Atom-Katastrophe in Japan und deutsche Atompolitik

Dieses Thema im Forum "Kneipe" wurde erstellt von Jogi-Fan, 15 März 2011.

  1. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Das spricht allerdings auch Bände. Wenn die Meldung so stimmt: Kein Tsunami-Schutz: Reaktor-Konstrukteur gibt schwere Planungspanne zu - Nachrichten Panorama - WELT ONLINE
     
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  3. Princewind

    Princewind Rassist und Lagerinsasse

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    ach? Du auch?... ;)
     
  4. Schröder

    Schröder Problembär

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    Ja, so`n Zufall. :D
     
  5. Jogi-Fan

    Jogi-Fan Well-Known Member

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    Die Energiepolitik wird in einigen Jahren nicht mehr Ländersache sein, sondern von der Europäischen Union angeleitet werden. Die Kanzlerin hat diesen Punkt in ihrer Regierungserklärung auch betont. Der freiwillige Stresstest durch die EU könnte noch so einiges verändern und einen weitreichenden Einschnitt in die Kompetenzen der Staaten haben.

    Denn letztendlich wird es nicht reichen, wenn die deutsche Bevölkerung sicher leben möchte, dass alle Atomkraftwerke in naher Zeit abgestellt werden. Wie sieht es denn Frankreich aus? 58 Atomkraftwerke! Stromproduktion funktioniert zu 80 % nur über Atomenergie! Von daher würde die Abschaltung der AKW nicht ausreichen, um die Sicherheit in Deutschland (momentan 9 AKW in Betrieb) zu garantieren, wenn ein Nachbarland mehr als das sechsfache an AKW betreibt. Aber das geht ja in die Köpfe der Grünen, Linken und SPD nicht hinein. Da geht es nicht um die generelle Sicherheit, sondern allein um die Landtagswahlen. Wie du oben so schön beschreibst.
     
  6. André

    André Foren-Capo Administrator

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    Leute kauft Euch große Festplatten und lagert Euch das Zeug einfach ein. Ich hab mir eben auch nochmal 25 Gigabyte abgespeichert.

    YouTube - ARD-Brennpunkt - Cem und die Gigabyte

    :lachweg:
     
  7. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Vor allem der Linken. Deren Rede gestern haste also nicht mitbekommen. Denn eine weltweite Lösung, d.h. Abschaffung der Atomkraft, ist bestandteil deren Agenda. In deren Köpfen ist das schon drin. Und ich meine, nicht erst seit gestern oder vergangenem Wochenende. Und was Rot-Grün anbelangt: Deren leistung war, dass es überhaupt ein Ausstiegs-Szenario gibt. hatte man nämlich vorher gar nicht. und insbesondere die Leistung der Grünen (Bewegung) isses, dass der Umweltschutz überhaupt auf den Schirmen der Konservativen ist. Ohne das Aufkommen der Grünen in den 80er Jahren hatte sich seinerzeit nämlich kaum was bewegt.

    Aber dass den Linken und Grünen aus ihrer eher generellen Anti-Haltung in Sachen Atomkraft immer mal wieder ein Srick gedreht wird, welcher von "Wahlkampf" bis hin zu "Politikunfähig" geht, ist nix besonderes. Ich mein, bei der SPD, da mag eine gewisse Umfaller-Mentalität bei diesem Thema ja vorhanden sein. Aber ausgerechnet bei Grün und Linkspartei läuft die Kritik völlig ins Leere.
     
  8. pauli09

    pauli09 2. Ewige Tabelle "1gg1"

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    das hätte alles in D NIE passieren können!

    zumindest hätte es in D NIEMALS jemand zugegeben.
     
  9. Simtek

    Simtek Well-Known Member

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    Ich warte jetzt schon darauf, dass die deutschen AKW Betreiber aufschreien. Seht ihr!! Die Japsen sind doch "selber schuld". Bei uns wäre das nie nie nie nie passiert. Usere AKWs sind gegen alle zu ewartenden Zwischenfälle absolut sicher und können noch min. 50 Jahre weiterlaufen!!
     
  10. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Was noch schlimmer ist: Diese Meldung schlägt kaum Wellen. Und die Übertragung dieser Meldung auf deutsche Zustände auch nicht. Dann hätte man wenigstens mal was zum Diskutieren.
     
  11. Jogi-Fan

    Jogi-Fan Well-Known Member

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    Sicher, die Opposition hat Grundlagen gelegt. Jede Regierung baut auf ihre Vorgänger auf. In dem Fall war es unter anderen eine Arbeitslosigkeit von über 5 Millionen und verbunden damit eine Unzufriedenheit, die nicht nur mit der Arbeitspolitik verbunden war, sondern auch mit den angedrohten Spritpreise, die mit der Grünen heute existent wären und eine Zweiklassengesellschaft noch viel tiefer geprägt hätte.

    Und von den Linken mag ich erst gar nicht schreiben. Ihre Verneinungen gegenüber allen Leitlinien deutscher Politik ist seit jeher bekannt:
    Zurück zur guten, alten D-Mark --> Raus aus der EU!
    Keine Studiengebühren!
    Keine Kinderarmut, keine Arbeitslosigkeit!
    Abschaltung aller Atomkraftwerke!
    Keine Arbeitslosenhilfe II äh Hartz IV!
    Deutsche Truppen aus Afghanistan raus!

    Halt dich auf den Laufenden, bevor du die Linke über den Klee lobst! Nicht mal die Hälfte ihrer Wahlversprechen werden bzw. können eingehalten werden. Ich hoffe, wir werden uns darüber nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt nicht unterhalten müssen.

    Tatsache ist, dass es allein auf nationaler Ebene schwachsinnig ist, alle AKWs abzuschalten, wegen einer intendierten vorbildlichen Außendarstellung für alle anderen Staaten dieser Welt. Wie vorbildlich wäre es denn, wenn man im Endeffekt auf die Atomenergie anderer Länder zurückgreifen müsste.

    Beispiel Frankreich: Ihr Strom wird durch 80% Atomenergie produziert. Um es einmal einfach auszudrücken: Stell dir mal vor, Fukushima stände nicht in Japan, sondern in Frankreich! Meinst du, Deutschland würde dann sicher leben können, nur weil ihre AKW abgeschalten sind? Wohl eher nicht.
     
    Zuletzt bearbeitet: 18 März 2011
  12. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Na dann: Weitermachen. Bis zum nächsten Mal. Ist das dein Lösungsansatz? Glückwunsch.
     
  13. Princewind

    Princewind Rassist und Lagerinsasse

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    Die Hälfte? Das ist aber mehr als bei allen anderen Parteien zusammen. Möchte nicht wissen wo CDU und FDP da stehen. Bei 0,1 %?
     
  14. Jogi-Fan

    Jogi-Fan Well-Known Member

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    Negativ. Eine gemeinsame, suprnationale Lösung auf der Ebene der EU zu finden, um den Weg zu den erneuerbaren Energien einzuschlagen und damit die Sicherheit auf dem Kontinent zu gewähren. Das ist das Ziel der Bundesregierung. Eine gemeinsame Energiepolitik mit erneuerbarer Energieproduktion wäre ausschlaggebender für die gesamte Welt, als eine staatliche Lösung Deutschlands - Ein Nachbarland von Frankreich, welches überwiegend von Atomenergie ("immerhin" 80 %) lebt.
     
  15. pauli09

    pauli09 2. Ewige Tabelle "1gg1"

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    kommt auf die versprechen und wem gegenüber sie gemacht wurden.

    die hoteliers sind jedenfalls zu 100 % zufrieden.
    und die atomindustrie bis zu merkels 180° wende auch.
     
  16. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Würdest du bitte mein Statement zu den Linken, welches ausschliesslich auf diesen fall hier bezogen ist, nicht unzulässigerweise verallgemeinern? Wäre ich dir sehr verbunden.
     
  17. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Muaha, seit wann das denn? Und wer sagt, dass das ausser der Regierung sonst keiner vorhat? Aber mal eins nach dem anderen. Den anderen vorschlagen, ihre KKWs abzuschalten, kommt schlecht wenn man sie selber am Laufen hält.
     
  18. Jogi-Fan

    Jogi-Fan Well-Known Member

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    Ein Rückzieher? Akzeptiert.

    @ Holgy:

    Und wo ist das Problem, wenn Deutschland nicht von heute auf morgen alle Atomkraftwerke abschaltet? Ich meine: Wer A sagt, muss auch B sagen können. Und solange Deutschland nicht gerüstet ist, ohne die im eigenen Land produzierte Atomenergie, sich selbst mit Strom zu versorgen, ist eine sofortige Abschaltung der AKW einfach nicht möglich. Oder aber die deutsche Bevölkerung ist damit einverstanden, weniger zu verbauchen und auf verschiedene Aktivitäten im Alltag von heute auf morgen zu verzichten. In dem Fall würde es nicht lange dauern, dann würden die selben Demonstranten auf der Straße stehen und die Wiedereinführung von Atomenergie fordern. Kein Wunder, wenn die Herren Trittin, Özdemir, Gabriel und die werte Frau Künast dann erneut an der Protestbewegung teilnehmen würden.
     
  19. Jogi-Fan

    Jogi-Fan Well-Known Member

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    Der Punkt würde nicht darin liegen, ob sie nun noch laufen oder nicht, sondern in welcher Zeitspanne die Stromversorgung durch Atomenergie europaweit noch getragen werden soll.
     
  20. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Und die wäre deiner Meinung nach?
     
  21. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Die Zeitspanne war doch schon mal in D'land vorgegeben; wurde dann aber ohne Not gekippt.
     
  22. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Nöö. Überhaupt nicht. Denn ich muss mich nicht vor etwas zurückziehen, was ich nie geäußert bzw. gemeint, du mir aber in die Tastatur gelegt hast.
     
  23. Jogi-Fan

    Jogi-Fan Well-Known Member

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    Eine schöne Vorstellung am Hebel der Macht zu sitzen, nicht wahr? :rotwerd:

    Es zählt nicht meine Meinung. Auch nicht in erster Linie die Meinung der Bundeskanzlerin, sondern in dem Fall der Kompromiss europäischer Staatschefs. Das wird in den nächsten 12 Monaten, im Bezug auf gemeinsame Energiepolitik in Europa, Priorität haben.
     
  24. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Das nenn ich jetzt mal wischiwaschi.
     
  25. Schröder

    Schröder Problembär

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    Na denn, wie diese "gemeinsame supernationale Lösung" aussieht, kennt man ja schon bei anderen Gebieten. Es wird der kleinste gemeinsame Nenner gesucht, und auf den wird sich dann geeinigt. Fortschritt? = Null.
     
  26. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Na mal sehen, wer bei DIESEM Thema dann den Arsch spielt, der nicht mitmachen darf. Wie man immer immer mal wieder bemerkt, macht (mindestens) einer immer nicht mit. Mit der Folge, dass die anderen dann auch nichts tun müssen, weil: Es geht ja nur gemeinsam.

    (Frei nach Volker Pispers)
     
  27. Jogi-Fan

    Jogi-Fan Well-Known Member

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    Jeder kleinste gemeinsame Nenner wäre in dem Fall ein Fortschritt für die Sicherheit der Menschen in der EU und auf dem europäischen Kontinent. Das wäre weit mehr, als wenn Deutschland als ein kleines Lichtlein in der Problematik "Abschaltung aller Atomkraftwerke" auftreten würde.
     
  28. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Was ist denn, wenn der KGN genau der Status Quo ist, den wir jetzt haben? Wo ist da der "Fortschritt"?
     
  29. Jogi-Fan

    Jogi-Fan Well-Known Member

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    Inwiefern sollte eine gemeinsame Leitlinie der Europäischen Union einem Status Quo entsprechen?
     
  30. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Na. Die Leitlinie heisst zum Beispiel: Alles so lassen wie bisher. Kein Änderungsbedarf (weil kein gemeinsamer Änderungswille besteht).
     
  31. Jogi-Fan

    Jogi-Fan Well-Known Member

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    Ich sage voraus, dass die Bundesregierung ihre Absichten in der Energiepolitik nach Außen tragen wird und für Zustimmung werben wird, damit eine gemeinsame Leitlinie entsteht. Nach den Ereignissen in Japan und der ersten Reaktion der EU mit der Einführung eines freiwilligen "Stressstest" kann man auch davon ausgehen, dass ein Umdenken in einigen Ländern stattfinden wird. Und wer weiß - In fünf Jahren zählt die "Energiepolitik" vielleicht schon zu den Voraussetzungen zur Aufnahme eines Landes in die EU. Nicht zuletzt kam es schon 2007 zu einer Einigung auf dem Klimagipfel in Heiligendamm. Die dort getroffenen Grundsätze und die Bilder aus Japan, werden in einigen Wochen möglicherweise einige Diskussionen noch auslösen.