Artikel: Torlinientechnik & Kamera in der Bundesliga frühestens 2013/2014

Dieses Thema im Forum "Kneipe" wurde erstellt von André, 6 Juli 2012.

  1. André

    André Foren-Capo Administrator

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    Die Regelhüter des internationalen Fußballs haben der Einführung einer Torlinientechnologie zugestimmt. Die Einführung der Torlinientechnik ist die größte Regelrevolution im Fußball seit Jahrzehnten.

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    adidas Torfabrik II mit GoalRef Technologie (Foto: tfv-schiedsrichter.at)

    Laut dem International Football Association Board (IFAB), das am Donnerstag in Zürich tagte, wird die Technik erstmals bei der FIFA-Klub-Weltmeisterschaft in Japan zum Einsatz kommen.

    Die nationalen Verbände und Ligen müssen nun entscheiden, ob sie bei der Technologie auf die Optionen "Hawk-Eye" (Torkamera) und "GoalRef"(Chip im Ball) setzen.

    Ligapräsident Reinhard Rauball hat die Einführung der Torlinien-Technologie nach der Entscheidung des FIFA-Regelkomitees IFAB begrüßt.

    Rauball: Ein erster wichtiger Schritt

    "Ich freue mich, dass die Tür für die Torlinien-Technologie und den Chip im Ball jetzt offen ist. Das ist für die Zukunft des Fußballs ein erster wichtiger Schritt", sagte Rauball der "Bild-Zeitung" (Freitagausgabe).

    Einführung in der Bundesliga erst ab 2013/2014

    Eine Einführung in der Bundesliga zur neuen Saison halte er aber für absolut ausgeschlossen.

    "Ich kann mir das frühestens zur Saison 2013/2014 vorstellen. Und man muss sehen, was das für die unteren Ligen bedeutet. Denn in Wimbledon ist es ja auch so, dass die Hawkeye-Technologie auch nur auf den Plätzen 1 und 2 genutzt wird. Wenn man auf Platz drei spielt, hat man keine Chance, die Entscheidungen zu korrigieren", so der DFL-Präsident.

    dts Nachrichtenagentur

    Findet Ihr den Kurswechsel der FIFA gut,
    oder würdet Ihr lieber alles beim alten belassen?
     
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  3. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Nachteil Hawk-Eye: wenn sich der Torwart auf den Ballschmeißt und iohn bedeckt, so knapp hinter, vor oder auf der Linie, dann sieht die aKamera auch nix.

    Da ist GoalRef wohl die bessere Wahl.

    Grundsätzlich: Da es so selten vorkommt, dass ein Tor strittig ist, finde ich die eingesetzte Technologie übertrieben und viel zu teuer. Kosten und Nutzen stehen mmn in einem ungünstigen Verhältnis.
     
  4. André

    André Foren-Capo Administrator

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    Das ist die Frage: Stell Dir mal vor Du steigst aufgrund eines irregulären Tors ab. Das bedeutet für den Verein 100 - 2000 Mitarbeiter zu entlassen, weniger Einnahmen für Club und Stadt, evtl. Ausfallrisiko weil Clubs die Stadionmiete nicht mehr zahlen können etc.

    Aber was anderes, wer bezahlt das eigentlich?
     
  5. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Das ist für mich kein Argument, wenn man sich irgendein Horroscenario ausdenkt, das total unwahrcheinlich ist. Gleich kommt der nächste und Schreibt: Stell die vor, die Kamera fällt runter, erschlägt den Torwart, es bricht daraufhin eine Massenpanik aus usw. ;)
    100 bis 2000 Leute entlassen? Auch das ist ziemlich unwahrscheinlich, selbst wenn ich mal davon ausgehe, das 2000 ein Tippfehler ist. Wo ist denn das schon mal vorgekommen in der Größenordnung? So viele Angesllte haben die meisten Vereine wahrscheinlich nicht mal. Der FCB hat gerade mal 490 und das als reichster Club der Liga.

    Zu den Kosten: Die FIFA hat schon gesagt, sie zahlt nicht. Also müssen es die Verbände selber regeln. Es werden also die Vereine selbst zahlen müssen. Hawk-Eye kostet so um die 200.000 bis 300.000 Euro, was man so hört. Stell Dir mal vor, dass muss ein kleiner Aufsteiger oder sogar ein Zweitligist zahlen, das kann dann leicht ein paar Arbeitsplätze kosten. Oder den Aufstieg, weil sich ein Verein das nicht leisten kann, was dann wieder für Arbeitsplätze kostet. Wobei die Nichteinführung könnte so einige Arbeitsplätze bei Hawk-Eye gefährden,... Wie gesagt: das Arbeitsplatzargument ist keins.
     
  6. André

    André Foren-Capo Administrator

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    Klar war ein Tippfehler. 100 - 200. Ich hatte mal vor 2 - 3 Jahren bei nem Club gelesen die 115 Stellen gestrichen haben, nachdem sie abgestiegen sind. Weiß aber nicht mehr wer das war. Irgendein Traditionsverein.

    Aber jetzt sage ich mal: Bei demnächst 630 Millionen Euro TV Einnahmen pro Saison darf das Kostenargument keins mehr sein! Dafür wird der Fußball transparenter und es hilft vor allen auch den Schiedsrichtern. Und es muss ja nicht zwangsläufig in der Amateurklasse eingeführt werden, 1 + 2 Liga reicht ja für den Anfang, denn da macht es auch am meisten aus, wenn man verliert. Da kann eine Fehlentscheidung schonmal paar Millionen kosten und dagegen ist der Preis für die neue Technologie doch gerade zu lächerlich.
     
  7. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    300.000 Euro sind für einen 2. Ligaverein aber aich schon schon eine Menge Holz. (10 Angestellten Jahresgehälter)

    Ich halte mich lieber an die Fakten:

    Wie viele strittige Tore gab es denn letzte Saison in Liga 1 und 2?
     
  8. Oldschool

    Oldschool Spielgestalter Moderator

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    Es geht aber auch noch um ganz was anderes: FIFA und UEFA sind unterschiedlicher Auffassung, also Blatter und Platini liegen nicht auf einer Wellenlänge. Soweit ich weiss, besteht da auch keine Abhängigkeit, d.h. die FIFA kann der UEFA nicht vorschreiben, die Technologie einführen zu müssen.
    Wenn die sich nicht einig werden, bleibt diese neue Technik im Bereich der UEFA aussen vor, in den anderen Kontinentalverbänden wird sie eingeführt. Bei der WM'14 auch, der EM'16 nicht. Das ist doch in dieser Form kein tragbarer Zustand. :weißnich:
     
  9. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Warum? Dann gibt's halt bei der WM 'ne Kamera, bei der EM nicht. Wo ist das Problem?
    Und in den einzelnen nationalen Ligen ist es dann halt auch unterschiedlich. Das stört doch nicht groß.
     
  10. André

    André Foren-Capo Administrator

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    Ich finde schon dass es einheitlich sein sollte. Sonst kommt dann die Diskussion auf: Wäre das jetzt in dem Wettbewerb passiert, wären wir weiter gekommen ...
     
  11. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Tja, die Diskussion haste sowieso, weil es dann z.B. damit anfangen wird: Wenn die Kameras auch für Abseitsentscheidungen eingesetzt werden würen, wär's gerechter.

    Es wird ja nie einheitlich sein; spätestens in Liga 3 und 4 gibt's das sowieso nicht, weil zu teuer.
     
  12. alditüte

    alditüte HSVer

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    Finde ich sehr schade, dass die Technologie eingeführt wurde. Meiner Meinung nach gehört zum Fußball keine Technologie hin, dafür gibt es die Referees, die weniger Fehler als die Spieler machen. Fußball ist ein Sport und das sollte es auch bleiben, und zum Sport gehören Menschen und keine Roboter.

    Zumal auch eine Kamera sich irren kann – die hätte das Tor der Ukrainer gegen England angezeigt, obwohl dieses aufgrund der Abseitsstellung irregulär wär.

    Zudem können Schiedsrichter bei Abseitssituationen, bei Foulspielen, Elfmetern, Gelben und Roten Karten, Vorteilsauslegungen überall Fehler machen – wenn es nun durch irgendeine auch fehlerhafte Technik verhindert wird, dass Tore nicht zählen, dann kommen irgendwann Leute, die die anderen Dinge auch noch per Technik kontrolliert haben wollen.

    Und – wie reagiert der Schiedsrichter, wenn der „Mann mit der Kamera“ ein Tor anzeigt, aber selbst noch sagt, dass davor ein Foul stattfand, was er nur durch die Kamera erkannte? Die Torkamera ist nur zum Erkennen von Toren da, andere Bewertungen dürfen nicht durch sie beurteilt werden. Soll er nun das irreguläre Tor geben oder soll er es nicht geben, obwohl er das Foul nicht sah? Egal, was er tut, beides würde kritisiert werden.

    Zudem ist es eben komplett uneinheitlich: Die und die Wettbewerbe haben Torkameras, andere dafür nicht. Irgendwann verliert man da den Überblick – es ist schon schwer genug, sich zu merken, wo Tordifferenz und wo direkter Vergleich zählt, oder wie viele Gelbe Karten eine Sperre nach sich ziehen. Es wird alles immer uneinheitlicher. Zumal diese Kamera-Technologie in unteren Ligen gar nicht möglich ist, womit sich durch diese Regel der Profifußball noch stärker vom Amateurfußball entscheidet – die Torrichter sind da nur die Spitze des Eisbergs.

    Und ich stimme Holgy in dem Fall zu: Ein solches Wembley-Tor findet alle 200 oder 300 Spiele einmal statt (und das ist noch eher hoch geschätzt), die Wahrscheinlichkeit ist extrem gering, die meisten Stadien auf der Welt werden niemals ein solches Tor erleben – und dafür jetzt für 100.000 Euro pro Stadion diese Technologie ermöglichen (egal ob Kamera oder Chip), die in den weit meisten Fällen niemals genutzt wird? Viel zu teuer und sehr unüberlegt! Da stimmt das Kosten-Nutzen-Verhältnis in keinster Weise.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 10 September 2013
  13. diamond

    diamond Well-Known Member

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    Und womöglich war es dann nicht mal spielentscheidend z.B. ein nicht gegebenes Tor zum 4:0 oder so ähnlich.
    ----------------

    Gut an den beiden Technologien ist, dass sofort automatisch ein Signal an den Schiri geht und niemand anfängt an Bilder zu studieren.
     
  14. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Der 1. FC Nürnberg hat es schon und das für umsonst, weil der Entwickler, das Fraunhofer Institut, nebenan in Erlangen sitzt und das zum Testen schon mal eingebaut hat. Da adidas, die den Ball zum System herstellen, auch noch mit von der Partie ist, wird es in der BuLi wohl den GoalRef geben.

    Fifa-Entscheidung: Chip im Ball - Nürnberg testet schon | FTD.de
     
  15. Gablonz

    Gablonz Well-Known Member

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    Auch nicht uninteressant , was die Schiris selbst dazu sagen:

    "Vor allem wird mit der Technik ein großer Druck von den Schiedsrichtern und den Assistenten genommen." ... Knut Kircher, verspricht sich eine deutliche Entlastung der Unparteiischen. ..., "dass der Druck auf die Schiedsrichter unmenschlich hoch ist", ... "Wenn es also eine Technik gibt, die helfen kann, dann soll man sie auch einsetzen."
    (aus obigem Artikel zum FCN)
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 10 September 2013
  16. Oldschool

    Oldschool Spielgestalter Moderator

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    Du kennst das doch oder kannst dir das vorstellen, bei solchen grundsätzlichen, einschneidenden Neuerungen, die nicht von allen Beteiligten gutgeheissen werden: Bei der WM werden zB Schiris aus dem Bereich der UEFA nicht angesetzt, weil sie mangels Erfahrung mit der Technik unbrauchbar sind oder genau so schlimm: Schiris aus der UEFA oder gar Mitgliedsstaaten der UEFA boykottieren die WM, weil Platini einen Keil zwischen die Mitglieder der FIFA treiben will und das eine oder andere Mitglied auf seine Seite gezogen hat, u.a. natürlich Frankreich selbst.
    Kann doch alles noch kommen, oder male ich zu schwarz ? :weißnich:
     
  17. Schalke-Königsblau

    Schalke-Königsblau Derbysieger 2012/13

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    Finde ich gut.

    Jedes Tor, jeder Punkt können über Ab - und Aufstieg entscheiden. Es geht letztendlich um viel Geld, Sponsoren und Arbeitsplätze.

    Und dieser Spruch "....gleicht sich immer wieder aus....." ist der größte Quatsch:vogel:, den man zu Fehlentscheidungen erfinden kann. Halt ein Versuch derartige Fehler schönzureden.
     
  18. alditüte

    alditüte HSVer

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    Am Ende kostet#s mehr, als es bringt. Dass durch ausgerechnet so eine Szene ein Auf- oder Abstieg entschieden wird, ist verschwindend gering. Trotzdem mussten für jedes Stadion des Wettbewerbs/der Liga über 100000 ausgegeben werden, um diese Technik zu ermöglichen. Würde in der Bundesliga 2 Millionen machen, obwohl in einer normalen Saison solche Situationen höchstens einmal vorkommen und dabei oft nicht mal spielentscheidend sind. In 50 Jahren Bundesliga fällt mir nur eine einzige Saison ein, wo so etwas saisonentscheidend war, das war das Phantomtor.
    Und dafür Millionen ausgeben? Nee, das ist nicht rentabel.
     
  19. SaintWorm

    SaintWorm Bolminator Moderator

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    Wenn's die Leute beruhigt und es dabei bleibt. Meinetwegen. Aber ich fürchte, das ist erst der Anfang.
     
  20. Schalke-Königsblau

    Schalke-Königsblau Derbysieger 2012/13

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    Letztendlich, auf die Anzahl Fehler gesehen, sicherlich nicht.
    Ein Abstieg kostet Mios an TV Geldern, Sponsorengeldern.....usw. Jahr für Jahr. Da werden sich die Kosten das Ganze umzusetzten, in Grenzen halten.

    Das kann man nie pauschal sagen. Das kann man erst am Ende der Saison feststellen. Und verschwindend gering, das glaube ich nicht.
    Eine Beschwerde über eine Fehlentscheidung des Schiedsrichters wird sehr oft als Geheule abgetan, ist aber absolut berechtigt, da diese Fehlentscheidung über Mios entscheiden kann.
    Wenn diese Fehler behoben werden können ist es nur Recht die Hilfe einzuführen.

    Das Geld wird ein - oder zwei Jahre lang ausgegeben werden müssen. Wenn die Fehler, die Jahr für Jahr gemacht werden, über Mios entscheiden, behoben werden, ist die Hilfe auf jeden Fall preiswerter.

    Wie oft es vorkommt, darüber mutmaßt du. Wie schon gesagt, das kann man erst gegen oder am Ende der Saison sehen. Wenn einer Mannschaft gegen Ende der Saison ein Punkte genommen wird und nur noch zu wenig Punkte zu verteilen sind isses gegessen. Es ist nix mehr zu machen, auch wenn man letzte Kräfte aufbringen will. Von daher wird es sicherlich einige Situationen gegeben haben.
    Wie gesagt, für die Zukunft und über die Jahre gesehen wird die Hilfe von Vorteil und preiswerter sein. Und gerechter auf jeden Fall
     
    Zuletzt bearbeitet: 6 Juli 2012
  21. Schalke-Königsblau

    Schalke-Königsblau Derbysieger 2012/13

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    Genau das isses. Ich bin dafür, aber im Rahmen. Das was jetzt eingeführt werden soll, soll es dann auch gewesen sein. Aaaaaber - Wenn alles so klappt wie gewünscht, wird man nach der nächsten Hilfe schreien. Und weiter, und mehr...... und iwann ist gar nix mehr so wie es mal war.
    Alles im Arsch.

    Und dann......... überlegt man, was man machen kann, um alles wieder zu "vereinfachen".
    Die Lösung könnte heißen :suspekt::idee:....back to the roots. :D Alles wieder auf Anfang.
     
  22. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Warum? Beim Schieri piepst es. Das ist alles.