Artikel: Gewerkschaft der Polizei fordert 50 Millionen Euro vom DFB

Dieses Thema im Forum "Fussball Stammtisch" wurde erstellt von André, 21 Juni 2011.

  1. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Die legen die Mehrkosten ja dann wohl sowieso auf die Eintrittspreise um.

    Ich verstehe nicht, was du damit sagen willst.

    Aber eben nicht in dem Maße, daher sagte ich ja auch überproportional.
     
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  3. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Na du sagst doch selber, dass z.B. auf dem Oktoberfest erheblich mehr passiert. Dem wird aber ganz offensichtlich weder mit Polizeipräsenz wie beim Fußball begegnet, noch wird die dortige Gewalt öffentlich thematisiert.

    Das interpretiere ich als Inkaufnahme.
     
  4. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Das mit dem Überproportional haste ja grade am Beispiel Oktoberfest widerlegt. Dahingehend, dass die Anwesenheit beim Fußball überproportional hinsichtlich des dortigen Krawalls ist.
     
    Zuletzt bearbeitet: 22 Juni 2011
  5. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Da hüpfen auch nicht bis zu 500.000 Menschen pro Tag auf einem Flecken rum und das 14 Tage lang.
     
  6. Detti04

    Detti04 The Count

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    Die Argumentation funktioniert natuerlich auch andersrum: staerkere Polizeipraesenz fuehrt zu weniger Krawall. Eigentlich logisch, wuerde ich sagen.
     
  7. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Dann müsste die Argumentation aber zu mehr Polizei beim O-Fest führen. Tut sie aber nicht. -> Inkaufnahme.
     
  8. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Sorry, aber das Oktoberfest ist echt recht seltsam mit einem Fußballbundesligaspiel zu vergleichen:
    1) Es dauert 2 Wochen am Stück
    2) Es sind viel, viel mehr Menschen zusammen
    3) Davon sind wahrscheinlich 50.000 / Tag stockbesoffen und 100.000 / Tag besoffen

    EDIT: Und nur zur Vorsicht vorneweg: Ich sage nicht, dass es ein Fest der Liebe und des Friedens ist.
     
  9. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Da kann die ganze Buli-Saison nicht mithalten. Erst Recht nicht, wenn man die Straftaten vergleicht: Wenn man KV rausnimmt bleiben beim Fußball als Großteil nämlich Beleidigung (gg. Polizisten) und Sachbeschädigung, worunter auch Kleberverkleben fällt. Diebstahl, Raub und Sexualvergehen treten dagegen kaum bis gar nicht auf.

    Dann vergleichs mit der ganzen Saison.
     
  10. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Bitte, tat ich doch oben.
     
  11. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Und zu welchem Schluss kamst du, hinsichtlich Besucherzahl, Straftaten, anwesende Polizisten?
     
  12. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Dass auf dem Oktoberfest bezüglich der Menschenmassen dort entschieden weniger Polizisten rumstehen und sich auf dem Oktoberfest viel mehr Menschen binnen kurzer Zeit bewegen. Straftaten: Keine Ahnung, wie hoch die da bei einem Fußballspiel / Besucher statistisch ist.
    Und den Generalsuff auf dem Oktoberfest brauche ich gar nicht erst mit einem Fußballspiel zu vergleichen.
     
  13. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Ein Gegenbeispiel widerlegt aber die generelle Beobachtung nicht. Nach meinem Empfinden (empfinden schreibe ich deshalb, weil ich keine belastbaren Zahlen habe. Und bei und im Umfeld von Fußballspielen erlebe ich viel öfters "brenzliche Situationen" als bei Konzerten oder Festen) passiert auf Volksfesten und Musikveranstaltungen weniger.
     
  14. André

    André Foren-Capo Administrator

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    Bevor ne Polizeigewerkschaft Studien anstrengt über die Kosten, sollte man vielleicht mal eine Statisik über Straftaten in Fußballstadien veröffentlichen. Mit einem einfachen Dreisatz würde sich dann wohl darstellen lassen, dass in der regel zuviel Polizei in den Stadien ist. Also Verhältnis Anzahl Straftaten vs. Anzahl eingesetzte Polizeikräfte.

    Diese Kennzahl könnte man ja dann mal mit anderen Events vergleichen, aber ich kann mir schon denken wieso man das nicht macht ...
     
  15. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Nee, das kannste Du so natürlich nicht sagen, weil das Gegenargument ja auf der Hand liegt: Natürlich gibt es so wenig Straftaten, weil so viel Polizei da ist. Nun könnte man das natürlich wissenschaftlich untersuchen, aber praktisch ist das genauso natürlich nicht durchführbar.
     
  16. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Das hab ich ja angesprochen und kann man nachlesen wenn man will.
     
  17. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Zahlen gibt es aber, kann man nachlesen (Holgy um 15:48) und Empfinden ist subjektiv. Ich sehe auf Festen mehr brenzlige Situationen trotz anwesender Polizei zum Teil. Das sind dann aber normal uniformierte und keine Nahkampfeinheiten wie beim Fuppes. Die Erwartungshaltung mit der man zum Fußball geht ist auch eine ganz andere als beim Fest. Konditionierung nennt man das glaube ich.
     
    Zuletzt bearbeitet: 22 Juni 2011
  18. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Wie gesagt, die zahlen sind aber aus genannten nur schwer zu vergleichen. Natürlich sind Empfindungen subjektiv.
    Ich würde den Satz wohl ganz interpretieren als Du. Zum Fußball gehen weit mehr Leute, die auf Krawall gebürstet sind, als zu einem Konzert oder einem Fest, allein schon, weil sie da auf einen Gegner treffen. Da ist von Anfang an viel mehr Aggression im Spiel.
     
  19. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Meine kurze Googlesuche spuckte leider nix brauchbares raus und beim BKA fand ich auch nix.
     
  20. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Sind nur Einzelmeldungen
    Oktoberfest 2010: Deutlich mehr Masskrugschlägereien als 2009 | Aktuell | Oktoberfest | BR

    aber in der Schwere schon bedeutsamer. Versuchte Tötungsdelikte tauchen doch beim Fußball selten bis gar nicht auf.

    Man könnte ja mal überlegen, Plastikbecher aufm O-Fest einzuführen, das war jedenfalls die Konsequenz beim Fußball.

    Aber nein, das ist natürlich den vielen friedlichen O-Fest-Besuchern nicht zuzumuten (im gleichen Artikel). Wer findet den Widerspruch?

    Und hier gibts lustige Tagesübersichten.
    http://www.polizei.bayern.de/muenchen/news/presse/faelle/index.html/123109

    Scheint ja wirklich ne komische Veranstaltung zu sein :D
     
    Zuletzt bearbeitet: 22 Juni 2011
  21. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Ja, die Oktoberfestzahlen kannte ich ja :)
    Ich meinte die Fuppesdaten.
     
    Zuletzt bearbeitet: 22 Juni 2011
  22. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    achso... mh mal überlegen. Irgendwo hatte ich sowas mal gelesen. Also vor allem was die Verteilung auf die versch. Delikte angeht.
     
  23. Keule

    Keule Geile Oma aus deiner Nähe

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    Wäre der Genickbruch für kleine Vereine mit großem Anhang, Lok Leipzig hat 2004 in der Kreisliga vor 12.400 Menschen gespielt, die nötigen Polizisten um so ein Spiel ab zu sichern kann ein Kreisligist aber nicht stemmen...Ähnlich ist es bei vielen Vereinen die sowieso vor dem Ruin stehen, Fortuna Köln, Sachsen Leipzig, RW Essen, usw.

    Naja, weniger unnötige Einsätze = weniger ausgaben, ich finde da sollte die Polizei anfangen, was bei uns 600 Polizisten gegen Sandhausen sollten bleibt mir bis heute Schleierhaft, eben so die 1500 Grünen in Braunschweig inkl der 200 Mann die den 10 Minütigen Aufenthalt in Stendal absichern mussten...könnte das so weiter führen und mein Verein ist da ja bei weitem nicht der einzige, wo bei jedem Spiel laut Polizei der Weltuntergang bevorsteht...
     
  24. Peter Herter

    Peter Herter Erfahrener Benutzer

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    1Sicherung vom Castor Transport kostet mehr wie die sicherung der Spiele der 1-2-3.Liga zusammen im Jahr
    :floet:
     
  25. Poldo

    Poldo Member

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    Viele sagen ja, dass diese Einsatzkräfte ihre Arbeit nichtmal befriedigend ausführen. Willkürliche Verteilung von Stadionverboten wäre da nur eine Sache.
    Und wie schon von anderen hier angesprochen ist es schließlich Aufgabe des Staates das Volk zu schützen.
    1 Frage stellt sich mir letztendlich noch?

    WER WIRD HIER VOR WEM GESCHÜTZT.
     
  26. André

    André Foren-Capo Administrator

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    "Es kann nicht sein, dass eine Sportart einen großen Teil des Polizeibudgets auffrisst und andere wichtige Tätigkeiten der Polizei zum Schutz der Bevölkerung hierdurch schlicht liegen bleiben müssen“, so Ernst Walter weiter.

    Der DPolG Bundespolizeigewerkschaft fordert daher, dass in Zukunft deutlich mehr bestellte Verkehre (Sonderzüge) für die An- und Abreise der Fans zu den Spielen einzusetzen sind. Solche Sonderzüge könnten z.B. durch die Deutsche Fußball Liga (DFL) oder die jeweiligen Fußballvereine angemietet und entsprechend finanziert werden.
    Zusätzlich sind die Sonderzüge mit eigenen privaten Kräften zu sichern, so dass unsere Kollegen von den extremen sozialen Belastungen durch die dauernden Wochenendeinsätze entlastet werden würden.

    Auch möchte die DPolG Bundespolizeigewerkschaft auf die erhebliche psychische wie physische Belastung der Einsatzkräfte aufgrund der miserablen Zustände im Sanitärbereich der Züge der DB AG hinweisen. Es kann nicht sein, dass sich Einsatzkräfte Zugtoiletten mit Fußballstörern und normalen Reisenden teilen. Hier ist die DB AG gefordert umgehend Änderungen herbeizuführen.

    http://www.bundespolizeigewerkschaf...balleinsaetze---belastungsgrenze-erreicht.php

    Im ganzen Zug sitzen also nur Störer? Und die können alle nicht mal den Klo benutzen und haben vermutlich auch noch Läuse. Welch psychische Belastung. :lachweg:

    Wären sie halt Bauarbeiter geworden hätten sie zumindest ein Dixie Klo verwenden dürfen, aber ob das wirklich besser ist?
     
  27. Keule

    Keule Geile Oma aus deiner Nähe

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    die Hochwohlgeborenen Polizeikräfte können doch nicht ihr Geschäft auf den selben Toiletten wie diese Untermenschen verrichten, wo kämen wir denn dann hin.

    Zum Thema: Dann fordere ich Steuerfreiheit für Fußballclubs, warum soll man doppelt zahlen?
     
  28. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Die Diskussion flammt wieder auf. Das Land Bremen will nun auch, dass Werder (und übrigens auch andere "gewinnorientierte(n) Großveranstaltungen wie Rockkonzerte(n))" den Polizeieinsatz bei BuLi-Spielen bezahlt. Angeblich gibt es ein Rechtsgutachten, dass dies möglich ist. SPD und grüne wollen das nun in Bremen durchsetzen, weil die Stadt ja quasi plaite ist.

    Zitat:
    In Zukunft, fordern die Bremer Genossen, solle die Fußballbranche für jedes Bundesligaspiel quasi einen Gebührenbescheid erhalten, eine Rechnung für den Polizeieinsatz am Stadion. Schließlich hätten die Einsätze allein bei den Bremer Heimspielen in der vergangenen Saison 2,8 Millionen Euro gekostet, bezahlt von einer klammen Stadt, während die Vereine gewaltige Einnahmen kassierten. "Wir haben das seriös geprüft, die rechtliche Lage ist ziemlich eindeutig", behauptet SPD-Fraktionschef Björn Tschöpe. "Die spannende Frage ist, ob wir die gesamten Kosten bekommen oder nur einen Teil."
    Wenn Bremen das macht und es rechtlich möglich ist, werden sicher bald andere arme Länder folgen...

    Werderpräsi Fischer ist sofort aus Protest aus der SPD ausgetreten.
     
  29. Ichsachma

    Ichsachma J'aime soleil

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    Wenn ich mir die Frage ehrlich beantworte, wer dafür zahlen sollte:

    Die Vereine.

    Störer- oder Veranlasserhaftung oder wie das heißt...

    Einwenden werden die Vereine: wer sagt denn, dass ein Polizeieinsatz beim Spiel Werder vs. Hoffenheim (z.B.) erforderlich ist? Dann eben die goldene Mitte: Beteiligung, was weiß ich, zur Hälfte...
     
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  30. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Ehrlich gesagt finde ich die Argumentation, dass die Vereine damit ja auch ordentlich Kohle verdienen, es daher eine kommerzielle Veranstaltung ist und die sich dann auch mindestens beteiligen sollen, überzeugend.

    Den "Wir zahlen aber doch schon Steuern!"-Einwand halte ich nicht für überzeugend, da die polizeilichen Leistungen, die bei solchen Spielen nötig sind, doch deutlich höher sind als "normal".
     
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  31. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Das Problem ist, dass die Polizei selber definiert, was nötig ist.
     
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