Bei Schwalbe einfach den Spieler fragen!

Dieses Thema im Forum "Fussball Stammtisch" wurde erstellt von André, 5 Februar 2013.

  1. André

    André Foren-Capo Administrator

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    Beim Spiel Nürnberg gegen Gladbach kam es gleich zu Beginn des Spiels zu einer groben Schwalbe von Maik Frantz, das Gladbacher Konter-Konzept war von Beginn an bedeutungslos.

    Lucien Favre tobte: "Man muss total sicher sein, wenn man so früh einen Penalty gibt. Das ist unglaublich, dann bist du in Rückstand."

    Es geht mir hier nicht um Gladbach, um Nürnberg oder um Die Szene, sondern darum wie man zukünftig generell mit solchen Entscheidungen umgeht. Das bitte ich auch die Diskussionsteilnehmer zu respektieren und alles zum Spiel FCN vs. MG im entsprechenden Thread zu diskutieren.

    Aussage: Schwalben gab es immer und wird es immer geben.

    Wie könnte man das Problem lösen?

    Spontan fällt da eigentlich nur der TV-Beweis ein. Das lehnen viele ab aufgrund der Tatsache, dass der Spielfluss oft zerstört werden würde etc.

    Max Eberl hat hier einen ganz interessanten Ansatz im kicker gebracht:

    "Mein Anliegen wäre, einfach beim gefoulten Spieler nachzufragen, wenn ein Abwehrspieler - wie in diesem Fall Thorben Marx - mehrfach auf die Situation hinweist." Der Vorteil: Wird ein Profi nach Ansicht der TV-Bilder der Falschaussage überführt, könnte er nachträglich sogar gesperrt werden.

    Das finde ich persönlich eigentlich ganz vernünftig. Es würde das Spiel kaum verzögern, und manche Spieler würden sich vielleicht vorher überlegen ob sie solche Schwalben machen, wenn sie nachträglich dafür gesperrt werden können.

    Denn mal ehrlich Risiko und Nutzen liegen derzeit so, dass die Schwalben doch gefördert werden:

    • Dem Schwalben-Opfer kann im worst Case passieren, dass er einen Spieler mit roter Karter verliert und einen Elfmeter gegen sich bekommt. (vorentscheidend)
    • Dem Schwalbenkönig droht im worst Case die gelbe Karte, was überhaupt keine Bestrafung oder keinen negativen Einfluss auf das aktuelle Spiel hat.

    Wie gesagt es geht hier nicht um MG und den Club, sondern einzig um die Idee von Eberl, wie man solche Dinge in Zukunft eindämmen könne, ohne gleich den TV-Beweis einzuführen.

    Was haltet Ihr von der Idee?
     
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  3. U w e

    U w e Borussia Mönchengladbach Moderator

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    Für mich sind erst mal die Schiedsrichter Assistenen, ehemals Linienrichter, in der Pflicht.
    Die haben manchmal einfach die bessere Sicht auf das Geschehen aber greifen nicht ein.
    Als Beispiel mal genannt der angebliche Kopfstoss von de Camargo gegen Lehmann. Man konnte im Fernsehen klar erkennen, dass der SA klare Sicht auf die Situation hatte aber bei der Entscheidung nicht eingegriffen hat. Bei der Spielsituation am Wochenende stand auch keiner mehr zwischen Marx/Frantz der dem Assistenen die Sicht hätte nehmen können. Aber auch da keine Reaktion.
    Aktuell auch ein klarer Elfer für Cottbus in Pauli kurz vor Schluss, ausser Thorandt und dem Cottbuser Spieler keiner mehr im Umkreis von 25 Metern, der Linienrichter sieht hier auch nicht das dem Stürmer klar auf den rechten Fuss getreten wurde.

    Spieler fragen hatten wir doch auch schon, Heldt von Schalke erklärte auch auf Nachfrage den Ball mit dem Kopf über die Latte gelenkt zu haben obwohl es eindeutig die Hand war.

    Einfachste Lösung, der 4 Schiedsrichter schaut sich die Szene auf einem der vielen Monitore an und gibt dem Hauptschiedsrichter bei gravierenden Fehlentscheidungen eine Info zur Korrektur. Aber der ist ja damit beschäftigt zu beobachten ob die Trainer die Coaching Zone einen Fussbreit übertreten.
     
  4. Simtek

    Simtek Well-Known Member

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    Ich denke auch, es ist besser die Linienrichter mehr in die Pflicht zu nehmen! Spieler fragen schön und gut. O.K. BMG hat einer Elfmeter nach einer Schwalbe kassiert die eigentlich Oskarreif war :floet: , aber nicht jede Elfmeterentscheidung ist so eindeutig. Für den einen eine eindeutige Schwalbe für den anderen ein klarer Elfer.
    Was ist, wenn der Spieler dann laut DFB (angeblich) gelogen hat und ein Sperre bekommt bzw. im umgekehrten Fall.
    Vielleicht würde er auch einfach eine Sperre riskieren, wenn es sich um ein "6 Punkte" oder K.O. Spiel handelt. :floet:
    Es heist zwar "Ehrlich währt am längsten", im Endeffekt zählt aber doch die Devise "Du musst ein Schwein sein in dieser Welt!"
     
  5. André

    André Foren-Capo Administrator

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    Genau das wird mit der jetzigen Regelauslegung ja gefördert. Wenn das der Weg ist, den der DFB und die DFL gehen will, bitte, aber dann wie gesagt keine scheinheiligen FairPlay und Respekt Kampagnen und Aufnäher mehr an den Ärmeln.

    Die Aussage von 12:0 finde ich gut. Das Problem ist, die Linienrichter mischen sich nicht ein weil sie denken der Schiedsrichter hätte vielleicht wirklich was gesehen, was sie selbst nicht gesehen haben.

    Mir ist auch klar dass es Fehlentscheidungen gibt, die so nicht aufzudecken sind. Aber wenn es schon nur hilft 5 - 10 Schwalbengötter pro Saison zu entlarven, dann hätte das doch schon was gutes. Und vor allem wenn mal der ein oder andere von ihnen richtig bestraft werden würde.

    Im wahren Leben ist Versicherungsbetrug und Steuerhinterziehung extrem verpöhnt und schäbig, und genau deshalb wehre ich mich dagegen die gleichen Dinge beim Fußball plötzlich als clever, listig und schlitzohrig anzusehen. Es ist einfach widerlich und kotzt mich an!
     
  6. theog

    theog Guest

    Für solche Sachen sind Schiris/Asis zuständig... wenn die schwalbe nicht sehen, dann hat man leider pech gehabt, so ist es nun mal im Fussball...:floet: Ungerechtigkeiten gleichen sich aus während einer saison...;)
     
  7. DeWollä

    DeWollä Real Life Junkie

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    Wäre ich auch dafür

    Schieri fragt Spieler, Spieler lügt, Spieler wird später bestraft und seine Mannschaft verliert das Spiel 3:0

    dann, aber nur dann, wird es keine Schwalben mehr geben.

    Solange man 3 Punkte auf Kosten einer Bestrafung behalten darf, wird es dem einen oder anderen Trainer sogar gefallen, ein Schwein an Board zu haben, das den Job rettet.


    Das glaube ich allerdings nicht. Wenn Du eine Meisterschaft verloren hast wegen Fehlentscheidung, wenn Du abgestiegen wurdest, durch Fehlentscheidung dann frage ich mich, wo gleicht sich da was aus?
     
    Zuletzt bearbeitet: 5 Februar 2013
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  8. Simtek

    Simtek Well-Known Member

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    Na ja, nicht unbedingt. Sonst hätten die Bayern min. 10 Meisterschaften weniger.
    Aber trotzdem velleicht sollten man die Assistenten mehr einbinden und der Schiri diese mal um Rat fragen ob und was die gesehen haben statt das die nur bei Abseits mit ihrem Fähnchen winken.
     
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  9. DeWollä

    DeWollä Real Life Junkie

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    mein Gott, jeder 13.jährige kann heutzutage mit seinem Iphone in Echtzeit die Wiederholung abrufen, soll die Fifa jetzt endlich mal ins 21 jahrhundert finden und der technik eine chance geben, dann braucht man keinen weiteren Blinden zu fragen.
     
  10. diamond

    diamond Well-Known Member

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    Dann muss ich auch Abwehrspieler befragen, ob sie einen Stürmer im Strafraum gefoult haben oder nicht. Ich halte da gar nix von dieser Fragerei in der Hitze des Gefechtes, da kann auch mal die Eigenwahrnehmung getrübt sein.
    Das ganze ist nichts anderes ein Problem der Regel " Elfmeter", denn wenn ich mir für eine kleine Berührung auch auch am Strafraumrand quasi ein Tor ergaunern kann, dann ist die Verlockung für eine Schwalbe gross.

    Warum gibt es Schwalben nur im Strafraum?
     
    Zuletzt bearbeitet: 5 Februar 2013
  11. JayJay

    JayJay Well-Known Member

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    Spieler befragen, schön und gut aber... grade in der Situation von Maik Frantz, wenn der dann sagt "Also ich habe irgendwas gespürt und es hatte mich aus dem Gleichgewicht gebracht. Doch ich kann es nicht genau benennen, es ging einfach zu schnell und plötzlich lag ich auf dem Boden." - stell das mal als Lüge hin.
     
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  12. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    ich sehe das so ähnlich. Ich schrieb ja schon mal zur letzten EM oder WM, dass ich es ganz gut von den Schiedsrichtern fand, dass nicht jedesmal, wenn ein Spieler nach einer Berührung hinfällt, ein Foul gepfiffen wird. Fußball ist tatsächlich kein körperloses Spiel (wie beispielsweise Basketball) und nur weil sich 2 Spieler berühren und einer fällt, heißt das noch lange nicht, dass es ein Foul war. Leider hat sich dieser positive Tuniertrend dann doch nicht fortgesetzt. Es wird wieder so gepfiffen, obwohl es unsinnig ist, und - ich sehe das auch so - dadurch wird viel Geschwalbe erst atrraktiv gemacht.
     
  13. Fussballer

    Fussballer Well-Known Member

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    Guter Ansatz aber ich weiß nicht...
    Wenn ein Spieler den Gegner nur leicht berührt und dieser dann fällt und es z.B. einen Elfmeter gibt (Frage nach Schwalbe wurde vom Spieler verneint, da seine Wahrnehmung klarer Kontakt war) und anschließend aber die Bilder beweisen, dass es eine Schwalbe war, wie wird dann verfahren?

    Wer beurteilt, ab wann eine Berührung welchen Spieler aus dem Lauf bringt (Geschwindigkeit, Gewicht, Fußstellung)?

    Mir wäre das zu mühselig und nachher legen die Vereine dann Einspruch ein und dann geht das Diskutieren erst los.
    Lieber die Tatsachenentscheidung behalten und weiterhin aufregen.

    Außerdem gibt es auch Schwalben in anderen Situationen wie zum Beispiel bei einem aussichtlosen Angriff (deutliche Überzahl des Gegners, blindes reinrennen in einen Gegner...).
    Diese Situationen können auch Spiele entscheiden und wie wird dann verfahren? Unterschiedliche Strafen für unterschiedliche Schwalben (eine die zum Elfemeter führt wird härter gewichtet als eine Schwalbe am Mittelkreis?).

    :gruebel:
     
  14. faceman

    faceman Europapokal-Tippspielsieger 2015

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    Würde eine Antwortverweigerung dann gegen den Gefragten ausgelegt werden?
     
  15. jambala

    jambala Moderator Moderator

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    Hallo.

    Meine eigene gemachten Erfahrungen:

    - Spieler fragen bringt nix, der wird in dem Moment in den seltensten Fällen zugeben, daß es nix war. Sonst hätten wir bei der Aktion des DFB "Fair ist mehr" deutlich mehr Beiträge. Hier als HinweisDFB - Deutscher Fußball-Bund e.V. -  Aktion "Fair ist mehr"

    - Der Assistent hat entgegen der landläufigen Meinung kein Entscheidungsrecht was persönliche Strafen und Foulspiel anbelangt. Man kann als Assistent durch (vorher besprochene) verdeckte Zeichen seine Meinung mitteilen. Im Optimalfall wird die Entscheidung im Team signalisiert und wirkt so nach außen stimmig. Dies ist jedoch nicht in allen Situationen möglich bzw. sind sich alle Beteiligten auch mal nicht einig. Die Entscheidung fällt aber immer der SR.

    - Gleiches gilt für den 4. Offiziellen. Er soll das Gespann unterstützen, hat aber keine aktive Einwirkmöglichkeit gemäß den Regeln und den Anweisungen.

    Das einzige, was hier hilft ist schlicht die Ehrlichkeit des jeweiligen Spielers. Warum soll der SR zum Spieler gehen, wenn der es andersherum machen kann? Hier ist auch eine teilweise Bringschuld der betroffenen Spieler angezeigt. Solange es aber um massiv Geld geht und Fair Play als Dummheit bzw. Vereinsschädigung angesehen wird von manchen Gruppen innerhalb des Fußballs wird das so bleiben und sich nicht ändern.
     
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