    Nö, das ist ja jetzt von dir relativ sinnlos. Ich brauche zB in meinem Job mein Auto. Ein notwendiges Mittel um meinem Job nachgehen zu können und da isses mir auch nicht egal ob der Sprit nu 1,50€ oder 1,60€ pro Liter kostet.

    Wenn ich damit allerdings wie letzten Sommer mit dem Auto bis zum Garda-See fahre isses Luxus.
     
  8. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Ist ja keine Frage der Preiserhöhung sondern es ist illegales Geschäftsgebaren und die Bildung eines Kartells. Aus die Maus.
     
  9. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Stellt sich nur die prinzipielle Frage: Warum darf man sich denn eigentlich nicht absprechen? Ist doch ein freies Land und niemand muss da mitmachen beim Absprechen und der Kunde kann ja auch anderes Bier kaufen....

    Hört sich für mich nach einer rein ideologischen Regelung an ohne sachliche Begründbarkeit.
     
    Zuletzt bearbeitet: 19 September 2014
  10. pauli09

    pauli09 2. Ewige Tabelle "1gg1"

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    das ist die spätromantische vorstellung, dass die kräfte angebot, nachfrage und konkurrenz frei auf dem markt wirken können sollen.
    reichlich verträumt, aber eigentlich sinnvoll.
     
  11. André

    André Foren-Capo Administrator

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    Wieso sollen sich Firmen denn absprechen? Hier geht es doch drum den Markt und seine Gesetzmäßigkeiten auszuhebeln. Wenn die Bitburger erhöhen will, sollen sie tun. Die Konkurrenz zieht dann evtl. mit oder bleibt billig, verkauft dafür aber mehr.

    Eine Absprache hingegen ist ein regulierender Eingriff in den markt, der eben die Gesetzmäßigkeiten zum Teil aushebt.
     
  12. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Da frage ich mich halt: Na und?

    Und warum sie sich absprechen ist ja klar: mehr Geld machen. Finden die halt gut, so wie Kunde/Verbraucher/Konsument es halt gut findet, möglichst wenig zu bezahlen.

    Ich frage ich mich halt, wo denn da der grundlegende Unterschied sein soll, wenn a) Becks einfach so mal seine Preise erhöht b) Becks seine Preise einfach so erhöht und Krombacher das dann auch einfach nachmacht oder c) Becks erst Krombacher anruft und die dann zusammen den Preis erhöhen. :weißnich:

    Die "Gesetze des Marktes" werden ja dauernd von allen möglichen ausgehebelt. Aber das eine ist ok, das andere nicht? Iwie nicht so recht nachvollziehbar.

    Kann man ja gleich ein Gesetz machen: Man darf nur 10% (willkürlich gewähltes Beispiel) der Kosten auf den Preis draufschlagen, mehr ist ungerecht.
     
  13. pauli09

    pauli09 2. Ewige Tabelle "1gg1"

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    und um überhaupt etwas in die hand zu bekommen, ist man auf die kronzeugen/straffreiheitsregelung angewiesen...
    albern!
     
  14. André

    André Foren-Capo Administrator

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    Wikipedia: Unternehmenskartelle gelten seit spätestens der Nachkriegszeit als schädlich für die wirtschaftliche Entwicklung und das Gemeinwohl. Inzwischen sind sie wohl weltweit im Grundsatz verboten (Kartellrecht).

    Es gibt die Kooperation wirtschaftlicher Aktivitäten von unabhängigen Unternehmen, mit dem Zweck oder der Wirkung, den Wettbewerb zu verhindern oder zu beschränken. Ein Kartell ist somit ein Spezialfall einer Kollusion.

    Es geht hier also um einen Markteingriff zu Lasten des Endverbrauchers.

    Hier in dem Fall hatte der Verbraucher ja noch andere Brauereien zur Auswahl, in der Regel werden aber Monopole geschaffen und diese Marktmacht wird dann ausgenutzt um abzuzocken, und dem will man halt einen Riegel vorschieben.

    Zum Beispiel das Feuerwehr-Fahrzeug-Kartell:

    Durch illegale Preisabsprachen von 2001 bis 2009 ist den bayerischen Kommunen ein Schaden von etwa 30 bis 40 Millionen Euro entstanden. Das Kartell kontrollierte 90 Prozent des Marktes für Feuerwehrfahrzeuge.

    http://www.bayernspd-landtag.de/presse/details.cfm?ID=13686#.UtfA5tLuKn8

    Die konnten die Preise dann quasi machen wie sie wollten.
     
  15. Detti04

    Detti04 The Count

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    Nix na und. Ein Kartell ist genauso schaedlich wie ein Monopol, weil das Kartell bei Preisabsprachen als ein Marktteilnehmer agiert und somit den Markt ausser Kraft setzt, wodurch die andere Seite des Marktes benachteiligt wird. In diesem Fall heisst das also: Durch Preisabsprache auf der Anbieterseite werden die Nachfrager (also Kaeufer) unfair behandelt.
     
  16. StepMuc

    StepMuc Well-Known Member

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    Literaturhinweis: Grundzüge der Volkswirtschaftslehre, Mankiw/Taylor (2012), Kapitel 10-12, 15 und 22.
     
  17. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Ja, leider. Ich hab Bitburger früher auch immer sehr gern getrunken.

    Oh je. Mit Weiß- und Weizenbier kannze mich jagen, ist mir einfach zu süßlich das Zeuchs... :suspekt:

    Gute Auswahl. Rothaus hab ich schon in den 70ern in Freiburg kennengelernt und bleibt einer meiner absoluten Favoriten. Lübzer hab ich auch mal probiert und fand es nicht übel.
     
  18. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Beim Feuerwehrautokartell kann ich es ja noch nachvollziehen, wobei ich auch da fragen würde: Warum darf man seine Spezialistenstellung denn nicht entsprechend nutzen? Hochspezialisierte Arbeitskräfte dürfen ja auch an Bezahlungen rausschlagen so viel sie wollen/können.
    Und müsste - nach den Gesetzen des Marktes - nicht sofort ein anderer Produzent Feuerwehrautos bauen, wenn es da so einen Nachfragemarkt und nur einen überteuerten Anbieter gib? So regelt der Markt das doch.

    Beim Bierbeispiel ich es dann nicht mehr nachvollziehen das Argument, denn das Kartell hat ja in diesem Fall nur 50% Marktanteil. Bleibt also genug Konkurrenz, so dass - ganz nach den angeblichen Gesetzen des Marktes - noch genug Ausweichmöglichkeiten für den Kunden da sind. Nach den angeblich geltenden Gesetzen des Marktes müsste sich das Kartell damit ins eigene Bein schießen, denn der Kunde kauft das billigere Bier, und wenn nicht, dann ist es ihm ja den Preis wert.

    Pro-freie-Marktwirtschaft! Weg mit den Kartellgesetzen! :D
     
    Zuletzt bearbeitet: 16 Januar 2014
  19. Pumpkin

    Pumpkin Heimatlos und viel zu Hause Moderator

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    Ist das Selbe.

    Aber jeder Biertrinker mit einem Hauch von Würde sagt "Weißbier" ( frag mal GilbertBrown ). Ich kaufe prinzipiell kein Weißbier, auf dem "Weizen" steht. In 99% der Fälle taugt das auch nix...
     
  20. Pumpkin

    Pumpkin Heimatlos und viel zu Hause Moderator

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    @ Holgy:

    Das ist eine Milchmädchenrechnung.

    Kartell-/Monopol-Bildung ist generell richtigerweise verboten. Da kannste nicht kommen mit "Bei Autos ja, bei Fleischwurst nein"! Es handelt sich um einen bewussten Eingriff in die Marktgesetzmäßigkeit, die dem Verbraucher schadet. Platt vorm Kopp: ich kaufe trotzdem mein Veltins für 11,99, obwohl Oettinger 5,99 kostet. Das ist Markentreue und in dem Moment weiß ich als Kunde ja gar nix von der illegalen Absprache. Dennoch bin ich eventuell betrogen worden, denn bei einem gesunden, legalen Konkurrenzkampf hätte die Kiste vielleicht nur 10,99 gekostet.
    Und selbst WENN der Preis der gleiche wäre, werden hier Marktanteile erschlichen!
     
  21. André

    André Foren-Capo Administrator

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    Muhaha. Jetzt versteh ich auch wieso die mich in Bayern immer so komisch angucken, wenn ich mir ein "Weizen" bestelle. Aber was genau stimmt denn mit Weizen nicht?
     
  22. Pumpkin

    Pumpkin Heimatlos und viel zu Hause Moderator

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    Lass es mich so formulieren: fändest Du es nicht auch fragwürdig, wenn auf einer Pilsflasche "Gerste" stünde? Ich meine, so richtig fett als Artikelbezeichnung.
     
  23. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Ich sach ja nicht bei Autos ja, bei Bier nein. Und ob es nun verboten ist oder nicht ist mir auch egal.

    Mir geht es allein um die Nachvollziehbarkeit der Argumente und die Begründung der Argumente. Und die scheint mir letztlich doch auf recht tönernden Füßen zu stehen. Außer Absprache ist gemein, weil ich dann mehr bezahlen muss, steck da für mich irgendwie nicht dahinter.
    Aber das Argument gülte ja auch wenn Bieranbieter A 30% auf seine Kosten aufschlägt, Bieranbieter B aber nur 20% (bei gleichen Kosten). Dann ist A auch gemein, weil ich mehr bezahlen muss, besonders für die Markentreuen A Konsumenten.

    Mir scheint daher ein Kartellverbot als ein viel größerer Eingriff ins Marktgeschehen als die Kartellbildung.
     
  24. André

    André Foren-Capo Administrator

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    Ja, kann das schon verstehen, aber es hat sich wohl irgendwie so eingebürgert. Ich habe mir das ja nicht selbst ausgedacht, sondern bin da rein gewachsen. Hier sagt halt jeder Weizen zu Weißbier. Wenn einer Weißbier sagen würde, würde er direkt schief angeguckt werden, weil jeder weiß, dass der nicht von hier ist.

    So werde ich halt in Bayern komisch angeguckt, aber so lange sie mir ein Franzi servieren ist am Ende des Tages ja alles gut. :)
     
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  25. Pumpkin

    Pumpkin Heimatlos und viel zu Hause Moderator

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    Eben nicht!
    In dem von Dir genannten Beispiel liegt jegliche Entscheidung bei mir, dem Verbraucher. Beide Preise, A und B, sind korrekt zustande gekommen.

    Und mal auf die Spitze getrieben, was ohne das entsprechende Gesetz möglich wäre:

    Wenn sich alle Fußballclubs ( bis auf den FC Hintertupfing ) illegal absprechen und plötzlich 30€ für einen Stehplatz nehmen, sagst Du ja auch nicht: die sind gemein, dann gehe ich jetzt nur noch zum FC Hintertupfing.
     
  26. StepMuc

    StepMuc Well-Known Member

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    Ne, weil man Feuerwehrautos nicht von heute auf morgen bauen und liefern kann, während eine Kommune derren Feuerwehrauto kaputt ist von heute auf morgen eines braucht (sinngemäß).

    Deshalb ist das ganze beim Bier hier auch nicht der Weltuntergang. Da gibts geeignetere Branchen, die dementsprechend auch stärker überwacht werden als die Bierhersteller.
     
  27. StepMuc

    StepMuc Well-Known Member

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    Boah immer diese Laiendiskussionen. :nene:
    Ich hab dir bereits ein Buch gepostet indem theoretisch und rechnerisch bewiesen wird dass ein Kartell verschiedene negative Auswirkungen auf die vw hat.

    Manche Dinge eignen sich halt nicht für Stammtischdiskussionen. Du würdest doch auch nicht mit einem Physiker über die Relativitätstheorie "argumentieren", ohne die Grundlagen davon gelesen und verstanden zu haben (naja zumindest hoffe ich das, im Internet gibt's ja durchaus solche Idioten).
     
  28. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Solange Du kein "Franzi" orderst, ist alles gut.
     
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  29. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Hatten wir alles schon hier :D
    Allerdings war der Protagonist hier ein anderer.
     
  30. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Meinst du den, dessen Username sich auf Mowgli reimte? ;)
     
  31. StepMuc

    StepMuc Well-Known Member

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    Das ist so traurig...
    Es gibt in Berlin einen alten Physiker (er hat angeblich wirklich irgendwann/irgendwo mal Physik studiert), der "Bücher" schreibt in denen er eine völlig haltlose Pseudowissenschaft vorstellt, mit derren Hilfe er beweisen kann, dass die Nazis auf einem geheimen Stütztpunkt am Nordpol mit Ufos herumfliegen.
    Wie hieß der Typ doch gleich...Mitschnitte von den Treffen seines "Clubs" sind YouTube-Hits. Die Leute unterhalten sich da über Chemtrails und andere völlig abstruse technologiebezogene Verschwörungstheorien und immer wenn ihnen jemand sagt: "was du sagst ist technisch völlig Unmöglich", dann schreibt dieser Physiker einfach eine Abhandlung darüber, dass es eben doch möglich ist mit Gasen das Gehirn von Menschen zu kontrollieren :lachweg: