Atom-Katastrophe in Japan und deutsche Atompolitik

Dieses Thema im Forum "Kneipe" wurde erstellt von Jogi-Fan, 15 März 2011.

  1. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Was'n "atomare Strahlung"? Kleine Strahlung? :D
     
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  3. Schröder

    Schröder Problembär

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    So gesehen sicher. Allerdings muss das Uran vorher noch "künstlich" angereichert werden, damit man da Strom mit erzeugen kann. ;)
     
  4. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Wieso hat eigentlich niemand vor ein paar Monaten gegen die Laufzeitverlägerung geklagt? :suspekt:
     
  5. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Mal ehrlich: Ich hab da sogar ein gewisses Verständnis dafür.
    Anscheinend ist es unklar, ob die Bundesregierung einfach ein KKW abschalten lassen kann, wenn es keine gesetzliche Grundlage dafür gibt. Klar klagen die dann.
    Zur Sympathie- und Vertrauensgewinnung trägt es natürlich nicht bei und vielleicht hauen sie einfach auch nur zuerstmal auf den Putz.

    Meiner Ansicht nach zeigt das jetzt aber v.a. eins: Die Wischi-Waschi-Haltung der Bundesregierung gegenüber der Kernenergie. Jetzt ist Stellungbeziehen angesagt und nicht das möglichst einfachste Ausweichen: Mal für 3 Monate abschalten und nachwievor keine klare Ansage, ob man nun weiter auf Atomstrom setzt oder da so schnell wie möglich raus will.

    Was ich da gestern bzgl. der "Stresstests" sah und hörte, spottet ja jeder Beschreibung: Die KKWs sollen überprüft werden, ob sie Naturkatastrophen, Terroranschlägen, Flugzeugabstürzen, etc. standhalten.
    Da werden jetzt z.B. Modelle aufgestellt, welches Flugzeug in welchem Winkel auf das Reaktorgebäude stürzen darf, ohne dass dieser zerstört wird, um mal eines meiner "Lieblingsbeispiele" zu bringen. 'ne Cessna im 90° Winkel wird wohl nahezu jedes KKW aushalten, 'nen A380 im 90° Winkel wohl kein einziges, wage ich mal zu behaupten. Was passiert denn dann? Alle abschalten? A380s im deutschen Luftraum verbieten? Na?

    Das Ergebnis ist doch schon vorher in etlichen Fällen bekannt. Was soll also die Augenwischerei?
     
  6. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Wieso niemand? Da wurde doch gegen geklagt.

    Ich auch. Und um mal vorbeugend die damit üblicherweise einhergehende Managerschelte einzudämmen: Es ist deren Pflicht, zwischen den reinen betriebswirtschaftlichen Auswirkungen und einem eventuellen Imageschaden sorgfältig abzuwägen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 1 April 2011
  7. Princewind

    Princewind Rassist und Lagerinsasse

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    Ja, irgenwo hab ich das auch (slebst als AKW Gegner), zumal damals (vor nem Jahr) die Verlängerung ja auch teuer gekauft wurde.

    Und an den Risikien hat sich nichts geändert, nur die öffentliche Wahrnehmung ist halt ne andere.
     
  8. Schröder

    Schröder Problembär

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    Nun, da sie die Verantwortung gegenüber den Aktionären haben, müssen sie wohl sogar klagen. Ansonsten könnte man sie für das Versäumnis vieleicht sogar haftbar machen.
     
  9. pauli09

    pauli09 2. Ewige Tabelle "1gg1"

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    tja, die merkel!
    regieren nach gutsherrenart!
     
  10. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Wieso ohne Rechtsgrundlage? Gibt doch eine, sacht die Regierung.
     
  11. pauli09

    pauli09 2. Ewige Tabelle "1gg1"

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    das wird schwer!

    die bevölkerung bewertet die merkel völlig irrational.
    trotz ihres rumgeeieres (Guttenberg, atom-moratorium) halten erstaunlich viele sie immer noch für kompetent und sogar glaubwürdig.
    dazu kommt, dass gerade frauen ihr die "stange" halten.

    Forsa-Chef Güllner im Interview: "Die Grünen sind keine Volkspartei" - S.2 - Politik | STERN.DE

    PS. erstaunlich auch, dass gerade viele rechtschaffen arbeitende, die einkommen erzielen, dass so eben zum leben reicht, die merkel wählen, die auf der seite der industrie steht, die wiederum der finanzielle gegenspieler der schwachverdiener ist.
     
    Zuletzt bearbeitet: 2 April 2011
  12. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Wie bitte? Klar fehlt es der Politik an Inhalten, ganz besonders der Angie.
     
  13. Untouchable

    Untouchable Well-Known Member

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    Woran machst du das fest, wie äussert sich das und welche Partei mach das anders?
     
  14. TRK

    TRK Well-Known Member

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    Moratorium: Französischer Atomstrom ersetzt den deutschen - Wirtschafts-News - FOCUS Online

    Zwar stehen die franz. AKWs an der deutsch-französischen Grenze, aber eben in Frankreich und nicht in Deutschland.
    So gesehen hat sich die Lage im Falle eines SUPER GAUs zwar kaum verbessert, aber eben immerhin doch noch "verbessert"...
     
  15. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Jetzt stellt sogar Siemens die Atomkraft in Frage. :staun:

    Industrie und Kernkraft - Siemens: Nachdenken
     
  16. lenz

    lenz undichte Stelle

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  17. Monti479

    Monti479 Annemie ich kann nit mih

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  18. Simtek

    Simtek Well-Known Member

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    Nur werden die Belgier und Franzosen uns den Vogel zeigen, wenn wir forden, sie sollen ihre AKW´s abschalten.
     
  19. Schröder

    Schröder Problembär

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    Mal sehen, ob sie uns den Vogel immer noch zeigen, wenn sie uns um Hilfe bitten müssen, weil ihnen ihr Scheiß um die Ohren geflogen ist.
     
  20. theog

    theog Guest

    Ich wuerde das gleiche wie die franzosen machen und darueber hinaus die gruenen abschaffen...

    Gesendet von meinem GT-N7000 mit Tapatalk 2
     
  21. Simtek

    Simtek Well-Known Member

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    Fein, den Atommüll kann man ja im Signal-Iduna Park endlagern.
     
  22. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Ja ja... Hängt dir Grünen, solange es noch keine Atomkatastrophe gibt. :isklar:
     
  23. Schröder

    Schröder Problembär

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    Danach isses eh Wurscht, da hängen wir alle... Bis auf die Atomlobby, die wird sich in Sicherheit gebracht haben, bevor die Wahrheit als Licht kommt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 6 Oktober 2012
  24. Simtek

    Simtek Well-Known Member

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    Der ehemalige Direktor des AKW´s von Fukuschima ist an Speiseröhrenkrebs verstorben.
    Und selbstverständlich besteht kein Zusammenhang damit, das der Reaktor in die Luft geflogen ist. :isklar:
     
  25. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Energie-Konzerne wollen Kraftwerke stilllegen - Wirtschaft - Süddeutsche.de

    Lesen und sich bloß nicht wundern:
    War das Geplärre vor zwei Jahren noch riesig wie katastrophal der Ausstieg aus der Kernenergie sein wird, stellt sich jetzt raus, dass die Energiekonzerne schon vorzeitig aus der nuklearen und konventionellen Energieerzeugung raus wollen, weil's, obacht, zu teuer wird.
    Jetzt muss man sich schon darum sorgen, dass nicht zuviele Kraftwerke aufeinmal abgeschaltet werden.
    Achja, wo ist eigentlich dieser Jogi-Fan, der uns da lang und breit erklärte, welch Verhängnis und Unmöglichkeit der Atomausstieg wird?
     
  26. Detti04

    Detti04 The Count

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    Hier verstehe ich jetzt Deine Lesart des Artikels nicht, Rupert, denn ich lese den Artikel anders:
    1. Geht es in erster Linie um konventionelle Gas- und Kohlekraftwerke und nur eventuell um KKWs ("Und selbst Atomkraftwerke...")
    2. Koennen diese Kraftwerke (angeblich?) nicht (mehr?) zu den Preisen produzieren, zu denen sie Energie verkaufen koennen (was, wenn mich meine Erinnerung nicht truegt, ja daurchaus daran liegen koennte, dass alternative Energie massivst subventioniert wird und sich so dem Markt weniger stellen muss, als es konventionell erzeugte Energie muss)
    3. Wird es einem Stromkonzern, welcher seine unrentablen Anlagen abschaltet, ziemlich egal sein, ob das die Energieversorgung des Landes gefaehrdet, denn eine Firma ist nicht fuer das Land verantwortlich, sondern fuer sich selbst, soll heissen: Ein tatsaechliches Abschalten von Anlagen widerspricht nicht zwingend der Warnung, dass das Abschalten von Anlagen schlecht fuer die Nation ist.
     
    klopp <3 gefällt das.
  27. Schröder

    Schröder Problembär

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    Das kann durch private Unternehmen gewährleistet werden. Allerdings kann man die kaum dazu zwingen, dafür noch draufzuzahlen. Es muss also in 1. Linie vom Staat dafür gesorgt werden, das diese Grundversorgung zumindest kostendeckend betrieben werden kann.
     
  28. Schröder

    Schröder Problembär

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    Auch der Brief wird kostendeckend befördert, zumindest im Durchschnitt. Um die Briefe von Helgoland nach Schwabing zu subventionieren, zahlt eben der Briefeschreiber, der einen Brief in Berlin 5 Straßen weiter schickt, drauf.
    Auch private Busunternehmen (zumindest diejenigen, die für die Grundversorgung zuständig sind) arbeiten minimum kostendeckend. Wenn das durch die Fahrkarten selbst nicht refinanzierbar ist, gibt´s Subventionen vom Staat. Andernfalls würden die unrentablen Strecken ja einfach wegfallen, Grundversorgung hin oder her. Woher der Busunternehmer sein Geld bekommt, (ob Fahrgast oder Staat) ist ihm doch egal. Aber umsonst und nur zum Wohle der Allgemeinheit fährt keiner.
    Armee, Polizei etc. werden auch vom Staat bezahlt. Und auch hier fallen Kosten an: Die Soldaten wollen nämlich auch ihren Sold.

    Gleiches gilt für Strom: Auch da muss der private Betreiber seine Kosten wieder reinbekommen. Das geht entweder über den direkten Strompreis, oder über Subventionen. Wenn das nicht gewährleistet ist, schaltet er das Kraftwerk ab. Man kann doch keinen Privatinvestor zugunsten der Allgemeinheit in den Ruin treiben.

    Man könnte ihm höchstens das Kraftwerk abkaufen, wird auch nicht ganz billig. Aber selbst dann wollen Manager, Angestellte etc. weiter ihr Gehalt haben, dafür blutet entweder wieder der Stromkunde oder der Steuerzahler. Es wird sich auch keiner finden, der das Ding kostenlos instand hält. So´n Kraftwerk kannste halt nicht ehrenamtlich betreiben.
     
    Zuletzt bearbeitet: 17 Juli 2013
  29. Schröder

    Schröder Problembär

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    Um diese Bezahlung geht es doch. Strom muss bezahlt werden, entweder direkt (Strompreis) oder indirekt (Steuern).
    Und Strom, der von einem privat betriebenen Kraftwerk geliefert wird, ist eben KEIN Volkseigentum. Der Betreiber muss ihn natürlich der Allgemeinheit zugänglich machen (muss er aber betriebswirtschaftlich sowieso, sonst verdient er damit kein Geld).

    Du solltest vielleicht mal von der Idee wegkommen, das irgendjemand in der Wirtschaft nur zugunsten der Allgemeinheit investiert oder arbeitet. Er will dafür bezahlt werden, und das mit gutem Recht. Umsonst gibt´s halt nix, auch keine Grundversorgung.
     
  30. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    1) Jo, es geht um die Energieerzeugung in den Großkraftwerken, v.a. in Gas- und Kohlekraftwerken, stimmt, und die stehen ja zur Disposition, wenn ich den Artikel richtig verstehe, was mich gleich zum Punkt zwei bringt
    2) Wenn also diese konventionelle Energieerzeugung nicht mehr in der Lage ist mit anderen Formen der Energieerzeugung zu preislich zu konkurrieren - gerade die KKWs sind ja massivst subventioniert - dann verstehe ich eben nicht den Aufschrei von vor 1, 2 Jahren, dass das Abschalten dieser Kraftwerke zu stark steigenden Strompreisen führen wird.
    3) Meines Erachtens kann man's darauf ankommen lassen, denn ich halte es für nichts anderes als eine Drohung der etablierten Energiekonzerne ihre Großkraftwerke noch ein Weilchen zu retten. Gleich abschalten können und werden sie sie nicht und Energieerzeugung sollte in Zukunft sowieso dezentral erfolgen, insofern sind die Großkraftwerke sowieso zu großen Teilen Geschichte.

    Sprich, mehr Druck auf E.ON, RWE & Co., auch preislicher Natur kann nur gut sein, damit sich auch diese Dinosaurier bewegen.
     
  31. Schröder

    Schröder Problembär

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    Geb ich dir ja Recht, das sowas eigentlich in staatliche Hand gehört. Aber der Fehler wurde schon vorher gemacht, als man versucht hat, die Statsverschuldung durch den Verkauf defizitärer Unternehmen zu senken, und ist jetzt schwer zu korrigieren.