Artikel: Kommentar: Mögliche Veränderungen im Profifußball

Dieses Thema im Forum "Kneipe" wurde erstellt von Fussballer, 8 Dezember 2011.

  1. Fussballer

    Fussballer Well-Known Member

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    In der letzten Woche kochte durch ein Interview von Sepp Blatter in der „Bild Zeitung“ das Thema Torkamera bzw. Videobeweis wieder hoch. Neben der Einführung der Torkamera fordert Blatter indirekt, dass der DFB das Berufsbild des „Profi-Schiedsrichters“ einführen solle.

    Anderenfalls droht er damit, bei der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien keine Deutschen Schiedsrichter im gesamten Turnier einzusetzen.

    Aus meiner Sicht macht die Torkamera durchaus Sinn, denn somit gehören „Wembley Tore“ (= Tore bei denen umstritten ist, dass der Ball vollständig hinter der Torlinie war) endgültig der Vergangenheit an und es wird insgesamt gesehen gerechter in Hinsicht auf die Millionen-Summen, die in einigen Partien auf dem Spiel stehen.

    Man stelle sich einmal vor, im Champions League Finale 2011 trifft der FC Bayern München im Finale auf den FC Barcelona und geht durch ein „Wembley Tor“ in der letzten Spielminute als Sieger vom Platz. Im Nachhinein stellt sich allerdings heraus, dass das Tor nie hätte zählen dürfen und somit wurde Barcelona durch eine Fehlentscheidung sowohl sportlich als auch finanziell benachteiligt.

    Diese Vorstellung ist in Hinblick auf die Möglichkeiten, die uns die Torkamera bietet, untragbar.
    Also warum sollte man auf die Torkamera verzichten, wenn diese Technik bereits erprobt und für einsatzbereit befunden wurde?

    Noch kurz eine Erklärung zu dem System der Torkamera – es wird bis zu sechs Kameras geben, die den Spielball im Blick haben und Daten an einen zentralen Computer weiterreichen.
    Dieser wertet die Daten aus und sendet dem Schiedsrichter umgehend ein Signal bei strittigen Entscheidungen, zum Beispiel durch ein Piepen an der Armbanduhr oder ein schrilles Geräusch am Headset.

    Die zweite Forderung Blatters war die Einführung der Profi-Schiedsrichter in Deutschland.
    Als Beispiele wurden die erfolgreichen Erfahrungen aus anderen Ländern wie Spanien, Italien oder England genannt.

    Der DFB ist durch den zunehmenden medialen Druck, der auf die Schiedsrichter (mögliche Steuerhinterziehungen von Spitzenschiedsrichtern, Selbstmordversuch von Babak Rafati) ausgeübt wird unter Zugzwang und muss etwas am Schiedsrichterwesen ändern.
    Ob es nun Sinn macht, gleich Profi-Schiedsrichter mit festem Gehalt und Forderungen einzuführen sei einmal dahingestellt, aber der DFB sollte zumindest die Rahmenbedingungen für Schiedsrichter verbessern.

    Dies könnte durch mehr Hilfe von Außenstehenden (z.B. Psychologen) oder technischen Hilfsmitteln wie beispielsweise der Torkamera erreicht werden, die Fehlentscheidungen minimieren können und somit dem Schiedsrichter aus dem medialen Schussfeld besser fernhalten können.

    Eine komplette Umstellung auf profihafte Schiedsrichter halte ich persönlich für überzogen, denn niemand weiß, wie es nach der Karriere eines Schiedsrichters mit ihm weitergeht.
    Daher sehe ich eine Mischung als Teilzeitjob und Pfeifen als den besten Weg an.

    Ob Herr Blatter tatsächlich keine deutschen Schiedsrichter bei der nächsten Weltmeisterschaft ansetzen wird, darf man lautstark bezweifeln und im Endeffekt wird ein so mächtiger Verband wie der DFB eine passende Antwort parat haben.

    18204Bild by az1172 via flickr under CC BY-SA
     
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  3. André

    André Foren-Capo Administrator

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    Schöner Artikel bei der Torkamera bin ich absolut bei Dir, längst überfällig. Mit Profi-Schiedsrichtern bin ich auch skeptisch. Was würde sich denn ändern? Besser pfeifen würden sie sicher nicht, dürften die dann hauptberuflich noch als Zahnarzt oder Rechtsanwalt arbeiten? Ich sehe da ehrlich gesagt noch nicht den großen Vorteil.